Kendran Brooks - Sapientia

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Jules Lederers Leben wird durch eine Kindheit mit einem kaum anwesenden Vater und einer Zärtlichkeiten ablehnenden Mutter geprägt, durch eine Pubertät im Knabeninternat, während der er von seinem Sportlehrer verführt und missbraucht wird, durch die einsame Zeit als Student und durch den turbulenten Eintritt in ein abenteuerliches Arbeitsleben. Beherrschung zwingt er sich auf, spielt ebenso mit ihrer Schwester, der Unvernunft. Trost und Ziel erhält er durch sein Sapientia, einem nicht fassbaren Land voller Klarheit und Vernunft, deren Pforten ihm aber oft verschlossen bleiben. Wer ist dieser Jules, dem wir uns in bisher zehn Romanen genähert haben? Was treibt ihn an? Wie kommt er mit sich selber zurecht?

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Die malaysische Ehefrau von Spälti sprach ein derart britisch klingendes Englisch, dass sich Jules sogleich an einen Austauschstudenten aus England erinnert fühlte, den er ein Jahr zuvor in St. Gallen kennengelernt hatte. Tatsächlich hatte Yolida am Girton College englische Geschichte und englische Literatur studiert und in Cambridge auch ihren Heinz kennengelernt, der am Jesus College Philosophie und Theologie belegte. Das Ehepaar war kinderlos geblieben. Jedenfalls wurden keine erwähnt und Jules fragte aus Gründen der Pietät nicht weiter nach.

»Meine Mutter hatte eine Phase, in der sie mit asiatischen Heilkräutern und Gewürzen experimentierte und eine Reihe von Hausmittelchen herstellte. Sie verlor zwar rasch das Interesse daran. Doch ich kann mich an eine rotbraune Flüssigkeit erinnern, die sie mir gegen Bauchschmerzen verabreichte. Sie war scharf und roch nach Ingwer, den ich damals aber noch gar nicht kannte. Und als ich sie fragte, was ich da schluckte, sprach sie von Galgant, was für mich so ähnlich wie Galgen tönte. Ich hab später in der Schulbibliothek nachgeschlagen und darüber gelesen. Seinen besonderen Geschmack habe ich jedoch nie mehr vergessen.«

So und ähnlich verliefen die drei Stunden Plauderei mit Essen, das mit einem Bubur cha-cha endete. Erst Monate später und nach Jules Einsatz in Haiti erzählte ihm Roger Spälti, was Yolida nach diesem Abend zu ihm sagte.

»Er ist ein sehr angenehmer junger Mann. Er wirkt aufrichtig und abgeklärt, sehr vernünftig und ruhig. Doch tief in ihm drin brennt ein Feuer. Ich konnte nicht spüren, ob es gut oder schlecht ist. Aber es ist vorhanden und wirkt ähnlich wie Heimweh, eine Art von Sehnsucht. Vielleicht nach einem bestimmten Menschen? Oder nach einem Ort? Vielleicht auch nur nach Ansehen, Geld oder Macht. Er scheint mir hungrig, dieser Jules. Doch nach was?«

Jules hatte laut aufgelacht und lausbübisch gegrinst, als ihm Spälti dies erzählte, hatte seinem Mentor aufmunternd auf das linke Schulterblatt geklopft und gemeint: »Deine Frau ist so klug. Grüß sie bitte nett von mir.«

*

Jules hatte sich entschieden. Er wollte noch in dieser Woche bei Lenz & Karrer kündigen und die Anwaltskanzlei verlassen. Von Heinz Keller hatte er seit zwei Wochen nichts mehr gehört und auch Roger Spälti schien sich nicht mehr um ihn zu kümmern.

»Ich versauere hier noch«, hatte er seinem Vorgesetzten am gestrigen Abend an den Kopf geworfen, »immer nur Zahlen analysieren und Berichte schreiben und nie erhält man ein Feedback, weiß nicht, wer was auf der Basis meiner Arbeit entschieden hat oder ob ich hier bloß für den Papierkorb lese und tippe.«

Sein Vorgesetzter sah ihn nur mitleidig an, setzte seinen dunkelgrauen Filzhut mit dem dunkelbraunen Seidenschweißband auf und verließ das Großraumbüro, ging wie jeden Abend exakt um Viertel nach Fünf, ließ diesmal bloß sein sonst obligates Kopfnicken zur Verabschiedung weg, als deutliche Missbilligung des Ausbruchs seines Untergebenen. Jules blieb ratlos in seinem zwei mal zwei Meter kleinen, von hohen Schallschluckwänden umschlossenen Einzelarbeitsplatz zurück, fühlte sich wie ein überdimensionierter Hamster im Käfig, fürchtete sich gleichzeitig vor der allabendlichen Rückkehr in seine Wohnung, vor der nächsten einsamen Nacht. Er erhob sich von seinem Bürostuhl, blickte über die Kante der eins sechzig hohen Wände und sah sich um. Da und dort leuchteten noch Arbeitsplatzlampen, vielleicht vergessen von längst gegangenen Kollegen, vielleicht auch die Markierungen von anderen noch emsigen Hamstern im Rad. Er setzte sich wieder hin, starrte auf die Tastatur, hob seine rechte Hand und wuchtete seine Faust mit aller Kraft auf die Buchstaben, so dass einzelne der Kunststoffkappen zerbrachen, nahm das Keyboard danach hoch und zerlegte es krachend über seinem Oberschenkel, faltete es zusammen wie einen Karton und warf es in den Papierkorb neben seinem Pult, starrte feindselig darauf nieder, schalt sich gleichzeitig einen verdammten Narren. Wie sollte er nun seine Kündigung tippen?

Erschlagen fühlte er sich, als er sich in sein Apartment mehr schleppte als ging. Im Kühlschrank fand er noch eine Block billigen Gouda-Käse und eine fast volle Tube Mayonnaise, setzte sich mit den beiden in den Händen aufs Sofa und tippte mit dem kleinen Finger auf die Fernbedienung, schaltete den Fernseher ein, blickte auf die Mattscheibe, sah nicht wirklich die Bilder, hörte auch nicht zu, drückte mechanisch die Paste aus der Tube auf den Käse und biss vom großen Stück ab, kaute flüchtig und schluckte zornig.

Zehn Minuten später war er wieder auf der Straße unten, spürte Käse und Mayonnaise wie einen harten Brocken schwer im Magen liegen, so als hätten sich die Bissen dort wieder zusammengefügt, bekam auch einen unangenehm beißenden Geschmack im Mund, peilte die nächstgelegene Bar an, in der er ab und zu einen der Abende verbrachte. Diesmal war sie kaum besucht und so konnte er sich auf seinen Lieblingshocker am Tresen setzen, ganz hinten in der Ecke, von dem aus er den Eingang beobachten konnte. Er bestellte sich einen Dry Martini, musste sich den längst schalen Bond-Spruch bezüglich geschüttelt oder gerührt vom grinsenden Barkeeper anhören, der sich im Übrigen auf einen Wodka-Martini bezog, ärgerte sich beim Kauen der Olive einmal mehr darüber, dass sie, wie fast überall in der Stadt, zuvor in Öl eingelegt war und nicht in der obligaten Lake, dachte über sein Leben nach, rief sich in Erinnerung, dass er am nächsten Morgen zuerst im Computerfachgeschäft vorbeigehen musste und eine neue Tastatur erwerben.

Ein zweiter Dry Martini folgte dem ersten und Jules dachte kurz an die US-amerikanische Schriftstellerin Dorothy Parker, die einmal gesagt haben soll: »Ich trinke gerne Martini, doch zwei sind genug, denn nach dreien liege ich unter dem Tisch und nach dem vierten unter dem Wirt.«

Jules war nicht nach Lachen oder auch nur nach Grinsen zumute. Denn was sollte er nach dem Austritt aus der Kanzlei tun? Wo sich bewerben? Welche Richtung einschlagen?

Sein Vater war ein hoher Diplomat, reiste für die Schweizer Regierung in der Welt herum und machte sich wichtig. Seine Mutter war vereinsamt, seit ihr Ehemann ausgezogen und ihre Jugend verblüht war. Sie widmete sich ausschließlich dem Alkohol und manchmal noch jungen, gekauften Liebhabern. Als einziges Kind würde er dereinst von beiden genug Geld erben, um nicht arbeiten zu müssen. Machte Arbeit Sinn, wenn man auf den Verdienst nicht angewiesen war?

Jules bestellte sich einen weiteren Martini, diesmal jedoch aus halb-halb Gin und Wodka. Der Barkeeper schüttelte ihn, ohne zuvor zu fragen, servierte ihn in einer Schaumweinschale und legte eine Zitronenzeste hinein. Nun musste Jules doch ungewollt grinsen, murmelte sogar ein: »Close but no cigar.«

»Wie bitte?«, fragte der Barkeeper zurück, hatte wohl ein Lob von Jules erwartet.

»Schon gut«, und er trank das Glas in einem Zug leer, »ich möchte zahlen.«

Als er zum Apartmenthaus kam, wartete Roger Spälti vor der Eingangstüre auf ihn, hatte wohl zuvor erfolglos bei ihm geklingelt. Jules erkannte eine ungewohnte Unruhe in den Augen seines Mentors. Spälti schien höchst verunsichert oder gar erschüttert. Die beiden Männer begrüßten sich wortkarg, denn Jules glaubte selbstverständlich, seine verbale Auseinandersetzung mit seinem Vorgesetzten hätte Roger auf den Plan gerufen und er war zu ihm geeilt, um ihm eine gehörige Standpauke zu halten. Darum fragte Jules auch gar nicht nach den Gründen für den unerwarteten Besuch. Aber auch sein Mentor erklärte nichts, während sie schweigend in der Liftkabine ins fünfte Obergeschoss fuhren und wenig später die Wohnung von Jules betraten. Spälti steuerte direkt das schmale Sofa an und setzte sich hinein.

»Hast du einen Whiskey?«, fragte ihn sein Mentor und Jules schüttelte verneinend den Kopf: »Ich kann nur mit Tequila dienen.«

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