Abbas Maroufi - Symphonie der Toten
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"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"
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Er starrte auf die kahlen Bäume am Bürgersteig. Der Schnee hatte die Zweige heruntergebogen. Sicher würden sie beim nächsten Schneefall brechen. Auch die Menschen waren wie die Bäume: Immer lag schwerer Schnee auf ihren Schultern, seine Last war bis zum nächsten Frühjahr zu spüren. Das Schlimme war, dass die Menschen nur einmal starben. Doch was für eine schmerzhafte Plage dieses eine Mal doch war!
Er fasste in die Manteltasche, fühlte in deren Tiefe die Windungen des Stricks, den er schon morgens eingesteckt hatte, und mischte sich beruhigt unter die Leute. An der Ghanat-Kreuzung zog er seine silberne Taschenuhr heraus und warf gewohnheitsgemäß einen Blick darauf, ohne jedoch die angezeigte Zeit zu erfassen. Dann ließ er den Deckel zuschnappen und steckte die Uhr wieder ein. Mutter hatte immer gesagt, Aidin gehe zugrunde. Man müsse sich um ihn kümmern. Sie hatte mich sogar gefragt, wo denn dieses armenische Mädchen sei, vielleicht sei sie an allem Schuld.
„Nein, Mutter“, hatte ich geantwortet, „er ist nur müde. Ich bring ihn nach Villadarreh*; dort in der frischen Luft werden wir uns beide erholen.“
Als er am Geschäft des Uhrmachers Dorostkar vorbeiging, kam es ihm plötzlich in den Sinn, einen Moment stehenzubleiben und das Schaufenster anzuschauen. Sicher tausendmal war er im Laufe seines Lebens dort vorbeigekommen, doch diesmal betrachtete er mit besonderer Aufmerksamkeit die riesige runde Uhr von Herrn Dorostkar. Ihr Gehäuse war aus Kastanienholz, die Zeiger aus Erlenholz, das Zifferblatt war geschnitzt, und ihr rundes, gewölbtes Glas war gleichzeitig auch das Schaufenster. Zwischen Glas und Zifferblatt standen wie immer ein Dutzend Kaminuhren. Es war eine sehr schöne Uhr, die Herr Dorostkar da vor langer Zeit gebaut hatte. Sie war jedoch vor mehr als dreißig Jahren stehengeblieben, das hieß sie ging nicht mehr, seitdem auch das Herz von Herrn Dorostkar für einen Augenblick stehengeblieben war. Vielleicht hatte aber auch sein Herz ausgesetzt, als die Uhr aufgehört hatte zu laufen. Auf jeden Fall war beides zur selben Zeit geschehen, mit dem einzigen Unterschied, dass Herrn Dorostkars Herz langsam zu schlagen begonnen hatte und wieder klopfte, während die Uhr ein für alle Mal stehengeblieben war und Herr Dorostkar sie trotz all seiner Geschicklichkeit nicht mehr hatte zum Laufen bringen können.
Punkt halb sechs waren die Zeiger zum Stillstand gekommen. Um halb sechs Uhr nachmittags an einem heißen Sommertag im Jahre 1325 . Und jetzt, nach so vielen Jahren, standen sie immer noch. Herr Dorostkar machte sich hinter seinen Instrumenten am Werk einer Armbanduhr zu schaffen und dachte sicher an den einmal kommenden Tag, an dem er die Uhr wieder in Gang bringen würde. Dann würde er das wohltönende Schlagwerk zum Klingen bringen und so jedem beweisen, dass der Mensch alles vermag, was er will, vorausgesetzt, dass es nicht gegen die Natur ist. Das hatte der Vater zu Urhan gesagt, und Urhan pflegte es so den anderen weiterzugeben.
Wenn die Uhr wieder ginge, würde sich ein wunschlos glücklicher Herr Dorostkar auf dem Fußboden ausstrecken und sich dem Tode ergeben. Das hatte er im Laufe der letzten dreißig Jahre allen Einwohnern der Stadt gesagt.
„Auch das ist ein großes Unglück“, pflegte Vater zu sagen.
Doch Mutter meinte: „Sprecht nicht von diesem Verrückten.“
Jetzt, nachdem die Kraft der Jugend geschwunden ist, kann ich vieles nicht mehr ertragen. Ich brauche nur die Haustür aufzuschließen, und all die Menschen, die so voller Leben sind, voller Betriebsamkeit, fliehen. Eine entsetzliche Stille umfängt mich an der Tür, bringt mich die Treppe hoch und legt mich auf das aus allen Fugen geratene Holzbett und unter die vor Schmutz starrende Decke. Bis ich allmählich warm werde, ist es Mitternacht geworden; bei all dieser Müdigkeit und all diesen Grübeleien.
Wenn ich nachmittags wieder das Haus verließ, schaute ich immer bei Mutter vorbei. Mit ihr ging es zu Ende, sie war nichts als Haut und Knochen. Man hätte sie nur fest an der Nase zu packen brauchen, und schon wär’s aus gewesen mit ihr. In ihrem Zimmer, seit eh und je dem großen, dreitürigen im unteren Stock, roch es nach Knoblauch und abgestandener Luft, roch es wie nach dem Atem eines Schwindsüchtigen. Der Geschmack klebte an den Teegläsern und an den Untertassen und floss mit dem Tee die Gurgel hinab. Ich setzte mich an ihr Bett. Dabei war ich bemüht, ihr nicht in die Augen zu schauen.
Ich sagte: „Guten Tag, Mutter.“
Ich nahm ihre Hand und streichelte sie, ohne auch nur das Geringste dabei zu empfinden.
Mutters Augen waren starr an die Decke geheftet; sie lagen tief in den Höhlen, wie Schwalbennester am Stamm alter Bäume.
„Aidin, wo ist mein Aidin?“, fragte sie.
Meine Lider zuckten. Ich starrte auf das Blumenmuster des Teppichs, oder auch nirgendwohin, zwinkerte nur. Ich war doch auch ihr Urhan und war es doch nicht. Da war nichts zu machen. Ich hatte akzeptiert, es nicht zu sein.
Ich sagte nur: „Er muss irgendwo hier in der Nähe sein, Mutter.“
Mutter wandte einen Augenblick den Kopf. Sie entzog mir ihre Hand. Ihre weißen, knochigen Finger klammerten sich an den Bettrand.
„Bring ihn mir sofort her!“, sagte sie. „Verstanden?! Wenn du nicht auf ihn aufpassen kannst, dann binde ihn hier fest, vor meinen Augen!“
„Wo soll ich ihn denn suchen?“, fragte ich.
Mutter setzte sich auf. Immer wieder zeigte sie unwahrscheinliche Kräfte. Als ob sie sie gespeichert hätte; doch ich wusste nicht, wo.
„Hast du denn kein Gewissen?“, brüllte sie. Tränen kullerten über ihr bleiches Gesicht. „Nach wem bist du nur geraten?“
„Wo ist mein Aidin?“ Ihre Stimme erinnerte einen an das Zerreißen eines Stoffes.
„Mutter“, sagte ich, „reg dich nicht auf! Heute Abend noch find ich ihn. Ich versprech’s dir.“
„Kannst du denn nicht verstehen? Wo ist Aidin jetzt?“, entgegnete sie.
Er war hinter der Anushirawan-Schule. Dort spielte ein zwölf- oder dreizehnjähriges Kind auf einer Maultrommel, und er hörte zu. Der Speichel lief ihm aus dem Mund.
„Was tust du hier, du Ungeheuer?“, fragte ich.
„Ich bin nur einfach so hierhergekommen.“
„Was fällt dir bloß ein? Das war aber das letzte Mal! Los, komm schon!“, ereiferte ich mich.
Mutter war nervös und voller Unruhe. Zitterig und knochig. Sie packte mich fest am Jackenärmel.
„Wo ist er? Bist du denn taub?“
„Sicher läuft er einfach so herum, hinter der Schule, zum Teehaus, zum Akhawan-Garten“, meinte ich.
Das Weinen hatte sie ein wenig beruhigt, doch ihre Stimme bebte: „Er ist doch kein Kind mehr. Er ist neunundzwanzig Jahre.“
„Als ob ich meinem Bruder etwas Schlechtes wünschte!“, sagte ich. „Das tue ich doch nicht. Warum schiebst du mir immer an allem die Schuld zu?“
Sie streckte sich in ihrem Bett aus und zog das weiße Leintuch bis über die Brust hoch. So fest hatte sie das Tuch mit ihren Händen gepackt, als würde sie mich zerdrücken.
„Ich weiß nicht, was du ihm angetan hast“, sagte sie. „Auf jeden Fall aber befehl ich dir, gut auf ihn aufzupassen. Er verlangt doch nichts von dir. Nur ein Stückchen Brot und einen Platz zum Schlafen.“
„Mutter, um Gottes willen, sag das nicht! Sprich nicht immer so!“ Und ich weinte.
„Dann verkauf doch was. Nimm seinen Anteil und bring ihn irgendwohin!“
Am liebsten hätte ich Vaters Testament aus der Tasche gezogen und es ihr laut vorgelesen. Aber das ging natürlich nicht.
So sagte ich: „Mutter, ich versprech’s dir, ich bring ihn nach Teheran oder ins Ausland. Ich komm auch für die Unkosten auf. Ich muss nur noch einiges regeln, dann ..., ich versprech’s dir!“
Vater hatte in seinem Testament offiziell festgelegt, dass keiner seiner Erben das Recht habe, zu Lebzeiten den Besitz oder einen Teil des Besitzes an einen Dritten zu veräußern.
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