Abbas Maroufi - Symphonie der Toten

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"Ich bin Urhan", sagte er.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"

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Es hatte kräftig geschneit, und es sah nach noch mehr Schnee aus. In der Hoffnung, eine Droschke oder ein Auto würde ihn mitnehmen, trat Urhan auf die Fahrbahn. Aber der Schnee hatte die ganze Stadt lahmgelegt. Kein Auto, kein Karren, überhaupt keine Gelegenheit, irgendwohin zu gelangen. Nur ein Polizei-Jeep mit Ketten durchpflügte den Schnee und hinterließ zwei parallel verlaufende Schlangenlinien.

Was sollte er jetzt tun? Bis zum Teehaus am Salzsee fuhr man eine halbe Stunde, aber würde er zu Fuß, zumal bei diesem Schnee, nicht in die Dunkelheit geraten, bis er dort ankam? Umso besser. Bei Dunkelheit würde der weniger leiden. Und keiner würde etwas davon bemerken. Und konnte er denn jetzt überhaupt noch umkehren? Wie, wenn er steckenbliebe? Nein, er würde rechtzeitig ankommen. Angenommen, die Nacht überraschte ihn; vielleicht würden ihn auch die Wölfe zerreißen. Zum Teufel! Jetzt hatte er das Ende der Sheikh-Ssafi-Straße erreicht, er bog nach links ab und ging weiter. Die trockene, eingerostete Stimme der Mutter, ihr schweratmiges Keuchen klangen ihm immer noch in den Ohren. Wenn er diesen Verrückten nicht fand, was dann? Nein, sicherlich würde er ihn finden, dort in dem Teehaus.

„Ich finde ihn, Mutter. Ich versprech’s dir!“ Diesmal hatte er sich das selbst versprochen. Zum allerletzten Mal.

Je weiter er sich von der Stadt entfernte, umso stärker wurde das Summen und Brummen in seinem Schädel. Und da war doch nichts. Keiner rannte durch den Schnee, da lag auch keiner lang ausgestreckt auf dem Boden. Nicht einmal Lastträger verbrannten da noch Holz in ihrem Blechkanister. Vor ihm lag nur die weiße Ebene, die kein Lebewesen zu durchqueren wagte. Der Himmel hatte dunkelblaue Flecken, und ein Rabe auf den Zweigen des vertrockneten letzten Baumes der Stadt krächzte ‚kalt, kalt‘.

Er hatte den Kragen hochgeschlagen. Wie eine alte Schildkröte kroch er durch die verschneite Ebene, schritt ganz ruhig aus, ohne Eile, wie es seine Gewohnheit war. Und er war mit dem Weg vertraut. Denn immer wieder war er ihn gegangen und hatte jenen im Teehaus am Salzsee aufgespürt.

„Du Ungeheuer“, sagte ich, „was treibst du hier?“

„Mein Herr“, sagte Aidin, „auch ich habe ein Herz. Ich hatte Lust auf einen Tee.“

„Halt’s Maul! Trink deinen Tee in der Karawanserei!“

Aidin faltete die Zeitung, die er in der Hand hielt, ordentlich zusammen und steckte sie sich in die Jackentasche.

Er sagte: „Man trinkt Tee, damit es sich nachher auch wirklich lohnt zu pissen.“

„Zum Henker mit dir! Ich bin’s wirklich müde.“

Es war ein sonniger Tag, auf den Hügeln gegenüber weideten die Schafe, und von ferne war der Lärm der Stadt zu hören. Ich hieß ihn mit einer Handbewegung in das Auto einsteigen.

„Nein“, sagte er.

„Was soll das heißen? Nein?“

„Komm, lass uns zu Fuß zurückschlendern, Herr Bruder. Im Auto dreht sich mir alles im Kopf. Ich krieg einen Anfall.“

„Zur Hölle!“, sagte ich und gab ihm eins hinter die Ohren. Das war das einzige, was wirkte. Er musste mich schließlich ernst nehmen. Und wie sollte ich ihn sonst unter diesen Umständen unter Kontrolle halten? Mashd Abbass, der Wirt des Teehauses, meinte, was immer auch sei, er sei doch ein Mensch und auf alle Fälle der Ältere. Da schlug ich nochmals zu. Er kroch auf den Rücksitz des Autos. Mit zitternden Händen und Schaum vor dem Mund. Vor der Karawanserei lud ich ihn ab. Seine Augen waren verdreht. Sie legten ihn in der Passage auf den Boden. Einer der Lastenträger, ich glaube, es war Essma’il, ritzte mit einer Ahle um seinen ganzen Körper herum eine Linie.

„Warum machst du das denn, mein Sohn?“, fragte ich ihn.

„Damit seine Krankheit da auf dem Boden zurückbleibt und sich nicht mehr erhebt.“

„Aha, wie meine Pilzkrankheit.“ Mir fiel der Hautpilz an meinem Hals ein. Ein trockener Pilz, ungefähr von der Größe eines Fünf-Rial-Stücks. Mit einem Blaustift hatten wir eine Linie ringsherum gezogen. Nach drei Tagen war er abgefallen und hatte sich nie wieder gezeigt.

Ein anderer Lastenträger wusch Aidin das Gesicht mit Wasser ab. Er hatte sich ihm auf die Beine gehockt. Nachdem sie ihm kaltes Wasser über den Kopf geschüttet hatten, richtete sich Aidin auf, als wäre er vom Schlaf erwacht.

Er zog aus dem Hosenbund eine alte Zeitung hervor und las: „Tags darauf brachte man die Nachricht, oh Prinz, dass Mah-Banu aus Schmerz darüber, dass du sie verlassen hast, alle Farbe aus dem Gesicht gewichen sei und dass sie wohl bald ihr Leben aushauchen werde. Komm und hab Mitleid mit den Unglücklichen! Da sprach er: ‚Befragt die Bitterorange, was ich tun soll!‘ Und sie befragten sie. Die Bitterorange öffnete sich, und jene Schöne im armseligen Gewand verankerte ihr Schiff in den Gewässern des Prinzen und stahl ihm sein Herz. Und Mah-Banu sprach: ‚Ich bin erlöst. Nur eine frische Weide kann das Pferd der Liebe zügeln. Es geziemt sich, dass diese Schöne das Land regiert, denn meine Herrschaft geht zu Ende ...‘“

Ich bemerkte, dass mich die Lastenträger spöttisch anschauten, als ob ich diesen Unsinn verzapft hätte.

„Schon gut, red nicht so viel“, sagte ich. „Iss ein paar Melonenkerne!“

„Melonenkerne, immer nur Melonenkerne! Bruder, warum dauern Tag und Nacht vierundzwanzig Stunden?“

Aus seinen Mundwinkeln tropfte immer noch Schaum, seine Kleider waren völlig durchnässt. Er zog eine andere Zeitung aus einem Hosenbein hervor und ging nach hinten in die Karawanserei. Er ging so, als ob er gerade einen Sieg über mich errungen hätte und ich nicht wüsste, warum Tag und Nacht zusammen vierundzwanzig Stunden dauern. Er dachte über viele solche Dinge nach, und seine Taschen waren voll von Papieren und Zeitungen. Sogar im Hosenbund hatte er welche stecken.

Er hielt die Zeitungen umgekehrt und gab Kriegsberichte haargenau wieder: „Gemäß der vorliegenden Statistik haben Tausende von Gefallenen und Vermissten Deutschland in den Untergang getrieben. Die Kriegsbeobachter sind davon überzeugt, dass in ganz Deutschland nur eine Person am Leben geblieben ist, Hitler. Aber das ist eine Lüge. Auch seine Geliebte weilt noch unter den Lebenden.“

Er las nicht wirklich, aber seine Augen schienen den Zeilen zu folgen. Und das mit vollem Ernst. Wer ihn nicht kannte, glaubte, er läse wirklich. Er sagte das aber einfach so, aus dem Gedächtnis. Sonst machte er keinen Ärger, keinen Verdruss, nicht mal Mühe. Still und verwirrt hatte er sich unter dem schweren Schild einer geheimnisvollen Welt verkrochen. Von früh bis spät war er mit einer Schüssel voll Joghurt-Suppe zufrieden.

„Ssoudji, deine Suppe ist kalt geworden“, sagten sie, „iss und lies später weiter!“

„Lasst mich doch! Was ich bisher vorgelesen habe, das stand nur auf dem Umschlag. Lasst mich euch erst mal den eigentlichen Brief vorlesen!“

Urhan war bis zu den Knien im Schnee eingesunken. Der Saum seiner Mantelschöße schleifte im Schnee. Was für eine seltsame Einsamkeit! Vater glaubte, man sei einsam, wenn man allein im Kontor saß. Er wusste nicht, dass man wirkliche Einsamkeit nur unter vielen empfinden konnte.

„Vater“, sagte ich, „ich habe mich jahrelang abgerackert. Wirf nicht alle in einen Topf! Ich hab diese Pistaziensäcke da auf meinem Rücken vierzig Stufen hinuntergeschleppt.“

„Ich will doch nur euer Bestes!“, entgegnete er.

Als Aidin das Abitur gemacht hatte, sagte Mutter: „Komm Urhan, iss auch von dem Kuchen, zu Ehren von Aidin!“

„Meine Güte“, sagte ich, „ich krieg von früh bis spät mehr als genug davon. Abgesehen davon, hat er denn den Gipfel des Damawand besiegt?“

„Warum hast du’s dann nicht geschafft?“

Nun gut, ich hab’s nicht geschafft. Und es war darauf nichts zu sagen.

Doch Vater meinte: „Urhan ist bis zur achten Klasse gegangen. Er kann lesen und schreiben, und mehr braucht es nicht.“ Und ich kann ja auch lesen und schreiben.

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