Kendran Brooks - Elendiges Glück

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Im Jahr 2116 treffen wir in einem Pflegeheim in Kalifornien auf Anna Myers. Ein Richter hatte die dunkelhäutige, sehr vermögende Frau dort eingewiesen, nachdem sie zuvor verwirrt auf den Strassen von San Francisco aufgegriffen wurde. Doch die 109-Jahre alte Frau ist nicht, wer sie zu sein scheint. Und sie beginnt uns ihre Lebensgeschichte zu erzählen, die 2007 und als Alina Lederer beginnt.

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»Komm mich doch mal besuchen«, riet mir Juri, »der Baikalsee ist immer noch wunderschön, wenn man die richtigen Ecken kennt.«

Ich versprach ihm irgendetwas, hatte all das von ihm erhalten, war ich mir erhofft hatte, sah oder sprach ihn später nie mehr.

Es dauerte ein Vierteljahr, bis ich alle Kontakte hergestellt hatte. Mein Netzwerk innerhalb und außerhalb der UNO wuchs weiter an. Auch die Versuche der Beeinflussung meiner Blog-Leser schienen mir immer besser zu gelingen. Denn ich verfolgte den früheren Rat meines Vaters, bei jedem Menschen zuerst seine bestimmende Charaktereigenschaft zu erkennen und danach zu handeln. Da war der Stolz, die Suche nach Anerkennung, das Wissen/Können und die Würde. Und ich wusste, dass nur Menschen mit nicht zu ausgeprägter Würde für mein Vorhaben in Frage kamen.

Den Stolz eines Menschen konnte man leicht stärken oder auch brechen, je nachdem, was man bezweckte. Und wer nach Anerkennung strebte, für den war der mögliche Verlust der Ehre einfach unerträglich. Menschen aber, die von ihrem Wissen oder Können lebten, konnten überaus nützliche Instrumente sein. Aber sie waren derart eigenwillig, dass man sich nicht völlig auf sie verlassen durfte. Leute jedoch mit genügend Würde, konnten die Folter genauso ertragen wie Denunziantentum oder öffentliche Schmach, waren noch nicht einmal bei ihrem Wissen oder Können zu packen und zu verunsichern, weil sie sich selbst recht gut einschätzen konnten.

Doch wie erkannte man den Grad an Würde bei einem Menschen? Im Vergleich zu den anderen drei Charaktereigenschaften, die jeder besaß? Nun, ich tat es, indem ich Stolz, Ehre und Wissen/Können prüfte und die Reaktionen analysierte.

Den Stolz konnte man am leichtesten erforschen. Meistens ergab der sich bereits aus dem allgemeinen Gebaren eines Menschen, aus seinem Auftreten, seiner Stimme. Und man konnte den Stolz sehr leicht reizen und so den Grad der Würde dieses Menschen beobachten.

Um das Bedürfnis nach Anerkennung und Ehre auszuloten, musste man erst einiges Privates und Geschäftliches erfahren. Ich lenkte das Gespräch darum meist auf mögliche Mitbewerber, auf Kollegen oder auf Nachbarn. So erkannte man recht schnell, wer seinen Stolz, sein Wissen und sein Können der Anerkennung durch Dritte allzu leicht opferte.

Die Nerds jedoch, Leute die ganz aus Wissen oder Können bestanden, erkannte man sofort an ihrer fehlenden Empathie für andere Menschen. Doch ich musste zusätzlich sicherstellen, dass diese Fehlleistung nicht auf übertriebenem Stolz beruhte. Denn die Lust, sich über andere zu erheben, führte ebenso zu emotionalem Unverständnis.

Die wahren Nerds besaßen in der Regel kaum Würde oder ließen sie einfach nicht gelten, betrachteten sie sogar als eine Schwäche. Doch da sie stets rational dachten und handelten, konnte ich sie trotz fehlender Empathie recht gut in mein Netzwerk knüpfen.

Wer die ersten Prüfungen überstand, den testete ich immer auch noch direkt bezüglich der Stärke seiner Würde. Ich sprach über den Sinn des Lebens, über die Zivilgesellschaft und ihren Wandel, auch von neuen Strömungen in Politik und Wirtschaft. Menschen mit zu viel Würde für meinen Zweck redeten bei solchen Themen gerne so, als würden sich alle anderen Menschen wie Kinder aufführen. Sie waren sich selbst derart sicher, dass sie jeden anderen am liebsten anleiten wollten, ihm ihre Führung aufdrängten. Mit solchen Besserwissern konnte man kein verborgenes Netzwerk aufbauen und über lange Zeit erfolgreich betreiben. Ihre Ansprüche an die Welt waren zu rigide. Sie würden immer viel zu viel von sich selbst und allen anderen erwarten.

Im Laufe der Monate stellte ich fest, dass nur etwa jeder zwölfte Kandidat in Frage für mein Netzwerk kam. Doch als höhere Angestellte der UNO hatte ich jeden Tag mit vielen verschiedenen Menschen zu tun, stellte jede Woche bestimmt dreißig neue Kontakte her.

Als das Jahr zu Ende ging, war mein geheimes Netzwerk auf über einhundertfünfzig Personen angewachsen. Und die wenigsten von ihnen kannten einander, wussten gar nicht um die wahre Bedeutung und Größe unserer Gruppe. Denn ich hielt vor ihnen alles klein und wenig umfassend, so als wären sie und ich bloß ein kleiner Haufen von Verschwörern, die in ihrem eng begrenzten Bereich geringe Verbesserungen anstrebten. Über die eigentliche Organisation und ihre Ziele waren sie nie informiert.

Ich hatte vor wenigen Wochen meinen sechsundzwanzigsten Geburtstag im engsten Bekanntenkreis gefeiert und mein Schicksalsjahr 2033 stand vor der Tür.

*

Die Unterschlagungen rund um den Autobahnbau in Äthiopien wurden zu unserem Probestück. Wir begannen, in den unterschiedlichsten Berichten der UN-Verwaltung gewisse Hinweise einzustreuen. Wir machten auf diese Weise das recht große Projekt innerhalb der Organisation immer bekannter. Wenig später ließen wir eine Aktennotiz auftauchen, die Kopie einer fingierten E-Mail, die auf Ungereimtheiten hinwies und zusätzliche Abklärungen forderte. Sie landete über Umwegen auf den Pulten der internen Revision, wurde dort von einer Sachbearbeiterin aufgenommen. Wir sorgten dafür, das erste, naiv gestellte Fragen unbeantwortet blieben. Das förderte die Neugierde der Erbsenzähler. Und so beschäftigte sich plötzlich ein Abteilungsleiter um das Thema, forderte Aufklärung, traf diesmal auf echten Widerstand von unseren Chefs, so dass der Mann um Unterstützung durch seine Vorgesetzten bat. Nur vier Wochen später platzte die Bombe endgültig und der Fall wurde ganz groß in der Weltpresse aufgerollt, nachdem sich ein erstes Dutzend der großen Zeitungen von uns gesteuert auf die Story gestürzt hatte.

Eine Untersuchungskommission fand problemlos genügend Hinweise zu Korruption und stichhaltige Beweise für all die Veruntreuungen, die wir zuvor säuberlich an verschiedenen Stellen im immensen Archiv der UNO abgelegt hatten. Und da diese Daten von mehr als zwei Dutzend unabhängigen Abteilungen zusammengetragen worden waren, kam nicht einmal der Hauch eines Verdachts auf, dass es sich um ein gesteuertes Komplott handelte.

Die gesamte Regierung Äthiopiens trat zurück und Neuwahlen fanden statt. Die USA zahlten im Namen der CIA siebenundzwanzig Milliarden Dollar an die geschädigte Staatskasse zurück. Der Direktor und weitere Beamte mussten die CIA verlassen und eine parlamentarische Untersuchungskommission sollte wieder einmal zusätzliches Licht ins Dunkel der Geheimdiensttätigkeiten bringen, dies allerdings zugegebenermaßen ohne nennenswerten Erfolg.

Alles in Allem ein kleiner Sieg für die Menschheit, aber ein sehr großer für unser Netzwerk.

Wir wurden mutiger.

Leider.

*

Die Kommunikation untereinander war eine der Schwachstellen. Das war mir von Anfang an bewusst gewesen. Telefonate kamen aufgrund der weltumspannenden Abhörnetze eh nicht in Frage. Ebenso wenig taugte der E-Mail-Verkehr, selbst nicht mit den Standard-Verschlüsslungen, die längst von den führenden Nationen geknackt worden waren. Doch wir arbeiteten fast alle für die UNO und die besaß zwei abhörsichere Kommunikationswege. Das eine war uralt, das zweite nur wenig jünger.

Seit über hundert Jahren gehörte der Telex zu den sichersten Verbindungen, weil der Austausch von Informationen immer nur zwischen zwei Geräten erfolgt und der Verschlüsselungscode der Daten ad hoc festgelegt wurde, ohne bestimmbare Regel. Das zweite sichere Verfahren gehörte vor einem halben Jahrhundert zum Standard jedes Unternehmens, wurde in den letzten zwanzig Jahren jedoch kaum noch genutzt. Denn der Telefax war umständlich und langsam, jedoch ebenso sicher vor jeder Spionage wie der Telex.

Beide Verfahren hätte man nur mit einem riesigen Aufwand knacken können. Und das Aufspüren einer wichtigen Mitteilung wäre reines Glück gewesen. Das waren wohl auch die beiden wichtigsten Gründe gewesen, warum die Staaten diese Formen der Kommunikation so weit als möglich zurückgedrängt hatten und das Internet als Kommunikationsmittel derart populär machten. Denn im Netz hatte man es nie mit reiner ad hoc Maschinenlogik zu tun, konnte auch Unternehmen, die Verschlüsselungssysteme entwickelten, problemlos ausspionieren, einschüchtern oder gar erpressen und sich so Zugang zu allen geschützten Daten verschaffen.

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