Kendran Brooks - Elendiges Glück
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Mit den Toten, die man zu seinen Lebzeiten zu verantworten hatte, musste man umzugehen lernen. Oder man ging an seinen Aufgaben zugrunde.
*
Ich war in Addis Abeba an einem weiteren Entwicklungs-Kongress, besuchte selbstverständlich auch meine Verwandten in der Hauptstadt Äthiopiens. Meine Großeltern waren damals schon alle tot. Die Eltern meines Vaters Jules in der Schweiz starben bereits viele Jahre vor meiner Geburt. Die meiner Mutter in Äthiopien als ich noch ein Teenager war. Doch es gab noch einen ganzen Haufen von Tanten, Onkeln, Kusinen und Neffen zu begrüßen. Am meisten freute ich mich allerdings auf Elvira, die Tochter von Mutobo Suheli und Erina Kassahun. Sie hatte ich als Kleinkind in Hara kennengelernt, wo ihre Eltern ein Entwicklungsprojekt über mehrere Jahrzehnte führten. Und auch später besuchten meine Eltern und ich das Dorf immer wieder und Elvira und ich konnten unsere Freundschaft erneuern und vertiefen.
Sie war zu einer selbstbewussten Frau herangewachsen, hatte Architektur studiert, war bei einem angesehenen und großen Planungsunternehmen angestellt, arbeitete allerdings wenig kreativ, wie sie mir gegenüber bemängelte, wurde vor allem auf den zahlreichen Baustellen zur Überwachung der Materialanlieferungen und dem Prüfen und Abzeichnen von Arbeitsrapporten eingesetzt.
»Wenn du nicht männlich und über vierzig bist, darfst du entweder am Bildschirm das umsetzen, was alte Männer als deine Vorgesetzten sich ausgedacht haben oder du machst Laufburschen-Arbeit, so wie ich.«
»Das ist doch nicht schlimm, Elvira«, tröstete ich sie, »du musst nur das Richtige daraus machen.«
»Wie meinst du das?«
»Na, knüpfe doch engere Verbindungen zu den Baugeschäften und Zulieferern. Stell sie vor künstlich geschaffene Probleme und löse sie gemeinsam mit ihnen und zu ihrer Zufriedenheit. So machst du dich nicht nur wichtig, sondern gleichzeitig auch höchst beliebt. Ich bin mir sicher, deine Chefs werden deine Qualitäten rasch erkennen und dir wichtigere Aufgaben übertragen, zum Beispiel das Aushandeln von Offerten. So kommst du auch direkt an eure Klienten heran und kannst dich nach ein paar Jahren selbstständig machen und dein eigenes Architekturbüro aufziehen.«
»Ganz schön raffiniert«, meinte Elvira lächelnd, »doch will ich das überhaupt? Ich meine, Karriere machen oder eine eigene Firma leiten? Auch meine biologische Uhr tickt nicht ewig.«
»Ach, wir beide sind doch noch jung«, wiegelte ich ab.
»Aber ich bin fünf Jahre älter als du und bereits dreißig. Und ich habe noch nicht einmal einen festen Freund.«
»Um Kinder zu bekommen, brauchst du doch keinen Freund?«, fragte ich etwas verwirrt zurück.
»Da kennst du meine Eltern aber schlecht«, lachte sie mich aus, »wenn Mutobo erfahren sollte, dass ich unverheiratet schwanger geworden bin, redet er kein Wort mehr mit mir.«
»Mach doch eine In-vitro-Fertilisation oder erzähl wenigstens deinen Eltern, du hättest dich für eine künstliche Befruchtung entschieden, weil du Mutter sein willst. Problem gelöst.«
»Du bist wie dein Vater«, mäkelte Elvira sogleich an meinem Vorschlag herum, »immer die rasche, unkomplizierte Lösung. Das Lederer-Syndrom, so nennt es mein Vater.«
Wir lachten beide derart laut auf, dass sich uns einige Gesichter im Lokal neugierig zuwandten. Wir sprachen deshalb sehr viel leiser weiter.
»Und du? Machst du denn international Karriere bei der UNO? Wann wirst du Generalsekretärin?«
Mein Gesicht hatte wohl in diesem Moment all das widergespiegelt, was ich in meinem Innersten empfand, denn Elvira zuckte zurück, als wäre aus dem Nichts ein Gespenst vor ihr aufgetaucht.
»Hab ich einen wunden Punkt berührt? Hast du Probleme?«, fragte sie besorgt. Ich schüttelte verneinend den Kopf.
»Ach, weißt du, wir sollten nicht länger über unsere Arbeit reden. Genießen wir diesen Abend und haben eine Menge Spaß zusammen.«
»Aber für Sorgen sind doch Freundinnen da?«, begehrte die gute Elvira sogleich auf, »komm, erzähl mir mehr davon.«
Und ich schüttete ihr in den folgenden fünfzehn Minuten tatsächlich mein Herz aus, sprach von der Korruption, auf die ich bei meiner Arbeit fast ständig stieß, auf die Geldverschwendung, die mir Susanne jeweils brühwarm weitergab oder all die Misserfolge in den Projekten, die auf unfähige Mitarbeiter und Vetternwirtschaft zurückzuführen waren, manchmal auch auf direkte Sabotage durch andere UN-Abteilungen oder Regierungen oder Wirtschaftsverbände. Sie ließ sich von meinem Pessimismus anstecken, fühlte nicht nur mit mir, sondern verschwisterte sich geradezu mit mir. Wir wechselten in ein indisches Restaurant, aßen gemütlich während zweier Stunden zu Abend, machten die unmöglichsten Pläne, verfolgten die idiotischsten Strategien, hatten ganz einfach ungeheuren Spaß an den wilden Einfällen und Utopien von zwei jungen Frauen, die das Universum retten wollten. Zuerst das Bier in der Bar, danach die Flasche Wein beim Inder hatten uns zusätzlich angefeuert und so landeten wir wenig später in einer Art von Tanzlokal, das jedoch nur von Lesben besucht wurde. Elvira hatte mich dorthin gelotst, vielleicht ihre Art mir zu zeigen, weshalb sie noch keinen festen Freund hatte.
Ja, wir küssten uns im Halbdunkel der Sitzgruppe, streichelten einander, empfanden eine große Zuneigung, die über die bisherige Freundschaft hinausging. Später gingen wir zu ihr, fetzten uns die Kleider vom Leib, kaum standen wir im kleinen, dunklen Flur und hatten die Wohnungstüre ins Schloss gedrückt. Wir küssten uns wild, leckten uns gegenseitig über Gesicht, Brüste und Scham, wurden immer gieriger aufeinander, so als hätte sich in all den Jahren unserer innigen, doch kindlichen Freundschaft eine derart gewaltige Menge an Erotik angehäuft, dass sie nun unweigerlich zur Explosion kommen musste.
Wir hatten uns schon als Kinder immer körperlich nahe gefühlt, gingen oft Arm in Arm durch die Straßen von Hara, streiften uns gegenseitig die Haare aus der Stirn, lächelten uns gerne an, sahen im gegenseitigen Aufblitzen unserer Augen die völlige Übereinstimmung. Elvira stellte sich in dieser Nacht als beinahe unersättlich heraus, kam auch sehr leicht zu ihren langanhaltenden Höhepunkten, so dass ich fast neidisch auf sie wurde. Vielleicht lag das aber auch an der Häufigkeit ihres Geschlechtsverkehrs. Denn meiner war in Wien über die letzten Monate regelrecht eingeschlafen. Zu sehr bewegten mich meine Arbeit und meine wachsende Erkenntnis über den Sumpf in der UNO und in den Regierungen der Länder, die wir berieten.
Wir aßen am nächsten Morgen in einem nahen Lokal zusammen Frühstück, blickten uns glücklich wie in Kindertagen in die Augen, hatte uns nichts vorzuwerfen.
»Und du musst wirklich schon heute zurückfliegen?«, versuche sie mich noch einmal zu locken. Aber ich nickte mit Bedauern: »Ja, man erwartet mich heute Abend in Wien. Leider.«
»Und wann kommst du wieder?«, fragte sie mich offen und ehrlich, wollte an der von uns beiden ungeplant entflammten Beziehung festhalten, suchte eine Zukunft mit mir, die ich ihr nicht geben wollte und auch nicht konnte.
»Unsere beiden Leben sind zu verschieden, Elvira«, und ich sah auch schon das Erschrecken und die beginnende Traurigkeit in ihrem Gesicht, »und ich habe für mich eine Aufgabe gewählt, die keine Partnerschaften erlaubt«, versuchte ich eine Erklärung, die sie nicht verstand oder nicht begreifen wollte.
»Aber was kann denn wichtiger sein als die Liebe?«, fragte sie mich höchst erstaunt, aber ziemlich naiv zurück.
»Alles ist wichtiger als die Liebe«, gab ich wohl etwas unwirsch zurück, denn ich sah wieder ihr Zurückschrecken, als hätte ich ihr ins Gesicht geschlagen, »alles ist wichtiger, denn die Liebe ist stets auf wenige Personen beschränkt, kann nie die gesamte Menschheit umfassen. Und was sind schon zwei oder vier glückliche Seelen, wenn der Rest der Welt zum Teufel geht?«
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