Kendran Brooks - Elendiges Glück

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Im Jahr 2116 treffen wir in einem Pflegeheim in Kalifornien auf Anna Myers. Ein Richter hatte die dunkelhäutige, sehr vermögende Frau dort eingewiesen, nachdem sie zuvor verwirrt auf den Strassen von San Francisco aufgegriffen wurde. Doch die 109-Jahre alte Frau ist nicht, wer sie zu sein scheint. Und sie beginnt uns ihre Lebensgeschichte zu erzählen, die 2007 und als Alina Lederer beginnt.

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Wir lebten in einer riesigen Mansarde an der Rue Gabrielle, besaßen beide eigene Ateliers, die dank den großen Dachfenstern ein perfektes Licht boten, schufteten jeweils die zweite Hälfte des Tages, denn die erste verschliefen wir in der Regel, brachen abends aus unserer Wohnung aus wie wilde Löwen, die schon zu lange hungern mussten, zogen durch die Bistros und Kneipen und trafen eine endlose Reihe von Bekannten, Kollegen und Freunden, tauschten uns aus, redeten über die Welt, nahmen uns allesamt ungeheuer wichtig.

Die Kunst bewirkte nichts. Das wurde mir schon nach einem halben Jahr mit Claude bewusst. Ich konnte so viele Anklagen über die Welt herstellen, wie ich nur wollte. Aber meine Collagen verkauften sich gar nicht schlecht, so dass die monatlichen Überweisungen meiner Eltern auf meinem Konto versauerte, eigentlich immer so lange, bis Claude wieder einmal eine seiner teuren Eingebungen auslebte, ein Kunstprojekt ins Leben rief, das stets alle Dimensionen brechen musste und nicht selten in einer Anklage vor Gericht, hohen Anwaltskosten und einer Strafzahlung endete. Einmal färbte er die Seine in den französischen Nationalfarben ein, wobei sein Clou darin bestand, mindestens zehn Mal mehr Rot als Blau oder Weiß zu verwenden.

»Das Sterben der Macht«, hatte er seine Performance genannt. Und ich bezahlte wenig später nicht nur seinen Promi-Anwalt, sondern überwies auch das Bußgeld und die Gerichtskosten von über zweihunderttausend Euro an die Staatskasse. Der Kommentar von Claude: »Kunst kennt keine Regeln und wenn die Leute sie nicht verstehen, dann ist das ihre Schuld, nicht meine.«

Noch am selben Abend trennte ich mich von Claude. Zu sehr hatten mich seine Worte an einen Comic erinnert, der mir mein Vater vor vielen Jahren gezeigt hatte. Es war eine der Kurzgeschichten über Calvin & Hobbes, dem kleinen Jungen mit seinem Stofftiger, der stets zum Leben erwachte, sobald sich niemand außer Calvin in der Nähe befand. In diesem Comic-Strip führte Calvin aus: »Die Leute denken immer, Kunst würde für sie gemacht. Dabei ist echte Kunst die intime Sprache gebildeter Menschen, mit deren Hilfe sie ihre vollkommene Überlegenheit über den Rest der Welt erklären. Gerade weil meine Arbeiten völlig unverständlich bleiben, sind sie von größter Wichtigkeit und höchster Bedeutung.«

Ohne Claude als Klotz an meinem Bein wuchs auch mein Konto bei der Bank stetig an und ich hatte somit keine Probleme, ein eigenes Atelier anzumieten und einzurichten. hielten die meisten Freunde und Bekannte weiterhin zu mir, verstießen Claude zwar nicht direkt, ließen ihn jedoch deutlich spüren, wie sehr ihnen im Grunde genommen seine blasierte Überheblichkeit auf den Senkel ging.

Ein Dreivierteljahr später war jedoch endgültig Schluss für mich und meine Collagen und ich wendete mich der Literatur zu, begann Kurzgeschichten zu schreiben, fand auch Zeitungen, die sie veröffentlichten. Manche von ihnen provozierten die Leser zu Briefen und über meinen Blog tauschten sich Gegner und Befürworter meiner veröffentlichten Ansichten rege aus. Doch auch diese Arbeit befriedigte mich nicht wirklich, zeigte nämlich ebenfalls keinen Einfluss auf die Gedanken und die Werte der Menschen, schien bei einigen bloß ihre vorhandenen Vorurteile zu bestärken, bei anderen den Widerstand und die Gegnerschaft zu erhärten. Ich sah ein, dass es ein sinnloses Unterfangen war, mit Denkanstößen die Welt verändern zu wollen. Und so begann ich mich ernsthaft zu fragen, wie ich direkt an die Schalthebel der Macht gelangen konnte. Denn wenn man die Basis nicht aufrütteln und zu Veränderungen bewegen konnte, dann musste man doch im Top-Down-Verfahren seinen Einfluss auf die Entwicklung der Menschheit ausüben?

Ja, so vermessen war ich damals, Mitte zwanzig, noch. Dachte weiterhin, die Welt aus ihren Angeln heben zu müssen. Für das Wohl der Menschen zu kämpfen, ihnen das Heil zu bringen, die Erlösung. Das klang nicht nur sakral, es hatte auch sehr viel mit Glauben zu tun, ohne dass ich es damals bemerkt hätte. Vieles wäre mir wohl erspart geblieben, hätte ich es damals so empfunden wie heute. Denn jeder Glaube enthielt stets die Gefahr von Fanatismus. Und der wurde seit jeher den Menschen zum Verhängnis, den Opfern genauso, wie den Tätern.

*

Die mächtigste Organisation, wenn es um weltumspannende Dinge ging, waren damals die Vereinten Nationen, zumindest bis zum großen Krieg. Der zerschlug jede frühere Weltordnung, ließ drei weiterhin verfeindete Machtblöcke zurück und einen Haufen Länder, die sich von ihnen beeinflussen lassen mussten. China hatte sich mit seinen fast zwei Milliarden Menschen zur wirtschaftlich und militärisch stärksten Kraft emporgeschwungen, kontrollierte den gesamten pazifischen Raum inklusive Japan, Neuseeland und Australien und halb Süd-Ost-Asien. Die USA hatten ihre Vormachtstellung endgültig eingebüßt und igelten sich mit dem Rest des amerikanischen Kontinents richtiggehend ein, wachten nervös über ihre Grenzen, kontrollierten jeden Besucher akribisch, was längst schizophrene Züge angenommen hatte. Europa dagegen war eng mit Russland verbandelt und man kontrollierte wirtschaftlich und politisch den Orient und halb Afrika, war jedoch militärisch den beiden anderen Mächten hoffnungslos unterlegen.

Blockfreie Länder wie Indien, Pakistan und Afghanistan hatten sich angesichts der drohenden Ausdehnung von China und Euro-Russland verbandelt und mochten mit ihren fast drei Milliarden Menschen dem Druck der anderen Nationen und Bündnissen wohl auf Dauer standhalten. Ja, dass äußerst günstige Züchten von Organen hatte das Bevölkerungswachstum nach 2050 regelrecht explodieren lassen, trotz der beiden so leidvollen Kriege mit weit über einer Milliarde Toter. Kaum jemand starb noch vor seinem hundertsten Geburtstag und den derzeitigen Rekord hielt ein Milliardär aus Boston mit 165 Jahren, der allerdings, wie man munkelte, nur noch dank Maschinen am Leben erhalten wurde und dessen Körper eher einer künstlich geschaffenen Intelligenz glich, mit all den eingebauten und angehängten Apparaturen. Doch sein Geist war wohl immer noch wach genug, um seinen Geschäfte nachzugehen und weiterhin hohe Profite einzufahren.

Doch ich hatte vorgegriffen. Denn damals, im Jahre 2030, war die UNO eine der wichtigsten Institutionen auf Erden. Und so begann ich mich für eine Anstellung zu interessieren, sprach auch mit meinen Eltern darüber. Beide rieten mir dringend ab.

»Du wirst in einem solchen Moloch von Organisation niemals glücklich sein können«, gab mir mein Vater zu bedenken, »in einer Administration wie den Vereinten Nationen bist du nicht einmal ein Rädchen, sondern bleibst eine unbedeutende Schraube, die auf der Stelle dreht und niemals Einfluss auf den gesamten Organismus nehmen kann.«

»Du solltest aufhören, die Welt ändern zu wollen. Das hat doch noch kein einziges Mal in der Geschichte funktioniert«, meinte Maman, »und die Versuche haben eigentlich stets nur Leid und Unglück über die Menschheit gebracht.«

Selbstverständlich hörte ich nicht auf die beiden, sondern arbeitete weiter an meinem A-Better-Live Projekt, wie ich es insgeheim nannte. Doch es war mir bewusst, dass ich mich seriös auf die neue Lebensaufgabe vorbereiten musste. So ließ ich mich zuerst von einer angesehenen Agentur in Wien anstellen. Die stand für regenerative Nachhaltigkeit und ihre Arbeit hatte zum Ziel, nicht etwa einen möglichst kleinen Fußabdruck zu hinterlassen, sondern echte Mehrwerte zu schaffen. Wir berieten internationale Konzerne und auch ganze Länder bei der Ausarbeitung und Umsetzung entsprechender Strategien und Konzepte.

In den nächsten beiden Jahren baute ich mir so ein wachsendes Netzwerk auf, reaktivierte zudem meine alten Kontakte zu Professoren und Studenten in Berlin und Paris, wandte mich sogar an die Leute, die ich während meines Praktikums in Bruxelles kennengelernt hatte.

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