Kendran Brooks - Elendiges Glück

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Im Jahr 2116 treffen wir in einem Pflegeheim in Kalifornien auf Anna Myers. Ein Richter hatte die dunkelhäutige, sehr vermögende Frau dort eingewiesen, nachdem sie zuvor verwirrt auf den Strassen von San Francisco aufgegriffen wurde. Doch die 109-Jahre alte Frau ist nicht, wer sie zu sein scheint. Und sie beginnt uns ihre Lebensgeschichte zu erzählen, die 2007 und als Alina Lederer beginnt.

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Ja, er und sie passten vom ersten Moment an perfekt zusammen. Er, der Globetrotter aus Schweden, der das Leben als Ganzes liebte und es mit jeder Faser seines Körpers und seines Geistes aufnahm und auskostete, immer gut gelaunt blieb und sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließ. Ja, Tom Davis war schon einer, ein ewiger Gewinner. Selbst wenn er sie mit Aids ansteckte und sie vier Jahre brauchte, um den Virus wieder vollständig los zu werden.

Und ihr zweiter Tom, eigentlich Thomas, hieß Wegelin, war ein paar Jahre nach Tom Davis in ihr Leben getreten, ebenso hübsch und im ähnlichen Alter, also eigentlich viel zu jung für sie. Doch sie hatten sich gegenseitig alles schenken können, ihren Körper genauso wie ihren Geist und ihre Seele, waren zu einer Einheit verschmolzen, zu einem einzigen Glück. Wegelin starb an einer seltenen Form von Blasenkrebs, den man viel zu spät diagnostiziert hatte. In Leber, Magen und Lungen hatten sich bereits Metastasen gebildet. Einen Austausch all dieser Organe hätte sein Körper mit allergrößter Sicherheit nicht überlebt. Wegelin entschied sich deshalb gegen die risikoreiche Operation, verbrachte seine letzten Wochen im Bewusstsein des frühen Todes mit ihr. Als es soweit war, hatte sie seine kraftlose Hand festgehalten, während er beduselt von all den Schmerzmitteln langsam in die ewige Nacht hinüberglitt. Noch immer spürte Misses Myers seinen allerletzten, wenn auch schwachen Händedruck auf ihrer rechten Hand, im selben Moment, als wohl die Seele seinen Körper für immer verließ. Es war ein so eigentümlicher Druck gewesen, nicht wirklich fest und schon gar nicht verkrampft, nein, gewiss nicht. Er fühlte sich eher aufmunternd und zufrieden an. Ja, er drückte die pure Zuversicht aus. Es war der Händedruck eines unerschütterlichen Siegers, der sich bloß zu einem neuen Abenteuer aufmachte und eine ihm bislang unbekannte Welt erforschen wollte, vor der er sich keineswegs fürchtete, sondern ihr freudig entgegenblickte.

Misses Myers war Thomas Wegelin für diesen letzten Händedruck immer noch unendlich dankbar. Denn seither verspürte auch sie keinerlei Angst mehr vor dem Sterben, würde den eigenen Tod dereinst ebenso gefasst entgegen schauen und wahrscheinlich sogar wie einen alten Freund begrüßen, so wie ihr damaliger Lebensgefährte.

Tom Davis starb bei einem seiner gewagten Gleitschirmflüge. Man hatte ihn noch eindringlich gewarnt, unten an der Talstation, hatte ihm geraten, an diesem Morgen nicht zu starten. Zu böig wäre der Föhn, zu unstet der Auftrieb bei dieser Wetterlage. Doch Tom Davis hatte den Mann hinter der Glasscheibe bloß angegrinst und war wenig später in den Tod gesprungen. Die Kamera seines Handys schaltete er wie immer kurz vor dem Start ein und platzierte das Gerät noch vor dem Absprung in der Halterung auf seiner Brust. Deshalb wusste Misses Myers sehr genau, wie ihr Tom starb. Denn ein Techniker konnte später den Speicherchip für die polizeiliche Untersuchung auslesen und auch sie erhielt eine Kopie des gut zweiminütigen Films. Er zeigte zuerst groß das jugendlich lachende Gesicht von Tom, der die geplante Route für diesen Tag herunterleierte. Er wollte zuerst nahe der Felswand bleiben und ihr entlang fliegen, um sich erst nach dem Schibenguetsch von den Hochwinden hinauf zum Hächlen tragen zu lassen. Doch so weit kam er gar nicht. Denn eine heftige Böe trieb ihn nur wenige Sekunden nach dem Start direkt in die Felsen hinein. Sein Aufprall musste derart heftig ausgefallen sein, dass Tom sogleich das Bewusstsein verlor. Aber der Schirm hatte sich in der Wand verheddert und so baumelte Tom hilflos für Sekunden am Felsen. Das Kamerabild zeigte dabei einen weiten Blick über das Tal mit seinen hohen, noch schneebedeckten Gipfeln und den tiefgrünen Tannenwäldern. Dann hörte man deutlich das Zerreißen der Schirmseide und Handy und Tom stürzten gleichermaßen hinunter. Sein Körper prallte an der einen oder anderen Kante hart auf den Stein, schrabbte über Felsvorsprünge, stürzte senkrecht in die Tannenwipfel, schlug unten auf dem Waldboden auf. Es war schon seltsam berührend, dieser so stille Tod ihres geliebten Freundes, der von keinem entsetzten Schrei, ja nicht einmal von einem überraschten Ausruf begleitet wurde. Bewusstlos hatte er ihn quasi verschlafen. Und so erlebte Misses Myers an seiner Stelle den Unfall und den Absturz, als hinge sie selbst am Schirm und nicht Tom. Sie spürte die starke Böe, die sie direkt in die Felsen klatschen ließ, dann ein kurzes und hilfloses Baumeln an der Wand und gleich darauf das lange und tiefe Fallen, das Schlittern über Steinkanten, das brechen durch die Äste und wenig später den heftigen Aufprall auf dem Erdboden. Immer und immer wieder sah sie sich den kurzen Film an, vergrößerte die Bilder auf ihrem Laptop, spürte die völlige Hilfslosigkeit ihres Lebenspartners, diese grenzenlose Hoffnungslosigkeit, nachdem er unbewusst zum Spielball der Elemente geworden war. Noch Monate danach quälten sie Albträume und es dauerte über ein Jahr, bevor sie sich wieder in große Höhen wagte.

Tom und Thomas, beide etwas wild, beide viel zu früh verstorben. Wie wäre wohl ihr gemeinsames Leben verlaufen, hätte der eine oder der andere überlebt? Misses Myers war müde diese Frage ein weiteres Mal zu stellen und zu beantworten. Das hatte sie vierzig oder fünfzig Jahre lang immer wieder getan, immer dann, wenn sie ihres Lebens überdrüssig geworden war, meistens nach einer weiteren tiefen Enttäuschung mit einem zuvor geliebten Menschen.

»Ich fühle mich heute nicht besonders, Tom«, startete die dunkelhäutige Alte einen weiteren Versuch, an diesem späten Morgen nicht nach unten gehen zu müssen, »vielleicht sollte ich mich besser wieder hinlegen?«

»Ihre Körperwerte sind ausgezeichnet, Misses Myers«, bestätigte der Roboter das, was sie selbst spürte, »vielleicht eine leichte Panikattacke vor der großen Feier? Soll ich ihnen ein Beruhigungsmittel verabreichen?«

»Nein, lieber nicht«, winkte sie rasch ab, »das ist wirklich unnötig. Ich bin auch nicht nervös oder so. Vielleicht habe ich gestern Abend bloß etwas Falsches gegessen?«

»Kalbsragout mit Shiitake-Pilzen und Vollkornreis«, urteilte auch schon Tom über ihren Vorschlag, »alle diese Speisen vertragen Sie ausgezeichnet, Misses Myers.«

»Womöglich zu viel gegessen?«

»Achthundertfünfundsiebzig Kalorien«, quittierte der Roboter umgehend, »nicht außergewöhnlich viel.«

»Oder etwa zu schnell?«

»Atmung und Puls lagen gestern Abend vor dem Zubettgehen im Normalbereich, Misses Myers.«

Dem Blechheini war an diesem späten Morgen nicht beizukommen, auch wenn Tom wohl eher aus Kevelaer und verschiedenen Metall-Legierungen bestand und unter seiner Kunststoffhaut kaum gewöhnliches Blech zu finden war.

»Lässt du mich nun allein? Ich will mich waschen«, ordnete die weiterhin splitternackte Frau den Roboter an. Tom nickte zustimmend und verließ das Badezimmer, schloss hinter sich die Tür, war mit dem Stand seiner Überwachungs- und Kontrollarbeiten im Moment zufrieden.

Sie blickte in den Spiegel aus unzerbrechlichem Kunststoff und in ihr faltiges Gesicht. Ja, früher einmal war sie schön gewesen. Zumindest anziehend und erregend, wie ihre vielen Liebhaber und Partnerinnen ihr immer wieder versicherten.

»Du hast so etwas Verwegenes, so etwas Urtümliches und Unberechenbares«, hatte einmal Roberta zu ihr gesagt.

»Wie eine Wilde aus dem Busch?«, hatte sie die Italienerin lachend gefragt.

»Nein, nicht animalisch, im Gegenteil, selbstsicher, ja, sich selbst völlig sicher, als könnte dich nichts und niemand auf der Welt erschüttern oder einschüchtern. Genauso wirkst du auf andere Menschen.«

Misses Myers lächelte sich im Spiegel an, ohne dass sie es sah. Denn immer noch blickte sie in das leicht mollige Gesicht von Roberta Galliziani. Die Italienerin stammte aus Florenz, war dort geboren und aufgewachsen. Sie hatten sich auf der Piazza della Signoria das erste Mal gesehen, in einem Straßencafé. Roberta saß dort mit einer Bekannten. Sie aber ging an den Tischen vorbei, blickte zufällig in die tief-braunen Augen der Italienerin, blieb an ihnen hängen und einfach stehen, war von ihr vom ersten Moment an ebenso fasziniert, wie Roberta von ihr. Die junge, füllige Frau erhob sich vom Stuhl, kam zu ihr hinüber, legte die Hände um ihren Nacken und küsste sie sanft auf den Mund, fuhr dann mit der feuchten Zungenspitze über ihre Lippen. Herrlich erregend war das gewesen und es hatte sich gleichzeitig völlig vertraut angefühlt, als hätte jeder Kuss zuvor sie bloß auf diesen einen Moment vorbereitet. Noch einmal küssten sie sich, diesmal innig und lange. Beide durchlief ein herrlicher Schauder, als sie voneinander ließen. Roberta hängte sich bei ihr unter und gemeinsam gingen sie zurück zu ihrem Hotel und auf ihr Zimmer, liebten sich den ganzen Nachmittag und den halben Abend lang, wanderten spät abends als verliebtes Paar durch Florenz, gingen irgendwo essen, in einem Kellerlokal, das Roberta ihnen vorschlug und wo sie ein paar Freunde von ihr antrafen. Zwei herrliche Jahre blieben sie zusammen, lebten meistens in Paris und Florenz. Zweiundzwanzig oder dreiundzwanzig war sie damals gewesen, Roberta drei Jahre jünger. Die Italienerin war eine eingefleischte Lesbe, wogegen sie selbst damals für jedes Geschlecht offenstand. Wie war das noch gewesen? Soziale Medien wie Facebook unterschieden bis zu sechzig Arten von Geschlechtern, unter denen ihre Mitglieder frei wählen konnten. Und ja, im Laufe ihres Lebens hatte sie fast alle davon durchprobiert. Heute gab es keine offiziellen Geschlechter mehr. Man war Mensch und Person. Das genügte.

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