Abbas Maroufi - Symphonie der Toten

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"Ich bin Urhan", sagte er.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"

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„Wie soll ich Riesenkerl auf so einem kleinen Stuhl sitzen? Wirklich!“, pflegte er dann zu sagen.

Hätte er es gewollt, dann hätte er sogar den Vater in all seiner respekteinflößenden Würde mit zwei Fingern hochheben und an die Haken an der Decke hängen können. Sein Gesicht war fleischig und großflächig, der Kopf eher klein; auf der linken Wange hatte die Leishmaniose ein Mal hinterlassen, das jetzt, wie das ganze Gesicht, voller Runzeln war. Er kaufte ein Ssir* Pistazien. Auf das drängende Angebot, sein Geld doch stecken zu lassen, ging er nicht ein. Er bezahlte dafür, löste die Pistazien aus den Schalen, legte sie nebeneinander auf den Tisch und warf sie sich dann alle zusammen in den Mund. Das war das Zeichen für Urhan, ihm ein Glas kaltes Wasser zu holen.

Der Vater hatte Ayas sehr gern gehabt. Einmal, weil er eben von alters her Wachtmeister in dieser Stadt war, dann aber auch, weil er so vieles wusste. Unbegrenzt war sein Wissen, von allem verstand er etwas.

„Das ist kein gewöhnlicher Mensch“, pflegte der Vater zu sagen und schickte ihm am Neujahrsabend wenigstens zehn Kilo Trockenfrüchte ins Haus. Und er hatte ihm Woche für Woche ein paar Geldscheine zugesteckt. Auch jetzt, nachdem der Vater schon lange Jahre tot war, hielt sich Urhan an diese Abmachung.

Auf der anderen Seite tuschelten leise zwei junge Arbeiter hinter dem Ladentisch, die Hände in den Hosentaschen, eine Wollmütze auf dem Kopf und den Mantelkragen bis zu den Ohren hochgeschlagen. Wie Urhan und Ayas hatten sie die Köpfe zusammengesteckt.

„Ich steh dir bei wie ein Löwe!“, sagte Ayas.

Urhan war unentschlossen, er wusste nicht, was er tun sollte.

„Dass das bloß nicht auf mich selbst zurückfällt!“, meinte er.

„Bring die Sache zu Ende!“

„Wenn aber irgendetwas durchsickert?“

„Das darf natürlich nicht sein. Du musst es eben schlau anfangen!“

Urhan dachte einen Augenblick nach, dann warf er Ayas einen kurzen Blick zu: „Wie bei Yussof?“

„Hat davon etwa jemand Wind bekommen? Jahre sind vergangen, und es hat keine Probleme gegeben.“

„Ich hab sie aber mit eigenen Ohren ›Brudermörder‹ sagen hören.“

„Scheißkerle!“, brüllte Ayas. Dann senkte er die Stimme: „Die Leute lästern sogar über den lieben Gott.“

„Mein lieber Ayas, das ist ein unergründliches Loch. Hoffentlich fall ich nicht kopfüber hinein.“

„Jetzt sag mal, war ich der Freund deines Vaters oder nicht?“

„Das ist schon richtig, aber ...“

„Du erinnerst mich an deinen Vater“, sagte Ayas, „das war auch so ein Angsthase.“

Urhan strich sich mit der Hand über den kahlen Schädel. Er näherte sein Gesicht noch mehr der Lampe und meinte: „Ich bin kein Angsthase! Ich trau mich alles.“

„Du hast mich gefragt, was du mit diesem liederlichen Frauenzimmer anfangen solltest. ‚Lass dich scheiden!‘, hab ich dir gesagt. Bist du schlecht dabei gefahren? Jetzt fragst du mich, was du mit diesem Kerl da tun sollst. Schaff ihn beiseite, sag ich dir. Wenn erst mal seine Tochter hier auftaucht, bist du nicht mehr Herr im Geschäft. Du wirst sehen, dass eines Tages ein Mädchen mit blondem Haar hereinspaziert kommt und fragt: ‚Mein Herr, ist hier der Laden meines Vaters?‘“

Urhan sagte nichts darauf.

„Wo es schon mal so weit gekommen ist“, meinte Ayas, „zögere nicht! Mach dich jetzt gleich auf den Weg!“

„Bei diesem Schnee? Wohin soll ich da gehen?“ Und er warf einen Blick nach draußen.

So viel Schnee hatte der Himmel auf die Erde abgeladen, dass man noch viele Jahre später sagen sollte: Dieses schwarze Jahr! Ein großer Teil der Bewohner hatte sich verkrochen, doch viele mussten wohl oder übel Schnee und Kälte trotzen, um für ihr Leben zu sorgen. Der Schnee hatte alles lahmgelegt. Straßen und Gassen lagen in ungewohnter Stille, die Wasserleitungen waren eingefroren, kein Auto fuhr, auf den Straßen waren Schneehaufen aufgetürmt. Die Händler hatten zwar die Gehwege geräumt, doch wieder bedeckte ein halber Meter Schnee, der in der letzten Nacht gefallen war, die Erde.

In den engen Gassen lag der Schnee mehr als türhoch; die Leute hatten Tunnel gegraben und konnten so in den miteinander verbundenen Kanälen sicher hin- und hergehen. War das eine Strafe Gottes? Vielleicht. Viele Winter waren doch übers Land gegangen, es hatte auch heftig geschneit, aber niemand konnte sich an solche Schneemassen erinnern. Die Raben hatten die Stadt erobert. Auf jedem Baum ein paar Raben.

Auch innerhalb der Anwesen waren sie zu finden. Gelassen hockten sie auf den Gartenmauern und auf den Geländern der Veranden und hüpften hin und her. Kalt und seelenlos lag da ein Haus mit hohen Mauern, mit Kreuzgesims und zweiflügligen Fenstern vergessen unter dem Schnee. In den Zimmern des oberen Stockwerks hatten sich die Decken gebogen, und im Erdgeschoss hing ein grauenhafter Gestank nach Verwesung aus vergangenen Jahren in der Luft. Keiner hielt sich dort auf, kein Licht brannte, nicht einmal der Schnee auf dem Dach war geräumt. Die Glasstürze der Windlichter über der Haustür waren zerbrochen.

Es war einmal eine Zeit, da gab es noch die Mutter, die Mehl aus der Tonne holte, Teig knetete und in dem Ofen in der Mitte der Küche Brot buk. Der nach Brot und Holz duftende Rauch stieg vom Ofen auf. Und nachdem die Mutter das Brot herausgeholt hatte, band sie sechs Fladen in ein Tuch und schickte es Onkel Ssaber. Aidin und Urhan fuhren in einer fünfspännigen Kutsche eilends zu dessen Haus. Und die Tante steckte ihnen Leckerbissen in die Tasche.

Es war einmal eine Zeit, da hielt sich der Vater, wenn er die Treppe hinaufstieg, an den Sprossen des Geländers fest und zählte sie: einundzwanzig. Oben nahm er den Hut ab, hängte ihn an die Garderobe, legte den Mantel ab, schüttelte ihn aus und hängte ihn daneben. Er wischte mit einem Tuch über die Hosen, hängte sie aber nicht auf, sondern legte sie unter die Matratze, so dass sie morgens, wenn er sie wieder anzog, messerscharfe Bügelfalten hatten.

Auch eine Schwester hatte es gegeben, Aida mit Namen. Irgendwo im Hintergrund, in der Küche oder in der Speisekammer, quälte sie sich mit ihren Rheumaschmerzen ab. Und ging fast zugrunde.

Und nun – Kälte und Stille hatten sich in den Zimmern festgesetzt – war Urhan nicht da, um unter die schmutz-verkrustete Decke zu kriechen in der trügerischen Hoffnung auf einen ruhigen Schlaf. Nein, nein! Alle waren sie gestorben. Und er war der Letzte.

„Auch dieser da muss noch weg! Egal wie!“, hatte er gesagt.

„Worauf wartest du dann noch?“, hatte Ayas gefragt.

„Wo ist er bloß?“

„Im Teehaus am Salzsee, wie immer.“

„Bei diesem Schnee?“

„Du bist doch kein Kind der arabischen Wüste. Die Kinder in Ardebil* kommen schon mit dem Schnee zur Welt. Und vielleicht ist er auch schon tot.“

„Nein, ich weiß, dass er am Leben ist.“

„Woher willst du das wissen? Wie sollte er nach zehn Tagen noch leben?“

„Aidin ist am Leben“, sagte Urhan voller Überzeugung. „Ich glaube nicht, dass er stirbt. Gestern habe ich erfahren, dass er eine fünfzehnjährige Tochter hat. Habe erfahren, dass die seinen Personalausweis in den Händen haben. Wenn er noch lebt, haben wir’s bald mit tausenderlei Forderungen zu tun, Ayas.“

„Dann geh schon! Wie ein Löwe werde ich dir beistehen. Überhaupt nichts wird passieren. Denk nicht daran, dass ich alt geworden bin! Ich bin immer noch der Wachtmeister Ayas ...“

Urhan lauschte dem Zischen der Lampe und dachte an das Mädchen, das fünfzehn Jahre alt war, blondes Haar hatte und eines Tages kommen würde.

Ayas neigte den Kopf und starrte Urhan ins Gesicht. „Beeil dich, Bruder!“

Urhan blieb stumm.

„Wenn ich an der Stelle deines Vaters gewesen wäre – Gott hab ihn selig“, meinte Ayas, „hätte ich Aidin gleich damals, als ihm der Kamm schwoll und er sich als Dichter aufgespielt hat, zur Grenze gebracht und ihn abgeschoben.“

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