Abbas Maroufi - Symphonie der Toten

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"Ich bin Urhan", sagte er.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"

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Abgesehen davon, was für eine Hinterlassenschaft war das schon? Einmal das Eigentum an einem Geschäft in der Passage des Basars der Trockenfruchthändler in der Karawanserei, ein Wohnhaus auf einem Grundstück von 480 m2 in der Lord-Gasse Nr. 3, einer Seitenstraße der Sheikh-Ssafiy-od-din Ardebili-Straße, und ein 1240 m2 großer Aprikosengarten nördlich von Sardab*. Und diesen Aprikosengarten hatte er auch noch Mutter überschrieben, um ihr nichts schuldig zu bleiben.

Mutter drückte ihr Taschentuch auf die Augen, wischte sich die feuchten Wangen ab und sagte: „Ich möchte nicht, dass er einsam und verlassen in den Bergen oder draußen in der Wildnis umkommt, nur das.“

„Sag so was nicht, Mutter!“

„Was wirst du ihm erst nach meinem Tode antun?“

Sie fing an zu schluchzen. Ich stand auf, drückte ihr ein Glas Wasser in die Hand und half ihr, sich aufzusetzen. Sie nahm einen Schluck und lehnte sich gegen die Rückenpolster. Ihr Schweigen konnte einen umbringen. Sie schaute einen nur an und zwinkerte mit den Augen. Man wusste nicht, sollte man bleiben oder gehen. Doch in ihren letzten Tagen war sie nicht mehr so rastlos wie früher. Nachdem nun fast ein Jahr verstrichen war, hatte sie das Unheil vergessen, hatte sich allmählich abgefunden.

Auch hatte sie weder die Kraft „Was hast du mit ihm angestellt, du Lump?“, zu brüllen noch die, sich zu widersetzen.

„Ich hab ihn doch nicht gehasst, Mutter“, sagte ich.

Sie jammerte, schlug sich mit der Faust an die Brust; stets hingen Tränen an ihren Wangen oder standen ihr in den Augen.

„Gott möge dich bestrafen!“, sagte sie.

„Fluch nicht, Mutter!“, beschwor ich sie.

“Wie sollte ich nicht fluchen, du Gottloser. Kann es mit dir ein gutes Ende nehmen? Du ...“

Nach und nach verschwand diese Trübsal verbreitende Stimmung, und als ich eines Tages mit Aidin aus der Karawanserei zurückkam, hatte sie für uns wunderbare gefüllte Weinblätter zubereitet. Wir aßen, und ich erzählte von einer Reise nach Astara*. Ich meinte, dass es nicht schlecht wäre, wenn Aidin und ich mal zusammen dorthin führen, um den Anblick der dichten Wälder zu genießen. Ich erzählte, dass die Wege dort von Brombeerhecken gesäumt seien; das Meer sei so klar, dass man bis zum Grund sehen könne, und dort gebe es eine neunzigjährige Jungfer, die Aidins Frau würde, wenn er sich nur etwas besser benähme. Aidin legte sich dann schwindlig und müde nieder. Mutter half mir, ihn in sein Souterrainzimmer zu schaffen.

„Aidin“, fragte sie, „möchtest du wieder dein früheres Zimmer haben, zusammen mit Urhan?“

„Was habt ihr da wieder ausgeheckt?“, meinte er nur.

Wir legten ihn aufs Bett.

Im Treppenhaus sagte Mutter: „Wenn er bloß nicht mehr erwachte. Ich kann ihn so nicht mehr sehen. All diese Würde, diese Vornehmheit, seine Güte, wo ist das nur geblieben?“ Wieder weinte sie und zog sich an den Stäben des Geländers die Treppe hinauf.

„Mutter“, sagte ich, „warum quälst du dich so? Glaubst du denn, dass er leidet? Bei Gott, er ist der zufriedenste Mensch auf der ganzen Welt. Er hat keinen Kummer und keine Sorgen, keine Tratten und keine Wechselschecks. Der hat’s doch gut.“

Sie ging zwei Stufen vor mir her. Doch als ich anfing zu lachen, drehte sie sich plötzlich um und haute mir eine runter, dass die Funken sprühten.

„Du Lump, über wen machst du dich lustig?“

Kalt und trocken, wie ein Befehl des Vaters, klang ihre Stimme. Mir schien, als ob die Wände Risse bekämen, Risse, die hinauf bis zur Decke liefen. Die ersten Anzeichen gehen bis in meine Kindheit zurück. Nach Aidas Tod ging unser Leben wie eine Lawine den Abhang zum Tal des Todes nieder, und keiner konnte oder wollte sie aufhalten. Es scheint mir von Kind an bestimmt zu sein, diesen heimtückischen, unverständigen Bruder auf den Rücken zu nehmen und ihn eine enge Passstraße hinauf zu schleppen. Doch er hat immer so getan, als wäre er völlig anspruchslos, und damit hat er nicht nur mich, sondern auch Vater zugrunde gerichtet.

Er ist an mein Blechauto gegangen, hat es ausgeweidet; nichts war ihm unmöglich, über alle machte er sich lustig. Und ich konnte es Vater nicht klarmachen, konnte es Mutter nicht klarmachen, dass sie ihm endlich Einhalt gebieten sollten. Was blieb mir da anderes übrig, als den Kopf gegen die Wand zu schlagen, so lange zu schlagen und zu brüllen, bis sich endlich einer um mich kümmerte? Eines Tages hatte er mein Fahrrad aus der Mauernische herausgeholt und fuhr um das Wasserbecken herum. Er drehte seine Runden so schnell, dass einem ganz schwindlig wurde. Wie einer Biene, die von einem lnsektenspray getroffen wurde. War es vielleicht meine Schuld, dass ihm Vater kein Fahrrad kaufte?

Von der Veranda brüllte ich zu ihm runter: „Steig von meinem Rad ab!“

Doch er drehte seine Runden nur noch schneller und lachte laut. Ich lief in den Hof, setzte mich in eine Ecke und schlug den Kopf so lange auf den Boden, bis ich ganz entkräftet zusammenbrach.

Vater saß auf der Veranda und aß Wassermelone. Bis ich meinen Kopf auf den Boden schlug, hatte er sich nicht gerührt, als aber mein Gesicht blutüberströmt war, kam er herunter, packte Aidin und schlug ihm so ins Genick, dass er drei Tage lang den Kopf nicht bewegen konnte. Mutter verfluchte uns, mich und Vater.

Diese liebevolle Mutter, deren Zuneigung ganz und gar Aidin galt, nicht ein einziges Mal hat sie gesagt: „Mein Urhan.“

Tagsüber schickte sie uns raus, und wir durften uns in der Nähe der Ventilatorenfabrik Lord herumtreiben. Wir gingen bis ans Ende der Gasse, wo die Fabrik in einer breiten, von Stacheldraht umzäunten Mulde lag. Eine zweiflüglige, hölzerne Tür schwang im Wind hin und her, und ein steiler Kiesweg führte bis zum eigentlichen Fabrikgelände hinab.

Nach alter Gewohnheit blieben wir da oben stehen und schauten von der Gasse aus runter. Die Fabrik dröhnte und produzierte in unwahrscheinlicher Geschwindigkeit Ventilatoren. Wir betrachteten die zerbrochenen Flügel, die in einer Ecke des Geländes aufgehäuft lagen.

„Los!“, rief ich.

„Wer zuerst dort ist!“, entgegnete er.

Wir rannten. Rannten den steilen Weg hinab. Die Taschen in unserer Hand waren schwer; sie pendelten vor und zurück und zogen uns hinter sich her. Der Lärm der Fabrik war so ohrenbetäubend, dass es einem Spaß machte zu brüllen. Wir konnten unser gegenseitiges Geschrei nicht hören. Mir war sehr heiß, und ich rannte schnell. Doch konnte ich Aidin nicht einholen. Seine Tasche schlenkerte vor meiner Brust. Ich wusste zwar, dass meine Beine durcheinandergeraten würden, aber ich vergaß alle Vorsicht, stürzte plötzlich kopfüber zu Boden und blieb der Länge nach liegen. Herr Farman kam aus seinem Glashäuschen heraus und stellte mich wieder auf die Beine. Mein Gesicht war blut- und tränenverschmiert, meine Beine schmerzten, und eine einschläfernde Trägheit war in meinem Körper. Nur mit Mühe konnte ich Aidin erkennen, der glücklich und zufrieden hübsche rote Ventilatorenflügel zusammenklaubte.

Vater schlug mit dem Gürtel auf ihn ein, Mutter versorgte meine Gesichtsverletzungen.

„Wie lange soll’s mit deinen Teufeleien noch weitergehen?“, fragte Vater. „Warum bist du nur so aufsässig?“ Und drosch weiter.

Mutter konnte an jenem Abend mein Nasenbluten nicht stillen. Vater zog Aidin am Ohr und rief: „Du hast ihm das Nasenbein gebrochen! Ist dir das klar?“

„Ich hab’s ihm nicht gebrochen“, antwortete Aidin. „Beschuldige mich nicht zu Unrecht!“

Vater ließ ihn nicht weiterreden und gab ihm eine saftige Ohrfeige.

„Es tut mir ja leid, dass er sich das Nasenbein gebrochen hat“, sagte Aidin, „aber was kann ich dafür?“

Tags darauf holte Vater einen Arzt, aber das half auch nichts; auch jetzt noch, mit vierzig Jahren, ist die eine Seite meiner Nase doppelt so dick wie die andere.

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