Abbas Maroufi - Symphonie der Toten

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Symphonie der Toten: краткое содержание, описание и аннотация

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"Ich bin Urhan", sagte er.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"

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„Ich war ‘ne ganze Woche nicht mehr im Bad.“

„Wie lange dauert’s denn?“

„Eine Stunde. Vielleicht auch zwei.“

„Gut, ich warte. Aber beeil dich um Gottes willen!“

Und Djamshid wusste nicht – oder vielleicht wusste er es auch, und es war ihm nur egal –, dass ich im Bad in dem heißen Wasserdampf die Zeit vertrödelte und mich immer wieder abseifte, bis meine Haut ganz rot war. Ich trank Wasser, mir wurde heiß, und wenn ich dann schließlich rauskam, wartete Besenstiel vor der Haustür, genau wie vorher, ein Bein gegen die Mauer gestemmt.

„So, Besenstiel, wollen wir jetzt zu Martha gehen?“, fragte ich dann.

Urhan lauschte auf die Stille des Schnees. Er wusste nicht, wie es weitergehen sollte, ob er schließlich Aidin finden würde. Er war sicher, dass der noch lebte, und jetzt, wo er endgültig seinen Entschluss gefasst hatte, wollte er auch bis zum Ende gehen, die Sache in Ordnung bringen und sich dann ohne die Sorge um Aidin seiner eigenen Misere zuwenden. Er wusste, dass er ihn ganz einfach irgendwo festbinden konnte und ihn dem Schnee überlassen – ohne ihn zu erwürgen, ohne einen Tropfen Blut zu vergießen; er bräuchte ihm nicht einmal einen Faustschlag zu versetzen. Gleich hier an diesem Türgerüst konnte er ihn festbinden. Er konnte ihn auch von den Klippen in den See hinabstürzen, damit seine Seele früher ihren Frieden fände, denn der Vater hatte immer gesagt: „Je kühler die Ruhestatt der Toten, desto weniger müssen sie leiden.“

Wir gossen Wasser auf Aidas Grab. Mutter hielt eine Flasche Rosenwasser in der Hand, und ich wartete darauf, dass sich der Duft verbreitete. Da sagte Aidin: „Alles, was ihr nicht hätte zustoßen dürfen, ist ihr zugestoßen. Jetzt ist es zu spät.“ Er stand zu Häupten des Grabes und schaute gen Himmel. An jenem Tag trug er einen dunkelblauen Anzug, und unter seinen Rockaufschlägen schaute bis zu den Knöpfen ein feiner Schal hervor. Vater, der gerade ein Gebet sprach, hob den Kopf und warf ihm einen schrägen Blick zu. Dann flüsterte er mir ins Ohr: „Schau dir diesen Nichtsnutz an!“

Ebenso leise entgegnete ich: „Was kümmert dich das!“

Vater meinte nur kopfschüttelnd: „Sicher will er um vier Uhr wieder ins Armenierviertel gehen!“ Und Aidin hatte noch immer den Blick zum Himmel gerichtet, als ob er einen imaginären Fallschirm herabschweben sähe.

Als wir noch Kinder waren, waren wir immer gleichfarbig und gleichartig gekleidet. Die Mutter drückte uns zwei Plätzchen in die Hand und sagte: „Geht spielen!“

Wir hatten gelernt, uns an der Hand zu fassen, wenn wir irgendwohin gingen. Manchmal schickte uns Mutter auch ein paar Knöpfe, ein Stück Spitze, irgendeine Kleinigkeit kaufen, und manchmal gingen wir auch zu der Ventilatorenfabrik Lord hinüber, und Aidin und ich liefen Hand in Hand den abschüssigen Weg zum Werk hinab. Da unten dröhnte es aus der Fabrik, und die Arbeiter in uniformer gelber Kleidung packten die Ventilatoren in Kartons und luden sie auf dem Platz vor den Hallen auf die kleinen James-Lastwagen. Solange ich noch zur Schule ging, gingen wir immer zusammen. Wir waren ungezogener als die anderen Kinder. Ich brauchte Aidin nur freche Kinder zu zeigen, und schon drückte er sie gegen die Wand. Er schlug ihnen ein paar hinter die Ohren und sagte: „Vergiss nie, Urhan ist mein Bruder!“

Als ich die Masern kriegte, nahm er mich auf den Rücken und schleppte mich von der Schule nach Hause. Aber unsere Tage verliefen nicht immer gleich: Mal gab’s gute Zeiten, mal schlechte. Und je älter wir wurden, umso schlechter wurden sie.

„Bevor wir dreißig sind“, meinte Aidin, „werden wir in diesem Land zugrunde gehen. Du auf deine Art, ich auf meine, und Aida wieder auf eine andere.“

„Die Lizenz für das Geschäft muss auf meinen Namen sein!“, bestimmte ich.

„Macht nichts“, entgegnete er, „die kann ruhig auf dich laufen.“

„Dazu ist das notarielle Einverständnis des Partners erforderlich. Aber wir sind ja keine Partner, wir sind Brüder.“

Und ich ließ die Lizenz auf meinen Namen ausstellen. Der Wachtmeister Ayas meinte: „Dadurch bist du einen Riesenschritt weitergekommen. Jetzt ...“

Mutter aber sagte: „Was fällt dir eigentlich ein?! Soll dein Vater nicht einmal im Grabe Ruhe finden? Halbe-halbe!“

Wohl oder übel ließ ich dann die Grundbücher und Besitzurkunden so, wie sie waren, und kümmerte mich nicht darum. Wenn ich nachts in meinem Zimmer vom Fenster aus den Himmel betrachtete, vermeinte ich, den Laut seines Lidschlags und seines Nachdenkens zu hören. Und wenn ich die Augen schloss, sah ich ihn mit einem Messer meine schöne rote Wassermelone in der Mitte durchschneiden. Ganz deutlich sah ich ihn vor mir, inmitten einer Helligkeit. Ich erinnerte mich daran, wie ich die Pistaziensäcke vierzig Stufen hinunter- und dann wieder heraufgeschleppt hatte. Das war nicht gerecht. Zur selben Zeit hatte sich Aidin herumgetrieben und war zur Schule gegangen. Und ich war derjenige gewesen, der im Kontor geschuftet hatte. „Der eine schuftet, der andere steckt den Lohn dafür ein“, meinte Vater nur. Nein, recht war das nicht. So viel Mühe all die Jahre!

„Mutter“, sagte ich, „hätte ich denn nicht auch weiter zur Schule gehen können?“

„Wie oft hab ich dir das gesagt!“, entgegnete sie. „Wärst halt gegangen!“

Das Leben war bitter. Vergiftet und bitter. Nachts glühte ich, tags litt ich. Mein Gott, dachte ich, wo bleibt da die Gerechtigkeit? Halbe-halbe? Und vom Fenster aus sah ich den Rauch meines Ofens zu den Raben aufsteigen. Zu den Ästen der Kiefer stieg er auf, um die Raben daran zu erinnern, morgens früh bei Sonnenaufgang ihr ‚kalt, kalt‘ zu krächzen.

Jetzt bin ich mir ganz sicher, dass er noch lebt. Er wird ja auch nie krank. Nur seine Zähne sind verfault, und er kann nicht mehr Brot mit Walnüssen essen. Auch andere Speisen kriegt er nicht mehr runter. Meist schlürft er eine Suppe. Er sieht aus wie ein verbrauchter, arbeitsunfähiger alter Mann, nur eben völlig ruhelos. Vom ersten Hahnenschrei an bis spät in die Nacht ist er wach. Und ich weiß nicht, wonach er sucht.

„Was suchst du denn?“, hatte ihn Vater gefragt.

Seine Antwort: „Mich selbst!“

Anfänglich glaubte ich, er müsse noch ein anderes Ich haben, das ihn so quälte, mir kam sogar der Gedanke, dass er von Geistern besessen sei. Aber nichts dergleichen! Ich merkte, dass er sich nur selber quälte und immer tiefer sank. Bei ihm war alles anders. Sogar seine Verliebtheit war nicht die eines normalen Menschenkinds. Er war in Liebe zu einer blondhaarigen Armenierin namens Ssurmeh entbrannt. Jahrelang hatte er in einer Holzsägerei gearbeitet, hatte alles, was er verdiente, für Bücher ausgegeben und sich eingebildet, ein Dichter zu sein.

„Was suchst du denn?“, hatte ihn Vater gefragt.

Und er hatte geantwortet: „Mich selbst!“

Von einem, der sich selbst sucht und darüber verrückt wird, kann man nicht mehr erwarten. Er ist ein Verrückter, der niemandem etwas zuleide tut und der doch nicht zu ertragen ist. Hinten in der Karawanserei verbrachte er unter den Lastträgern seine Tage, abends lief er hinter mir her, grüßte jeden auf dem ganzen Weg nach Hause, fragte dies oder das oder zählte einfach die Holzmasten der elektrischen Leitungen.

„Weißt du was, Herr Bruder“, meinte er, „jetzt schneit es schon seit zwei Wochen.“ Durch den Lichtschacht in der Kuppel der Karawanserei betrachtete er den Himmel.

„Der hat uns so viel Schnee geschickt, dass er sich jetzt vor den Leuten schämt. Er erledigt seine Aufgabe nun nachts, wenn alle schlafen.“

Der Schnee hatte jedes Maß überschritten. Dieser verfluchte Schnee, der uns allen zu schaffen machte. Tagsüber war der Himmel bewölkt, die ganze Nacht durch schneite es ohne Unterlass.

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