Abbas Maroufi - Symphonie der Toten
Здесь есть возможность читать онлайн «Abbas Maroufi - Symphonie der Toten» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Symphonie der Toten
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Symphonie der Toten: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Symphonie der Toten»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"
Symphonie der Toten — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Symphonie der Toten», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
„Der Vater. Immer der Vater“, sagte Urhan, „der Vater hatte Angst vor ihm.“
„Du hast auch Angst vor ihm.“
„Nein, ich hab keine Angst. Ich hab’s nur nicht übers Herz gebracht.“
„Wärst du letzte Woche gegangen, wärst du jetzt deine Sorgen los. Man muss ‚Wasser‘ sagen und trinken, muss ‚Atem‘ sagen und Luft holen. Anderenfalls ist’s aus mit einem.“
Er setzte seine Mütze auf, erhob sich, knöpfte seinen Mantel zu, von unten nach oben, glatt und ordentlich. Dann sagte er herrisch, als spräche er zu einem Untergebenen: „Was willst du also tun?“
Urhan erwachte aus seiner Geistesabwesenheit. Er hob den Kopf. „Ich geh!“, sagte er.
Ayas stampfte mit den Füßen auf. „So wie ich. Steh schon auf und geh!“
Und er machte sich davon. Dabei vergaß er ganz, seine wöchentliche Zuwendung einzustreichen. Vielleicht wollte er sie aber auch nicht nehmen. Er ließ Urhan in großer Verwirrung zurück. Was für eine Einsamkeit einen doch überfallen konnte, einen verhexte, erstarren ließ. Wie einen Berg. Aber konnte er denn bleiben?
Kurz danach, es war genau zwei Uhr nachmittags, brachte es Urhan nicht fertig, die Posten aus dem Grundbuch ins Hauptbuch zu übertragen, so sehr er sich auch bemühte, zu einem Abschluss zu kommen. Voll Unruhe zählte er die eingenommenen Geldscheine und steckte sie in die Hosentasche. Er legte die Bücher in den Rahmen des Rechenbretts, vergaß aber ganz, beides in die Schreibtischschublade zu stecken und diese abzuschließen. Die Mütze jedoch vergaß er nicht. Die trug er sommers wie winters. Während der Arbeit legte er sie auf den Tisch, beim Weggehen nahm er sie wieder an sich. Er nahm sie, setzte sie sich auf und knüpfte den Mantel zu. Er ließ den Blick durchs Kontor schweifen. Den Gehilfen gab er keine Aufgaben, sagte nur: „Ihr könnt gehen!“
Er wartete, bis sie ihr Essgeschirr zusammengepackt hatten und gingen. Plötzlich hatte er das Gefühl, etwas mitnehmen oder noch etwas erledigen zu müssen. Er sah um sich und dachte angestrengt nach, doch fiel ihm nichts ein. Nachdem er die Gaszufuhr der Glühstrumpflampe unterbrochen hatte, verließ er das Kontor. Er sperrte die Schlösser oben und unten an der Tür ab und warf noch einmal einen prüfenden Blick auf alles.
Dann ging er auf den Ausgang des Basars zu. Er drückte der Bettlerin Martha, die auf der Treppe an der Ecke der Passage saß, einen Fünf-Tuman-Schein* in die Hand und sagte: „Du zitterst ja wie Espenlaub, Martha!“
„Es ist schrecklich kalt geworden“, sagte die alte Frau.
„Gott segne dich!“
Urhan kehrte nochmals um. Hinten in der Karawanserei sah er die Lastenträger, die in ihrem Blechkanister ein Holzfeuer unterhielten. Überall lag Rauch in der Luft. Er deutete auf die unter den Gewölben aufgestapelten Säcke mit Pistazien und Sonnenblumenkernen und sagte zu Essma’il: „Ihr einfältigen Feueranbeter, ihr werdet diese Karawanserei noch einmal in Brand stecken.“
Ohne eine Antwort abzuwarten, schritt er unter dem Gewölbe an einer Reihe von Säcken mit gerösteten Sonnenblumenkernen entlang, strich mit der Hand darüber und sagte, ohne sich direkt an Essma’il zu wenden: „Passt auch auf das Geschäft auf!“
Dann ging er auf die Pistaziensäcke zu, die auf der linken Seite bis hoch unter die Decke aufgestapelt waren und in den nächsten Tagen zu den Einzelhändlern geschafft werden sollten und ihm sicher noch vor Neujahr einiges an Gewinn einbringen würden. Er strich auch über die prallen Pistaziensäcke und warf nochmals einen Blick nach hinten. Die Lastträger hatten die Ohrenklappen ihrer Mützen heruntergezogen; sie nickten Urhan einen Gruß zu. Ihre Augen waren müde und tränten. Ganz langsam ging er die Passage des Basars entlang und hörte ein „Ssalam, Herr Urhan“.
Er wollte nicht aufsehen, erwiderte nur den Gruß, wer das auch immer gewesen sein mochte.
Er kannte diese Leute nicht, und er hatte auch nicht das Bedürfnis, sie zu kennen. Wie der Wind eilten sie nahe an einem vorbei.
„Wenn der Wind unter den Hutrand bläst, hebt er den Hut hoch und weht ihn weg. Pass auf!“, pflegte der Vater zu sagen.
Was waren das doch noch für angenehme Zeiten gewesen! Als Vater noch lebte, machte es unvorstellbar großen Spaß, auf der Terrasse des Hauses zu schlafen. Auch nachts war der Himmel blau. Und man hatte bunte Träume. Bis spät in die Nacht war aus der Küche das Klappern des Geschirrs zu hören, wenn Mutter und Aida abwuschen. Aidin wälzte sich so lange von einer Seite auf die andere, bis alle schliefen und er dann sein Buch öffnen und lesen konnte. Manchmal schien es mir, als ob er die Seiten des Buches geradezu fressen würde. Und am Ende waren’s auch die Bücher, die ihn zugrunde gerichtet haben. Aus dem Zimmer am Ende des Korridors war der Laut seines Lidschlags und seines Nachdenkens zu hören. Und die rolligen Katzen schrien auf den hohen Hofmauern.
„Was liest du denn da?“, fragte Vater.
Sicherlich bereitete er sich auf den Unterricht vor, denn er antwortete: „Ich mache Hausaufgaben, Vater.“
„Lern nur!“, meinte Vater. „Wir wollen doch sehen, was für große Leistungen du mal vorzuweisen hast.“
Er hatte die Straße erreicht und trat nun fester auf, damit der Schnee nicht an seinen Stiefeln hängen blieb. Im Straßengraben schaukelten verfaulte Orangen auf dem Wasser und gingen dann unter. Das Wasser schoss schnell vorbei. Der Himmel war ganz bedeckt von grauen, samtenen Wolken. Urhan blieb stehen und schaute nochmals hinüber zum rückwärtigen Teil der Karawanserei.
Er war unentschlossen, wusste nicht, was er tun sollte. Da war einerseits die Arbeit im Kontor, die Nachmittagskundschaft und die vielen Verpflichtungen; andererseits beunruhigte ihn auch die zehntägige Abwesenheit von Ssoudji*.
Seit dem frühen Morgen überlegte er hin und her, ob er gehen sollte oder nicht. Eigentlich schon seit dem vorigen Abend. Aber konnte er denn bleiben? Wenn er abends dieses große, kalte Haus betrat, richtete sich das Geraune weit zurückliegender Zeiten wie eine Mauer vor ihm auf und verstummte. Zu einer Kiefer mitten im Hof wurde es, wurde zur Tür, die verschlossen blieb. Dieses entfernte Geraune verdichtete sich zur Gestalt Yussofs, der, einem Stück Fleisch gleichend, mit ausdruckslosen Augen vor sich hinstarrte.
Wenn Aidin zu Haus festgehalten werden konnte, brauchte ich nur zu fragen: „Wo bist du, Ssoudji?“, und ein in einen langen Mantel gekleideter Mensch, mit einem Schal und Vaters altem Hut, kroch wie ein schwarzes Ungeheuer oben aus dem Loch und gab sich lautlos zu erkennen. „Kette mich doch nicht an, Urhan!“, bat er.
„Nicht Urhan“, entgegnete ich, „Herr Bruder!“ Und ich gab ihm eine hinter die Ohren. Der Hut flog ihm vom Kopf. Vaters alter Hut war der Grund dafür, dass ich mich zurückhalten konnte. Manchmal möchte ich ihm am liebsten eine runterhauen oder ihn oben an das Geländer der Veranda anketten. Aber sein lachendes Gesicht unter diesem alten, verblichenen Hut hält mich davon ab. Nichts zu machen.
Mutter sagte: „Du bist ganz ohne Gefühl.“
„Nein“, antwortete ich, „das bin ich nicht!“
Und ich bin’s wirklich nicht. Wenn du noch lebtest, Mutter, wäre dir das auch zu viel geworden. Auch du hättest dieses Haus nicht mehr betreten, wo das Wasser im Becken grün geworden ist, die Kiefernnadeln den Hof bedecken, die Kälte hinter den verstaubten Fenstern der Zimmer hockt und die Feuerstellen in der Küche unter Gerümpel verschwunden sind. Ein Kätzchen liegt schon seit zwei Monaten am anderen Ende des Hofes langgestreckt im Eis der Regenrinne und wird vom Eis immer weiter in die Länge gezogen. Wer hat Lust, jemanden zu rufen, um es herunterzuholen? Wer hat Lust, die Öfen anzuzünden? Die Decksteine oben auf der Mauer fallen herunter, einer nach dem anderen, das ganze Gebäude scheint erfroren zu sein. Niemand fegt, kein Gast kommt mehr. Die Gläser der Windlichter über der Haustür sind zerbrochen. Die leeren Zimmer erscheinen größer, und der Widerhall der Schritte hämmert auf das Hirn ein. Das Geräusch des Atems schallt. Man traut sich nicht mal mehr zu husten, es dröhnt im Schädel und quält einen. Von dem ganzen Umtrieb sind nur die Raben auf der Kiefer geblieben, die, dicker und älter geworden, auf den Ästen hin und her hüpfen und mit frecher Stimme ‚kalt, kalt‘ krächzen.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Symphonie der Toten»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Symphonie der Toten» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Symphonie der Toten» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.