Abbas Maroufi - Symphonie der Toten

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Symphonie der Toten: краткое содержание, описание и аннотация

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"Ich bin Urhan", sagte er.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"

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Er zog seine Taschenuhr heraus, warf einen Blick darauf, klappte sie zu und steckte sie wieder ein. Noch immer war er unentschlossen. Sollte er gehen oder nicht? Er fürchtete, in die Nacht zu kommen. Wie es seine Gewohnheit war, schlug er die offenstehenden Mantelseiten übereinander, ließ sie dann aber wieder los, ohne die Knöpfe zu schließen. Er fasste in die Tasche und befühlte die rauen Windungen des Stricks.

Eine heiße Erregung stieg ihm in den Kopf, und eine unvergleichliche Sicherheit strömte sanft durch seine Adern. Nein, er musste das unbedingt zu Ende führen. Dann würden sie ihn „Mörder“ nennen. Wer war das noch gewesen, der „Brudermörder“ gesagt hatte? Wo bist du jetzt nur, Mutter, um mich ungerechterweise zu beschuldigen und doch meine Sünden auf dich zu laden, mir einen Teil meiner Bürde abzunehmen? Aber ich schwör’s bei Gott, es ist nur zu seinem Besten. Er ist doch schon seit Jahren tot. Wo immer er sich aufhält, im Teehaus am Salzsee oder am Rande der Salzpfanne, er verströmt den Geruch des Todes, ist wie ein lebloses Denkmal seiner eigenen Vergangenheit.

Er schaute die Leute an. Jeder ging seiner Beschäftigung nach. Eine verhutzelte alte Frau wollte die Straße überqueren, war aber zu schwach dazu. Ein Junge steckte einem großen Schneemann zwei Kohlen als Augen ins Gesicht; manche hatten sich Plastiktüten über den Kopf gestülpt, und eine Frau im schwarzen Tshador* ging vorbei, die aussah wie die Spitze des Damawand*, so viel Schnee war auf sie gefallen. Sicher war sie aus einem der umliegenden Dörfer gekommen. Urhan ging immer weiter. Eine Kraft zog ihn aus der Stadt, zum Teehaus am Salzsee hin. Ganz langsam, in sich versunken, schritt er dahin, dass man glauben konnte, da stapfe einer müßig durch den Schnee, um seinen Speck ein bisschen zum Schmelzen zu bringen.

Ich konnte mich nicht mehr beherrschen, wollte nicht mehr wie üblich alles einfach in mich hineinfressen.

So brüllte ich: „Du Taugenichts, ich plag mich in diesem Sauladen seit zwölf Jahren ab, was verstehst du denn davon?“

„Bin ich vielleicht ein Niemand, dass ich tun soll, was du anordnest?“

„Ältere als du müssen meine Anordnungen befolgen, du Schreinerling!“

Er fuchtelte mit dem Zeigefinger, das war so seine Gewohnheit.

„Da bist einmal du, und da bin ich“ sagte er. „Schade, dass mir nichts anderes übrigbleibt. Schade, dass ich nicht all diesen Widerwärtigkeiten den Rücken kehren kann und mich um meine Schreinerei kümmern. Mein Gewissen ...“

„Sprich nicht von etwas, was du gar nicht hast!“, entgegnete ich.

Er sackte zusammen, schloss die Augen und setzte sich auf einen Stuhl. Ich wusste, wo ich ihn treffen konnte, um ihn außer Gefecht zu setzen.

„Vater wusste, was für ein Dreckskerl du bist. Nicht umsonst hat er dich Taugenichts genannt.“

„Wenn du glaubst, dass du mich mit solchen Beleidigungen dazu bringst, mich zurückzuziehen, hast du dich getäuscht. Wegen Vaters Testament muss ich wohl oder übel ins Kontor kommen. Und weder verkauf ich meinen Anteil, noch hab ich das Geld dafür, dir deinen abzukaufen.“

„Werd bloß nicht unverschämt! Ich werde dich schon Anstand lehren!“

Ich stand auf, wollte ihn schlagen, wollte ihm die Knochen brechen. Aber da kam Essma’il herein.

Er schloss die Tür hinter sich und sagte: „Liegt ihr euch schon wieder in den Haaren? Ja?“

Ich setzte mich hinter den Schreibtisch.

„Herr Urhan“, fuhr Essma’il fort, „sei’s, wie es wolle, aber er ist immer noch der Größere. Ja!“

Ich schlug auf den Tisch. „Ein Esel ist auch größer als ich. Muss ich ihn also ehren?“

„Schließlich seid ihr Brüder“, meinte Essma’il.

„Ich scheiß auf diesen Bruder!“

Dann bemerkte ich, dass Aidin das Kontor verließ. Er tat mir leid, aber ich konnte ihm nicht klarmachen, dass er ohne meine Erlaubnis nichts einkaufen sollte. Er hatte vierzig Sack Pistazien gekauft, die ich, hätte er nur abgewartet, fünf bis sieben, vielleicht sogar zehn Tuman pro Kilo billiger hätte kaufen können. Wenn es heiß wurde, im Hochsommer, da war für mich die richtige Zeit zum Einkaufen. Doch das kapierte er nicht.

Abends hatten wir in Mutters Beisein nochmals eine Auseinandersetzung.

„Schon gut“, sagte sie, „schon gut. Macht eine Rechnung auf und teilt alles, was ihr habt. Zwei Unternehmen, zwei Waagen, als ob’s zwei Läden wären. Jeder für sich.“

Ich schwieg, tat die ganze Nacht kein Auge zu und überlegte, wie ich die Sache wieder zurechtbiegen könnte. Mutter hatte alle Wege verbaut, hatte einfach gesagt: halbe-halbe, zwei Waagen, zwei Unternehmen. Wer würde da noch nach mir fragen? Obwohl unsere Kunden wussten, dass ich zwölf Jahre Erfahrung hatte, gingen sie doch geradewegs zum Bruder. Mich hielten sie für den Gehilfen. Am schlimmsten waren diese erbärmlichen Weiber, die ganz durcheinandergerieten, wenn sie ihn sahen.

Sie kamen im Tshador und mit einem Gesichtsschleier, aber sie brauchten ihn nur zu erblicken, da vergaßen sie alles, wurden ganz schwach: „Schade um Sie, dass Sie noch nicht verheiratet sind.“ Die hatten ja keine Ahnung von seiner Geliebten.

„Was willst du mit einer Armenierin?“, fragte ich ihn.

„Misch dich da nicht ein!“

Es war ein trüber Nachmittag. Ich ging auf den Friedhof, setzte mich an Vaters Grab und weinte.

„Vater“, rief ich, „woraus hast du mich gemacht, woraus ihn? Warum schauen mich die Frauen nicht an, warum zeigen sie mir höchstens ein böses Gesicht? Warum hat sich das schönste Mädchen der Welt in meinen Bruder verliebt? Wir sind doch Holz vom selben Stamm, oder nicht?“

Doch Vater schwieg, er konnte ja nicht einmal mehr husten. Die Raben hockten auf den Zweigen, und ein kräftiger Wind blies mir Staub in die Augen.

„Wie willst du sie zu deiner rechtmäßigen Ehefrau machen, du Muslim?“, fragte ich.

„Misch dich da nicht ein!“

Und er füllte die Handtasche des Mädchens mit Pistazien und klappte den Deckel zu.

„Du musst jetzt gehen, Ssurmeh.“ Beim Anblick ihrer honiggelben, bittenden Augen wurde mir ganz schwach. Nachts fand ich keinen Schlaf.

Er schwor: „Bei Gott, ich bring dich um, Bruder!“

Und nicht lange danach sagte Mutter: „Wo ist mein Aidin?“ Und meinte denselben Menschen, der einst einen maßgeschneiderten grünen Anzug trug, sich eine Krawatte umband, glatt rasiert war, nur mit einem dünnen Schnurrbart.

Voll Wohlwollen schaute ihn Mutter an und sagte lächelnd: „Da wird einem ganz warm ums Herz!“

Und jetzt fragte sie: „Wo ist mein Aidin?“

Wusstest du denn wirklich nicht, wo dein Aidin war? Er war doch immer entweder im Teehaus am Salzsee oder hinter der zerfallenen Mauer des Akhawan-Gartens. Manchmal auch ganz hinten in der Karawanserei, hockte mit den Lastträgem um einen Blechkanister herum und aß Melonenkerne, oder aber die aßen welche, und er gab Nachrichten aus dem Zweiten Weltkrieg zum Besten.

„Find ihn, egal wo er ist!“, sagte Mutter.

Jetzt aber gab es die Mutter nicht mehr. Im alten Stadtfriedhof schlummerte sie an der Seite des Vaters unter der schweren Last der Erde und des Schnees.

Die Straße war kalt und schmutzig. Über der ganzen Stadt lagen Nebel und Rauch. Urhan drehte sich einen Augenblick um und schaute zurück. Ihm schien, als stiege all der Rauch nur aus der Karawanserei auf und zöge durch den Eingang der Passage ab. Einen Moment spielte er mit dem Gedanken, umzukehren und denen zu sagen, sie sollten das Feuer löschen, es irgendwie unschädlich machen.

Gut, es ist Winter. Hier ist immer Winter. Sie sollen sich einen Kanonenofen kaufen, ein Abzugsrohr anbringen. Er wird das Geld dafür geben. Dann kümmerte er sich aber nicht mehr weiter darum und stapfte auf dem Gehweg stadtauswärts. Jetzt stieß er niemanden mehr an, und kein Handwagen stieß mehr gegen seine Beine; da flog auch kein von Kinderhand geworfener Schneeball mehr. Er zog zwar immer den Kopf ein, aber sein Körper war schwer, und wohl oder übel klebten die Schneebälle in seinem Nacken.

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