Kendran Brooks - Elendiges Glück
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Doch zuallererst musste ich aus Wien heraus, so rasch als möglich. Ich verließ die ehemalige Mietskaserne, ging zu Fuß Richtung Innenstadt, konnte mir nach einer Weile ein Taxi heranwinken.
»Nach Graz, wenn´s Recht ist«, teilte ich dem Fahrer mit original Wiener Akzent mit und stieg hinten ein. Der musterte mich im Rückspiegel erst erstaunt, kratzte sich dann mit dem Zeigefinger die Schläfe.
»Das wird gegen 300 Euro kosten«, warnte er mich und sah mir unverwandt in die Augen.
»Dann machen wir doch eine Pauschale von 400 Euro aus und Sie schalten den Taxameter gar nicht erst ein.«
Nun lächelte er zufrieden und setzte den Wagen in Gang, fädelte in den flüssigen Verkehr ein.
*
Ich hatte in einer Pension unter meiner falschen Identität übernachtet. Rosemarie Hilfinger hieß ich laut Personalausweis. Jules hatte mir erzählt, es existierten entsprechende Facebook und Twitter Accounts mit ein paar wenigen, undeutlichen Fotos. Die echte Rosemarie Hilfinger war zweiunddreißig und lebte seit Jahren in einer geschlossenen, psychiatrischen Anstalt in Burgdorf.
So nahe an der Wahrheit bleiben wie nur möglich, das war eine weitere Regel meines Vaters. Wozu Menschen erfinden, wenn es doch genügend echte von ihnen gab? Unwohl war mir allerdings schon, als ich den Ausweis der Wirtin vorlegte und sie die Nummer in ihren Computer tippte. Doch sie schien zufrieden.
Das Zimmer war klein und vollgestopft mit alten Möbeln. Doch mit den geblümten Vorhängen und dem gehäkelten weißen Deckchen auf dem Mahagoni-Beistelltisch, den Perser-Teppichen und der Tapete mit exotischen Vögeln recht heimelig. Zum Frühstück gab es reichlich Brot, Butter und Marmelade, große Tassen voller Milchkaffee und etwas Schinken und Käse. Ich schlug hungrig zu, hatte seit dem gestrigen Morgen nichts mehr gegessen. Die Wirtin hatte mich bei der Anmeldung etwas misstrauisch betrachtet, weil ich ohne jedes Gepäck angereist war. Ein dummer Fehler für jemanden auf der Flucht, den ich später in meinem Leben nie mehr beging.
»Tja«, hatte ich ihr am Vorabend erklärt, »mein Koffer ist auf dem Flug nach Graz abhandengekommen. Ich hoffe doch, dass ich ihn morgen früh am Airport abholen kann.«
Die gute Seele hatte mir eines ihrer Nachthemden ausgeliehen, bot mir zudem Unterwäsche an, was ich jedoch dankend ablehnte.
»Für Morgen wird die alte noch gehen. Wenn ich meinen Koffer zurückhabe, zieh ich mich sowieso gleich auf dem Flughafen um.«
Sie bestellte mir telefonisch ein Taxi zum Airport, das mich wenig später abholte. Am Flughafen kaufte ich mir einen Koffer und etwas Wäsche, auch Zahncreme, Bürste und Kamm, bestieg wenig später ein anderes Taxi und ließ mich nach Innsbruck bringen, was mich weitere fünfhundert Euro kostete. Doch Geld hatte ich mehr als reichlich zur Verfügung.
Auch in der Tiroler Hauptstadt mietete ich ein Zimmer in einer kleinen Pension etwas außerhalb, ging abends in Richtung Stadt los und aß im ersten Gasthof ein Schnitzel mit Pommes, trank einen Radler dazu, war mit mir soweit zufrieden. Am nächsten Morgen würde mich ein Taxi nach Bregenz bringen, wo ich den Koffer irgendwo stehen lassen konnte und wo ich mir einen kleinen Rucksack besorgen wollte. Mit der öffentlichen Fähre würde ich wenig später unerkannt und zusammen mit Dutzenden von Tagesausflüglern über Lindau nach Romanshorn und so in die Schweiz zurückkehren. Mein Vater wäre bestimmt stolz auf mich gewesen.
*
Selbstverständlich rechnete ich damit, dass mein Elternhaus überwacht wurde und man die Telefonleitung angezapft hatte. Doch auch in dieser Hinsicht hatte mein Vater schon vor Jahren vorgesorgt und in Blonay, dem Nachbardorf von La Tour-de-Peilz, einen Schuppen gemietet und darin ein Funkgerät installiert.
»Falls du mal eine abhörsichere Verbindung zu uns benötigst, rufst du uns von dort aus an. Denn die Behörden und die Geheimdienste mögen jede moderne Kommunikation abfangen können. An eine derart vorsintflutliche Technik denken die nie.«
Der Verfolgungswahn meines Vaters bis hin zur ausgewachsenen Paranoia war wohl doch zu was nütze. Jedenfalls reiste ich unerkannt mit der Bahn nach Vevey, spazierte der Hauptstraße entlang nach Blonay, fand den Schuppen und den hinterlegten Schlüssel, sperrte auf, ging hinein, schloss die Türe sorgfältig hinter mir zu, schob das Rollo am kleinen Fenster etwas hoch, setzte mich auf den staubigen Stuhl am uralten Pult und schaltete das Funkgerät ein, griff nach dem Mikrophone.
»Allô?«, meldete ich mich etwas verlegen, »hört mich jemand?«
Jules hatte mir versichert, die richtige Frequenz wäre voreingestellt und ich hätte am Gerät nichts einzustellen. Doch die Gegenseite blieb stumm. Aber auch auf diese Möglichkeit hatte mich Jules hingewiesen: »In der Villa ist das Funkgerät mit der Alarmanlage gekoppelt. Nur wenn die ausgeschaltet ist, wir also zu Hause sind, läuft auch die Empfangsstation. Du musst also im Fall der Fälle etwas Geduld aufbringen. Versuch es einfach jede halbe Stunde, bis jemand von uns antwortet.«
Doch was war, wenn die Behörden längst in der Villa saßen und meine Anrufversuche mithören konnten? Ich spürte, wie die kalte Furcht in meine Knochen kroch und sich in mir die Gefühle von Verlorenheit und von Panik abwechselnd hochschaukelten. Ich rief mich zur Ordnung, versuchte kühl über meine Lage nachzudenken. Nein, ich glaubte nicht daran, dass die Geheimdienste ihre Maske gegenüber meinen Eltern hatten fallen lassen. Dazu war ich derzeit wohl kaum wichtig genug. Denn das tatsächliche Ausmaß unserer Beweissammlung über Unterschlagungen, Erpressungen und Günstlingswirtschaft konnte noch gar nicht bekannt sein. An meine bisherigen Mitstreiter dachte ich allerdings nicht mehr. Jeder war sich in der Not selbst der Nächste. Und sich für andere opfern? So hatte ich noch nie in meinem Leben empfunden. Wer seine Haut riskierte, egal für welche Sache, der musste auch die Konsequenzen tragen, konnte sie nicht auf andere abwälzen, war für sich selbst verantwortlich. So war ich erzogen worden. So dachte und fühlte ich damals.
Ich versuchte an diesem späten Nachmittag gewissenhaft jede halbe Stunde Kontakt zu meinen Eltern aufzunehmen. Waren sie etwa auf Reisen? Nein, darüber hätten sie mich bestimmt informiert. So war es zumindest ausgemacht. Endlich, gegen neun Uhr abends, meldete sich meine Maman.
»Oui?«, sagte sie nur ins Mikrophon.
»Ich bin’s«, flüsterte ich glücklich zurück und spürte, wie mir Tränen über die Wangen liefen.
»Komm«, meinte meine Maman bloß, hielt sich gewissenhaft an die Regel meines Vaters, so wenig Worte wie nur möglich auszutauschen, falls keine Gefahr drohte, jedoch wie ein Wasserfall zu plappern, falls man das Gegenteil von dem meinte, was man sagte.
Ich hängte das Mikrophone zurück an den kleinen Haken und stellte das Funkgerät ab, erhob mich vom Stuhl, spürte einen leichten Schmerz in Becken und Rücken, eine Folge des langen und harten Sitzens auf dem ungepolsterten Holzbrett. Leise verließ ich den Schuppen, sperrte ihn gewissenhaft ab, legte den Schlüssel zurück ins Versteck und machte mich zu Fuß zu meinem Elternhaus auf.
Es war kühl geworden. Ein böiger Wind strich über das Wasser, kräuselte die Oberfläche, drang unangenehm und feucht durch Jacke und Bluse, ließ mich frösteln. Ich schlug die Arme um meinen Oberkörper und fluchte leise vor mich her, aufs Wetter, auf die späte Abendstunde und auf mein Versagen.
*
Meine Eltern versteckten mich die nächste Zeit in ihrer Villa. Ich ging nie aus, schlief in einem geheimen Raum im Keller, den mein Vater hinter dem begehbaren Tresor schon vor Jahren hatte einrichten lassen. Er bot mit einem schmalen Bett und einem winzigen Bad gerade genug Platz für eine Person. Ich kam mir in manchen Nächten wie eingemauert vor, als hätte man mich lebendig in einem Sarg begraben. Die Enge hätten wohl viele Menschen nicht ausgehalten. Ich kam mit ihr aber einigermaßen zurecht, denn Klaustrophobie kannte ich nicht. Schon als Kind kroch ich in niedrige Abflussrohre oder zwängte mich durch enge Spalten zwischen Bretterstapeln in der nahen Sägerei, ohne je einmal Furcht oder Angst empfunden zu haben.
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