Beate Morgenstern - Der gewaltige Herr Natasian

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Sieben Jahre sind es her, seit Ralja am 11. September 2001 ein letztes Lebenszeichen nach Deutschland schickte. Es war eine Ansichtskarte vom World Trade Center. Die vereinbarte Zeit des Schweigens ist abgelaufen. Nun darf erzählt werden, wie ihre verhängnisvolle Geschichte an einem Juniabend 1989 im Club der Kulturschaffenden Berlin-Mitte begann, als sie sich mit Schriftstellerkollegen zum Stammtisch traf und die Kulturschaffenden in die Fänge des gewaltigen Herrn Natasian gerieten. Die Begegnung bleibt nicht ohne Folgen. Nicht für die Dreizehn und möglicherweise auch nicht für die inzwischen längst vergangene deutsche Kleinrepublik, die sich Sozialistische Räterepublik Nemezien nannte. Der Roman ist eine Verbeugung vor dem Dichter von «Meister und Margarita» Michail Bulgakow.

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Irminhild bewegte sich im Kreise ihrer Frauen. Frohgelaunt versuchte Gunter Scherzer diesen zu sprengen, wollte wenigstens Ottilie für sich gewinnen, deren Ohrgehänge so lustig klimperten und blinkerten und deren lilafarbene Augen so glänzten, und ihre Glieder so schlank und rank und der Busen so niedlich, ganz entzückend trotz zweier Kinder. Na, Ottilie, ist das Leben noch frisch?, fragte er dröhnend. (So einfache Sätze kamen bei dem berühmten Schwänkeschreiber manchmal vor.) Er beugte seinen Oberkörper weit nach vorn, da Ottilie auf seiner Seite saß, sodass er zunächst nur die Ansicht ihres Profils erhaschte. Ottilie schüttelte den Kopf, lächelte dann doch. Gunter war unverbesserlich! Seine Schwäche für Frauen machten ihn ja nicht zum schlechten Menschen. Aber ja!, du kannst versichert sein, es ist frisch, ganz frisch! sagte sie mit heller Mädchenstimme, sandte ein reizendes Lächeln zu dem Mann, dem angeblich keine Frau widerstand, wandte sich dann ostentativ Irminhild zu, die gerade wieder von Iris Sawatzky unterhalten wurde. Irminhilds Miene wie meist düster-unbeweglich, die Augen groß, durch die starke Schminke schwarz erscheinend. Wegen ihrer kraftvollen Gesichtszüge und ihres voluminösen Hauptes, durch die Haartracht um das Doppelte und mehr verbreitert, erschien sie wie eine Sphinx. Und wenn sich Gunter der Heitere, der unverbesserliche Frauenheld selten erkühnte, Irminhilds Ruhe zu stören, so konnte er sich doch nicht sattsehen an ihr. Die Stirn von einem Pony bedeckt, die dichten schwarzen Augenbrauen sichtbar. Diese schwarzen, bis auf einen Spalt geschlossenen Augen! Die kräftige, gerade Nase, der gut ausgeformte volle Mund, das runde Kinn, die noch nicht zu vollen Wangen! Ottilie hatte Gunter Scherzer wieder einmal kurz abgefertigt. So beließ er es bei dem bloßen Anschauen der Damenwelt, glitt, nachdem er Irminhild ausgiebig betrachtet hatte, scheu über die rotwallende Haarmähne der scharfzüngigen Historienschreiberin, die er ebenfalls nur geradeso im Profil vor sich hatte. Auch das Küken war so übel nicht. Dieses schaute wie stets zu Irminhild hin, an deren Seite sie sich geschmuggelt hatte. Iris Sawatzky hatte ihren Gedanken Raum gegeben. Irminhild öffnete den Mund, was sie in größeren Runden selten tat. Es war ratsam, ihren leise grollenden Reden wie einem Gedicht zu lauschen, denn der Sinn ihrer Rede erschloss sich nie sofort und hatte nur im ersten Satz noch scheinbar mit dem zu tun, was ihr Vorredner gesagt hatte, in dem Fall war es Iris Sawatzky gewesen. Manches, was sie sprach, blieb ganz im Dunklen, was daran liegen mochte, dass sie aus einem Zusammenhang heraus redete, der anderen unbekannt war. Wahrscheinlich befand sie sich in einem dauernden inneren Monolog, der bei Gelegenheiten in lautes Sprechen überging. Oder an ihrer Neigung zu Halbsätzen. Oder an dem leisen und vergrollten Sprechen. Aber dass sie von Unheil sprach, von Bedrohung dieser Welt und nemezischen Zuständen, die alles befürchten ließen, konnte man auf jeden Fall heraushören. Irminhild wie eingesponnen in Düsternis, aus der heraus sie, wie gesagt, komplizierte, fantastische Hexen- und Heldinnenromane schuf. Der dunkle Sinn ihrer Rede verstärkte den Eindruck des Rätselhaften ihrer Erscheinung.

Irminhild hatte aufgehört zu sprechen, gab wieder die unnahbare Sphinx ab. Ottilie ergriff das Wort, bevor es ihr etwa das Küken entreißen konnte. Wollte die es doch tun, würde Ottilie mit festem Ton und leicht bebenden dünnen Lippen sagen: Entschuldige, Walja, aber ich hatte gerade zu dem Thema noch etwas beizutragen! Ottilie sprach zu dem, was sie meinte, als Thema bei ihren Vorrednerinnen herausgehört zu haben, ging dann zur Schilderung ihrer gegenwärtigen literarischen Produktion über, in der Meinung, man sei auch in dieser Runde brennend an ihrer literarischen Produktion interessiert, redete also wie zu treuesten Leserinnen in der ganz und gar irrigen Auffassung, dass unter Autoren in schöner Kollegialität Anteilnahme für die gegenseitige Arbeit bestehe. Sie selbst hörte ja ruhig und einigermaßen aufmerksam darauf, wenn andere etwa berichteten, was die selten taten und in der Regel nur, wenn sie befragt wurden. Wohl hatten sie das Bewusstsein, alle aus demselben Zoo zu kommen, jeder in einem anderen Käfig mit sich allein in diesem erschöpfenden, einsamen Beruf, was eine gewisse Leidensgenossenschaft und Duldsamkeit füreinander schuf. Die Arbeiten anderer allerdings las man nur, wenn sie empfohlen worden waren oder eine intimere Freundschaft bestand. Es war wie in einer Familie, man gehörte zueinander, ob man sich besonders schätzte oder nicht. Ottilie Ehrlicher, Gunter der Heitere waren die Ausnahmen. Auch der samtäugige Federico Grosse war sich für Rezensionen von Kollegenarbeiten nicht zu schade. Federico, der stolze Spanier, hatte das seltene Talent, dass er sich von seiner eigenen Produktion lösen konnte. Weder lähmte ihn häufig anzutreffende Mittelmäßigkeit in den Werken anderer beim eigenen Schreiben, noch erfüllten ihn Konkurrenzgefühle. Oder er wusste beides gut zu beherrschen. Dass Paule immer ein Auge auf die Literatur der anderen hatte, hing mit seiner Neugier wie mit seiner Faulheit zusammen, selbst etwas zu Papier zu bringen. Axel Harder, Redakteur von Sinn und Wahn, war natürlich grundsätzlich über alle literarischen Ereignisse auf dem Laufenden. Doch in seine Zeitschrift gelangte nur ausgewählte nemezische und andere deutschsprachige Literatur. Diesen Olymp zu erreichen, hatte Ottilie keine Chance. Mindestens nach dem zweiten, wenn nicht schon nach dem ersten Buch war klar, wozu es der Autor bringen oder nie im Leben bringen würde. Schnell war die Literatur eines jeden einer bestimmten Klasse zugeordnet. Peter Heil, der Jubilar, wiederum war Theatermann und konnte sich seine Lektüre außerhalb der Dramatik nach Geschmack und Laune erlauben. Auf Empfehlung Axel Harders hatte er sicher etwas von einem hoffnungsvollen Nachwuchsautor wie Sebastian Schulz gelesen und selbstverständlich von dem hochgeschätzten jungen Poeten Urs Gelbschuh und sowieso alles, was Carl Nickel veröffentlichte, der aus Leipzig stammende Dichter. Natürlich war er über die Produktionen von Christa T., Hermann K. (Scherzers Hörmann) auf dem Laufenden. Auch die Romane von Federico Grosse standen in seinem Bücherschrank und selbstverständlich Volkhard Brauners Schulze und Lehmann. Aber die 150 Seiten eines Hexenromans von Irminhild, die er einmal gelesen hatte, genügten ihm ein für alle Mal als Lektüre von dieser Autorin. Und so sehr er Iris Sawatzky als Gesprächspartnerin schätzte, ihre Werke beachtete er ebenso wenig wie die von Ottilie Ehrlicher, konnte den Erzeugnissen nemezischer Autorinnen sowieso wenig abgewinnen. Der kluge, heitere Peter Heil hielt sich eben lieber an Weltliteratur.

Vielleicht schon seit Stunden fläzte sich Kater Kasimir auf einem Sockel, der einstmals der Platz einer Büste des Augsburgers gewesen war. Kasimir war auf den Bronzekopf gesprungen und hatte ihn so zu Fall gebracht. Die Büste war repariert worden. Doch Kasimir hatte inzwischen die erhöhte Aussicht als seinen Lieblingsplatz auserkoren, besaß dort einen idealen Überblick über die ganze eher kleine Lokalität. So brachte es Lothars Personal nicht fertig, ihn zu vertreiben. Für den Fall, dass einmal ein sehr bedeutender Gast die Räumlichkeit betrat, würde man die Büste aus dem Schrank holen. Kasimir war ein überaus stattlicher Kater, doppelt so groß wie städtische, beige-grau-getigert mit weißen Pfoten und zwei miteinander verbundenen weißen Flecken am Bauch und einem großen rhombusförmigen Flecken, der sich von seiner Brust über seinen Hals bis in sein Gesicht hinein zog, die Spitze ragte in die Stirn hinein. Unter der Nase ein schiefer beiger „Schmutzfleck“. Auffällig waren seine großen schwarzumrandeten gelben Augen, deren Blick sich oft unverwandt auf einen seiner Betrachter richtete. Einen größeren Menschenfreund unter den Katzen als Kasimir ließ sich nicht denken. Dass er Zutrauen zu jedermann hatte, wurde ihm von jenen im CdK Weilenden als Falschheit ausgelegt, denen Treue als Synonym für sklavische Ausrichtung auf ihre Person galt. Doch die mochten sowieso lieber Hunde und hielten sich vom großherzigen Kasimir fern. Obwohl er den Menschen unerschütterliches Vertrauen entgegenbrachte, bewahrte Kasimir seine Würde. Keinesfalls kam er auf Zuruf. Solange ihm danach war, ließ er sich streicheln. Wurde ihm die Liebkosung zuviel, zeigte er dies durch Wegducken an. Wurde das Signal übersehen, riss er, ohne einen Mucks zu tun, sein Maul auf. Beachtete man auch dieses Zeichen nicht, hatte man ein Fauchen, wobei der Kater die Zähne bleckte, einen Tatzenhieb oder einen kurzen, harmlosen Biss zu gewärtigen. Die meisten liebten Kasimir und erkannten sein Recht auf freie Entscheidung und seine allgemeine Menschenfreundlichkeit an. Vor allen anderen hatte der nach Katzen närrische Federico Grosse den Kater ins Herz geschlossen. Er reckte sich zu dem Sockel, auf dem der Kater am liebsten ruhte, mal hing der Schwanz der Länge lang am Sockel herunter, mal fläzte er, sodass eine Vordertatze herunterhing. Federico stützte sich mit der einen Hand auf seine beiden Krücken, streichelte mit der anderen. War Kasimir nicht zu finden, machte Federico sich auf die Suche, hob auch mit einer Krücke die langen Vorhänge. Wenn dies nichts brachte, erkundigte er sich bei Lothar nach dessen Verbleib, der, sobald es ihm zeitlich möglich war, alle nahen Lieblingsplätze des Katers im CdK absuchte. Hatte er ihn entdeckt, lockte Lothar ihn mit einem Leckerbissen, den Federico bei sich getragen hatte, zu dem kleinen, interessanten Mann. Dessen große blaue Samtaugen bekamen noch mehr Glanz, und sein Mund ging vor Freude bis fast zur Gesichtsmitte hinauf. Federico gab dem Kater dann weitere Leckereien, streichelte ihn, worauf der ein mordsmäßiges Schnurren begann. Auch Irminhild hatte eine besondere Affinität zum Kater, nicht verwunderlich bei einer, die Hexenromane schrieb, ebenso Paule, der Geheimniskrämer. Doch auch der bittere Karlheinz Karge trieb mit dem Kater gern seine Spielchen. Bei der Gelegenheit konnte man sehen, dass er durchaus zu liebreichem Lächeln fähig und nur durch Umstände gebeutelt war. Sonnyboy Scherzer liebte alles auf der Welt, also auch Katzen. Selbst der dünne Dichter Dieter Kerschbaumer fuchtelte gern mit einem Zeigefinger vor der Schnauze Kasimirs herum, ehe er denselben sachte in das beige getigerte Fell tauchte und dort kleine Kreise drehte. Einzig Ottilie Ehrlicher hielt respektvollen Abstand zu Kasimir. Einer Allergie wegen, sagte sie, ihre Augenbrauen hebend wie so häufig, wenn sie ihren Worten, auch den einfachsten, Nachdruck zu verleihen suchte. Sie war eine ernsthafte Person mit ernsthaften Ansichten und Aussagen. Wahrscheinlich hatte sie einmal mit Kasimirs Krallen flüchtige Bekanntschaft gemacht, da sie zu zielstrebig auf ihn zugegangen war.

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