Beate Morgenstern - Tarantella

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Eine Tänzerin nach der anderen stürzt sich liebeshungrig in Rosalias Arme. Spät ist sie zur Erkenntnis ihrer wahren Bestimmung, ihres wahren Glücks gekommen. Nichts weniger wünscht sie sich als das Dasein einer lesbischen Troubadoura. Doch auf der Suche nach der Einzigen findet sie im Laufe der Jahre kaum noch begehrenswerte Damen. Als die Mauern in Ostberlin fallen und die Freiheit angebrochen ist, schöpft sie erneut Hoffnung.

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Bitte rufen Sie mich nicht mehr an!, sagte ich.

Schade! Sie Kind! Ich hörte es zum dritten und letzten Mal.

2

Ich zog die Vorhänge zu, entzündete Kerzen, legte eine Platte nach der anderen mit Julia auf Es ritten drei Ritter zum Tore hinaus! Ade! Ade! Feinsliebchen, das schaute zum Fenster hinaus! Ade! Ade! Ade! Und wenn es denn soll geschieden sein, so reich mir dein goldenes Ringelein! Ade! Ade! Ja Scheiden und Meiden tut weh, tut weh! Ade! Ade! Ihre Stimme umgab meinen Leib, meine Seele wie ein kleiner Dom. Meine Tränen flossen vor Schmerz im Allgemeinen und im Besonderen und vor Glück auch. Ein starkes Pochen endlich machte mich auf einen dünnen Klingelton aufmerksam, den ich zuvor als kleines lästiges Nebengeräusch gehört hatte. Man begehrte Einlass. Ich schaltete den Plattenspieler aus. Mein Gehäuse fiel in sich zusammen. Ich befand mich wieder in meiner Alltagswelt.

Mein Nachbar stand vor meiner Tür, nett, in buntkariertem Hemd, etwas über eins sechzig messend oder darunter. Jedenfalls erheblich unter meiner Körperhöhe, was in mir ein Gefühl von Hilflosigkeit hervorrief, obwohl nicht ich, sondern er der Winzling war. Da wir alle etwa gleichzeitig in das Haus eingezogen waren, kannten wir uns recht gut, die meisten schienen sowieso Kollegen. Auf ihre Frage, wo sie arbeiteten, wollten sie allerdings nicht recht mit der Sprache heraus, murmelten Staatliche Planungskommission und Ähnliches. Nun ja. Obwohl mein Beruf zunächst bei den übrigen Mitgliedern der schnell offiziell ins Leben gerufenen Hausgemeinschaft Befremden hervorgerufen hatte, nahm man mich wohlwollend auf. Glücklich über die gerade uns von unserem sozialistischen Staat bereitgestellten Komfortwohnungen, hatten wir freundlichsten Umgang miteinander wie kaum in der eigenen Familie. Bisweilen ging es bei uns zu wie in einer Kommune, man passte gegenseitig auf die Kinder auf und borgte sich Mehl oder Brot oder was sonst dringend Benötigtes. Es war nicht anders als in Marzahn oder Hellersdorf. Entschuldigen Sie die Störung, sagte mein Nachbar, sichtlich verlegen. Aber meine Frau bekommt Schreikrämpfe.

Tatsächlich hörte ich jetzt ein Kreischen hinter seiner Tür. Die Frau schien arg mitgenommen.

Wenn Sie vielleicht eine andere Musik einstellen könnten, sagte mein Nachbarlein höflich. Volksmusik zum Beispiel. Heino lieben wir, Shanties, oder Rex Gildo oder das mit Roy Black und dem kleinen Mädchen. Mein Nachbar begann mit dünner Stimme, die gemeinten Töne um höchstens ein Achtel bis Sechzehntel verfehlend, zu singen: Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein. Ich und du, wir stimmen ein, schön ist es auf der Welt zu sein . Es war ein westdeutscher Hit. Und mein Nachbar auf jeden Fall Genosse. Aber heutzutage war denen wohl auch freie Wahl im Äther erlaubt.

Sie werden sich nicht mehr beklagen müssen!, sagte ich. Bitte entschuldigen Sie mich!

Nein, nein. Das kann vorkommen, sagte mein Nachbar. Die Wände sind so hellhörig.

Ja, offenbar. Auch hier ist nicht alles perfekt.

Im Ganzen kann man sich nicht beklagen, beeilte sich mein Nachbar zu sagen. Vielleicht hatte ihn der schlechte Nervenzustand seiner Frau, die gerade wieder aufschrie, in so starke Defensive gebracht.

Wir verabschiedeten uns mit Handschlag wieder und wieder, uns sozusagen weiter feste, geschwisterliche Freundschaft schwörend.

Da ich den Musikvorschlägen meines Nachbars nicht folgen konnte, kaufte ich Kopfhörer, lief mit ihnen durch die Gegend. Das Herz wurde mir weit von Julias Gesang. Ade! Ade! Ade! Ja Scheiden und Meiden tut weh, tut weh! Ich lebte mit ihr wie in einer Klangkathedrale, sagte ich schon, meinen Kummer über allgemeinem Weltschmerz fast vergessend.

Und?, fragte Freundin Ute.

Nichts und!, antwortete ich.

So kommst du mir nicht davon. Meine reizende Freundin bat um Aufklärung. Das ist natürlich so eine Sache, sagte sie dann. Schön ist sie, klug ist sie und angenehm dazu, aber sie kann nicht schlafen. Sie nimmt Tabletten.

Ja Tabletten!, sagte ich empört.

Eine Ärztin sollte das doch abschätzen können, meinst du nicht?, entgegnete Ute zweifelnd. Mir würde das nichts ausmachen. Sie nimmt welche. Und du nimmst keine.

Wie schnell man da reinrutscht. Nein, nein. Ich hab Leute kennengelernt.

Wenn ich bloß nicht alle Briefe weggeworfen hätte, klagte Ute.

Wir waren in einer Zwangslage, tröstete ich.

Trotzdem. Ich hab dir einen schlechten Dienst erwiesen.

Ich bin dadurch wieder gesund geworden.

Da hast du auch wieder recht. Schnell ließ sich mein Utchen trösten, das liebe ich so an ihr.

Erst hatten wir ein Überangebot und nun einen Mangel, sagte sie. Was jetzt? Noch eine Annonce? Ich bezahle sie dir selbstverständlich.

Mir wurde schwindlig bei dem Gedanken an eine erneute Briefflut. Und dieses Mal würde Ute von denselben Zweifeln befallen wie ich und mir kaum helfen können. Gehen wir's langsam an, sagte ich. Ich kann ja auf Zeitungsannoncen antworten.

Unter der Rubrik Verschiedenes fand ich lediglich Frauen, die sich anboten, zum Nähen, Fensterputzen ins Haus zu kommen. Offenbar waren die offiziellen Bedingungen unter der Rubrik Bekanntschaften noch einmal verändert worden. In der Folge ließ ich mir mehrmals die Fensterfront putzen, kein ganz billiges Vergnügen, und fand es sehr in Ordnung, dass die Frauen keinen Kaffee von mir verlangten, denn sie waren nicht so, wie ich mir meine zukünftige Einzige vorstellte.

Eine junge Näherin erschien. Blond, glatte Haare, große blaue Augen. Etwas dünn und bleich. Die ließ sich bereitwillig zum Kaffee einladen und schien es in keiner Weile eilig zu haben. Sie sah sich in meinem Appartement um, bewunderte meine Bibliothek, und ich machte sie auf drei kleine Landschaftsbilder, hervorragende Kopien aus dem neunzehnten Jahrhundert, meinem Spezialgebiet, aufmerksam.

Daraufhin erkundigte sie sich nach meinem Beruf. Das hätte mich auch interessiert!, sagte sie, und ihre blauen Augen bekamen Glanz. Ich hab meine Stelle in der Soziologie hingeschmissen.

Warum?

Hat mir nicht gefallen. Schon mein Professor, ein solcher Idiot, verstehen Sie? Arbeiten, nur um zu arbeiten, nicht mit mir.

Und da nähen Sie jetzt?

Ich mache alles Mögliche, sagte sie vieldeutig.

Plötzlich hatte ich die verwegene Idee, das Mädchen täte für Geld manches. Gerade diese harmlos aussehenden Geschöpfe soll man nicht unterschätzen.

Ihr Freund ernährt Sie? fragte ich aufs Geratewohl.

Bleiben Sie mir mit den Kerlen vom Leib. Von denen hab ich genug!

Nach dieser Aussage war ich mir fast sicher, das Mädchen war nicht zum Nähen gekommen. Ich begann zu überlegen, wie alt es sein könnte. Immerhin hatte sie Hochschulbildung und eine vorzügliche Aussprache.

Und was haben Sie sich für die Zukunft gedacht?

Weiß nicht. Sie zuckte die Schultern. Irgendwas mit Kunst vielleicht. Ich fühle, dass ich Begabung habe. Ich könnte auch schreiben. Ja bestimmt. Wenn ich will, kann ich alles.

Daran wird es liegen, dachte ich. Das Mädchen, eine Aussteigerin offenbar, war mir sympathisch. Aber meine zukünftige Einzige stellte ich mir denn doch etwas anders vor.

Und an was haben Sie so gedacht?, fragte sie.

Ich weiß nicht.

Bluse, Hose, Kleid. Ich nähe gesteppte Jacken. Alles aus Baumwolle. Ich nehme Laken dafür, die sind billig. Ich färbe sie natur, pink, wie Sie wünschen. Einkaufsbeutel können Sie auch haben. Übrigens, ich würde auch bei Ihnen saubermachen. Eine Arztpraxis habe ich schon.

Erleichtert nahm ich zur Kenntnis, dass ich mich nicht weiter erklären musste. Ich gab eine gesteppte, pinkfarbene Baumwolljacke in Auftrag, wie sie selbst eine trug. Die war etwas alternativ, würde man heute sagen.

Meine Kolleginnen bewunderten mich. Eine nach der anderen ließ sich zu meinem Ärger eine solche Jacke nähen. Ich gab Kleider, Blusen, Hosen in Auftrag, alle hatten einfachste Burda-Schnittformen. Das Mädchen konnte sich kaum vor Aufträgen retten. Einige Kolleginnen fingen selbst an zu nähen. Eine gab ihren Beruf auf, ging auf Märkte, die damals wie wild aus dem Boden schossen. Eine Gewerbeerlaubnis war nicht vonnöten. Man war ja behördlicherseits froh, wenn die Menschen sich selbst aus Engpässen halfen, und es herrschte mehr Mangel an Arbeit als an Leuten, obwohl in der Bevölkerung immer noch das Wort auf die Frage, woran es denn nun bei uns fehle, in Mode war: Keine Leute! Keine Leute! Vor allem Hochschulabsolventen trampelten sich gegenseitig auf einer Stelle tot, die kurzerhand mit dreien besetzt wurden. Weil: Arbeitslosigkeit durfte es ja nicht geben. Zu jener Zeit brach in der Republik ein regelrechtes Fieber unter den Frauen aus. Man nähte sich selbst, strickte wieder, rannte in Keramikkurse. Es war eine Sucht nach Individualität. Wer selbst nicht tüchtig war, ging wenigstens auf Märkte oder in Läden, in denen Absolventinnen der Kunsthochschulen ihre Arbeiten verkauften. Auch Ute trug nun Kleidung meiner Schneiderin und versuchte, das eine oder andere Stück nach Vorlage meines Schnitts selbst zu nähen.

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