Kendran Brooks - Elendiges Glück

Здесь есть возможность читать онлайн «Kendran Brooks - Elendiges Glück» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Elendiges Glück: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Elendiges Glück»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Im Jahr 2116 treffen wir in einem Pflegeheim in Kalifornien auf Anna Myers. Ein Richter hatte die dunkelhäutige, sehr vermögende Frau dort eingewiesen, nachdem sie zuvor verwirrt auf den Strassen von San Francisco aufgegriffen wurde. Doch die 109-Jahre alte Frau ist nicht, wer sie zu sein scheint. Und sie beginnt uns ihre Lebensgeschichte zu erzählen, die 2007 und als Alina Lederer beginnt.

Elendiges Glück — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Elendiges Glück», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Selbstverständlich hatte auch sie zu Anfang gekämpft, war in Verbindungen eingetreten, wollte einen Wechsel erzwingen, so wie wohl alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor und nach ihr. Sie scheiterte jedes Mal mit all ihren Mitstreitern, musste sich in der Folge viele Jahre lang vor allen möglichen Behörden und staatlichen Verfolgern verborgen halte, musste miterleben, wie ihre Eltern an ihrer Stelle verhaftet, verhört, gefoltert und gefangen gehalten wurden. Kein schöner Lebensabend, für beide nicht, auch wenn all dies wahrscheinlich ihrem Vater weit weniger zu schaffen gemacht hatte als ihrer Maman.

Die alte Frau hatte nicht nur ihre Geburtsidentität dem persönlichen Kampf gegen das Establishment geopfert, sondern auch ihre erste künstliche, die sie von ihrem Vater geschenkt erhielt. Beide Male gewann die grassierende Korruption in Politik und Wirtschaft, zwang sie unterzutauchen und endgültig von der Bildfläche zu verschwinden.

Danach war sie noch vorsichtiger geworden, verwischte mit dem zweiten Wechsel ihrer Identität sämtliche Spuren ihrer beiden früheren Leben, wurde zu Julia Hendrickson, wirkte zwar noch im Verborgenen weiter, doch nicht mehr an vorderster Front. Das überließ sie anderen, jüngeren Kräften, sah sie jedoch ebenso allesamt scheitern, hingerichtet in manchen Ländern, für immer weggesperrt in anderen. Die meisten von ihnen beendeten ihr Leben in einer Irrenanstalt, weiterhin die simpelste Art und Weise der Mächtigen, wenn es sich um die Beseitigung unliebsamer Zeitgenossen handelte. Denn wer hielt schon zu Menschen, die offiziell als hochgradig schizophren und damit potenziell gefährlich galten? Nicht einmal die engsten Verwandten kümmerten sich noch um die derart Gefallenen.

Ja, der politische Kampf war für diese Misses Myers schon vor Jahrzehnten zu Ende gegangen, war abgelöst worden von ihrem persönlichen Kampf um ein wenig eigenes Lebensglück.

Die alte Frau im Spiegel sah sich traurig an.

»In zehn Minuten«, mahnte Tom vom Schlafzimmer aus.

Sie ging hinüber und setzte sich an den Schminktisch, schraubte eines der Töpfchen auf und schmierte sich die Lotion ins Gesicht, die rasch einzog. Dann begann sie sich zu schminken.

Kapitel 1 – Der Weg

Ich sah in ein altes, faltiges Gesicht mit ledriger Haut und vielen Pigmenten. Altersflecke nannte man sie und manche Menschen brachten sie mit Weisheit in Verbindung.

»Hat mit Weisheit genauso viel zu tun, wie die hintersten Backenzähne. Beweisen nur, dass man immer älter wird«, sagte ich leise zu mir selbst.

»Wie bitte?«, fragte Tom irritiert zurück.

»Nichts für dich«, zischte ich den Roboter an und verstrich das leichte Make-Up über den Wangen mit den Kuppen von Zeige- und Mittelfinger, tilgte so einige der Pigmentflecken. Ich hielt inne, blickte in den Spiegel, sah mich dort als kleines Mädchen und mit meinem Vater draußen im Garten spielen. Es hatte kurz zuvor noch geregnet und der Boden war stark aufgeweicht, die Rasenhalme klitschnass. Trotzdem übten wir Fußballspielen. Mein Vater stand im behelfsmäßigen Tor, während ich Elfmeter trat. Wir beide waren längst von oben bis unten mit Dreck bespritzt, kamen aus dem Lachen kaum noch heraus. Mich schüttelte es derart heftig, dass ich den Ball mit dem Fuß verfehlte und vom Schwung meines Beins getragen ausglitt und mit dem Po mitten in einer Wasserpfütze landete. Wir kringelten uns vor Lachen und irgendwann merkte ich, dass mir beinahe zum Weinen zu Mute war. Ich wusste damals nicht warum. Es schien eine plötzliche Regung zu sein, wie ein Schatten, der unerwartet auf einen fiel. Und ich sah meinen Vater an, lachte weiter, doch Tränen standen in meinem Gesicht. Er feixte, grinste und zog mich über mein Ungeschick auf. Ich lachte mit, doch nun gezwungen und nicht mehr fröhlich, kickte den Ball erneut und nur mit wenig Schwung in Richtung Tor. Als er ihn mir wenig später wieder zuwarf, stoppte ich ihn mit dem Fuß, holte aus dem Stand weit aus, konzentrierte mich auf den richtigen Schwung und das exakte Auftreffen des Schuhs auf das Leder, trat den Ball diesmal perfekt und er segelte auf Brusthöhe an meinem Vater vorbei, der von meinem harten Schuss völlig überrascht wurde.

Der Ball hoppelte und rollte in Richtung Seeufer und mein Vater sprintete hinterher, holte ihn noch ein, kurz bevor beide im Wasser gelandet wären. Das gab mir Zeit, mich zu fassen, den plötzlichen Schmerz zu überwinden, den ich wie einen Stich verspürt hatte, als ich meinen Vater so ausgelassen und fröhlich sah.

Ich war in einer wohlhabenden Familie in einem reichen Land aufgewachsen. Geldprobleme kannten wir keine. Dafür jede Menge andere Sorgen. Das war mir damals, als Siebenjährige, noch nicht bewusst. Aber ich hatte meinen Vater schon einige Male sehr traurig erlebt, aber auch wütend und ungerecht, vor allem gegenüber meiner Maman, die ihm fast immer nachgab. Etwa stimmte nicht mit meinem Vater, das spürte ich damals wohl mehr, als ich es wusste. Und ich war beunruhigt, spürte auch eine ständige Unruhe in Maman, ihre Vorsicht im Umgang mit meinem Vater.

An die Jahre zuvor konnte ich mich allerdings kaum noch erinnern. Bilderfetzen spuckten ohne Ordnung in meinem Gehirn herum, vermischten sich mit anderem Erlebten oder bloß Eingebildetem und Geträumtem. Ein Chinese, den ich wütend anschrie und der mir gleich danach große Angst einjagte. Ein anderer Chinese, der nett zu mir und meiner Maman war. Das war in einem fernen Land gewesen und Maman machte sich große Sorgen, wollte sie mir gegenüber aber nicht zeigen. Zumindest das wusste ich noch oder vermutete es wenigstens. Ob ich das alles bloß geträumt hatte oder wirklich erlebt? Meine Eltern sprachen nie über diese Zeit, beantworteten auch meine diesbezüglichen Fragen nicht, redeten von Einbildung und Hirngespinsten. Aber irgendetwas stimmte mit meinen Erinnerungsfetzen, da war ich mir sicher. Sonst wären sie bestimmt näher darauf eingegangen und hätten nicht nur abgewiegelt.

»Üben sich Erinnerungen, die man nicht einordnen kann, auf unser Leben aus?«

Ich hatte die Frage laut ausgesprochen, merkte das erst, als mir Tom antwortete.

»Nach Ansicht führender Psychologen können alle unverarbeiteten Erinnerungen große Auswirkungen auf die betroffene Person entfalten. Das gilt in besonderem Masse für Kindheitserlebnisse«, dozierte die künstliche Intelligenz.

»Nun bist du auch noch Psychiater, Tom?«, fragte ich belustigt zurück, worauf der Roboter zweifelnd nickte: »Meine Programmierung beinhaltet auch einige psychologische Module. Doch ich empfehle Ihnen eine Fachperson hinzu zu ziehen. Soll ich Dr. Lewin informieren?«

Ich winkte ab, kehrte zurück zu meinen Gedankenbildern, zu den beiden Chinesen, zu meiner Maman, die in meiner Erinnerung eingeschüchtert und verängstigt wirkte. Und in diesem Moment sah ich andere Bilder vor mir, die sogleich kalte Schauder über meinen Rücken jagen ließen. Ich sah meine Maman vor mir, nackt und gefesselt stehend, und eine andere, wunderschöne Frau, die sie quälte. Und dann war plötzlich mein Vater bei mir, zog mich zu sich herauf, brachte mich aus dem Gebäude, übergab mich meinem Bruder Chufu und dann war alles irgendwie wieder gut. Wochen später belauschte ich aber meinen Vater im Schlaf als er träumte und vor sich hinmurmelte. Er hatte diese wunderschöne, aber böse Frau umgebracht, hatte ihr das Genick gebrochen und meine Maman von ihr befreit. Und wir waren alle wieder zusammen und es war heiß und wir lebten in einem Bungalow direkt am Meer und wir spielten viel miteinander. Es war eine schöne Zeit.

An meinen ersten Schultag konnte ich mich dagegen noch gut erinnern. Ich war so stolz über meinen Schulranzen, ein riesiges, knall-gelbes Ding mit vielen bunten Aufklebern. Alle meine Freunde waren dabei: Micky und Minnie Maus, Goofy, Pocahontas und selbstverständlich der König der Löwen Simba und seine Freundin Nala. Meine Maman fuhr mich an diesem Morgen zur Schule. Wo mein Vater war, weiß ich nicht mehr, irgendwo in der Welt unterwegs, wie so oft. Und ich ärgerte mich, weil Maman mich nicht direkt vor der Schule aus dem Wagen aussteigen ließ, sondern erst weit entfernt ein freies Parkfeld fand. So musste ich mit meinen neuen Schuhen den ganzen Weg zurücklaufen und das wunderschöne dunkelblaue, glänzende Leder war staubig, als wir endlich ankamen. So wütend war ich auf Maman, selbst, nachdem sie sich niedergekniet und den Dreck mit ihrem Taschentuch weggewischt hatte. Alle Erstklässler versammelten sich mit ihren Eltern in einem großen Saal und ein alter Mann redete und redete. Ich hörte ihm nicht zu, sah neugierig andere Kinder an, fragte mich, ob sie wohl freundlich oder gemein sein würden. Einige gefielen mir gut und wenn sie in dieselbe Klasse wie ich kämen, so wollte ich ihre Freundin sein. Im Schulzimmer suchte ich mir einen freien Platz neben einem rotblonden Jungen mit einem Gesicht voller Sommersprossen. Der starrte mich zuerst mit großen Augen an, schüttelte mir dann aber doch freundlich lächelnd die Hand. René hieß er und wurde später ein guter Klassenkamerad. Doch an diesem ersten Morgen trat sein Vater zu uns, kaum hatte ich mich gesetzt und wies René an, sich zu jemand anderen zu setzen. Ich wusste damals noch nichts über Rassismus, fühlte mich nur traurig, weil sich René tatsächlich erhob und sich woanders hinsetzte und ich danach ganz allein am Zweierpult blieb. Doch die Lehrerin, Mademoiselle Girard, war sehr nett und ich mochte sie vom ersten Augenblick an.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Elendiges Glück»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Elendiges Glück» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Kendran Brooks - Retourkutsche
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Im Fegefeuer
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Ägyptischer Frühling
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Sapientia
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Head Game
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Moskau und zurück
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Menetekel
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Justice justified
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Das entzweite Herz
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Tal der Hoffnung
Kendran Brooks
Kendran Brooks - Il Principio
Kendran Brooks
Отзывы о книге «Elendiges Glück»

Обсуждение, отзывы о книге «Elendiges Glück» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x