Elisa Scheer - Grundreinigung

Здесь есть возможность читать онлайн «Elisa Scheer - Grundreinigung» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Grundreinigung: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Grundreinigung»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Auf dem Traumjob liegt eine halbjährige Besetzungssperre, ihr Freund frisst ihr die Haare vom Kopf, das Konto ist leer – Anne braucht dringend einen Job. Alles, was sie findet, ist Putzen, aber das ist interessanter, als sie zunächst angenommen hat: Sie lernt nette und durchgeknallte Leute kennen und einen Schriftsteller, der sich mit dem Gedanken quält, vor einigen Jahren als Dozent eine Studentin in den Tod getrieben zu haben. Aber war es wirklich so? Und wer wirft ihm Steine durchs Fenster, um die Schuldgefühle am Leben zu erhalten? Anne beginnt, selbst zu recherchieren, wobei sie weder von dem vergrämten Kampmann noch von der Polizei zunächst unterstützt wird. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird es für sie selbst – und für ihren Seelenfrieden.

Grundreinigung — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Grundreinigung», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

„Mir kam er eigentlich schon ganz schlau vor. Weißt du noch, seine bösartigen Kommentare, als Titanic im Fernsehen lief?“

„Ja, weiß Gott. Und wir sollten uns alle so einen experimentellen Film aus Tunesien stattdessen angucken. Mag ja sein, dass da mehr Aussage drinsteckte, aber auch Leonardo di Caprio hat doch eine Existenzberechtigung. Außerdem ist bei Heiner nichts echt. Du hättest mal erleben müssen, wenn Proletarierkultur und elitäre Hochkultur sich gegenseitig widersprochen haben, dann wusste er absolut nicht, wo er sich einordnen sollte. Null eigener Geschmack.“

„Du bist ganz schön hart. Ich dachte, du hast ihn mal geliebt?“

„Das legt sich, wenn du bloß das Hausdoofi bist, das - wie hat er so nett gesagt? – nur zum Putzen und zum Bumsen taugt. Nach diesem Satz, das muss ich leider zugeben, ist das Niveau der Diskussion ziemlich abgestürzt.“

Geli kicherte. „Das hat er gesagt? Grob.“

„Ich hatte ihn provoziert, aber er ist auch verdammt leicht zu provozieren. Was der von einer Frau will, ist schnell umrissen: zahlen, bewundern, poppen. Was sie denkt, ist irrelevant, er ist das Genie, und damit basta! Aber du kannst dein Glück gerne bei ihm versuchen, er scheint eine Mäzenin zu suchen. Gisi wollte ihn ja auch nicht zurück.“

„Hat er denn so wenig Geld?“

„Ach wo“, schnaufte ich, „er verdient ganz anständig. Aber das Privileg, den Avantgardepapst bei sich wohnen zu haben, kostet eben. Er spart sein Geld, wofür, weiß ich nicht. Vielleicht will er ein weiteres Filmfestival ins Leben rufen, es gibt ja noch kaum welche.“

Geli lachte wieder. „Ich glaube, der ist mir auch zu teuer – und zu anstrengend. So toll ist der Job beim Tengelmann wieder nicht. Und in der WG wollen die den sicher auch nicht haben."

„Aber ihm würde das gefallen“, sinnierte ich, „drei Weiber – fast schon ein Fanclub.“

„Nö, lass mal, das muss ich nicht haben.“

„Sehr vernünftig. Wäre ich bloß damals auch so schlau gewesen! Obwohl – ganz zu Anfang war er noch nicht so.“

„Und jetzt bist du pleite?“ Das sagte sie klugerweise in dem Moment, als ich die Wohnzimmertür öffnete, und zwei Elternköpfe fuhren entsetzt herum.

„Ja. Als ich gesagt habe, er soll im Monat dreihundert Euro auf den Tisch legen, sonst kriegt er nichts mehr zu essen, war es gar nicht mehr so schwer, ihn loszuwerden. Im Moment hab ich noch, glaube ich, sechzig Euro bis zum Dispolimit und etwa zwölf Euro in der Tasche. Ende des Monats müsste ich noch – siebzehn mal fünfzehn mal vier – äh – rund tausend Euro von JobTime kriegen. Und ich kaufe bloß noch bei Aldi ein, und nur ganz wenig.“

„Sehr vernünftig“, lobte Papa und guckte gequält – offenbar hatte er schon erkannt, dass hier für einen Pumpversuch der Boden bereitet werden sollte. Ich hütete mich, sofort in diese Kerbe zu hauen, und bedankte mich nur fromm für dieses Lob. Nach einer weiteren Runde Smalltalk und dem vergeblichen Versuch, Jani auszureden, sich die Haare blauschwarz zu färben, um wie Morticia Addams auszusehen, machte ich mich umständlich zum Aufbruch bereit.

Mama sprang sofort auf. „Komm vorher noch mal mit in die Küche!“ In der Küche füllte sie die Hälfte des Marmorkuchens in eine Tupperwaredose, packte die in eine Plastiktüte, steckte noch einige Konserven dazu und ein frisches Paket Kaffee und küsste mich. „Und melde dich, wenn du Hunger hast oder Geld brauchst!“

„Mach ich“, versprach ich gerührt und schleppte die Tüte in den Flur, wo Papa neben dem Garderobenständer lauerte. Zwei kleine grüne Quadrate wurden mir unauffällig in die Hand gedrückt. „Aber sag´s nicht Mama!“

Ich schloss meine Hand schnell und küsste ihn dankbar. „Ich sag kein Wort – und du kriegst es auch wieder, wenn ich in Lohn und Brot stehe, versprochen!"

„Weiß ich doch! Nur Jani steckt ein und zahlt nie zurück.“

„Die ist ja auch das Küken, die darf das, oder?“ Er brummte liebevoll und schob mich zur Tür hinaus. „Hast du überhaupt noch Benzin?“

„Klar. Der Kampmann gibt mir immer einen Euro, wenn ich für ihn eingekauft habe, und die lege ich ins Handschuhfach, fürs nächste Tanken. Keine Sorge, Papa!"

Sobald die Haustür sich geschlossen hatte, inspizierte ich die grünen Quadrate. Tatsächlich, zwei Hunderter, und in jeden grünen war noch ein blauer Schein gesteckt worden. Zweihundertvierzig Euro, Klasse, die Hälfte musste am Montag sofort auf die Bank. Dazu hatte ich nun noch reichlich zu essen – besser konnte es mir doch gar nicht gehen!

Doch, die absolute Wochenendfreude bestand darin, dass niemand vor meiner Tür saß! Unbehelligt schleppte ich meine Beute in die Wohnung und verstaute sie. Als ich die Größe des Kuchens inspizierte, entdeckte ich drei Fünfziger, die sauber an die Wand der Tupperdose gesteckt waren. Wahnsinn, damit hatte ich jetzt dreihundertneunzig Euro, und heute war ja schon der zwölfte... dann konnte ich doch bestimmt zweihundert einzahlen. Oder sogar zweihundertfünfzig... Umso geringer fielen die Zinsen für den Dispo aus.

Ich vertrödelte das Wochenende sehr gemütlich mit dem Marmorkuchen und dem Kulturverein und bildete mich mit einer im Altpapiercontainer gefundenen Hausfrauenpostille weiter. Mit dem Wissen, wie man Stockflecken aus altem Leinen entfernte und einen Heizkörperreiniger mit einfachsten Mitteln selber bauen konnte, nur aus Bambusstäben und zerrissenen Strumpfhosen, musste ich als Putzfrau doch unschlagbar sein?

Über den Kulturverein hatte ich auch schon einiges herausgefunden, etwa, dass die exzentrische Mäzenin gegen Ende mit dreien ihrer bevorzugten Künstler gleichzeitig ein Verhältnis gehabt hatte. Kein Wunder, dass der Verein in Streitereien und einem mühsam vertuschten Skandal untergegangen war! Nur sollte ich ja nicht nur eine chronique scandaleuse schreiben, sondern auch alle beteiligten Künstler, die großzügige (und offenbar unersättliche) Mäzenin und ihr für die damalige Zeit und unsere muffige Kleinstadt unerhört modernes Programm herausarbeiten und gebührend würdigen.

Das würde noch ein hübsches Stück Arbeit, aber wenigstens hatte ich eine sehr ergiebige Biographie eines beteiligten Landschaftsmalers aufgetan, den man mit etwas gutem Willen sogar als Vorläufer des Expressionismus interpretieren konnte, und die Tochter der Frau von Strahleneck hatte dankenswerterweise recht gehässige Memoiren hinterlassen, nachdem sie in vorgerückten Jahren ziemlich bigott geworden war. Überhaupt, diese Tochter! 1886 geboren, war sie beim großen Knall gerade mal fünfzehn gewesen. Was verstanden fünfzehnjährige Mädchen denn damals von den erotischen Strudeln in einem solchen Verein? Nach dem Krieg etablierte sie sich als etwas angejahrte Übriggebliebene, eine der vielen, deren Verlobter im Felde geblieben war, und fiel dann ziemlich schnell und ziemlich heftig auf diverse völkisch-antisemitisch-okkult angehauchte Vereine herein. Ab 1933 war sie bei den Nazis recht aktiv, verstummte aber ab 1935 und tauchte erst 1945, christlich-geläutert und immer schon so gewesen, wieder auf. Eine unangenehme Person – es würde mir ein Vergnügen sein, den Wahrheitsgehalt dieser Memoiren ausgiebig anzuzweifeln!

Außerdem hatte ich Mamas Geschenke inspiziert – Kohlrouladen, Bohneneintopf, bratfertige Kartoffeln, eine kleine eingeschweißte französische Salami und zwei Dosen gemischtes Obst. Nicht schlecht, das waren fünf Mahlzeiten für fünf Tage, ansonsten sollte es Äpfel geben, da hatte ich noch eine ziemliche Menge. Vielleicht wurden meine Oberschenkel ja doch noch schlanker, wenn ich viel putzte – vorzugsweise in der Hocke – und kalorienarm aß?

Blödsinn! Wie konnte man Heiners boshaftes Geschwafel denn so ernst nehmen? Er hatte das doch nur gesagt, weil er wusste, wie empfindlich ich mit meinen dicken Beinen war. Aber siebzig Kilo, das war trotzdem zu viel, ich sollte fünf oder sechs Kilo weniger wiegen...

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Grundreinigung»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Grundreinigung» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Grundreinigung»

Обсуждение, отзывы о книге «Grundreinigung» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x