Kendran Brooks - Elendiges Glück
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Ich wusste allerdings, dass unsere Netzwerk-Kommunikation trotzdem zwei Schwachstellen aufwies. Denn Telex wie Telefax kannten Verbindungsprotokolle, weshalb man zwar nicht den Inhalt, aber die Häufigkeit unseres Austausches nachweisen konnte. Außerdem bestand auch stets die latente Gefahr, dass eine übermittelte Nachricht in die falschen Hände geriet. Und größere Informationsmengen ließen sich eh nicht über die beiden Techniken versenden, geschweige denn an mehrere Empfänger gleichzeitig. Für größeren Datenaustausch benutzten wir entweder persönliche Kontakte oder tote Briefkästen, schickten uns über Telex und Telefax bloß Treffpunkt und Zeit verschlüsselt zu oder gaben Hinweise auf frisch gefüllte Postfächer, die wir aber immer in ganz allgemein gehaltenen und völlig unverfänglichen Texten verbargen. Wir kamen uns wie gerissene Spione vor und waren es wohl auch eine Zeit lang.
Einem Beobachter mochte zwar auffallen, dass völlig unterschiedliche Departements der UNO auf einmal weit intensiver als früher zusammenarbeiteten. Doch es gab innerhalb der Weltorganisation keine Stelle, die sich solchen Besonderheiten vertieft gewidmet hätte.
Selbstverständlich benutzte die UNO auch abhörsichere Telefonverbindungen. Doch die dazu nötigen Geräte waren den höheren Funktionären vorbehalten und ihre Benutzung durch uns hätte rasch Misstrauen gesät.
Irgendwann stellte ich fest, dass sich einige unserer Mitglieder nicht lückenlos an die interne Vereinbarung zur Kommunikation hielten. War es Überheblichkeit? Naivität? Oder doch nur Faulheit? In fast jedem Korb mit Äpfeln fanden sich auch ein paar ungenießbare, so auch bei uns. Das Schlimme jedoch war, dass sie lange Zeit von mir unentdeckt geblieben waren und ich auch nicht sofort und konsequent die notwendigen Entscheidungen traf.
Im Sommer 2033 jedenfalls waren wir uns noch völlig sicher, unentdeckt im Untergrund zu operieren. Und wir waren fleißig, hatten bis dahin eine Finanzkrise in Singapur rund um einen der größten Baukonzerne der Erde ausgelöst und vier hohe UN-Funktionäre der Korruption überführt und so zu Fall gebracht.
Über meinen obersten Chef allerdings, Taio Ouko, hielt ich noch meine schützende Hand. Ihn wollte ich zusammen mit der halben arabischen Welt an den Pranger stellen und dafür fehlten uns noch etliche Beweise. Klar war bislang, dass sich die Golfstaaten aufgrund des stark gesunkenen Erdöl- und Erdgasgeschäfts schon vor Jahren aufs Offshore-Banking und andere Finanzdienstleistungen konzentriert hatten und dabei wenig zimperlich vorgingen. Sie beriefen sich zwar auf ihr moralisch einwandfreies Islamic Banking und hatten zudem eine riesige Behörde zur Einhaltung der Scharia-Bestimmungen geschaffen, die vordergründig jedes einzelne Geschäft kontrollierte und so sicherstellte, dass weder Geldwäsche noch Unterschlagung oder Korruption eine Chance bekamen. Doch wir fanden immer mehr Finanzströme aus unlauteren Geschäften, die sich im Moloch dieses staatlich-religiös kontrollierten Islamic Banking verloren. Uns schien, als ob die gesamte kriminelle Welt, ob Terroristen, Verbrecherorganisationen, Steuerbetrüger, korrupte Politiker oder bloße Geschäftemacher, freudig von der neu erschlossenen Möglichkeit des Geldversteckens und Geldwaschens Gebrauch machte. In diesen Wochen traf ich mich mit Henry Huxley. Der Brite war zwar fünfzehn Jahre älter als mein Vater, hatte die achtzig also überschritten, schien mir im Kopf aber noch weit klarer als Jules. Ich flog nach London, traf ihn und seine Frau Holly in deren Privatwohnung. Wir hatten einander viele Jahre nicht mehr gesehen und entsprechend freudig, aber auch distanziert, begrüßten wir uns.
Henry und Holly zeigten sich beide sehr interessiert an meinen Fragen. Doch es war ausschließlich der Brite, der sie beantwortete.
»Es war doch immer schon so, dass sich die Mächtigen der Wirtschaft und der Politik zusammenraufen, um sich gegenseitig Vorteile zuzuspielen. Und dabei spielt die Regierungsform keine Rolle. Es scheint mir sogar, als ob gerade in Demokratien die Politiker weit stärker auf die Verlockungen der Wirtschaft reagierten und ihre Völker ohne Bedenken hintergehen, dabei auch noch so tun, als ob sie zum Wohle der Nation handelten, wenn sie wieder ein für die Bevölkerung nachteiliges Gesetz erlassen. Dabei installieren sie nicht nur haufenweise Steuerschlupflöcher und beteiligen sich mittels Wirtschaftsförderung direkt an der Verschwendung staatlicher Mittel. Sie sichern dem schwarzen, wie dem grauen Geld dank der Beibehaltung von Offshore-Finanzplätzen stets genügend Rückzugsgebiete.«
Er schwieg für einen Moment und sammelte sich, bevor er weitersprach.
»Ich kann mich noch gut erinnern, wie die USA die kleine Schweiz vor über zwanzig Jahren in die Knie zwang und das Bankkundengeheimnis durchlöcherte. Gleichzeitig jedoch bauten Gliedstaaten wie Delaware, Nevada oder Montana ihre Gesetzgebung um, so dass jedermann sein unversteuertes Geld sicher in die USA verschieben konnte. Wenig später wurden Plätze wie Panama stillgelegt oder die Kanalinseln. Gleichzeitig blieben jedoch Orte wie Monaco, die Bahamas oder Costa Rica völlig unangetastet. Die USA zogen jedes Mal im Hintergrund die Fäden und die Welt fiel auf sie bereitwillig herein, war froh, wenigstens noch ein paar Orte für ihr illegales Geld behalten zu dürfen. Heute liegen rund Dreiviertel aller Vermögenswerte der Erde im Einflussbereich der USA. Damit hat sie ihre schwindende militärische Macht durch eine monetäre Überlegenheit mehr als kompensiert. Wenn die Amerikaner nur wollten, so verschwänden von einem Tag auf den anderen drei von vier Pfund. Die Folgen wären eine beispiellose Rezession, eine generelle Panik, die sich von den Finanzmärkten rasch über alle Unternehmen zu den Staaten und danach in jede einzelne Brieftasche auf Erden ausbreiten müsste. Eine größere Machtfülle hatte in der Geschichte der Menschheit wohl keine Nation und keine Regierung je erlangt.«
Die langatmige Rede von Henry hatte meine Fragen zwar nicht beantwortet. Trotzdem unterbrach ich ihn nicht, hörte ihm interessiert zu und ließ ihn weitersprechen.
»Aber du hast mich nach den neuen Finanzzentren in Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien und dem Iran gefragt. Nun, auch hinter ihnen stecken die USA. Mittlerweile leben mehr als sechzig Prozent der führenden Köpfe dieser Länder im Einflussbereich der Amerikaner, halten sich zumindest den größten Teil des Jahres dort auf. Zudem sind die großen US-Banken äußerst stark mit den arabischen Ländern verquickt. Wer hat denn diesen Ländern die Billionen von Dollar vorgestreckt, die sie zum Aufbau ihrer Finanzwirtschaft und der völlig überrissenen Infrastruktur benötigten? Die Erträge aus Erdöl und Erdgas verschwendeten diese Länder ja größtenteils für unsinnige Bauprojekte und übertriebene Sozialprogramme. Schon immer galt, dass ein Gläubiger irgendwann Macht über seinen Kreditnehmer erlangt, sobald der Schuldner auch nur den Anflug von Schwäche zeigt. Und als die Rohstoffpreise vor drei Jahren derart rasch zusammenbrachen, war es um die Selbstständigkeit dieser Länder und Regierungen geschehen. Seither sind sie nur noch der verlängerte Arm der US-Großbanken, hinter denen die US-Regierung steht.«
»Im Allgemeinen sagt man doch, Wall Street würde die Politik in Washington bestimmen?«, fragte ich etwas irritiert dazwischen. Henry schüttelte verneinend den Kopf: »Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Schon immer hat der Staat die Wirtschaft beherrscht, wenn er es nur wollte. Denn die Wirtschaft hat zwar Geld, doch sonst keine Waffen. Die reißerischen Pamphlete zur schwindenden Macht des Staates stammen doch von der US-Regierung selbst. Sie redet sich klein und die Bankenwelt groß, streut dem Volk so Sand in die Augen, so dass jedermann der zusätzlichen Regulierung und Überwachung zustimmt, nicht wissend, dass damit die Politiker auch direkt ihre Hände an die Lebensadern der Banken legen und sie für ihre Zwecke nach Belieben einspannen können.«
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