Kendran Brooks - Elendiges Glück
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»Kommt mir bekannt vor«, meinte Jules, wirkte plötzlich aufgeräumt und sogar gut gelaunt, so als spürte er endlich wieder sicheren Boden unter seinen Füßen, »das gab’s schon einmal in den 1990ern. Damals war wohl die amerikanische CIA in den Betrug verwickelt, machte gemeinsame Sache mit der äthiopischen Regierung. Wahrscheinlich teilten sie sich damals den riesigen Gewinn. Und darin verwickelt war auch noch ein US-Amerikaner, der später größte Bedeutung für die Schweiz erlangte. Als nämlich die US-Justiz das Bankkundengeheimnis angriff. Birkenstock oder so ähnlich hieß der Kerl. Der arbeitete in Äthiopien für die CIA, stieg später bei der Schweizer Großbank ein, um sie anschließend in die Pfanne zu hauen…«
Er verstummte. Endlich. Vielleicht, weil er die Bestürzung in meinem Gesicht erkannt hatte? Denn ich dachte nur, was zum Teufel erzählt der alte Mann da? Plappert drauf los, als hätte ich einen Schalter umgelegt. Faselt von uralten Geschichten ohne jede Bedeutung für das Hier und das Heute. Verdammt. Ich will den alten Jules zurück, nicht diesen Greis.
»Jedenfalls«, nahm ich den Faden wieder auf, »sind die Waffen und Geräte einen Bruchteil der verrechneten Kosten wert, denn es handelt sich ausschließlich um ausgemusterte Teile der Nato. Ich stieß auf diesen Betrugsfall, weil man zur Finanzierung des Deals wohl auch Gelder aus einem Entwicklungsprogramm abzweigt, nämlich aus dem Ausbau der Autobahn zwischen Addis Abeba und Dschibuti. Denn obwohl nicht einmal zwanzig Prozent der Strecke bislang fertiggestellt sind, fielen bereits mehr als siebzig Prozent der Gesamtkosten an.«
»Und was willst du von uns wissen?«
Diese banale Frage meines Vaters ließ einen Graben zwischen mir und meinen Eltern aufbrechen, der sich rasch zu einer Schlucht vertiefte, als ich den ebenso ratlosen Blick meiner Maman erkannte. Die beiden schienen mit der Welt dort draußen abgeschlossen zu haben, lebten friedlich innerhalb der Mauern ihres Grundstücks am Lac Léman, interessierten sich nicht mehr für das Geschehen außerhalb ihres kleinen Reiches. Ich kam mir wie ein Depp vor und hätte ich die beiden nicht geliebt, ich hätte unser Gespräch wohl unverzüglich beendet.
»Versteht ihr denn nicht? Tausende von Arbeitsplätzen für den Bau der Autobahn fallen diesem Betrug zum Opfer. Wir sprechen immerhin von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Äthiopien, die illegal abgezweigt wurden. Ein ungeheurer Diebstahl am Volk.«
Es tat mir in der Seele weh, dieses gleichgültige Achselzucken meines Vaters.
»Das Volk, wie du es nennst, ist doch selbst schuld. Was wählen die Leute seit mehr als fünfzig Jahren immer noch dieselbe Partei? Demokratie funktioniert nur, wenn sich die Regierenden die Mehrheiten zusammensuchen müssen. Fallen sie ihnen einfach so in den Schoss, dann entsteht automatisch Vetternwirtschaft und Korruption.«
Das war wieder einmal Mein Erklärbär Jules , wie Alabima meinen Vater früher ab und zu aufgezogen hatte. In der Sache mochte er zwar Recht haben. Nur nutzte dies niemandem was.
»Du solltest vielleicht der Frage nachgehen, was denn die Äthiopier an Gegenleistungen erhalten, wenn sie die Amerikaner an ihrem Betrug teilhaben lassen. Vielleicht steckt weit mehr dahinter als bloße Korruption von ein paar Politikern?«
Dass dieses Votum von meiner Maman kam, erstaunte mich nur einen Augenblick lang. Denn es war wohl so, dass meine Eltern ihre Rollen zu vertauschen begonnen hatten. Wahrscheinlich war das eine natürliche Folge der fortschreitenden Vergreisung von Jules. Während er in den letzten Jahren immer stärker abbaute, versuchte Maman die größer werdenden Lücken auf ihre Weise zu füllen. Ich lächelte ihr voller Anteilnahme zu, für ihren rührenden Versuch, den alten Jules auf ihre ganz eigene Art noch eine Weile am Leben zu erhalten. Funktionierten alle alten Paare auf diese oder ähnliche Weise?
»Ja, dieser Frage gehen wir bereits nach. Doch mich beschäftigt etwas anderes.«
Sie blickten mich beide zwar interessiert, aber auch seltsam distanziert an, so als wenn ich in diesem Moment nicht mehr ihre Tochter gewesen wäre, sondern eine Fremde, der man zwar zuhörte, deren Probleme einen jedoch nichts angingen.
»Was geschieht mit dem unterschlagenen Geld, das beim CIA oder anderen Geheimdiensten landet? Es sind viele Milliarden, die in unbekannte Kassen fließen.«
Mein Vater zuckte mit den Schultern, das Zeichen für meine Maman, ihm den Vortritt zu überlassen.
»Die Amerikaner werden damit andere Regierungen destabilisieren, Politiker kaufen, Waffen für Rebellen besorgen, einfach all das, was sie seit Jahrzehnten tun.«
»Und wenn ich einen Weg wüsste, wie man ihnen dieses Geld wieder abnehmen kann?«
Meine Frage hing im Raum wie eine Gewitterwolke, die jederzeit Blitze schleudern und alles vernichten konnte. Vor allem das Zusammenzucken meines früher immer so überlegen wirkenden Vaters beunruhigte mich. Er schien nur noch ein Schatten seiner selbst zu sein.
Selbstverständlich wusste ich mittlerweile recht gut Bescheid über seinen Auftrag damals in Mexiko, vor mehr als zwanzig Jahren, auch über seine ersten Erfolge und das anschließende Desaster. Einiges erzählte er mir selbst, anderes mein Bruder Chufu, den Rest erfuhr ich von meiner Maman und aus alten Zeitungsberichten. Ein paar Banker aus der Schweiz hatten Jules beauftragt, den USA gehörig auf die Zehen zu treten. Zu diesem Zweck sollte er Beweise für die Zusammenarbeit der US-Geheimdienste mit Terroristen und Verbrecherorganisationen sammeln. Mein Vater war zwar erfolgreich. Doch die Banker verrieten ihn anschließend, brachten so ihn und unsere gesamte Familie in Todesgefahr. Zudem bekamen wir die mexikanische Drogenmafia auf den Hals gehetzt und Chufu und seine heutige Frau Mei wurden entführt. Jules tat wohl alles, um die beiden frei zu bekommen, ermordete vier Mexikaner auf bestialische Weise, nur um an Informationen zu gelangen, die sich hinterher als völlig nutzlos erwiesen. Nach diesen schrecklichen Erlebnissen veränderte sich mein Vater, wie Maman mir später erzählte und ich es auch als Kind spürte. Er zog sich aus dem Leben zurück, begegnete allen fremden Menschen mit Misstrauen, füllte unseren Keller mit immer mehr Waffen und Munition, so als gälte es einen weiteren Weltkrieg zu überstehen. Vielleicht war das der Beginn einer Schizophrenie, vielleicht aber auch nur die Auswirkungen seiner Angstzustände. Ich selbst erlebte als Kind mehrere Male, wie er mitten in der Nacht schreiend und schweißgebadet aufwachte und von meiner Maman kaum zu beruhigen war. Ein paar Jahre später befiel ihn ein Krebsleiden, das Jules nicht zu überleben hoffen durfte. Er schloss damals mit seinem Leben ab, hatte sich innerlich von uns, seiner Familie, gelöst und sich seinem Schicksal ergeben, erwartete nur noch seinen baldigen Tod. Doch dann rettete ihn ein experimentelles Medikament und Jules musste ins Leben zurückfinden, ein Weg, der ihm wohl sehr schwergefallen war und ihn noch mehr veränderte. Das konnte ich als Kind noch nicht nachvollziehen, als Erwachsene zumindest nachfühlen. Denn wenn jemand mit seinem Leben endgültig abgeschlossen hatte und es ihm dann doch überraschend erneuert wurde, was fing man mit dieser unverhofft geschenkten Zeit an? Was besaß nach einem solch einschneidenden Erlebnis noch Wert und Sinn genug, um sich dafür zu engagieren?
Mein Vater jedenfalls tat sich sehr schwer mit seiner Wiedergeburt und er ließ sich danach von einer Psychologin über viele Jahre begleiten und wohl recht erfolgreich therapieren. So jedenfalls berichtete es mir meine Maman später.
Und nun saß ich mit diesem gealterten Ehepaar in deren Wohnzimmer, hatte eine große Korruption geschildert und die Möglichkeit, sie öffentlich zu machen, musste nun erkennen, dass Jules genauso wie Maman ängstlich zurückzuckte, vor der Herausforderung, vor dem Unbekannten, vor der Gefahr. Ich war für einen Augenblick sehr enttäuscht, schalt mich dann aber eine Närrin. Denn wie hatte ich bloß von meinen alt gewordenen Eltern erwarten können, dass sie sich noch einmal und mit mir zusammen in ein neues Abenteuer stürzten? Mich zumindest berieten und anleiteten? Sie und mich, ihre Tochter, dadurch vielleicht in höchste Gefahr brachten?
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