Kendran Brooks - Elendiges Glück
Здесь есть возможность читать онлайн «Kendran Brooks - Elendiges Glück» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Elendiges Glück
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:4 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 80
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Elendiges Glück: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Elendiges Glück»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Elendiges Glück — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Elendiges Glück», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Sabine dagegen fühlte sich elend beim bloßen Gedanken, dass der Staatsschutz sie von nun an auf Schritt und Tritt beschatten könnte.
»Wo bleibt da die Demokratie? Wo der Persönlichkeitsschutz? Wo die Würde?«, reklamierte sie wütend.
Ich nahm sie in den Arm und drückte sie fest an mich, beruhigte sie mit meiner Wärme.
»Sie haben zwar die Aussage von Karl und die Polizei verdächtigt uns deshalb. Doch nach ein paar Tagen, spätestens nach zwei oder drei Wochen hat man uns wieder vergessen, glaub mir. Wir müssen uns nur solange bedeckt halten.«
»Du willst doch unsere Pläne nicht doch noch umsetzen?«, ereiferte sich Gonzales sogleich, »das wäre Wahnsinn«, und er schaute Sabine an, verlangte nach ihrer Unterstützung und erhielt sie auch.
»Sicher unternehmen wir nichts mehr in dieser Sache. Denn wenn wir jetzt noch in Erscheinung treten, dann haben sie uns auf sicher.«
»Du willst die Aktion abblasen?«, fragte ich erstaunt zurück, denn gerade Sabine wirkte auf mich stets wie die Radikalste von uns vier. Doch diesmal nickte sie heftig zustimmend.
»Unser Plan ist weiterhin gut und wenn etwas Gras über die Sache gewachsen ist, können wir ihn bestimmt noch umsetzen lassen. Doch wir drei sind auf jeden Fall aus der Geschichte raus, das ist klar.«
Ich musste wohl sehr enttäuscht auf die beiden gewirkt haben, denn sie zogen sich von da an von mir zurück, schufen spürbaren Abstand, errichteten eine Mauer zwischen uns, die sie behüten und beschützen sollte.
»Wir können doch nicht andere den Kopf für uns hinhalten lassen«, entrüstete ich mich, »der Plan ist auf unserem Mist gewachsen, also haben wir die verdammte Pflicht…«
»Eben nicht«, mischte sich Sabine in meine Rede ein, »Alina, denk doch nach. Der Staatsschutz verhaftet uns, sobald wir uns auch nur in die Nähe eines Kraftwerks wagen. Die fackeln bestimmt nicht lang herum. Und du weißt selbst, wie man dort mit Verdächtigen umgeht.«
Nein, das wussten wir selbstverständlich nicht. Man munkelte in der Szene zwar ständig von irgendwelchen Aktivisten, die von einem Tag zum nächsten spurlos und für immer verschwunden sein sollten. Doch wir kannten kein einziges der angeblichen Opfer persönlich, für mich ein Zeichen, dass nicht viel an den Geschichten dran sein konnte. Für Sabine und Gonzales dagegen waren die fehlenden Beweise eher eine Bestätigung.
Unsere vorgesetzte Stelle bei Greenpeace versprach uns volle Rückendeckung und juristischen Beistand bis zu den höchsten Instanzen. Wir drei winkten gelassen ab.
»Das war ein Schuss ins Blaue von den Behörden. Die dachten, sie hätten es mit drei Weicheiern zu tun, die ihre Ideale rasch vergessen und verraten würden.«
»Und Karl?«, fragte Detlef Seibert zurück.
»Den kannst du abschreiben«, antwortete ich an Stelle der beiden anderen, »dieser Feigling ist der einzige Grund, warum man uns verhaftet hat. Er machte insgeheim einen Rückzieher und verriet uns an die Bullen, das verdammte Schwein.«
Detlef war über unsere genauen Pläne nicht informiert gewesen. Das war so üblich bei Greenpeace. Denn solange die Geschäftsleitung wenig bis gar nichts über die Aktionen der einzelnen Gruppen wussten, solange konnte man sie auch nicht belangen. Erst ein paar Jahre später erkannte ich den Fehler in der Organisation dieser selbsternannten Umweltschützer. Denn wenn sich die oberste Führung wie Generäle weitab von den Schlachtfeldern im Hintergrund halten konnten, opferten sie auch leichtfertig ihr Fußvolk, warfen sie die von Idealen völlig Verblendeten den Haifischen des Staates und der Wirtschaft zum Fraß vor. In Japan machten erfolglose Generäle nach einer verlorenen Schlacht traditionsgemäß Seppuku. Bei Greenpeace gönnten sie sich lieber eine weiter Flasche Champagner und eine dicke Zigarre auf Kosten des Hauses, egal, ob nur eine Schlacht oder der ganze Krieg verloren gegangen war, denn wichtig war einzig die Publicity und damit die kostenlose Werbung für noch mehr Spendengelder. Doch das alles erkannte ich leider zu spät. Zumindest viel zu spät für mich.
*
Ich war für ein paar Wochen in mein Elternhaus zurückgekehrt, verbrachte viel Zeit mit meiner Maman und sogar noch mehr mit Jules, meinem Vater. Denn nun war ich aufgewacht und bereit, war alarmiert, vor der Staatsgewalt, vor den Wirtschaftsinteressen, vor all den politischen Verwicklungen, die kaum noch Raum für Freiheitsliebende und Verantwortungsbewusste ließ.
Bei Greenpeace hatte ich gekündigt. Sabine und Gonzales waren eh keine zwei Wochen nach unserer Freilassung ausgetreten und mieden mich seitdem, die beiden Feiglinge. Opportunismus schien für alle Welt die Losung für eine glückliche und erfolgreiche Zukunft zu sein. Und ich? Die Matrix aus dem gleichnamigen Film kam mir in den Sinn, das System, das uns Menschen einspannte und gleichzeitig aussaugte, uns das Leben, die Unschuld und die Tatkraft raubte und zu einem willfährigen Werkzeug der Mächtigen machte.
Ich war wütend, auf die Politiker, auf die Wirtschaftsführer, auf die Menschen, die nicht begreifen wollten oder konnten, die ganz einfach zu dämlich waren, um Parallelen und Entwicklungen voraus zu sehen, die zu dumm waren, um die ständig wachsende Bevormundung der Mächtigen zu stoppen. Zu keinem Zeitpunkt in meinem späteren Leben war ich derart empfindsam und aufgewühlt, politisch und engagiert. Und mein Vater nahm mich zur Seite, hörte mich ruhig an, stimmte mir manches Mal zu, wich vor allem keiner meiner Fragen aus.
»Ich versuche zwar, dich zu verstehen, Alina«, so begann er fürsorglich und einfühlsam, »doch vielleicht bin ich der Falsche. Denn ich selbst habe in meinem bisherigen Leben vor allem zu mir selbst geschaut, war meistens sehr egoistisch und im Grunde genommen nie wirklich selbstlos.«
»Aber ich denke, ich kann dich verstehen«, fuhr er fort, »kann dich fühlen und begreifen, wofür du stehen willst, was du erreichen möchtest. Doch ich muss dich warnen. Den wichtigsten Leitsatz von Epikur habe ich dir zwar schon mit sechzehn beigebracht. Ich rufe ihn dir trotzdem in Erinnerung.«
»Lebe im Verborgenen?«, antwortete ich spöttisch.
»Nein, im Gegenteil. Mache dich kundig, setze dich für das Richtige ein. Blicke weiterhin hinter die Kulissen und entwickle aufgrund deiner Beobachtungen eine erfolgversprechende Strategie. Suche dir anschließend vertrauenswürdige Mitstreiter zusammen und verschwört euch zu einer Familie, die sich beisteht, die sich nie verrät, die lieber stirbt als nachgibt.«
»Du sprichst von Moral«, meinte ich und er nickte.
»Moral ist die Bindung, die über den Tod hinausgeht. Moral ist stärker als jede Eigenliebe, mächtiger als die Folter …«
»…und gewalttätiger als jedes Verbrechen«, unterbrach ich ihn lächelnd und er stimmte mir ebenso zu.
»Ja, die wahre Macht im Universum ist die Moral. Doch man muss sie richtig einzusetzen wissen.«
»Und wie geht das? Worauf muss ich achten?«
Irgendwie spürte ich, dass mein Vater mir meine Augen weiter öffnen wollte, mich eine weitere Stufe der Erkenntnis erklimmen lassen konnte.
»Forsch immer nach der Würde in einem Menschen.«
»Würde?«, fragte ich skeptisch zurück, »was meinst du damit?«
Mein Vater sammelte sich, reflektierte vielleicht sogar noch einmal sein Wissen oder seine Vermutungen.
»Die Würde sorgt stets dafür, dass wir uns vernünftig verhalten, dass wir abwägen, dass wir auch Empathie für andere Menschen entwickeln und empfinden.«
»Und je mehr einer davon besitzt, desto moralischer handelt er?«, fragte ich verdutzt zurück.
»Nein, im Gegenteil«, widersprach mir mein Vater sogleich, »je mehr Würde jemand in sich trägt, desto ausgleichender will er wirken, desto gerechter wird er auftreten, desto mehr wird er bei seinen Entscheidungen an das Schicksal anderer Menschen denken, an ihr Wohlbefinden. Deshalb ist zu viel Würde schlecht für deine Pläne.«
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Elendiges Glück»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Elendiges Glück» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Elendiges Glück» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.