Beate Morgenstern - Der gewaltige Herr Natasian

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Sieben Jahre sind es her, seit Ralja am 11. September 2001 ein letztes Lebenszeichen nach Deutschland schickte. Es war eine Ansichtskarte vom World Trade Center. Die vereinbarte Zeit des Schweigens ist abgelaufen. Nun darf erzählt werden, wie ihre verhängnisvolle Geschichte an einem Juniabend 1989 im Club der Kulturschaffenden Berlin-Mitte begann, als sie sich mit Schriftstellerkollegen zum Stammtisch traf und die Kulturschaffenden in die Fänge des gewaltigen Herrn Natasian gerieten. Die Begegnung bleibt nicht ohne Folgen. Nicht für die Dreizehn und möglicherweise auch nicht für die inzwischen längst vergangene deutsche Kleinrepublik, die sich Sozialistische Räterepublik Nemezien nannte. Der Roman ist eine Verbeugung vor dem Dichter von «Meister und Margarita» Michail Bulgakow.

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Den jungen Schulz, Axel Harder und Jubilar Peter Heil einte die Liebe zum Fußball. Alle natürlich Union-Fans, obwohl dem staatlich geförderten SC Dynamo absolut unterlegen. Union zu unterstützen stellte einen quasi subversiven Akt dar. (Selbst heute noch, im Jahr 2008, besitzt Union, der ewige Verliererverein, eine durch nichts zu erschütternde Anhängerschaft. Vielleicht will man sich nun gegen den Westberliner Hertha BSC abgrenzen.) War vom Fußball die Rede, hob gelegentlich Dieter Kerschbaumer seine Hand, bis jemand seine Meldung kopfnickend bestätigte. Dann sagte er mit schwacher Stimme in schönstem nemezischen Anhaltinisch: Die Jungs sind klasse! oder etwas in der Art, und auf seinem unegalen eckigen, mageren Blondgesicht machte sich ein diffuses Lächeln breit.

Stilles Einverständnis herrschte sowieso zwischen Paule Berlin und Karlheinz Karge, denn sie waren diejenigen, die im CdK sozusagen ihr Zelt aufschlugen von mittags zwölf bis abends, obwohl sie weder Gegensätzliches noch Gemeinsamkeiten verbanden. Selbstverständlich hing Gunter der Heitere Paule Berlin wie allen, die seinen Lebensweg begleiteten, in großer Treue an.

Dass sich die alte Berta Watersloh von Adlershof in die Stadt hineinbegab, zeugte von robuster Gesundheit und dem Willen, immer noch am Leben teilzunehmen. Die Glanzzeit ihres Wirkens lag Jahrzehnte zurück, noch etwas länger als bei Karlheinz Karge, was aber ihre Autorität nicht schmälerte. Sie war sozusagen die Alterspräsidentin. Im Übrigen vergaß niemand, dass sie über Jahrzehnte Nachbarin und Weggefährtin der großen alten Dame gewesen war und sich ihr gegenüber Rechte herausgenommen hatte wie sonst keiner. Anna, es war ein Fehler, dass du nach Nemezien gekommen bist! Deinem Werk wäre es besser bekommen, wärest du nach Deutschland gegangen! (In ihre Geburtsstadt Mainz zum Beispiel, Heimstadt des Zweiten Deutschen Fernsehens.) So hatte Berta Watersloh gesagt und wiederholte ihre Meinung des Öfteren in dieser Runde. -Diese dickleibigen Romane der großen alten Dame, in denen sie sich um die Entwicklung Nemeziens sorgte und die ihre Kraft verbrauchten, hatten Schüler wie Germanistikstudenten und wen noch gequält und sie selbst verschlissen. Wie großartig war dagegen ihr Frühwerk und wie berührend ihre späten Erzählungen! Berta Watersloh war eine resolute Person, weshalb man sie keinesfalls einen Schatten der alten Dame nennen konnte. Eher war sie der Knüppel aus dem Sack, der selbst auf die vergötterte Anna eingeprügelt hatte. So oder so: Den Anwesenden schien es, durch Berta Watersloh weilte immer noch die große alte Dame unter ihnen. Berta ließ die Gespräche laufen, hörte mal zu Paule hin, mal auf Federico Grosse, der darauf achtete, dass sie sich immer beteiligt fühlte. Federico Grosse ein Kavalier der alten Schule, zu Frauen stets liebenswürdig. Ein Frauenverehrer und Frauenverzehrer, wenn auch nicht in Ausmaßen wie Gunter der Heitere. Obwohl ihm die normale Körperhöhe durch eine Stoffwechselkrankheit verwehrt geblieben war, wurden Frauen schwach, schauten sie in seine großen blausamtenen Augen. Er lächelte, dass sich seine Mundwinkel wie bei der lachenden Theatermaske weit nach oben verschoben. Ein nahezu menschenfresserisches Lächeln hatte er. Ach, und seine kleinen schwarzen Locken (gefärbt allerdings nun schon)! Und überhaupt dieses Gesicht, trotz runder Nase erinnerte es an den Dichter Pablo Neruda, vielleicht der runden Stirn, der ausgeprägten Tränensäcke wegen, dieses Ovals, das sich aus Augen und Augenringen ergab. Und ein ganz klein wenig gemahnte er an den unvergessenen Fernandel. In einem nachnemezischen Roman würde er sich als Weißer Clown gefallen. Vielleicht die Rolle seines Lebens, denn in den Jahrhunderten zuvor hätte man ihn sicher gern in den Zirkus verfrachtet. Und reden konnte er, reden! Ach, mit so schöner Stimme, wenn leider bisweilen sehr vernuschelt, so kenntnisreich! Übrigens ohne dem anderen, in italienischer, spanischer, portugiesischer Literatur wenig Bewanderten das Gefühl der Unterlegenheit zu geben. Er plauderte mit Berta Watersloh beispielsweise ganz artig über Katzen, von denen er mehrere besaß. Sein ausdrucksvolles Gesicht hatte immer ein Lächeln bereit für Sinn und Unsinn dieser Welt. Auch die Übrigen schauten hin und wieder, ob Berta sich noch beteiligt fühlte. Karlheinz Karge erhob nicht selten seine tiefe, einem Dramatiker gut anstehende Stimme und fragte Berta jetzt zum Beispiel über den halben Tisch hinweg: Und wie geht's, Berta? Hast du wieder was von deiner Schwester gehört? Wann machst du dich wieder nach Israel auf! Karge und Berta hatten dieselbe Liebe zu diesem Landstrich. Bertas Schwester und deren zahlreiche Familie wohnten in einem israelischen Kibbuz. Karge bereiste Palästina und nahm sich der Sorge der Palästinenser an. Um Bertas Antwort zu hören, verstummten die Übrigen. Es war schon etwas außergewöhnlich für Nemezien, dass eine alte Frau einmal im Jahr für Wochen nach Israel reiste. Und da wiederum in ein Kibbuz, aufs Dorf, in eine landwirtschaftliche Genossenschaft, wie es die in der nemezischen Republik ja auch gab. Nur hatten die hier inzwischen Ausmaße angenommen, dass sie eher industriellen Kombinaten als Produktionsgemeinschaften ähnelten. Wie zerrissen mussten die Seelen der nach Nemezien zurückgekehrten Emigranten jüdischer Herkunft sein, von denen viele diesen Staat mit aufgebaut hatten, wenn sie an Israel dachten. Das Land ja. Die Politik nein. Doch diesen in hohen Führungspositionen tätigen Genossen, Verdrängung, Disziplin in ihrem Leben, oberstes Gebot.

Walja sagte mir, erst, als Paule sie zum Stammtisch eingeladen habe, sei ihr klar geworden, wie viele unserer älteren Kollegen jüdischer Herkunft waren. Ja, selbst die große alte Dame sei jüdisch gewesen, was doch in keinem Schullesebuch stand. Natürlich wusste man die Abkunft des verstorbenen Stammtischinhabers Peter Hilfreich durch seinen Roman, der von der Nefa in früheren Zeiten eindrucksvoll verfilmt worden war. Ehe hinter der Sonne. Noch wurde sein Name am Stammtisch erwähnt. Der verstorbene Peter Hilfreich übrigens der Einzige, bei dem Walja im Nachhinein wegen seines Aussehens gedacht hatte, ja, na klar. Ob ich gewusst hätte, fragte sie mich, dass er sich in Auschwitz durch sein Zeichentalent gerettet habe. Ich wusste es nicht. Ja, sagte sie, er wurde Fälscher, hat für die Nazis Geld gefälscht, Dollar wahrscheinlich. Umso tragischer, dass er dann doch, Jahrzehnte später, aber zu früh, durch Blutkrebs hingerafft wurde. Bis fast zuletzt sei er noch im CdK gewesen und habe seine Witze darüber gerissen, dass nun wieder sein jüdisches Blut gewaschen würde mit dem Blut mehr oder minder ehrlicher Sozialisten-Gois. Paule hat Walja ebenfalls berichtet, wie er vor den Nazis geflüchtet sei. Es sei aber ein so abenteuerlicher Weg gewesen, zu viele Stationen, und er habe leise geredet, weshalb sie seine Erzählung komplett vergessen habe. Berta habe durch die Ehe mit einem Herrn Watersloh überlebt. Iris Sawatzky war ein Emigrantenkind. Ihre Eltern habe gerettet, dass sie Kommunisten waren und deshalb fliehen mussten, als die Nazis an die Macht kamen. Ebenso wie Peter Heils Eltern. Die hatten lange Zeit in Hongkong gelebt, bis der Vater die Untätigkeit nicht mehr ausgehalten habe und nach Serbien gegangen sei, um als Arzt gegen die Faschisten zu kämpfen. Heils Mutter Krankenschwester. Den Schabbat habe Heils Mutter nie vergessen. Sie habe am Freitagabend immer bei Einbruch der Dunkelheit zwei Kerzen angezündet und etwas gesprochen. Aber das hatte Walja nur durch intensives Ausfragen herausbekommen.

Man hatte ein Auge auf Berta, musste aber nicht besorgt sein. Denn sie machte nie den Eindruck, allein gelassen zu sein. Ihre kleinen, nüchternen Augen im faltigen Alltagsgesicht, das auf den ersten Blick nichts Besonderes erkennen ließ, weder geistige Interessen noch irgendetwas Jüdisches, sahen mal auf den, mal auf den. Wenn sie einen Satz hörte, der ihrer Auffassung und Erfahrung widersprach, so sagte sie etwas. Von ihr hatte Walja außer dem Satz über unsere große alte Dame noch einen weiteren behalten, der ihr lange zu denken gegeben habe: Leiden macht nicht besser!

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