Abbas Maroufi - Symphonie der Toten

Здесь есть возможность читать онлайн «Abbas Maroufi - Symphonie der Toten» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Symphonie der Toten: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Symphonie der Toten»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

"Ich bin Urhan", sagte er.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"

Symphonie der Toten — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Symphonie der Toten», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Eine Zeit lang war es uns beiden zur Gewohnheit geworden, dass er weglief, wenn er niedergeschlagen war, und zwei, drei Tage verschwunden blieb. Kam er dann wieder zurück, fragte ich ihn: „Wo warst du denn, mein Freundchen?“

„Ich war in Mashad*, hab unserem Imam Reza die Füße geküsst.“

„Was hast du mir als Reisepräsent mitgebracht?“

„Da gab’s nichts Gescheites, nur Sonnenblumenkerne und diese schlechte Sorte von Aprikosen.“

„Schon gut. Geh in die Karawanserei! Und treib dich nicht so viel herum, du bringst mich noch um meinen guten Ruf!“

„Herr Bruder, nach zwei Glas Tee bei Mashd Abbass geht einem wirklich das Herz auf. Kannst du das nicht verstehen?“

Er füllte sich die Taschen mit Melonenkernen und machte sich davon. Seine Anwesenheit bedeutete mir nichts, aber seine Abwesenheit machte mir großen Kummer. Nachts, wenn er da unten im Souterrain schlief, war ich oben allein. Aber ich wusste, dass er da war. Dass da einer war, dass da unten einer atmete. Insbesondere in diesem Haus, das immer noch nach Vaters regenfeuchter Jacke, nach Mutters schwerem Atem und sogar nach Aida roch. Das alles ertrug ich zwei, drei Tage lang, denn ich wusste, er würde wiederkommen.

„Wo bist du gewesen, mein Freundchen?“, fragte ich ihn dann mit gerunzelter Stirn und tadelnder Stimme.

„Ich war in Moskau.“

„Was war dort los?“

„Wohin man auch kam, überall wurde gekämpft. Und bei all dem Frost brannte es lichterloh.“

„Hast du auch mitgekämpft?“, fragte ich

Er starrte auf die Leute draußen vor dem Kontor. Teils eilends, teils gemächlich schoben sie sich vorbei.

„Was denkst du“, fragte er mich, „wo kriegen die alle Löffel her?“

„Gut also“, meinte ich, „was gibt’s Neues vom Krieg? Wie viele hast du umgebracht, wie viele verwundet?“

„Wir haben eine Frau gefangengenommen. Nachher stellte sich heraus, dass sie eine Hure war. Martha heißt sie. Recht hübsch und nicht ohne! Ich glaube, sie stammt aus Jugoslawien.“

„Auf welcher Seite hast du denn gestanden?“, fragte ich. „Herr Bruder“, sagte er da, „die haben mich fertiggemacht!“ Er war ganz niedergeschlagen.

Die beiden Männer starrten stumm nach draußen. Es war, als ob sie jemanden erwarteten.

„Frierst du denn nicht?“, fragte Urhan.

„Ich kann es aushalten“, entgegnete der Alte. Er hielt einen Augenblick inne und fragte dann: „Wie bist du denn hergekommen?“

„Zu Fuß! Hast du keine Zigarette für mich?“

Die Kälte presste ihm Tränen aus den Augen, und die liefen ihm dann über die Backen. Plötzlich hatte er Lust auf eine Zigarette.

Er fragte nochmals: „Hast du keine Zigarette übrig?“

Der Alte öffnete sein Zigarettenetui und hielt es ihm hin.

„Das hilft gegen das Zittern“, meinte er, und er wartete, bis Urhan sich in diesem ungewissen Dämmerlicht bediente. Während er ein Streichholz anriss, schaute er ihn sich genauer an und bemerkte, dass er ganz gerötete Füße hatte.

„Bist du nur Ssoudjis wegen hierhergekommen?“, wollte er wissen.

Die Schmerzen in den Füßen ließen Urhan aufstöhnen, und er nickte nur bejahend mit dem Kopf und war sehr zufrieden, dass er dem Alten so zeigen konnte, wie gern er seinen Bruder hatte. Doch sein Inneres war ganz aufgewühlt. Wie oft war er diesen Weg schon gegangen, in Kälte und Hitze, wie oft hatte er sich in Gefahr begeben, um Aidin zurückzuholen. Aber jetzt hatte er einen endgültigen Entschluss gefasst: Koste es, was es wolle, er musste die Sache zu Ende bringen. Voll leidenschaftlichen Zorns blies er den Rauch aus. Er merkte nicht, was er da rauchte und dass es schlecht schmeckte.

Er stand auf, schloss die Stalltür und schaute dann durch die zerbrochenen Flügel hinaus und sagte: „Wir sind hier festgenagelt.“

Der Alte schwieg. Das schneebedeckte Land lag jetzt in Dunkelheit. Er hatte nicht damit gerechnet, hier festgehalten zu werden.

„Wo mag er nur geblieben sein, dieser Bruder?“

Auch darauf entgegnete der Alte nichts.

Vater hatte gesagt: „Es ist doch egal, wo er hingegangen ist.“

„Man kann nicht immer so, wie man möchte“, meinte ich. „Mutter fragt von morgens bis abends nach ihrem Aidin. Sie möchte ihn zurückholen. Ab und zu geht sie ihn auch besuchen.“

„Was fällt ihr ein!“, knurrte Vater. „Wer hat ihr das erlaubt?“

Seit Aidin von zu Hause weggegangen war, war ein Jahr vergangen. Oben am Fluss, in Ram-Assbi, arbeitete er in einem Holzsägewerk. Er war mager geworden, war sehr gealtert, aß nichts Gescheites, hatte sich aber in den Kopf gesetzt, unabhängig zu sein und nicht mehr in sein Elternhaus zurückzukehren. Jener Brand hatte ihn sehr getroffen. Als hätte man ihn selbst verbrannt. Und er war auch wie ausgebrannt. Er durch den Fluch des Vaters und Vater durch den Fluch der Natur.

Am Tage nach jenem Ereignis stand in der Zeitung, der „Sonne des Orients“, folgendes geschrieben: „Gestern gegen 12:30 Uhr verfinsterte sich die Sonne plötzlich so, als hätte eine Riesenhand ihr Gesicht bedeckt.“ Dieser Satz blieb in unserem Gedächtnis haften.

An jenem Tag war die Sonnenscheibe total verfinstert, und es war Nacht geworden. Vater, der noch nicht zu Mittag gegessen hatte, glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er einen Blick auf die Uhr warf und die Zeiger an der zu erwartenden Stelle sah. Angstvoll fragte er: „Urhan, ist es denn schon Abend?“

Ich wusste nicht, was da vor sich ging. „Oh heiliger Abu-l-fasl!“, stieß ich hervor und rannte hinaus. Es wurde immer noch dunkler, und da ertönten auch schon die Sirenen der Ventilatorenfabrik Lord, die das Ende der Arbeitszeit ankündigten. Jetzt war ich ganz sicher, dass die Nacht angebrochen war, denn die Ventilatorenfabrik Lord hatte sogar während des Krieges niemals die Arbeit unterbrochen, nicht einmal in der Zeit nach dem Shahriwar* 1320 , wo sich die Leute wegen eines Stücks Brot gegenseitig umbrachten. Aber jetzt kündeten die Sirenen das Ende der Arbeitszeit an. Von den Straßen und Gassen her hörte man das Getümmel der Leute, und einige fingen damit an, auf den Dächern gegen Kupferkessel zu trommeln.

Auch Vater war in den Hof herausgekommen und stand nun neben mir und Mutter. Ohne die Augen mit der Hand abzuschirmen, schauten wir in die Sonne. Mutter weinte. Wie des Öfteren gab sie vor, sich nach Aida zu sehnen, die in Abadan lebte, und vergoss so ihre Tränen.

Die Sonne war zu einer blutigroten Scheibe geworden, und schwarzer Dunst bedeckte ihre Umgebung. Damals sah ich zum ersten Male Angst bei Vater. Alles war nun in Finsternis getaucht. Von draußen drang ein entsetzliches Gelärme an unser Ohr.

Mutter murmelte Gebete und weinte betrübt vor sich hin. Benommen und verdrossen betrachtete ich den Himmel, der plötzlich mit Sternen übersät war. Noch nie hatte ich nachts so viele Sterne gesehen.

Noch einmal rief ich aus: „Oh Abu-l-fasl!“

Vater unterbrach sein Gebet: „Das ist eine Strafe Gottes! Wisst ihr, was das bedeutet?“

Er drehte seine Handflächen nach oben, „Klebt denn Blut an unseren Händen?“, fragte er mit fiebriger Stimme.

„Gott behüte uns!“, murmelte die Mutter.

„Das ist unser Werk“, sagte Vater, „unseres und das unserer Kinder. Oh Gott, lass das nicht zu! Lass das nicht zu!“

Kurz darauf verstummte der Lärm auf den Straßen, und Finsternis und Stille senkten sich über die Stadt, als wäre sie seit Jahren ausgestorben. Als hätte die Stadt nie existiert. Mutter zündete die Petroleumlampe an und stellte sie im Zimmer auf den Sims. Keiner von uns wagte es, den Raum zu verlassen.

„Wo ist bloß Aidin?“, fragte Mutter.

„Der soll bleiben, wo er ist!“, brummte Vater.

Mutter machte sich Sorgen. Als es kurz danach im ganzen Haus nach angebranntem Essen roch, schlug sie sich auf die Knie und rief: „Das ist meine Schuld!“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Symphonie der Toten»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Symphonie der Toten» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Symphonie der Toten»

Обсуждение, отзывы о книге «Symphonie der Toten» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x