Beate Morgenstern - Tarantella
Здесь есть возможность читать онлайн «Beate Morgenstern - Tarantella» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Tarantella
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:5 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 100
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Tarantella: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Tarantella»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Tarantella — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Tarantella», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Dir geht es schlecht!, sagte Ute, mein Blondgesicht. Inzwischen hatte sie ihren Platz in der Bibliothek einem jungen Mann geräumt und war in ein Kämmerchen neben meinem Gewölbe, einem großen Durchgangszimmer, gezogen und hatte es damit trotz offenbaren Aufstiegs in der Hierarchie räumlich schlechter getroffen. Denn wenn sie nicht die Tür zu meinem Zimmer öffnete, war sie wie abgeschnitten von der Welt, im Souterrain wie wir alle, das Fenster vergittert und keinerlei Aussicht, während ich den Blick auf ein bisschen Grün vor meinem Fenster und auf den weiten Hof genoss, nachdem ich den Schock dieses Perspektivenwechsels von oben nach unten überwunden hatte. (Ehe ich mich für die Deutsche Galerie mit der Hoffnung auf Verbesserung beworben hatte, war ich in einem Dachgeschoss des Kunstgewerbemuseums beheimatet gewesen. Lange hatte ich das Gefühl, von meinem hübschen Dachfenster aufgestiegen zu sein, um mit einem Sturzflug im Keller zu landen.) Um einen Flucht- und Zugangsweg in unsere kleine Welt zu haben, ließ Ute ständig die Tür zu meinem Zimmer offen, was mir gefiel. Bei einer anderen Kollegin als Ute hätte ich mich allerdings belästigt gefühlt. So nahe bei mir Tag für Tag, entging ihr keine meiner Stimmungen.
Ich widersprach. Nein, überhaupt nicht, sagte ich.
Die Trennung von deiner Familie tut dir nicht gut.
Ja, könnte sein, sagte ich, erleichtert, dass Utes Gedanken die falsche Richtung nahmen. Ich hab mir eine kleine Schlafstörung eingehandelt, das ist alles, sagte ich. Wenn du so nett sein könntest, mich an diesem Wochenende nicht zu besuchen, ich brauche meine Ruhe! Ute hatte es sich angewöhnt, mich am Sonntagnachmittag zu besuchen. Wie gesagt, ihr Freund verheiratet, so dass er sich an den Wochenenden in die Wonnen des Familienlebens begab und Ute nicht benötigte. Doch solange ich die Post von Bewerberinnen ordnete, durfte ich sie aus verständlichen Gründen nicht zu mir lassen.
Am Sonntag vermisste ich meinen blonden Engel, ging mit desto größerer Entschlossenheit vor und fällte gewaltsam Entscheidungen. Doch kaum hatte ich eine Auswahl getroffen, überschütteten mich nochmal dreißig bis vierzig Bewerberinnen mit Angeboten. Ich bekam Fieber, war nicht mehr in der Lage zu arbeiten, schleppte mich zu einer Telefonzelle und rief Ute auf der Arbeit an, um mich zu entschuldigen, verbat mir aber vorsichtshalber von vornherein einen zu jener Zeit üblichen Krankenbesuch, als Geste des Gemeinsinns gedacht, vielleicht auch in der Arbeiterschaft als sanfte Kontrolle. Kollegen - noch dazu alleinstehenden - sollten sich eins mit den Arbeitenden wissen, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen von ihnen getrennt waren.
Ich darf auch nicht kommen?, fragte Ute.
Ich brauche Ruhe. Nichts als Ruhe. Der sterbende Elefant zieht sich in den Urwald zurück.
Stille am Ende der Leitung.
Ich sterbe doch nicht, sagte ich mit matter Stimme. Das Stehen in der Telefonzelle strengte mich an. Noch hatte ich nur beste Aussichten auf einen Telefonanschluss. Ich wandelte, vom Fieber wie im Nebel umfangen, in die Kaufhalle, um Notwendigstes für meine Versorgung in den nächsten Tagen einzukaufen. Dann legte ich mich. Mädchen erschienen, mich im Reigen um tanzend, mich einkreisend. Näher kommend verwandelten sie sich in Vetteln mit grässlichsten Gesichtern, wie sie auf Gemälden von Bosch oder Brueghel und Franz Hals vorkommen. Ihren Umarmungen konnte ich mich nur durch verzweifelte Gewaltschläge entziehen, für die man im Traum mitunter ja große Energien zur Verfügung hat.
Wie von ferne hörte ich ein Klingeln. Ich wankte zur Tür, öffnete. Ute stand vor mir, sah mich an mit großen Augen, hatte Blumen mitgebracht und in einem Beutel Lebensmittel. Schließlich sind wir doch befreundet, sagte sie. Und du bist zum ersten Mal allein.
Ich hatte nicht die Kraft, sie abzuweisen, legte mich einfach wieder ins Bett und schloss die Augen. Vielleicht ließ sie mich in Ruhe, übersah das heillose Durcheinander. Ich koch dir was, schlug sie vor.
Eine Suppe, eine Tütensuppe höchstens!, sagte ich in klagendem Ton. Ich hab keinen Appetit. Sie machte sich in der Kochnische zu schaffen, ich bekam meinen Teller ans Bett gebracht und löffelte. Schlimm siehst du aus, sagte sie. Und erst deine Wohnung. Hast du einen Postsack geklaut?
Annoncen, seufzte ich.
So viel?
Ich nickte.
Du hast Chancen!, sagte sie.
Ich lächelte dümmlich vor mich hin.
Kann ich mal sehen?
Mein Protestschrei blieb in heiserer Kehle stecken. Ich stürzte mich aus dem Bett. Zu spät. Ute hatte den ersten Brief in der Hand. Die traut sich ja was, sagte sie. Ich hab nicht unter Heiraten weiblich annonciert!, flüsterte ich.
Vernünftig. Wer will auch gleich heiraten.
Ute, fröhlich, furchtbar gesund und nichtsahnend, griff nach weiterer Post. Ich legte mich in mein Bett, zog wie ein kleines Kind die Bettdecke über mich und wollte von ihr und der Welt nichts mehr wissen.
Nach einer Weile duselte ich ein in der Vermutung, ich hätte wieder einen Alptraum gehabt. Als ich erwachte, hatte es sich mein Alptraum auf meinem Lehnstuhl bequem gemacht, um ihn herum lagen Briefe stoßweise.
Die Situation hat dich völlig überfordert, sagte Ute. Am besten, ich erledige das für dich.
Wenn du das könntest?, flüsterte ich willenlos und glücklich.
Ich geh nach der Handschrift, nach der Farbe der Tinte, rot und grün scheiden aus, findest du doch auch? Ausdruck, Interessen sind noch wichtig.
Aber dass du mir keine hässliche andrehst!
Die sind alle schön. Behaupten sie wenigstens. Nächstes Mal bittest du um Fotos.
Geht nicht. Und findest du es nicht furchtbar?
Was?
Dass ich Frauen ... dass ich von Frauen Post bekomme.
Na ja. Du hast Pech gehabt und willst was ausprobieren.
Ich hab's schon ausprobiert.
Utes Stirn legte sich in Falten, was sie lehrerinnenhaft streng aussehen ließ.
Jetzt willst du nichts mehr mit mir zu tun haben!, klagte ich.
Halt den Mund, sagte sie. Reden kannst du heute sowieso nicht mehr, fügte sie freundlicher hinzu. Ich erledige das für dich. Hab ich gesagt, mach ich auch. Du ruinierst dich sonst schon vorher.
Was soll das heißen?, wollte ich fragen. Doch auch das Flüstern gelang nicht mehr.
Ute kam jeden Abend vorbei. Und nach gründlicher Sichtung aller Post fiel ihre Wahl auf eine Ärztin. Möglicherweise erhoffte sie für sich und mich von einer medizinischen Fachkraft Beistand in allen Notlagen.
Wie alt?, fragte ich. Sie sagte es. Nein, Ute, protestierte ich. Sie soll jünger sein.
Sie hat eine sehr sympathische Handschrift, beharrte Ute. Sie ist Akademikerin, schlank, attraktiv.
Du sagst, das sind alle.
Die ist es, die anderen sagen es bloß.
Woher weißt du das?
Gefühlssache. Und sie liebt klassische Musik. Du bist doch auch für klassische Musik. Du spielst sogar Klavier.
Ich habe Klavier gespielt! Ich habe!
Und dann dein Operntick, erinnerte sie. Deine Julia.
Hoffentlich liebt sie auch Opern. Und wenn sie sich für bildende Kunst gar nicht interessiert? Ich war schon auf dem Rückzug.
Die Frau ist es. Mosere nicht herum!, sagte Ute, meine gestrenge, jüngere Freundin. Sie schaffte alle übrigen Briefe papierkörbeweise in den Müllschlucker. Ich protestierte kaum, war zu schwach, um in ihren kurzen Abwesenheiten noch einige Briefe zu grapschen für den Eventualfall. Heilfroh, dass Ute meine Vorliebe für Frauen so kommentarlos hingenommen hatte, wollte ich gern eine zweite Annonce riskieren, wenn die Ärztin mir nicht gefiel oder ich ihr nicht, was ich fast ausschloss.
Die Alpträume wichen, nachdem Ute die Briefe entfernt hatte, mein Fieber sank noch am selben Tag. Als meine Stimme zurückgekehrt war, nahm ich meine Kräfte zusammen, ging zur nächsten funktionstüchtigen Telefonzelle. Nach mehreren Anrufen erreichte ich Hippokratia, wie ich sie in meinen Erinnerungen zu nennen pflege. Ich sagte ihr meinen Namen, meine Adresse, dass sie ein wenig Geduld haben möge. Ich habe gerade eine Grippe hinter mir, erklärte ich.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Tarantella»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Tarantella» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Tarantella» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.