Kendran Brooks - Sapientia

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Jules Lederers Leben wird durch eine Kindheit mit einem kaum anwesenden Vater und einer Zärtlichkeiten ablehnenden Mutter geprägt, durch eine Pubertät im Knabeninternat, während der er von seinem Sportlehrer verführt und missbraucht wird, durch die einsame Zeit als Student und durch den turbulenten Eintritt in ein abenteuerliches Arbeitsleben. Beherrschung zwingt er sich auf, spielt ebenso mit ihrer Schwester, der Unvernunft. Trost und Ziel erhält er durch sein Sapientia, einem nicht fassbaren Land voller Klarheit und Vernunft, deren Pforten ihm aber oft verschlossen bleiben. Wer ist dieser Jules, dem wir uns in bisher zehn Romanen genähert haben? Was treibt ihn an? Wie kommt er mit sich selber zurecht?

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Sein Anwalt befreite ihn aus dem künstlichen Gedankengefängnis der Irrenanstalt. Vielleicht hatten seine Eltern Druck auf die Behörden ausgeübt? Ein Lederer in der Psychiatrie? Das durfte nicht sein. Jules hatte allerdings keinen Kontakt mehr zum längst geschiedenen Elternpaar, suchte ihn auch nicht nach seiner Entlassung aus der Nervenheilanstalt. Wichtig war bloß, dass er frei gekommen war und ein halbes Jahr später wegen leichter Körperverletzung zu einer bedingten Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt wurde, aber nicht etwa wegen der Gewalt, die er tatsächlich gegen diesen Kerl in dieser Bar in dieser Nacht eingesetzt hatte, nicht wegen dem kurzen Krankenhausaufenthalt, den er ihm bescherte, sondern vor allem wegen der tödlichen Gewalt, die er aufgrund seiner Ausbildung, seines unermüdlichen Trainings und des Alkohols in seinem Blut hätte einsetzen können.

Doch Sapientia blieb für Jules auch in den nächsten Monaten unerreichbar. Hatte ihm vielleicht doch irgendein Gott ein einmaliges Zeichen gesandt? Als eine Art von Gnade und letzter Chance? Doch Jules verweigerte sich standhaft gegen jeden religiösen Gedanken. Denn kein Gott war in seinen Augen gerecht und kein Gott wollte ehrlichen Frieden. Das lehrte einem die Geschichte, die Erfahrung und das Hier und Heute. Und so blieb dem Schweizer nichts anderes als die Sehnsucht nach diesem einen Ort, wo sich seine Gedanken völlig frei bewegten und er sich gleichzeitig geborgen und beschützt fühlte.

In dieser Zeit wählte er auch den Namen für sein neues Land.

Sapientia.

Lateinisch stand das Wort für Klugheit, Weisheit, Vernunft und Besonnenheit. Nicht das Jules die römische Sprache besonders geliebt hätte. In der Schule hatte er sich an ihr gelangweilt und sie war wohl auch der Grund gewesen, warum er seine pubertären Ideen rasch begrub, dereinst als Archäologe die Welt zu bereisen, um neue Fundstätten zu entdecken und alte Fragen der Menschheit zu beantworten. Das Abenteuer hatte ihn wohl schon damals gelockt. Doch Latein und später Altgriechisch wären zwei Grundvoraussetzungen für eine Karriere als Grabungsleiter gewesen, viel zu hohe Hürden für einen wenig disziplinierten Schüler, der gerade begann, seine körperlichen Fähigkeiten durch viel Sport zu entwickeln.

Er musste lange den Zugang zu seinem Sapientia suchen, fand ihn irgendwann, betrat das Land seiner Verheißung immer gezielter und so oft ihm danach war, benutzte dessen unerschöpflichen Möglichkeiten. Und wenn er auch in späteren Jahren den Weg dorthin ab und zu aus seinen Augen verlor, sich selbst das Tor in sein Reich versperrte, so fand er den Schlüssel doch stets wieder, zumindest, wenn er ihn wirklich dringend brauchte.

1988 – für Heinz

Seine Abschlussarbeiten hatte Jules termingerecht eingereicht und alle Anspannung, aller Ärger, alle Mühsal war in diesem Moment von ihm abgefallen. Er hatte auch noch nicht für seine Zukunft geplant, wollte die nächsten Monate ohne jede Verpflichtung verbringen, vielleicht die Welt bereisen, das Leben genießen. Zwar nur mittelgroß, schlank und mit einem Allerweltsgesicht gesegnet, zog der Schweizer trotzdem viele Frauen jeden Alters an, sobald er sich lässig an einem Sandstrand in der Badehose oder an einer Bar mit weit geöffnetem Hemd und eng geschnittener Hose zeigte und so seinen gestählten Körper mit den deutlichen, wenn auch nicht protzigen Muskeln präsentierte.

Finanziell war Jules Lederer bereits damals weitgehend unabhängig. Seine geschiedenen Eltern hatten ihn stets reichlich mit Geld versorgt. Zudem beerbte er eine verstorbene Tante, die er gar nicht kannte, die ihn wahrscheinlich als Säugling zum ersten und letzten Mal gesehen und in ihren bestimmt schon damals faltigen und fleckigen Armen gewiegt hatte. Doch achthunderttausend Franken blieben achthunderttausend, selbst wenn sie vom Teufel selbst ausbezahlt worden wären.

Immer noch lebte Jules in der 1-Zimmer-Wohnung an der Waldaustraße in St. Gallen, immer noch trainierte er täglich seinen Kampfsport, wenn auch nicht mehr unter einem Meister und in einem Dojang, sondern in einem gewöhnlichen Karateklub, dessen Mitglieder allesamt weit weniger an asiatischen Weisheiten als an durchschlagenden Argumenten interessiert waren.

Jules hielt sich meist abseits von ihnen, hatte in einer Ecke der großen Trainingshalle auf eigene Kosten einen Wing Chung Holzdummy installieren lassen, um seinen Körper weiter abzuhärten. Heinz Keller war ihm hierher gefolgt, hatte das frühere Dojang von Meister Hiro Kashi ebenfalls verlassen, blieb sein guter Kollege und beinahe Freund. Nur beinahe , denn Jules mochte die Nähe eines anderen Mannes nicht aushalten und ohne die war echte Freundschaft unmöglich. Vielleicht lag das an Jules Kindheit mit einem Vater, der nie für ihn da war und einer Mutter, die jede Körperlichkeit ablehnte. Womöglich auch an seinem früheren Sportlehrer Peter Maischberger, der die Verletzlichkeit von Jules damals im Knabeninternat in Montreux gespürte hatte, ihn verführte und missbrauchte.

Nein, mit Männern sich im Kampf messen, das mochte Jules Lederer, war für ihn zu einem wichtigen Lebensinhalt geworden. Doch mehr und echte Nähe? Über Gedanken und Gefühle sprechen? Vertrautheit aufbauen? Das alles kam für ihn nicht mehr in Frage. Und so blieb seine Beziehung zu Heinz Keller eine rein kollegiale, mit lockeren Gesprächen und stets ausweichendem Tiefgang. Und Heinz spürte die mangelnde Bereitschaft von Jules, nahm darauf Rücksicht, vielleicht, weil er in ihm längst den Anführer ihres Zweiergespanns sah, dessen Launen er sich unterzuordnen hatte, vielleicht auch, weil er damals schon die innerliche Verlorenheit von Jules fühlte und kein Mittel fand, sie aufzubrechen.

Doch dann trat Roger Spälti in ihr Leben, tauchte an einem Abend in der Karateschule auf, beobachtete die Kämpfer auf den Kwon-Matten, gesellte sich wenig später zu Jules und Heinz, die an der Wing Chung Holzpuppe Ausdauer übten und ihre Schmerzempfindlichkeit senkten. Und irgendwann stellte sich Roger den beiden vor, lud sie zu einem isotonischen Getränk an der Bar ein, fragte sie aus, nach ihren Kampfkünsten, der Einschätzung ihrer Fähigkeiten. Jules war ehrlich überrascht, dass Heinz ihn als sein Vorbild beschrieb und von seinem Können schwärmte, tat dasselbe für seinen Kollegen, wenn auch wenig überzeugend.

Später ließ sich Roger Spälti von ihnen beiden einen Showkampf mit Nunchakus zeigen. Sie gehörten für Jules und Heinz zu den bevorzugten asiatischen Waffen, waren doch die beiden durch kurze Ketten verbundenen und mit Blei ausgegossenen Holzenden nur schwer beherrschbar, verlangten gleichermaßen nach körperlichem, wie nach geistigem Geschick, mussten geradezu mit dem Kämpfer verschmelzen, um wirksam eingesetzt zu werden.

Roger Spälti zeigte sich von der Vorführung begeistert, lud Heinz und Jules spontan zu einer asiatischen Kampfsport-Show ein, die sein Arbeitgeber Lenz & Karrer, eine große Anwaltskanzlei in Zürich, sponserte. Die beiden nicht-mehr-lange Wirtschaftsstudenten nahmen freudig an und zeigten ein paar Wochen später dem Publikum einen ebenso wilden, wie erklärenden Schaukampf. Zufrieden saßen die beiden hinterher in der Umkleide zusammen, hatten längst geduscht und die Haare gewaschen und schlüpften gerade in ihre Straßenschuhe, als Roger Spälti zu ihnen hineinkam und sie zu einem Bier oder Wasser in einer nahen Kneipe einlud. Zu dritt saßen sie wenig später in der Gräbli Bar an einem Tisch zusammen, Heinz und Jules innerlich in gespannter Erwartung, Roger locker und doch bestimmt.

»Ich hab das Okay bekommen«, vermeldete er, nachdem sie sich zugeprostet hatten, »von meinen Vorgesetzten«, ergänzte Roger erklärend, »die saßen nämlich auch im Publikum. Auf meine Bitte hin.«

Irgendwie seltsam geheimnisvoll klangen diese Sätze in den Ohren der beiden Wirtschafts-Studenten, beinahe schon verschwörerisch.

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