Kendran Brooks - Elendiges Glück
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Mein Praktikum während des Studiums in Bruxelles öffnete mir allerdings die Augen über die dunklen Seiten der Politik. Ich arbeitete für einen EU-Abgeordneten, einen Grünen aus Irland, der in einigen wichtigen Kommissionen saß. Sein Büro glich die meiste Zeit über einem Bienenstock, so sehr schwirrten die Menschen dort ein und aus. Erst war ich nur Schreibkraft, organisierte aber aus eigenem Antrieb das chaotische Archiv neu, wurde dafür hoch gelobt und zur zweiten Assistentin befördert, durfte auch Termine für den Abgeordneten vereinbaren. Einige Bittsteller traten allerdings verdächtig arrogant auf, ließen kaum mit sich reden. Und mein Abgeordneter schien sich diesen Kerlen unterzuordnen, lehnte nie ein Gespräch oder einen Termin ab. Ich ging damals in meiner Freizeit der Sache auf den Grund, fand heraus, welche Interessen diese Leute in Bruxelles vertraten, welchen Verbänden und Unternehmen sie nahestanden. Agro-Chemie und Gen-Forschung standen ganz zuvorderst. Gegen Ende meines Praktikums blickte ich dann in die Abgründe der Politik. Zuerst traf die Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Studie über ein neuartiges Pestizid ein. Sie sprach von besorgniserregenden Resultaten. Mein Abgeordneter ließ uns eine Kopie des Detailberichts besorgen, die ich für ihn las und ihm die wichtigsten Stellen hervorhob. Die Studie bewies, dass gewisse Pestizide derart verheerende Auswirkungen auf die Insektenwelt ausübten, dass man auf den behandelten Feldern kaum mehr von Natur sprechen durfte. Mein Abgeordneter wurde zwei Tage später wieder einmal von diesen Agrochemie-Mistkerlen zum Mittagessen eingeladen. Am nächsten Tag fand zu dieser Studie nämlich eine Anhörung im Ausschuss für Landwirtschaftsfragen statt. Und mein Abgeordneter setzte sich doch tatsächlich dafür ein, auch diese Studie als zu wenig wissenschaftlich zu bewerten und sie deshalb unbeachtet zu lassen. Ein Grüner verscherbelte die Natur für irgendwelche persönlichen Vorteile. So sah das damals für mich aus. So war es wohl auch.
Ich war nicht nur enttäuscht, sondern wütend, richtiggehend zornig und, ja, irgendwie rachsüchtig. Gegenüber diesen Dreckskerlen von der Chemie genauso, wie gegenüber meinem Abgeordneten. Vielleicht war aber auch der frühe Tod von Claire der eigentliche Auslöser gewesen, denn Yvonne und ich begruben sie nur wenige Wochen zuvor und unsere Gedanken weilten immer noch sehr oft bei ihr. Ich beendete wenige Monate später mein Studium in Berlin, hatte mich längst entschlossen, in meinem Leben etwas in der Welt zu bewegen. Nein, bewegen war ein zu schwaches, viel zu braves Wort. Ich wollte die Welt verbessern.
*
Was tat ein junger Mensch, der die Erde verändern wollte? Im Jahre 2028 war mein erster Gedanke Greenpeace. Und ich setzte ihn sogleich in die Tat um, trat als Mitglied in die Berliner Sektion ein, wühlte mich vom ersten Tag an in die Arbeit, übernahm den Posten einer Schreibkraft, recherchierte viel im Internet, konnte dank meinen Sprachkenntnissen auch Informationsquellen anzapfen, die anderen Greenpeace Mitarbeitern bislang verschlossen geblieben waren. Hier lernte ich auch Karl kennen. Er hieß Schmitt mit Doppel-T, wie er sich fast überall vorstellte. Er war einen halben Kopf größer als ich und blond, trug einen kurz geschorenen Vollbart und stammte aus einer Industriellenfamilie. Etwas schlaksig war Karl, mit seinem kaum vorhandenen Arsch und den dünnen Oberarmen. Nicht, dass ich damals etwa fett gewesen wäre, Gott bewahre. Nein, ich hatte den zarten Körperbau meiner Mutter geerbt. Doch im Gegensatz zu Karl Schmitt trainierte ich auch damals fast täglich im Gym, machte viel Krafttraining und boxte zum Spaß sogar ein wenig, aber nur gegen Männer. So waren meine Oberarme zwar immer noch schlank, doch meine Muskeln sehnig und mit viel Spannkraft. Warum diese Details wichtig waren? Nun, dazu später mehr.
Karl war auch im Bett schlaksig, wirkte auf mich stets wie ein zu groß geratenes Kleinkind, kuschelte lieber mit mir, als mich zu rammeln, sah in mir womöglich eine Art große Schwester oder Ersatz-Mutter. Wir bezogen auch nie eine gemeinsame Wohnung. Denn für diesen Karl wollte ich meine Freiheit nicht aufgeben.
Finanziell hielten mich meine Eltern weiterhin über Wasser. Sie bezahlten die Miete und jeden Monat trafen pünktlich 10'000 Euro auf meinem Konto ein. Doch mehr als die Hälfte benötigte ich nie, die zweite spendete ich jeweils meinem Arbeitgeber Greenpeace, der mir ein symbolisches Gehalt von 200 Euro pro Monat bezahlte und bei dem ich offiziell nur drei Stunden pro Woche arbeitete, statt der sechzig, die ich tatsächlich leistete. Doch damals war ich noch jung und enthusiastisch, spürte überall in der Organisation den Geist des Aufbruchs, des Widerstands, der Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Wie naiv ich doch damals noch war, mit einundzwanzig, hatte zwar in Bruxelles bereits ein wenig hinter die Kulissen blicken können, war hier bei Greenpeace trotzdem weiterhin ohne Argwohn. Und ich machte Karriere, falls man den Aufstieg von einer Backoffice-Schreibkraft zur Projektmanagerin so nennen wollte.
Unser Berlin-Action-Dreamteam, kurz BAD, wie wir uns selbst nannten, bestand aus mir, Karl Schmitt, Sabine Reithner, eine Soziologiestudentin, Gonzales Escadrillos, ein spanischer Austauschstudenten aus Madrid, der kurz vor der Medizinprüfung stand. Wir bewarben uns Greenpeace intern um einen heiklen Auftrag. Die Grundidee bestand darin, in einem Kohlekraftwerk eine illegale, jedoch friedliche Aktion durchzuführen, um die deutsche Bundesregierung an ihr Versprechen zu erinnern, nach dem Abschalten aller Atomkraftwerke nun endlich auch mit der Reduktion des dreckigen Kohle-Stroms ernst zu machen.
Selbstverständlich waren uns alle wichtigen Zahlen bekannt und geläufig. Die Windkraft produzierte rund die Hälfte der Elektrizität. Biogasanlagen deckten dreißig Prozent ab und Solaranlagen steuerten zusammen mit der Wasserkraft weitere dreißig Prozent dazu. Das ergab zwar längst mehr als einhundert Prozent des eigentlichen Bedarfs. Doch das Problem lag weiterhin in der Stromspeicherung. An manchen Tagen im Jahr betrug die Produktionsmenge von Wind und Solar allein bereits weit mehr als was verbraucht wurde. An anderen Tagen deckten die beiden kaum zwanzig Prozent der benötigten Menge. Deshalb waren auch weiterhin die Dreckschleuder-Kohlekraftwerke fast rund um die Uhr in Betrieb und der Überschussstrom aus Deutschland flutete seit vielen Jahren den europäischen Markt mit hunderten von Milliarden Kilowattstunden. Die Differenz zwischen den Produktions- und Speicherkosten und den effektiven Marktpreisen lag mittlerweile bei über hundertdreißig Milliarden Euro im Jahr und die Subvention an die Stromwirtschaft bezahlten immer noch fast ausschließlich die im Land lebenden neunzig Millionen Privatpersonen, während Industrie und Gewerbe weitgehend verschont blieben.
Doch was war das eigentliche Ziel von Greenpeace bei der Kohlekraftwerks-Aktion? Nun, die Bundesregierung sollte endlich sämtliche Verbrennungsmotoren verbieten, ob sie nun mit Diesel, Benzin, Naturgas oder Biogas betrieben wurden. Stattdessen sollten flächendeckend Elektrofahrzeuge vorgeschrieben werden. Denn würden erst einmal statt der zwei Millionen Fahrzeuge fast vierzig Millionen auf Batterien umgerüstet sein, könnte man den Strombedarf von drei Tagen dort zwischenspeichern und so fast alle Kohlekraftwerke auf Dauer abschalten. Achtunddreißig Millionen Elektro-PKWs und LKWs würden zwar einmalige Investitionen von über siebenhundert Milliarden Euro bedeuten. Doch man hatte bereits hunderte von Milliarden ins Projekt sauberer Strom gesteckt. Da durfte man nicht auf halber Strecke anhalten.
»Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.«
Das sagte mir Karl Schmitt eines Morgens, nach dem gemeinsamen Aufwachen in meiner Wohnung, als er sich immer noch schläfrig-verträumt an mich kuschelte.
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