Kendran Brooks - Elendiges Glück
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Jules räusperte sich, wirkte auf mich verlegen und trotzig zugleich, ähnlich einem alten Dampfer, dessen Kolben längst nicht mehr rund in den Zylindern liefen, der deshalb nicht mehr auf die Befehle aus dem Steuerhaus unmittelbar reagieren konnte, sondern nur noch mit gehöriger Verzögerung oder gar nicht und deshalb wusste, dass seine Zeit im Grunde benommen längst abgelaufen war.
»Täubchen«, begann er und ich fragte mich, wann er diesen Kosenamen das letzte Mal verwendet hatte, konnte mich nicht erinnern, »warum suchst du die Gefahr? Glaub mir, ich habe gegen die CIA und andere Geheimdienste gekämpft, mein halbes Leben lang. Doch man kann sie nicht besiegen, höchstens etwas aufhalten, ihnen ein paar Stolpersteine in den Weg rollen. Doch sie überwinden jeden Angriff, weil die Mächtigen der Welt so sehr auf sie angewiesen sind. wird die Macht stets ihre Hände schützend über sie halten. Dein Kampf ist aussichtslos.«
»Ich will die Welt doch gar nicht verändern, Papa. Ich will bloß verhindern, dass ein armer Staat wie Äthiopien ausgebeutet wird und dass ein Geheimdienst sehr viel Geld in seine Hände bekommt, mit dem er ohne jede politische Kontrolle alles Mögliche anstellen kann.«
»Und wie hast du dir das gedacht?«, fragte meine Maman und zeigte sich mehr als skeptisch, lehnte alle meine Ideen ab, noch bevor ich sie beschrieben hatte, wollte ihr kleines Mädchen keiner Gefahr ausgesetzt sehen.
»Ich bin dabei, innerhalb der UNO ein Netzwerk von Gleichgesinnten aufzubauen. Mit dessen Hilfe will ich alle Informationen und Beweise für die Unterschlagungen öffentlich machen. Selbstverständlich verdeckt, so dass niemand die Spur zu mir und den anderen zurückverfolgen kann.«
»Deshalb dein Besuch? Willst du unsere Hilfe?«, fragte Jules und in seiner Stimme fand ich nur Ablehnung.
»Ja, eigentlich hatte ich gehofft, dass mich meine Eltern unterstützen würden.«
Während mein Vater seinen Kopf schüttelte, sah mich Alabima forschend an. Ich lächelte ihr um Verzeihung bitten zu: »Du verstehst mich bestimmt, Maman. Ich kann dieser Ungerechtigkeit nicht tatenlos zusehen. Auch du hast doch früher gekämpft.«
Sie nickte und blickte danach Jules auffordernd an. Und ich sah im Gesicht meines Vaters eine Veränderung. Zuerst biss er seine Kiefer fester zusammen, so dass sich die Muskeln unter seiner schlaff gewordenen Haut abzeichneten. Dann blitzte es in seinen Augen auf, so als erinnerte er sich an alte, glorreiche Tage, als käme seine Vergangenheit noch einmal zurück und lebte auf.
»Wie kann ich dich unterstützen?«
»Gib mir dein Notizbuch«, forderte ich und sah im selben Moment schon die Enttäuschung in seinem Gesicht stehen. Denn dass ich bloß an die vielen nützlichen Namen herankommen wollte, die Jules in seinem langen Leben zusammengetragen hatte, Adressen von verlässlichen Freunden und Vertrauten, auch von Kämpfern wie er selbst einer war oder Henry Huxley, sein enger Freund aus London. Das musste für ihn wie eine klatschende Ohrfeige gewesen sein. Nein, keinen Moment lang hatte ich wirklich daran gedacht, meinen alten Vater an diesem Projekt direkt teilhaben zu lassen. Denn seine Zeit war längst vorbei und er wäre bloß ein weiterer Unsicherheitsfaktor in meinem gefährlichen Spiel gewesen.
Doch dann, nach Sekunden des Schweigens und Starrens, da erwachte mein Vater wie aus einem Tagtraum, räusperte sich erneut und nickte dann, wirkte auf mich wie eine Schnecke, die vor einer Gefahr zurückzuckte und sich in ihr Haus verkroch.
»Also gut. Wenn du nur die Adressen willst?«
Das war keine Frage, sondern eine Kapitulation.
Ich blieb noch zwei Tage bei ihnen. Wir besuchten ein Konzert, gingen in der Stadt essen, spielten Familie, fast wie früher. Nur kam ich mir als die Erwachsene vor, während meine Eltern auf mich eher wie Kinder wirkten, vielleicht, weil sie auf alle meine Vorschläge und Ideen bereitwillig eingingen, mir überall den Vortritt ließen, sich auch meiner Führung anvertrauten. War auch diese Ablösung völlig normal zwischen Eltern und ihren Kindern?
*
Nach meiner Rückkehr nach Wien studierte ich Jules Notizbuch akribisch. Mein Vater hatte mir auch seinen Code beigebracht und so konnte ich die Verschlüsselung knacken und alles übersetzen. Und ich versuchte für jeden Namen aus meiner Erinnerung eine Verbindung herzustellen, schätzte so auch das ungefähre Alter der aufgeführten Menschen ab. Denn was hätten mir irgendwelche Greise wie Henry Huxley in London oder Toni Scapia in Miami genutzt oder gar längst Verstorbene? Es blieben rund zwei Dutzend Vertraute meines Vaters übrig. Allerdings kannte ich nur wenige von ihnen persönlich. Und wie viele von ihnen bereit waren, die Tochter von Jules Lederer zu unterstützen? Schon damals begann mein Spiel gegen die Mächtigen der Welt in unbekannte und kaum zu kontrollierende Bahnen zu gleiten. Doch was hätte ich anderes tun können? Mein Vorhaben aufgeben? Mit den Ungerechtigkeiten und der Korruption leben lernen? Wegschauen, so wie die Allermeisten? Nein, das kam für mich nicht in Frage. Zumindest damals nicht.
Nur zwei der Personen fand ich unter den angegebenen Adressen. Alle anderen musste ich mir aufgrund der Daten im Zentralcomputer der UNO mühsam zusammensuchen. Denn der Lebenslauf der meisten Menschen spulte sich nicht nach Schema F ab, kam nicht ohne harte Wechsel aus, erlebte einige nicht planbare Weichenstellungen. Die Europäer unter ihnen konnte ich leicht verfolgen, hatten doch die Regierungen auch ältere Registerdaten ihrer Bevölkerung in den UN-Computer einspeisen lassen, so auch jeden früheren Wohnortwechsel, solange er ordentlich gemeldet worden war. Doch das galt bei den vorhandenen Amerikanern, Asiaten und Russen keineswegs. So suchte ich über eine Woche lang nach dem Verbleib von Juri Antopow, ein russischer Atom-Wissenschaftler mit guten Verbindungen in den Kreml. Ich fand ihn in Irkutsk, einer Stadt am Baikalsee, wo er ein unbedeutendes, technisches Institut der staatlichen Universität leitete und immer noch als Professor tätig war. Man hatte ihn an diesem Ort wohl regelrecht kaltgestellt. Deshalb war fraglich, ob er mir noch nützlich sein konnte. Trotzdem rief ich ihn an, erwähnte den Namen meines Vaters, erkannte die Freude in seiner Stimme. Wir vereinbarten ein Treffen in Kiew, denn die Ukraine galt damals als eine Art von Pufferzone zwischen Europa und Asian, in der sich Leute aus dem Westen und aus dem Osten unbeschwert und in der Regel unbeobachtet treffen konnten.
Auch Juri Antopow war einiges über sechzig, wirkte jedoch noch voller Elan, wie ein Mensch, der noch Ziele in seinem Leben kannte. Wir fanden auf Anhieb einen guten Draht zueinander. Er erzählte mir, wie er meinen Vater kennenlernte, was sie zusammen erlebten. Und einmal mehr musste ich den früheren Jules ebenso bewundern, wie es Antopow immer noch tat. Wie schade, dass jedes Leben irgendwann zu Ende ging.
Juri stattete mich mit neuen Namen und Adressen von Leuten aus, die in Moskau einen gewissen Einfluss besaßen. Sogar zwei UNO-Mitarbeitende waren darunter, die mein Netzwerk ergänzen konnten. Ich weihte zwar Antopow nicht in alle Einzelheiten ein, dafür kannte ich ihn nicht gut genug. Und selbst die Empfehlung meines Vaters reichte nicht aus, mein Misstrauen gänzlich zu vertreiben. Denn was wusste man schon von Menschen und ihren wahren Schwächen?
»So wenige Spuren wie möglich hinterlassen«, war eine weitere Maxime meines Vaters, in der er mich von Kindesbeinen an schulte, »spiel deine Fähigkeiten und Möglichkeiten stets herunter«, war eine andere. Und so horchte ich Juri vor allem aus, notierte mir das, was mir wichtig erschien, war freundlich zu diesem netten, alten und etwas geschwätzigen Mann, fragte mich gleichzeitig, wo und mit wem er wohl über mich plaudern würde. Doch seine Versetzung nach Irkutsk war eigentlich Gewissheit genug für mich, dass er kaum noch überwacht wurde. Wir verabschieden uns fast schon als Freunde.
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