Kendran Brooks - Elendiges Glück
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In meinem Zorn dachte ich sogar daran, ihn zu beseitigen, ihn einfach umzubringen und irgendwie aus dem Mietshaus zu schaffen. Selbstverständlich war das idiotisch. Die Forensiker hätten Millionen von DNA-Spuren von mir an seiner Leiche gefunden. So sauber konnte man keinen Toten waschen und beseitigen. Verbrennen, ja, das wäre gegangen. Doch wie und wo?
Nicht einmal erschrocken war ich über meine grässlichen Gedanken, die mir bis kurz zuvor noch völlig abwegig vorgekommen wären. Was war bloß in dieser Viertelstunde seit unserem Aufwachen mit mir passiert? Was hatte mich derart verändert?
Erst viel später fand ich die Zeit, gründlich darüber nachdenken und kam doch zu keinem eindeutigen Schluss. Bestimmt lag es am gemeinen Vertrauensbruch von Karl. Sicher auch an der Verantwortung, die ich für Greenpeace und unsere Ziele fühlte. Doch inwieweit mein Vater oder meine Kindheit und Jugend damit zu tun hatten, darüber hätte ich wohl irgendwann mit einem Psychologen reden müssen, was ich aber nie tat. Jedenfalls wurde mir an diesem frühen Morgen in Berlin klar, dass ich keinerlei Hemmungen vor dem Töten verspürte, genauso wie mein Vater. Hatte er mir mit seiner Ausbildung und seinem Training seine eigene Skrupellosigkeit eingeimpft? Oder lag das eher an einer Vererbung? Eine Art von Gen-Defekt?
»Hau einfach ab«, befahl ich Karl, ging hinüber in den Wohnraum, suchte alle Unterlagen zu unserer geplanten Aktion zusammen, ging in die Küche und verbrannte die Papier wie von mir empfohlen im Spülbecken, ließ das Wasser danach lange und kräftig rauschen. Als ich zurückkehrte, war Karl verschwunden. Ich riss alle Fenster auf und lüftete die Wohnung.
*
Wir drei wurden von der Polizei noch am selben Nachmittag abgeholt und auf ein Revier gebracht. Man befragte uns, legte auch die von Karl an die Staatsanwaltschaft abgegebenen Papiere mit unseren Plänen vor. Doch darauf waren unsere Namen selbstverständlich nicht notiert. Nur unser BAD prangte groß auf jedem Blatt.
»Müsste es nicht MAD heißen?«, fragte ich den Kommissar, der mich verhörte.
»Wieso MAD?«
»Na, wie die Satire-Zeitschrift. Denn ernst kann dieses Geschreibsel ja kaum gemeint sein.«
»Und was lesen Sie aus den Unterlagen heraus?«
»E-Braun GmbH&Co.AG. Das ist doch ein Braunkohlekraftwerk, oder?«
Er nickte zustimmend und hechelte gleichzeitig in Erwartung eines Fehlers von mir.
»Und hier steht, wie man den Zaun zum Gelände überwindet und wo man anschließend in den Gebäudekomplex eindringen kann. Und hier …«, ich beugte mich über den Tisch, so als wollte ich die Worte besser lesen können, »… stehen Informationen zum Wachpersonal.«
»Und?«
»Na, zu welchem Zweck soll jemand heimlich in ein Kohlekraftwerk steigen? Um CO2 zu stehlen?«
»Sie sind für Greenpeace tätig.«
»Ist das hier in Berlin verboten?«, gab ich frech zurück.
»Und Sie werden verdächtigt, der Kopf einer kriminellen Organisation zu sein.«
»Meinen Sie etwa dieses BAD?«, und ich deutete unschuldig auf unsere Abkürzung, »was soll das bedeuten?«
»Sagen Sie es mir.«
»Berliner Anstalt für Depressive?«
»Wie wäre es mit Berlin-Action-Dreamteam?«
Ich schaute dem Beamten ruhig ins Gesicht, zuckte dann unbestimmt mit den Schultern.
»Sie kennen Karl Schmitt?«
»Ist das eine Frage oder eine Feststellung?«
»Weichen Sie mir nicht aus, Fräulein Lederer. Wir können Sie problemlos für ein paar Tage in Gewahrsam nehmen, wenn Sie unbedingt wollen. Seien Sie kooperativ. Ein Geständnis wirkt sich sehr positiv auf die Höhe Ihrer Strafe aus.«
»Strafe? Ich habe nichts Unrechtes getan.«
»Wir wissen alles«, behauptete er weiter.
»Warum fragen Sie dann? Von Karl Schmitt habe ich mich getrennt, falls diese Papiere hier irgendetwas mit ihm zu tun haben sollten.«
»Und der Grund dafür?«
»Geht sie das etwas an? Ich denke nicht.«
Ich verbrachte den Rest des Tages und auch die Nacht in einer Arrestzelle, die wahrscheinlich für Betrunkene vorgesehen war. Denn Boden und Wände waren vollständig mit leicht zu reinigenden Kacheln bedeckt und eine mit Kunststoff überzogene dünne Matte, ein Klosett und ein Waschbecken aus Edelstahl, waren die einzigen Einrichtungsgegenstände. Mir war die ganze Nacht lang kalt, wahrscheinlich eine weitere sadistische Idee des Kommissars, um mich weich zu klopfen. Denn am nächsten Morgen, beim zweiten Verhör, blickte er mir hämisch entgegen.
»Eine gute Nacht gehabt?«, fragte er mich spöttisch.
»Auch Ihnen einen schönen Morgen«, ging ich nicht auf ihn ein, »was haben Sie heute für mich für Fragen?«
»Dieselben wie gestern«, antwortete er und packte aus seiner Ledermappe die Kopie unserer Pläne aus und verteilte sie wieder auf der Tischplatte, befahl mir, nachdem er sich selbst auf einem der beiden Stühle niedergelassen hatte, »setzen!«, was ich auch tat.
Ich blickte ihm ins Gesicht und direkt ins rechte Auge, dachte bei mir: »Dir bin ich über, du Arsch«, lächelte dazu freundlich. Auch Jules, mein Vater, war öfters von der Polizei verhaftet und verhört worden. Er sprach mit mir darüber, zählte einige der Taktiken auf, mit denen Verdächtige verwirrt wurden, um Widersprüche oder Fehler in den Aussagen zu provozieren. Ich hatte ihn nach Tricks oder Kniffen gefragt, wie man verhinderte, dass man sich verhedderte.
»Die Lösung ist relativ einfach. Doch man muss sie intensiv üben. Bist du bereit dazu?«
Ich hatte genickt und er hatte mir die Strategie erklärt: »Wenn man sehr große Zahlen auswendig lernt, unterteilt man sie in Gruppen mit jeweils drei Ziffern. Zu jeder dieser Gruppe merkt man sich ein bestimmtes Bild oder eine Handlung. Wichtig ist, dass man sich für jeden dreistelligen Code immer das Gleiche merkt, also zum Beispiel einen Sonnenaufgang für 123, einen Sonnenuntergang für 987. Und dann merkt man sich nicht mehr die große Zahl, sondern spult die einzelnen Bilder wie in einem Film ab. Eine solche selbst gestrickte Geschichte lässt sich selbstverständlich weit einfacher merken als die blanken Ziffern.«
»Und wie hilft das bei Verhören durch die Polizei?«, fragte ich ein wenig verwirrt zurück.
»Ganz einfach. Du drehst die Methode um und merkst dir zu jedem Bild deiner Geschichte, die du erzählen willst, eine fortlaufende Zahl. So bekommt beispielsweise das Einparken eine zehn, während der anschließende Einkauf die elf erhält. Auf diese Weise kannst du sicher sein, stets dasselbe in derselben Reihenfolge zu erzählen und nicht durcheinander zu geraten.«
An diesem Morgen profitierte ich von diesem Gedankentraining, durch das mich mein Vater vor Jahren und noch als Jugendliche trieb. Wir verbrachten damals mehrere Sonntagnachmittage mit dem Ausdenken von Szenarien, schrecklichen Verbrechen, bösartigen Tätern und immer war ich die Angeklagte oder die Zeugin, während mein Vater Staatsanwalt spielte und mich mit Fragen malträtierte. Locker und leicht trat ich deshalb bei diesem Kommissar in Berlin auf, so als wäre ich ein Bühnenstar, der seine tausendste Vorstellung gab. Routiniert und ohne Fehler hangelte ich mich durch das Dickicht der Querfragen, wich den gestellten Fallen aus, blieb in allen Aussagen fest und sicher, fragte mich allerdings, wie Sabine und Gonzales ein solches Verhör überstehen sollten. Doch man konnte sich in Menschen sehr leicht täuschen, wenn man sich selbst zu sicher war und insgeheim auf andere herabblickte.
Als man mich einen Tag später auf freien Fuß setzte, rief ich die beiden sogleich an und wir verabredeten uns in einem Pub am Alexanderplatz, das ständig voll von Gästen war und dessen Lärmpegel jedes Belauschen verunmöglichte. Ich hatte für uns neue Handys gekauft, übergab sie den beiden und gemeinsam transferierten wir unsere Daten auf die neuen Geräte, versprachen uns, die alten zu zerstören oder wegzuwerfen. Denn wir hätten eine Manipulation der Elektronik oder der Software durch die Behörden kaum entdecken können. Wir versicherten einander, von nun an nur noch in Ausnahmefällen wichtige Informationen übers Telefon auszutauschen. Dass man früher oder später auch unsere neuen Handys orten und uns auf diese Weise problemlos verfolgen und beschatten konnte, auch das war uns selbstverständlich bewusst. Gonzales sprach auch über seine Angst, man könnte ihm sein Stipendium streichen. Ich konnte ihn jedoch beruhigen: »Falls das tatsächlich der Fall sein sollte, wird mein Vater einspringen, versprochen.«
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