Kendran Brooks - Elendiges Glück
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»Sehr gut. Möchten Sie nun das Badezimmer aufsuchen, Misses Myers?«
Das »sehr gut« des Roboters bezog sich auf den sauberen Schlafkokon, der weder voll gepisst noch voll gekackt war. Die Komfort-Nachtverpackung , wie man den Wasser undurchlässigen Strampler in Heaven's Place nannte, besaß viele Vorteile. Er hielt das Bett sauber, machte Windeln unnötig, schützte Hände und Füße und gewährte einen hohen Schlafkomfort, da der Spezial-Pyjama die Körpertemperatur laufend überwachte und kontaktlos mit dem Bett kommunizierte und so das Klima unter der Pfulmendecke steuerte, damit niemand frieren oder schwitzen musste.
Misses Myers stemmte ihren Oberkörper etwas hoch und besah sich das schlohweiße, ausgedünnte Büschel Haar zwischen ihren Oberschenkeln. Tom umfasste mit seinen Händen sanft ihre Fußgelenke und zirkelte die Unterschenkel über die Kante der Matratze, so dass sich die alte Frau mit seiner Hilfe und ohne viel eigene Kraft aufsetzen und danach aufstehen konnte. Ihre dünnen Beine zitterten, als sie das Gewicht des Körpers tragen mussten. Bestimmt auch eine Folge der Medikamente. Die Dunkelhäutige hielt sich am dargebotenen Arm des Roboters fest und gemeinsam gingen sie hinüber in den Waschraum.
Immer noch störte sich die alte Frau an der Anwesenheit der künstlichen Intelligenz, während sie sich auf der Toilette erleichterte. Doch seine Präsenz war ein wichtiger Teil der lückenlosen Gesundheitsüberwachung. Sie sollte sicherstellen, dass die alten Menschen tatsächlich pinkelten und nicht bloß Wasser oder andere Flüssigkeiten in die Schüssel leerten. So hatte es ihr Roboter Jim an ihrem ersten Morgen in Heaven's Place erklärt.
»Sie glauben ja gar nicht, Misses Myers, wie raffiniert viele ältere Menschen vorgehen«, hatte der Roboter damals geplappert, »da gibt es welche, die kaum noch etwas trinken und deshalb auch kaum noch urinieren müssen, so dass sich in ihrem Körper immer mehr Giftstoffe ansammeln. Wir mussten früher solche Klienten über eine gewisse Zeit hinweg zwangsweise mit Flüssigkeit versorgen. Hinterher versuchten einige von ihnen, uns mit Wasser aus dem Waschbecken zu täuschen. Ts, ts, ts.«
»Und warum machen das die alten Leute?«, hatte Misses Myers gefragt und die Antwort längst vermutet. Doch Jim hatte nur ergeben mit seinen künstlichen Schultern gezuckt.
»Viele sind wohl etwas verwirrt«, war die programmierte Standardantwort der Geschäftsleitung von Heaven's Place auf fast alle unangenehmen Fragen. Doch Misses Myers war auch so klar, dass Dehydrierung mit raschem Ins-Koma-Fallen und Sterben wohl die einzige Möglichkeit darstellte, wie man seinem Leben an diesem himmlischen Ort selbst ein Ende setzen konnte. Denn die Sicherheits- und Schutzsysteme, die Kontrollen und Überwachungen waren umfassend und beinahe lückenlos.
Exsikose .
Misses Myers liebte dieses Wort, seit sie hier auf Heaven's Place lebte, denn es hörte sich nach Exit an, nach Ausgang und Lösung. Doch ihr war auch bewusst, dass bloßer Wassermangel nicht rasch genug zum Tod führte. Deshalb hatte die alte Frau in den ersten Tagen viel Zeit darauf verwandt, ihr Bett und seine Funktionsweise zu studieren. Äußerlich sah man ihm nichts von all der Apparatur in seinem Innern an. Es wirkte wie ein gewöhnliches Krankenhausbett, verbarg die komplizierte Elektronik geschickt in seinem Gestänge. Doch Misses Myers war logisch vorgegangen, denn wo Elektronik eingesetzt wurde, mussten Techniker für Wartung und Reparatur irgendwie hingelangen. Und so entdeckte sie schließlich den Zugang zum System unter dem kleinen Blechschild mit dem Namen des Herstellers. Cyberbeds nannte der sich und war in Monterey in Kalifornien zu Hause.
Bei Monterey hatte es Klick in ihrem Gehirn gemacht. Denn Monterey hieß nicht nur der leicht säuerliche schneeweiße, ansonsten fast geschmacklose, cremig-schmelzende Käse aus der kalifornischen Stadt. Auch ein bestimmter Cheeseburger ihrer Kindertage trug diesen Namen. Whataburger hieß die Fast-Food-Kette und sie bereiteten dort jeden Hamburger nach den Wünschen des Kunden frisch zu. Das alles war so lange Zeit her, dass sich Misses Myers kaum noch an den damals so geliebten Geschmack erinnern konnte. Sie wusste nur noch, dass dieser Monterey Burger mit seinem American und Monterey Cheese, den angedünsteten Jalapenõs und dem Koriander-Ranch-Dressing unglaublich lecker geschmeckt hatte.
Wie alt war sie damals gewesen, als sie ihn zum ersten Mal aß? Sieben? Oder acht? Sie sah Bilder ihrer Eltern, ihres Bruders mit seiner späteren Frau Mei, ihrem gemeinsamen Ausreiten über die Prärie, den Wind im Gesicht und die Sonne im Gemüt.
Das Werbeschild hatte sie mit Hilfe eines der Kunststoffmesser, die hier zu den Mahlzeiten gereicht wurden, heraus hebeln können. Darunter zeigten sich ein winzige Platine und dünne Kabel. Das Messer hielt sie seither gut versteckt zwischen ihrer Unterwäsche in der Kommode bereit. Mit ihm wollte sie eines Abends kurz vor dem Schlafengehen die Platine im Bettinneren zerstören und vielleicht auch ein paar der Drähte durchtrennen. Sie hoffte damit die automatische Temperaturregelung nachhaltig zu stören. Zuvor würde sie möglichst viel Salz zu sich nehmen und bereits zwei Tage vorher kaum noch etwas trinken und auch noch für eine besonders lange Schlafruhe sorgen, in dem sie den Robotern ein Unwohlsein vorspielte. Niemand sollte sie beim friedlichen Sterben stören.
Wunderbar stellte sich die über hundert Jahre alte Misses Myers diese eine Nacht mit ihrer Erlösung von diesem Platz im Himmel vor. Allerdings hoffte sie immer noch, mit Hilfe ihres Anwalts von hier zu entkommen. Den hatte sie übers Internet kurz nach ihrer Einlieferung mit der Vorbereitung ihrer Entlassung beauftragt. In ihrem Namen erhob er Einspruch vor Gericht gegen die Zwangseinweisung und konnte sie hoffentlich bald befreien. Aber immerhin. Seitdem sie ihren Selbstmordplan ausgearbeitet hatte, war das Leben in Heaven's Place ein ganzes Stück erträglicher geworden.
Sie betätigte den Knopf der Spülung und ertrug das viel zu warme, sterile Wasser in Schritt und Po, das mit sattem Strahl alle möglichen Arten der Verschmutzung beseitigte.
»Duschen brauche ich heute nicht«, erklärte sie Tom, der mit den Schultern zuckte. Von den vier männlichen Robotern im Heim war ihr dieser der Angenehmste. Nicht dass sie sich von ihrem Aussehen oder der Programmierung unterschieden hätten. Doch in ihrem langen und bewegten Leben lernte Misses Myers mehr als einen Mann mit dem Vornamen Tom kennen und lieben. Sie alle waren ihr zuverlässige Partner und liebe Freunde gewesen.
Die alte Frau seufzte, als sie sich an zwei ihr besonders ans Herz gewachsene Männer erinnerte. Den einen lernte sie vor über siebzig Jahren in Paris an einem Pop-Konzert von Lady Gaga kennen. Die Diva war bereits damals gehörig in die Jahre gekommen, hatte die Sechzig längst überschritten, trug aber immer noch die schrillsten Kostüme und hatte auch ihren Körper durch eisernes Training und vielen Dutzenden von Operationen fit gehalten, schritt lasziv wie früher auf der Bühne hin und her, versuchte ihre männlichen und weiblichen Fans wie eh und je scharf zu machen, was ihr bei den meisten gelang, so auch bei ihr. Und dann stand irgendwann Tom Davis neben ihr, groß, schlank, mit rot-blondem Haar und ebensolchem Bärtchen. Er hatte sie mit jugendlich blitzenden Augen angeschaut und dann einfach so in seine starken Arme geschlossen. Sie hatte es geschehen lassen, auch wenn er nur halb so alt wie sie war. Doch sie hatte sich auch schon damals nichts vorzuwerfen gehabt, hatte sich ihr Leben lang mit viel Sport und knappem Essen fit gehalten, wusste auch immer um ihre starke Anziehungskraft auf alle Geschlechter und auf jedes Alter, lebte ihr Leben in vollen Zügen aus, ob mit Männern, Frauen oder Transgendern. Denn was war das Leben ohne befriedigenden Sex? Und Tom Davis stellte sich keine zwei Stunden nach ihrem Kennenlernen als ein ganz besonders ausdauernder Partner heraus, kam mit kurzen Pausen zwischen ihren heftigen Kopulationen bestimmt ein halbes Dutzend Mal in ihrer ersten Nacht. Und sie stand ihm in nichts nach.
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