Kendran Brooks - Elendiges Glück

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Im Jahr 2116 treffen wir in einem Pflegeheim in Kalifornien auf Anna Myers. Ein Richter hatte die dunkelhäutige, sehr vermögende Frau dort eingewiesen, nachdem sie zuvor verwirrt auf den Strassen von San Francisco aufgegriffen wurde. Doch die 109-Jahre alte Frau ist nicht, wer sie zu sein scheint. Und sie beginnt uns ihre Lebensgeschichte zu erzählen, die 2007 und als Alina Lederer beginnt.

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Weitere Lehrer sah ich nun im Spiegel vor mir auftauchen. Da war Monsieur Leroi, der uns ein paar Jahre später Englisch und Spanisch beibrachte. Ich war damals vierzehn Jahre alt und unsterblich in ihn verliebt. Er war aber auch schrecklich süß, mit seinem dunkelblonden Ziegenbärtchen und dem schmalen Gesicht, in das stets eine Haarsträhne hing, die er in jeder Stunde wohl hundertmal mit der Hand wegwischte. Wir lauerten ihm jeden zweiten Tag auf, Yvonne und Claire und ich, sahen zu, wie er das Schulgebäude verließ und zu seinem süßen kleine Wagen ging, ein uralter Deux Chevaux, ihn umständlich aufschloss, die Ledermappe auf den Beifahrersitz warf und sich schwungvoll hineinsetzte, wenig später wegfuhr, ohne uns zu beachten. Und wir stellten uns vor, wie er uns streicheln und küssen würde, wie wir ihm im Gegenzug das Paradies bescherten, uns ihm ganz schenkten und ihm so unsere unsterbliche Liebe bewiesen. Sexuelle Erfahrungen hatten wir damals noch keine. Jedenfalls nicht mit Jungs. Untereinander aber, wenn wir unbeobachtet waren, da küssten und streichelten wir uns schon. Es war einfach wunderschön, nackt beisammen zu liegen, die Körper der anderen beiden zu spüren, ihre Wärme und die weiche Haut, sich zu streicheln und zu liebkosen. Aus dem Internet wussten wir selbstverständlich schon seit ein paar Jahren, was beim Sex so ablief und was zu tun war. Und wir probierten auch einige Dinge aus, aber nie etwas, das uns hätte weh tun können. Denn wir waren Freundinnen und blieben es auch ein Leben lang.

Yvonne war unser Blondschopf und wir riefen sie nur Blondie. Als kleines Mädchen flocht sie ihr langes Haar immer zu Zöpfen und braun gebrannt wie sie stets war, sah sie für uns aus wie eine Bäuerin oder zumindest so, wie sich Claire und ich ein echtes Landei vorstellten. Wir zogen Yvonne manchmal damit auf, neckten sie mit einem »Muuh« statt einer Begrüßung, wenn wir uns frühmorgens das erste Mal in der Schule begegneten. Sie nahm es uns nie übel, spielte sogar mit, sagte manches Mal »ich treib euch eure Späße mit der Mistgabel aus« und wir drei lachten. Claire war dunkelhaarig wie ich, aber kein Mischling, sondern mit ganz heller Haut. Ihr Vater war ein Albino, erzählte sie uns, weshalb wohl auch sie sehr empfindlich auf Sonnenlicht reagierte. Wir nannten Claire meistens nur Vamp. Nicht dass sie sich besonders aufreizend angezogen hätte, im Gegenteil. Sie trug meist viel zu viele Klamotten, schützte sich vor Sonnenbrand, suchte draußen stets den Schatten. Wie ein Vampir eben. Mich nannten die beiden nur Sternchen, denn in Russland bedeutete mein Vorname Alina nun einmal Stern und das hatte ich den beiden irgendwann erzählt.

Wenn wir nackt nebeneinander lagen, so nahmen Blondie und ich die weiße Claire stets in unsere Mitte. Sie sah mit ihrer bleichen Haut so verletzlich und zart aus, dass wir beiden anderen sie ständig berühren, streicheln und küssen mussten. Irgendwann brachte dann Yvonne einen Dildo mit, einen mit Motor und Batterie und wir lernten an diesem Nachmittag den Umgang mit ihm. Das Vibrieren war so ganz anders als mit der Hand oder der Zunge, irgendwie fremdartig, falsch und doch gleichzeitig wunderbar erregend, als würde man von verbotenen Früchten naschen. Wir kannten keine Scham untereinander, beobachteten uns gegenseitig bei der Selbstbefriedigung, gaben einander Ratschläge und Anleitung.

Claire verloren wir als erste. Wir waren damals siebzehn und achtzehn Jahre alt, besuchten unterschiedliche Schulen, waren aber immer noch Freundinnen, trafen uns fast jede Woche einmal, schliefen immer noch miteinander, wenn sich die Gelegenheit bot. Wir drei waren wie eine Ehe, stellten uns dieses Leben jedenfalls so vor, wenn man miteinander ins Bett ging, nicht um etwas Neues auszuprobieren oder weil man Lust auf eine fremde Haut spürte, sondern einfach so, weil man es kannte, weil es einem gut tat, weil man immer noch Gefallen daran fand. Aber dann lernte unsere Claire ihren Pascal kennen. Der war viel älter als sie, mindestens schon dreißig. Er hatte seinen Kopf kahl rasiert, hätte sonst wahrscheinlich eine Glatze zeigen müssen. Und tätowiert war der Kerl, an den Armen und im Nacken, auch auf der Brust und sogar am Penis, wie uns Claire verriet.

»Und was für ein Bild trägt er denn auf seinem Stängel?«, hatte Yvonne lachend gefragt.

»Kein Bild, sondern ein Wort, nämlich Liberté

Wir dachten zu dritt nach, was dieser Pascal mit Freiheit auf seinem Penis wohl meinte, erfuhren es ein halbes Jahr später, als Claire an Aids erkrankt war. Unser Vamp hatte nicht nur all die Jahre unserer Freundschaft stets kränklich und verletzlich auf uns gewirkt, ihr Körper hielt dem Virus auch nicht lange stand. Die meisten Medikamente vertrug Claire nicht und was übrigblieb, half ihr nicht. Keine zwei Jahre später begruben wir unseren Vamp auf dem Bois-de-Vaux. Sie wurde noch nicht einmal einundzwanzig. Und dieser Pascal hatte sie längst schon verlassen, war sich keinerlei Schuld bewusst. Als wir ihn zur Rede stellten, da sagte er bloß verächtlich zu uns »Liberté« und grinste dazu dümmlich, das verdammte Arschloch.

Blondie verlor ich nur wenige Jahre später, mit 27, als ich meine Identität das erste Mal wechseln musste und darum die alte Alina Lederer für den Rest ihres Lebens starb. Yvonne war damals schon ein paar Jahre verheiratet gewesen, hatte einen kleinen Sohn geboren, war ein knappes Jahr später erneut schwanger. Ihr Ehemann trieb sich als Monteur auf Baustellen in der halben Welt herum. Er verdiente wohl gerade genug für seine Familie, denn Blondie konnte keine großen Sprünge machen. Doch sie liebte ihn und führte wahrscheinlich ein Leben, wie sie es sich immer wünschte. Wie glücklich doch stets ihre Augen blickten, wenn wir uns immer seltener trafen. Dass sich dieses Glück eher auf mich und unsere Freundschaft bezog, vielleicht auch auf ihre Rolle als Mutter, war mir damals nicht bewusst. Mir erzählte sie nie etwas von den Streitigkeiten mit ihrem Ehemann, vom Alkoholmissbrauch, von den Schlägen. Nach dem Tod von Claire schliefen Yvonne und ich auch nicht mehr miteinander. Unsere Freundin fehlte uns zu sehr und wir hätten nur an sie denken können, an ihre zarte, weiße Haut, an ihre rosa Muschi, an ihre so stürmischen Küsse, die auf uns stets wirkten, als müsste sie ihr ganzes Leben in wenige Jahre unterbringen. Womöglich schwand auch deshalb das Vertrauen zwischen Yvonne und mir, verwandelte sich unsere ewige Freundschaft immer mehr in eine gewöhnliche Bekanntschaft, deren Verlust uns kaum noch schmerzte. Wie gern hätte ich Yvonne und ihren beiden Kindern geholfen. Doch ich erfuhr viel zu spät davon.

*

Irgendwann war unsere gemeinsame Schulzeit vorbei und unsere Wege trennten sich. Blondie begann eine Lehre als Hochbauzeichnerin, schloss sie auch erfolgreich ab. Vamp und ich besuchten höhere Schulen, bereiteten uns auf ein Studium vor. Bei Claire kam es nicht mehr dazu. Ihre Erkrankung hinderte sie an jeder weiteren schulischen Entwicklung. Vielleicht auch ein Grund, warum ihr Körper so rasch aufgab, den Kampf gegen den Virus gar nie richtig aufnahm, sondern sich seinem Schicksal feige ergab. Ich dagegen studierte in Berlin Politwissenschaften, am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität. Ich galt immer schon als hochbegabt, hatte in der Schule nie Probleme gekannt und eine Klasse übersprungen, wurde von meinen Eltern auch sehr gefördert, mit Zusatzkursen und Privatlehrern. Mit achtzehn zog ich in die Hauptstadt Deutschlands, lebte in einem 2-Zimmer-Appartement an der Spree, das jeden Monat ein Vermögen kostete, jedenfalls für normale Menschen, nicht für meine Eltern. Ich belegte die Studiengänge Internationale Beziehungen, die Politik-Wissenschaft mit dem deutsch-französischen Doppelmaster, Public Policy Management und Umweltmanagement. Mit 21 schloss ich ab mit dem Master of Sciences Po und der Spezialisierung Affaires internationales .

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