Abbas Maroufi - Symphonie der Toten

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"Ich bin Urhan", sagte er.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"

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Sie rannte in die Küche, Vater mit der Lampe in der Hand hinterher. Er stand in der Küchentür und sagte: „Das ist der Lohn unserer Taten. Was haben wir nur getan?“

Ich sah, dass seine Hände zitterten und sein Gesicht tränenüberströmt war. Ich nahm ihm die Lampe aus der Hand.

„Wir leben jetzt an einem Ort“, sagte Vater, „wo sich direkt unter unseren Füßen ein Lager ketzerischer Bücher befindet. Unser eigener Sohn hat jedes gotteslästerliche Buch, das er auftreiben konnte, in das Souterrain geschleppt. Dichter ist er auch geworden. Es fehlt nur noch, dass er sich ein Musikinstrument unter den Arm klemmt und zum Straßenmusiker wird. Aber das werde ich nicht so einfach hinnehmen.“

Er krempelte sich die Ärmel hoch. „Wir müssen das Gebet zur Abwehr von Naturkatastrophen sprechen.“

Wir gingen ins Zimmer zurück und beteten.

Die Finsternis dauerte anderthalb Stunden. Und wir zitterten diese ganzen anderthalb Stunden. Dann dämmerte es. So wie nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang. Die Sonne begann wieder zu strahlen, und es wurde heller Tag. Mit einer Kopfbewegung bedeutete mir Vater, ihm zu folgen. Wir traten auf den Hof. Mutter stand auf der Veranda, ebenso verwundert wie ich.

„Warum geht ihr nicht ins Kontor?“, fragte sie. „Ihr seid wohl ganz aus dem Häuschen?“

Weil Vater schwieg und es immer noch nach angebranntem Essen roch, zog Mutter es vor, sich mit irgendetwas zu beschäftigen und sich unsichtbar zu machen.

„Hol den Teppich und die Kleider aus dem Zimmer raus!“, befahl Vater.

Ich rollte den Teppich zusammen und schleppte ihn herauf. Dann warf ich Aidins Kleider auf die Veranda und wollte noch schnell das Bettzeug herausholen, aber Vater meinte, es müsse auch noch etwas da sein, was brenne. Allerdings hatte er gar nicht gesehen, was es da gab. Nachdem wir das letzte Mal die Bücher verbrannt hatten, war es jetzt wieder überall voll von Büchern und Heften: unter dem Bett, auf dem Wandbrett, neben der Treppe und in den Ecken. Aidin schrieb Gedichte und stand in Verbindung mit anderen Dichtern.

„Gieß Petroleum darüber!“, ordnete Vater an.

Ich holte die Kanne raus und übergoss alles sorgfältig. Dann versuchte ich noch schnell, das Bett herauszuziehen, doch Vater ließ das nicht zu.

„Zünd ein Streichholz an!“, sagte er. Und ich hab‘s getan.

Als Mutter herauskam, war es schon zu spät. Zur Tür und zum Fenster des Souterrains schlugen die Flammen heraus. Und irgendetwas verbrannte unter schrecklichem Getöse. Mutter wollte noch was unternehmen, sie fuchtelte mit den Händen herum, brachte aber kein Wort mehr heraus.

„Es ist die Seele des Teufels, die da brennt!“, sagte Vater.

Wirklich, auch die Seele des Teufels hätte beim Brennen nicht so viel Krach und Rauch machen können. Die Hitze war auch noch jenseits des Wasserbeckens zu spüren, und der Qualm stieg zum Himmel. Ein paar Nachbarn klopften an unserer Tür und fragten, was es mit dem Rauch auf sich habe.

„Wir kochen Tomatenmark ein“, sagte Vater.

Ich hatte gedacht, Aidin würde auf der Stelle einen Herzschlag kriegen, wenn er das sehen würde. Aber ihm passierte gar nichts. Gegen Abend kam er zurück. Das Haus lag in kummervollem Schweigen versunken. Als ob jemand gestorben wäre und alle das Geheimnis dieses Todes voreinander verbargen. Aidin legte ein Paket Bücher, das er in der Hand trug, auf den Treppensims und wollte sich im Wasserbecken die Hände waschen. Doch nach ein paar Schritten sah er das Souterrain, grauenhaft dunkel und schwarz. Der Brandgeruch lag noch in der Luft. Wir schauten alle drei von oben zu. Aidin ging auf sein Zimmer zu, doch an der Treppe angekommen, konnte er sich nicht mehr aufrecht halten. Arme und Beine zitterten ihm, und ein Schauer lief über seinen ganzen Körper. Dann ging er weg, ohne ein Wort zu sagen und ohne jemanden sehen zu wollen.

Vater stand stumm. Er hatte nicht geglaubt, dass es so weit kommen würde. Nachdenklich ging er im Zimmer umher.

„War es das, was du wolltest?“, fragte Mutter und weinte.

„Was ist denn schon passiert?“, meinte Vater. „Ich hab’s doch seinetwegen getan. Du siehst doch, in was für schrecklichen Zeiten wir leben. Wegen nichts und wieder nichts verhaften sie die jungen Leute und lochen sie ein.“

In jener Nacht kriegte Vater einen solchen Durchfall, dass er ganz kraft- und saftlos und ohne Willen war. Er konnte weder sitzen oder ruhig an einem Platz stehen bleiben, noch konnte er sich hinlegen. Entweder war er auf dem Weg zur Toilette, oder er ging auf und ab.

„Ist es das, was du gewollt hast?“, fragte Mutter nochmals.

„Lass ein paar Tage vergehen, der Hunger wird ihn schon wieder hertreiben.“

„Entweder du suchst ihn noch heute Abend und bringst ihn zurück, oder ich gehe von hier weg.“

„Ist er denn nicht auch mein Kind?“, meinte Vater. „Glaubst du, er tut mir nicht leid? Wenn du mich nur lässt, werd ich ihn schon noch zur Vernunft bringen.“

So sehr hatte Aidin jener Brand zugesetzt, dass er sich nicht sehen ließ, als Vater und ich ihn ein paar Tage später aufsuchten. Mutter flehte Vater an, ihn zurückzuholen, und wir machten uns wieder auf den Weg nach Ram-Assbi. Die Sägerei lag an einem Engpass. Unten floss ein Bach durch, oben hantierten die Arbeiter.

Schließlich überwand Vater seinen Stolz, und als Aidin gerade einen Baumstamm durchsägte, stellte er sich vor ihn hin und sagte: „Aidin, vergiss, was geschehen ist!“

Doch Aidin antwortete nur, ohne den Kopf zu heben: „Vergiss du mich, Vater!“

Und wir kehrten um; Vater voller Wut und Hass, aber auch voller Hochachtung. Von da an sprach er Aidins Namen auf eine ganz besondere Art und Weise aus.

Aidin arbeitete ungefähr ein Jahr lang dort. Mutter erkundigte sich immer wieder nach ihm, und ich besuchte ihn ab und zu. Doch er nahm nichts an. Ich überbrachte ihm Essen und Kleidung, er wies es zurück. Ich brachte ihm Bücher, er wies sie zurück. Sogar was die Mutter ihm schickte, nahm er nicht an.

Wenn ich ihn drängte, sagte er nur: „Meine Schulzeugnisse, die Bücher, meine eigenen Gedichte ...“, und Tränen schossen ihm in die Augen.

Allmählich verlor er sein fröhliches Wesen ganz. Er war wie ausgebrannt. Auch finanziell ging es ihm wohl nicht gut. Ich hatte bemerkt, dass seine einfachen schwarzen Schuhe ganz zerrissen waren. Er trug immer diesen langen schwarzen Mantel und die schwarze Tuchhose. Ein Bein auf den Stamm gestellt sägte er, sägte, bis das Holz rauchte und auseinanderbrach. Dann wischte er sich mit dem Taschentuch den Schweiß von der Stirn und machte sich an die nächste Bohle. Ich stand dabei und wartete, bis er mit der Arbeit fertig war. Dann zogen wir zusammen los Richtung Salzsee. Seine schwarzen Schuhe waren zerfetzt, er konnte nur mit Mühe gehen.

„Aidin“, fragte ich ihn, „kriegst du denn keinen Lohn?“

Er war ganz verstört. Er glaubte wohl, ich wollte etwas von ihm leihen, und antwortete: „Ich hab schon Geld, brauchst du was?“

Er wollte schon mit der Hand in die Hosentasche fahren, um das Geld herauszuholen, als ich fragte: „Warum kaufst du dir dann keine Schuhe?“

Er warf einen Blick auf sein Schuhwerk und meinte: „Jetzt regnet und schneit’s noch nicht. Ich hab auch schon dran gedacht. Lass es erst mal Herbst werden, dann ...“

Von den Höhen der Hügel aus betrachtete er die Salzpfanne und den Salzsee.

„Wie sehr ich doch den Salzsee liebe!“, rief er aus.

Drüben lag die Salzpfanne mit ihrem welligen, mit Salzkrusten bedeckten Boden. Und diese Wellen schienen zu jeder Jahreszeit ihre Form zu verändern.

„Genau wie das Meer“, meinte Aidin.

Und wieder standen wir auf den Hügeln in der Nähe des Salzsees, eine sanfte Brise wehte, und unbeweglich lag unter uns das Gewässer mit seinem von weither sichtbaren Schilfgürtel. Auf einer Seite des Sees wuchsen dort, wo Hügel und Wasser sich trafen, hohe Schilfrohre mit spitzen Blättern.

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