Beate Morgenstern - Tarantella

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Eine Tänzerin nach der anderen stürzt sich liebeshungrig in Rosalias Arme. Spät ist sie zur Erkenntnis ihrer wahren Bestimmung, ihres wahren Glücks gekommen. Nichts weniger wünscht sie sich als das Dasein einer lesbischen Troubadoura. Doch auf der Suche nach der Einzigen findet sie im Laufe der Jahre kaum noch begehrenswerte Damen. Als die Mauern in Ostberlin fallen und die Freiheit angebrochen ist, schöpft sie erneut Hoffnung.

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Wir beglückwünschten uns zu der Annonce.

Als mein Schrank gefüllt war, kehrte Leere in meine Seele zurück. Zwar war ich froh über Utes Anwesenheit, die die Sonntagnachmittage regelmäßig mit mir verbrachte und - wie schon geschildert - auch sonst alle Werktage während des Dienstes an meiner Seite weilte. Aber nicht einmal in Gedanken durfte ich meine Wünsche, sie betreffend, äußern. Das hätte mich ins dauernde Unglück gestürzt. Glaubte ich damals zumindest.

Wieder machte ich mich zur Annoncen-Abteilung der republikweit erscheinenden Zeitschrift auf. Die Vorschriften hatten sich erneut geändert, diesmal gelockert. Man durfte auf dem Wege der Annonce nach einem Briefpartner, einer Briefpartnerin suchen. Ich hielt meine Anzeige mit Bedacht sehr bescheiden. Berlinerin, 40, sucht Kontakt. Entsprechend mager war die Ausbeute. Ich musste Ute gar nicht erst um Hilfe bitten, wechselte mit einer jüngeren Frau Briefe. Sie benutzte lila Tinte, wenigstens nicht grüne oder rote. Ich benutzte schwarze. Sie ginge gern ins Theater, hätte einen fünfjährigen Sohn und sehne sich nach Glück, Erfüllung, Zweisamkeit, schrieb sie.

Nachdem Fotos ausgetauscht worden waren, machte ich mich zu meiner eventuell Zukünftigen nach Dessau auf, ging durch das Städtchen, fand unter der angegebenen Adresse eine Villa vor. Über einen Seiteneingang gelangte ich in das Dachgeschoss. Meine eventuell Zukünftige öffnete mir. Sie war mittelblond, gelockt, landläufig hübsch, trug ein langes dunkelviolett-samtenes Hausgewand, in dem das entscheidende Darunter nicht recht auszumachen war. Violett schien ihre Lieblingsfarbe. Und als sie langsam die Augen aufschlug und mich mit einem langen, forschenden Blick bedachte, schienen mir auch ihre Augen blauviolett.

Ein Geruch von gedämpften Paprikaschoten stieg mir in die Nase und beseitigte meine aufkommende Unruhe.

Ich habe mit dem Essen auf Sie gewartet, sagte sie. Es gibt gefüllte Paprikaschoten. Ich hoffe, Sie mögen gefüllte Paprikaschoten.

Oh ja!, sagte ich, erleichtert über das nette anhaltinische Sächsisch aus ihrem Munde, oder sagt man nicht Sächsisch zum Anhaltinischen, und die unverfängliche Ansprache. Gefüllte Paprikaschoten waren übrigens ein Lieblingsessen in meiner Familie. Ich hatte mich leidlich auf die Zubereitung verstanden.

Ein fünfjähriges Söhnchen wurde mir vorgeführt, ein braver, kleiner Kerl. Der Raum, in dem wir uns aufhielten, war gleichzeitig Wohn-, Schlafzimmer und Küche. Mein Blick fiel auf ein Ölbild. Von meinem geschiedenen Mann!, sagte sie stolz. Ich beschloss, dieses Bild sehr bald auszutauschen, ebenso wie die Reproduktion eines Akts von Modigliani, überdeutlicher Hinweis, wie die Couch darunter zu benutzen sei. Ebenfalls hatten die roten Plüschmöbel im Falle meiner längeren Anwesenheit ersetzt zu werden und auch die langen rotsamtenen Vorhänge.

Sie tat das Essen auf. Haben Sie eine gute Reise gehabt?, fragte sie höflich. Gefällt Ihnen Dessau? Lieben Sie Tschaikowski? Lieben Sie auch Schumann?

Zufällig liebte ich Tschaikowski und auch Schumann.

Und in Berlin können Sie ja in die Oper gehen!, schwärmte sie.

Die Paprikaschoten waren gut zubereitet. Doch irgendwie missfiel mir, dass sie Tschaikowski, Schumann und die Oper liebte. Lag es an ihren Augen, die beständig von anderem als Tschaikowski und Schumann redeten, mich förmlich verschlangen, während ich doch mit meinen Paprikaschoten beschäftigt war, die ich in kleine Bissen aufteilte. Denn ich fürchtete mich vor allzu raschem Dessert auf der Couch, war ja immerhin zwei Jahre lang aller Liebe entwöhnt und zudem unsicher, was allgemein gewünscht wurde. Noch saß das Söhnchen am Tisch. Artig bat es, aufstehen zu dürfen. Fast zu sehr wusste es sich zu benehmen. So klein er war, hatte er wohl schon im Bewusstsein, dass seine Entfernung durchaus erwünscht war. Ich schloss daraus, nicht zum ersten Mal weilte eine Dame meiner Art in der kleinen Wohnung. Er verzog sich in eine Kammer nebenan, offenbar sein Rückzugsgebiet für alle Fälle.

Violetta, so beliebe ich sie wegen der Bevorzugung von Violett in meiner Erinnerung zu nennen, goss mir und sich ein Likörchen ein, ein zweites rasch nach. Ihre Augen verdunkelten sich. Warm wurde mir.

Es wird wohl gewittern!, sagte ich, ließ meine an sich dunkle Stimme hell klingen. Ich muss sehen, dass ich rechtzeitig zum Bahnhof komme! Ich stand auf.

Ein Gewitter, wieso Gewitter?, fragte Violetta bestürzt.

Ich muss zum Bahnhof. Entschuldigen Sie. Ich habe vergessen, meine Fenster zu schließen. Mein Kater hat furchtbare Angst vor Gewittern.

Ihr Kater? Die gute Violetta war nicht mehr reaktionsfähig. Hatten sie die zwei Likörchen außer Gefecht gesetzt? Oder übte ich eine geradezu hypnotische Wirkung aus?

Ja, er ist so schreckhaft. Es ist einfach furchtbar. Wenn ihm etwas passierte, ich würde es mir nie verzeihen, nie! Ich nahm meine Jacke. Entschuldigen Sie, das gute Essen, die freundliche Bedienung. Es hat mich alles unendlich gefreut, und ich bin auch unendlich betrübt, dass mir dieser Fehler unterlaufen ist. Wie konnte ich die Fenster offenstehen lassen. Ich fasse es selbst nicht!

Aber, aber... Violetta hatte es die Sprache verschlagen. Sie eilte zu einem Kommödchen. Hier, ein Geschenk für Sie! Sie überreichte mir einen schweren Packen. Da Sie doch Kunstwissenschaftlerin sind. Ich hoffe, Sie besitzen sie noch nicht. Ich habe gute Kontakte zum Seemann-Verlag.

Oh nein, das kann ich nicht annehmen. Es verpflichtet. Ich bitte darum, schenken Sie es einer guten Freundin zu Weihnachten, zum Geburtstag.

Ihre Haare... sie sind ganz wundervoll, stammelte Violetta, berührte meine roten Locken, und mir wurde so bange, dass ich, die Bücher in der Hand, die Flucht ergriff.

Das nächste Mal schließen Sie die Fenster!, rief sie mir nach. Und grüßen Sie ihren Kater! Wie heißt er?

Philoktet, schrie ich, nun schon aus großer Entfernung.

Aber Sie wissen doch gar nicht, ob ein Zug fährt, hörte ich noch. Und dann einen letzten Satz. Es gewittert doch gar nicht!, schrie sie.

Tatsächlich waren es noch Stunden bis zum nächsten Zug. Ich konnte mir lieblichere Aufenthaltsorte denken als den Bahnhof, hatte zudem Sorge, Violetta würde mir noch folgen, und begab mich eilends aus dem Städtchen. Bald befand ich mich in einer Auenlandschaft. So schön und scheinbar unberührt, wenn auch Menschenhand immer am Werke war, selbst wo wir es nicht mehr vermuten. Buschwerk, Erlen wohl, die das Wasser lieben, zur Flussseite hin, so dass ich das Wasser nie sah, doch immer roch und irgendwie auch schmeckte. Ich ging durch Wiesen - Äcker kaum zu finden - einen Weg, der immer weiterführte, als wolle er mich irgendwohin geleiten, während ich gefasst gewesen war, dass er bald aufhörte. Denn Pfade, Wege verschwanden. Man ging nicht mehr einfach so über Äcker, durch Wiesen und nicht durch Wildnis einen Fluss entlang. Die Menschen hatten sich aus der Natur zurückgezogen, so dass Wege überwucherten oder umgepflügt wurden. Der Fluss zog sich, wie er wollte und niemals geradewegs, als nähme er sich bis zu seiner Mündung, so viel Hunderte Kilometer später, gerade recht viel Zeit. Wenn auch alles in etwas mündet, so hat man doch seltener Lust auf diese Folgen. Ehe ich es mich recht versah, geriet ich in einen Landschaftspark englischer Art, Brücken über Gräben, ein See wand sich. Man lockte mich auf verschlungenen Pfaden zu Inseln und immer wieder Ausblicken von kleinen Höhen. Verschwiegene Stellen, zu mancherlei Spielen geeignet. Nichts war denen fremd, zu deren Lust und Freude der Park angelegt war. Natürlich wusste ich, wo ich mich befand. Im Geiste dankte ich Violetta für ihre Einladung zu ihr, wie ihr freundlich-dringlich-sinnliches Begehren, das mich hatte entfliehen lassen, und erging mich, als sei der Park mir allein zugedacht, denn es war ein Wochentag und das werktätige Volk werktätig. Ich verbrachte herrliche Stunden, allein beschwert durch das Bücherpaket und ein wenig von meinem Gewissen. Aber hätte ich Violetta die Bücher vor die Füße werfen sollen? Kränkend wäre dies gewesen!

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