Abbas Maroufi - Symphonie der Toten

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Symphonie der Toten: краткое содержание, описание и аннотация

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"Ich bin Urhan", sagte er.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"

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„Aidin stellt sich nicht gerne zur Schau!“

Da sagte ich: „Komisch, ich dachte immer, er betet nicht gern.“

„Was geht das dich denn an?“, erwiderte Mutter.

Und sie sprach das ‚geht – das – dich – an‘ so klar und deutlich aus, wie ich es bisher noch bei keinem gehört hatte. Vater lachte und stellte sich zum Gebet hin.

Mutter sagte zu mir: „Was auch immer sein mag, er ist auf jeden Fall älter als du. Schäm dich!“

Sie war aufgebracht. Mager und aufbrausend. Sie wusste, dass sich Vater auch beim Beten nichts entgehen ließ und alles beobachtete.

„Wenn euer Vater seiner Zunge freien Lauf lässt, was kann man da von dir erwarten?“, meinte sie.

Ich ging dann auf unser Zimmer. Aidin lag bäuchlings auf dem Bett und las „Vater Goriot“. Vater betrat eigentlich nie unser Zimmer, aber an jenem Abend kam er. Er klopfte ein paarmal an die Tür und trat dann ein.

„Was liest du da?“, fragte er.

Aidin sprang auf. Das Buch hielt er in der Hand. Die Arme vor der Brust verschränkt, stand er aufrecht da. Ich sah deutlich, wie seine Hand zitterte.

„Ich hab dich gefragt, was du da liest?“, wiederholte Vater. Er kniff die Augen zusammen und ließ den Blick durchs Zimmer wandern.

„Vater Goriot“, antwortete Aidin.

„Was ist das, dieser ‚Vater Goriot‘?“

Aidin hatte einen Finger in dem Buch stecken, die übrigen zitterten. „Es ist die Lebensgeschichte eines alten Mannes.“

„Und wer ist der?“

„Vater Goriot.“

Ich lachte.

„Halt’s Maul!“, herrschte mich Vater an. Und zu Aidin: „Was tut denn dieser Vater Soundso?“

„Er macht Pasta.“

„Was?“

„Pasta.“

„Was?“

„Er macht Nudeln.“

„Und was tust du eigentlich?“, fragte Vater.

Aidin schwieg.

Immer noch untersuchte Vater das Zimmer mit den Augen. Er war klein von Gestalt, und mit dieser runden Brille mit den Hornbügeln und mit der gefurchten Stirn wirkte er so respekteinflößend, dass man zu Eis erstarrte, das heißt, Aidin sagte immer, dass er eine Respektsperson sei.

„Man ist wie festgefroren“, meinte er. „Ich weiß auch nicht, warum ich vor Vater Angst habe. Hast du denn keine Angst vor ihm, Urhan?“

„Nein, der Vater ist der Vater. Da gibt’s nichts zu fürchten.“

Das hatte er gesagt, als wir im Süden der Stadt herumbummelten, dort, wo die Frauen zum Waschen hingehen.

„Hast du ihn je lachen sehen?“, fragte er.

„Im Geschäft macht er von früh bis spät Späße und lacht.“

„Ich hab ihn ja auch gern, aber ich fürchte mich vor ihm.“

Er schaute den Schwalben nach, die über uns hinwegflogen. Wie sollte er wissen, was diese hübschen, kleinen Vögel einem Menschen antun können? Als die Frauen mit der Wäsche fertig waren und weggingen, machten wir uns auf den Weg zur Stadt. Sie trugen die Wäsche auf dem Kopf, und wir schauten sorg- und gedankenlos zu.

Vater warf einen Blick auf die anderen Bücher im Regal und drehte sich dann plötzlich um.

„Hundesohn, liest du wieder solchen Quatsch?“

Er nahm ihm das Buch aus der Hand und riss den Umschlag ab. Dann riss er den Rücken durch und zerriss die Seiten in so kleine Fetzen, dass der ganze Boden davon bedeckt war. Er riss und ließ die Schnipsel flattern.

Und brüllte: „Bring mir bloß kein solches Gefasel mehr ins Haus!“

Als er rausging, warf er einen Blick auf Aidins dünnen Schnurrbart, der auf seiner Oberlippe spross, und fragte: „Wen willst du damit nur rumkriegen?“

Ich konnte deutlich sehen, wie es unter Aidins Lidern zuckte. Während ich die beiden beobachtete, klopfte ich mit den Fingerspitzen gegen die Zimmertür, wie es so meine Gewohnheit ist.

Vater deutete auf meine Hand, die hinter dem Rücken versteckt einen hübschen Rhythmus trommelte, und schrie: „Hör auf damit!“

Noch am selben Abend bekam Aidin ein anderes Zimmer.

„Jetzt sofort“, sagte Vater, „und keine Widerrede!“

„Warum?“, fragte Mutter.

„Weil man einen faulen Zahn ausreißen und wegwerfen muss, damit die gesunden Zähne gesund bleiben.“

Mutter fegte lustlos das Souterrain aus. Sie sagte: „Am Abend – das ist kein gutes Vorzeichen.“

„Kehre!“, sagte Vater. „Diskutier nicht!“

Mutter breitete einen Teppich aus, und wir schlugen Aidins Bett dort auf. Noch am selben Abend. Vom Hof führten sieben Stufen zu dem Zimmer hinunter. Es war dunkel und roch nach Essig und dem Saft von sauren Trauben.

Vater hatte gesagt: „Wenn sich eine Gelegenheit bietet, muss man sie wahrnehmen.“

Und deshalb schob ich auch noch am selben Abend mein Bett ans Fenster und war ganz versunken in den Anblick des unermesslichen Himmels. Die Sterne schienen sich vermehrt zu haben, der Rauch des Ofens ringelte sich in die Luft. Sicherlich würden morgen die Raben ihr ‚kalt, kalt‘ krächzen.

In jener Nacht träumte ich von einem Garten mit goldenen Bäumen. Unsere Gasse war breiter geworden, die Ventilatorenfabrik mit ihren roten Dächern hatte sich aus ihrer Mulde erhoben und lag nun auf einer Ebene mit der Umgebung. Und ich ging zur Schule. Dann sah ich, dass ich tot war.

Als ich morgens Mutter diesen Traum erzählte, meinte sie: „Du wirst ein langes Leben haben, mein Lieber.“

Der Schnee bestand aus zwei Schichten. Bei jedem Schritt sank er ein, aber darunter war der Schnee verharscht, hart wie Stein. Er hatte das Gefühl, als wären seine Füße nackt. Bis tief in sein Inneres fühlte er den Schmerz. Darum trat er auch nur leicht auf. Obwohl er vormittags in der Stadt nach Aidin gesucht, den Volksgarten und den alten Friedhof durchkämmt hatte, fühlte er keine Müdigkeit. Nur die eisigen Füße machten ihm zu schaffen.

Von dort, wo er gerade stand, brüllte er: „Ssoudji!“

Doch seine Stimme trug nicht, wurde vom Schnee verschluckt. Und er ging weiter.

Eines Tages hatte Vater einige von Aidins Büchern mit ins Kontor gebracht. Vom Morgen an zog es ihn immer wieder zu den Büchern, er blätterte darin, aber so viel er las, er konnte nichts verstehen. Er bewahrte die Bücher auf, bis Wachtmeister Ayas in die Kanzlei kam.

Der sagte: „Djaber, wo brennt’s denn? Hier bin ich!“

„Ich hab was Wichtiges“, sagte Vater, deutete auf die Bücher und bat: „Schau dir die mal an!“

Ayas nahm die Bücher in die Hand, warf einen Blick auf die Titel, wog alle drei, eins nach dem anderen, auf der flachen Hand und fragte dann: „Woher stammen die?“

Er kniff ein Auge zu und wartete ab.

„Frag nicht!“

„Lass mich mal sehen, was da steht!“ Und er buchstabierte laut die Titel: „O-d-y-s-s-e-e“.

Er schaute Vater an: „Woher hast du die?“

Dann entzifferte er den zweiten Titel: „Der Garten des Epi...kur“. Den dritten las er schon gar nicht mehr. Fragte nur: „Wem gehören die?“

„Aidin.“

„Deinem Aidin?“

Ganz besorgt erwiderte Vater: „Ja, meinem eigenen Aidin.“

„Um Gottes willen! Um Gottes willen!“, stöhnte Ayas.

„Ich wollte aus ihm einen beispielhaften Menschen machen. Doch daraus ist nichts geworden.“

Vater rieb sich die Hände und fragte: „Wo ist denn der Garten des Epikur?“

„Da liegt der Hase im Pfeffer!“

„Wo also?“

„Schlechte Zeiten!“, sagte Ayas. Er verstummte einen Augenblick. Dann neigte er den Kopf dem Vater zu. „Du hast doch davon gehört, dass die Kommunisten einen Park angelegt haben und dort unsere Jugend mit ihren Ideen verführen!“

Er steckte die Bücher in eine Tüte und ging, ohne wie sonst Pistazien zu essen, wutentbrannt weg. Sagte, dass er sie mitnähme, um sie zu vernichten, meinte, wir sollten gut auf Aidin aufpassen.

Und Vater sagte: „Gott möge dich uns lange erhalten.“

An der Tür drehte sich Ayas um und sagte kopfschüttelnd: „Wenn’s auch meinen Kopf kostet, dann war’s für unsere Freundschaft, Bruder.“

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