Abbas Maroufi - Symphonie der Toten

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Symphonie der Toten: краткое содержание, описание и аннотация

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"Ich bin Urhan", sagte er.
"Urhan? Welcher Urhan?", fragte der Alter
"Der Bruder von Ssoudji"
Der Alte warf ihm einen prüfenden Blick zu.
"Der Brudermörder?"

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Eine ganze Weile floss aus den Hydranten Sharbatt statt Wasser. „Ich möchte Wasser!“, bat ich.

Ich hatte entsetzlichen Durst, doch soviel ich auch von diesem Zuckerwasser trank, er ließ sich nicht stillen.

„Trink Sharbatt!“, sagte Vater, „Woher soll ich denn Wasser nehmen?“

„Von irgendwoher wirst du’s doch besorgen können!“

„Was sagst du da bloß?“, meinte Vater. „Jetzt pissen sogar alle süß!“

Dann verlor das Wasser seine Süße, Aida verbrannte sich selbst, Vater war gestorben und Aidin erledigt. Nur ich war übriggeblieben – und die Mutter, die in ihren weißen Betttüchern lag und röchelte, in einem fort röchelte. Sie hatte Asthma. Oft meinte ich mitten in der Nacht, jemand feile da an etwas Hartem herum. Aidin hatte den Kopf gegen die Wand gelehnt, in den Adern an Hals und Schläfen pochte es schnell, und unter den Augen sah ich es zucken.

„Sag mal, mein Lieber“, fragte die Mutter, „wer hat dir das angetan?“

Und Aidin entgegnete: „Das Feuer des Krieges ist in der Kälte von Moskau erstickt.“

Wie Recht er doch hatte! All die Brände mit ihren Flammen und ihrem Rauch, den Menschenopfern und Sachschäden sind schließlich ganz von selbst erloschen. Aber sie haben lauter Ruinen zurückgelassen. Alle erinnern sich daran, dass wir vierzig waren und dass ein paar der Kumpels Soldaten waren. Nachdem das Feuer gelöscht war, stiegen wir wieder in den Kombiwagen mit seinem hölzernen Aufbau und den hölzernen Sitzen, der uns auf der schlechten Schotterstraße schlimm durcheinanderrüttelte. Gerade als wir abfuhren, kam laut hupend ein roter Feuerwehrwagen an. Doch da war es zu spät: Von dem Haus war nur ein Häufchen Asche übriggeblieben.

Singend und in die Hände klatschend machten wir uns auf den Weg. Noch einmal stimmten wir die Fahnenhymne an. Am Ufer des Salzsees stellten wir uns nach altem Brauch in Reih und Glied auf, und als ich „drei“ rief, sprangen wir alle gemeinsam von den Klippen mit einem Kopfsprung ins Wasser. In den Kleidern. Wir schwammen einmal bis zu dem Schilfgürtel und zurück. Das Wasser war kühl, und es wehte eine leichte Brise. Dann erblickten wir das Schiff, das von Osten auf uns zugefahren kam. Es war leer bis auf einen Mann in einem schmutzigweißen Unterhemd, der vorne am Steuer stand. Er schien gleichzeitig auf uns und auf das Tuckern des Schiffes zu achten.

Als er das Ufer erreichte, rief er uns zu: „Wollt ihr nicht mitfahren?“

Wir brüllten wie aus einem Mund: „Hurra!“, und hängten uns von allen Seiten an den hölzernen Schiffsrumpf. Es roch nach Lack und Farbe. Bei jeder Bewegung knarrte es, als ob die Flanken auseinanderbrechen wollten. Wir freuten uns darüber, dass es nun auf dem Salzsee auch ein Schiff gab, und beschlossen: Jede Woche zum Salzsee. Hurra! Doch hatte keiner von uns bisher das Schiff gesehen und keiner kannte den Eigentümer. Niemand wusste, wann und woher er gekommen war. Es war ein älterer Mann mit einem unsicheren Lachen. Wie einer, der zum ersten Mal hinter dem Steuer sitzt.

„Ich habe vier Kinder“, sagte er, „das Leben ist teuer.“ Jetzt lachte er, strahlte von einem Ohr bis zum anderen.

Nachdem wir uns alle aus dem Wasser in das Boot hochgezogen hatten, tuckerte es los und entfernte sich vom Ufer. „Kommt nur jeden Tag!“, meinte der Schiffer.

„Wir kommen jeden Tag“, antwortete ich. „Gib Gas!“

Es war das erste Mal, dass ich auf einem Schiff fuhr. Meine Kleider waren völlig durchnässt. Das Schiff schlingerte ganz seltsam und als wir die Mitte des Sees erreicht hatten, fühlte ich es sinken. Die Jungs brüllten und drängelten hinaus. Jetzt tauchte das Schiff auf der Motorseite unter und überschlug sich. Wie ein Berg wölbte es sich über uns und ging, so umgekippt, unter.

Wir brüllten dort unten im Wasser und versuchten hochzukommen. Doch der schwere Schiffsrumpf schlug gegen unsere Köpfe, und wir wurden wieder nach unten gedrückt. Ich schaute nach oben. Es war dunkel. Ich musste unbedingt unter dieser Überdachung da hervorkommen. Mit beiden Armen durchpflügte ich in der Tiefe das Wasser und versuchte, mich von dem Schlamm fernzuhalten. Als es heller wurde, arbeitete ich mich nach oben. Auf dem Grund sah ich den Schiffer, der bis zur Hüfte im Sumpf steckte. Seine Augen waren aus den Höhlen getreten und er versuchte zu schreien. Mit den Fingern zeigte er eine Vier, und es war mir klar, dass er das Schiff für viertausend Tuman gekauft hatte.

„Vergiss es!“, dachte ich und bemühte mich hochzukommen.

Doch einer schien mich am Hosenbein festzuhalten. Da sah ich ihn im Wasser: Es war Djamshid der Besenstiel, einer der Soldaten. Er schluckte Wasser und zog an mir. Bis zu den Schultern war er im Schlamm versunken. Seine goldenen Schulterklappen glänzten. Er zog und ich wehrte mich. Plötzlich kam mir die Idee, den Gürtel zu öffnen. Ich öffnete ihn und war frei.

Damals war ich zwanzig Jahre alt. In einer violetten Unterhose kam ich nach Hause zurück. Es war ein schrecklicher Tag und noch eine ganze Zeit lang hatte ich den bittersalzigen Geschmack des Wassers im Mund. Auch heute noch erinnern sich die Leute daran, dass wir vierzig waren. Die Mutter von Djamshid Besenstiel sagte zu mir: „Du bist zwar am Leben geblieben, aber Glück wird dir das nicht bringen!“ Der Fahrer des Kombiwagens dagegen meinte: „Auf diesem Urhan liegt Gottes Segen. Den müsst ihr zu schätzen wissen!“

Und Mutter sagte: „Komm, damit du vor zukünftigem Unheil geschützt bist!“ Sie holte einen neuen, noch nicht gewaschenen Stoff, führte ihn von meinen Füßen an meinem Körper entlang nach oben, dann über den Kopf und auf der anderen Seite wieder hinab. Dann schnitt sie dieses Stück ab und schenkte es einem Bettler. Es war eine schlimme Zeit. In allen Gassen nur Trauer und Totenfeiern. Froschmänner aus Astara durchsuchten drei Tage lang den Schlamm auf dem Grunde des Salzsees. Das Wrack des Schiffes konnten sie bergen, aber von den Ertrunkenen fanden sie keine Spur.

„Hast du Fieber?“, fragte der Alte. Er legte Urhan die Hand auf die Stirn. „Du bist heiß, aber Fieber hast du nicht. Pass auf dich auf!“

Er zündete zwei Zigaretten an und gab eine Urhan in die Hand. „Wenn wir bis zum Morgen nicht erfrieren, sterben wir nie mehr!“

„Ja“, sagte Urhan nur.

„Warum bist du bloß so spät aufgebrochen, dass dich die Dunkelheit überrascht hat?“

Die beiden konnten einander nicht sehen. Nur zwei glühende Zigaretten kreisten in der Luft und leuchteten ab und zu auf.

„Wenn Ssoudji nicht zu Hause ist, kommt man fast um vor Einsamkeit!“

„Ich hab deinen Namen schon früher gehört. Brudermörder!“, sagte da der Alte.

Urhan schwieg. Der Alte war jetzt richtig in Fahrt gekommen. „Hast du denn deinen Bruder umgebracht?“, fragte er.

„Die Leute sagen so vieles!“ Urhan wollte jetzt nichts mehr hören. Er zertrat die erst zur Hälfte gerauchte Zigarette und steckte den Kopf zwischen die Beine.

Wenn ich später darüber nachdachte, fiel mir immer ein, dass jener magere und lang aufgeschossene Soldat Djamshid war, den wir „Besenstiel“ nannten. Er hatte sich an meinen Hosenbeinen festgeklammert und wollte mich mit sich nehmen. Er war doch mein Freund gewesen, und ich weiß nicht, warum er mir das antun wollte. An einem Freitagnachmittag, als das Kontor geschlossen war, waren wir zum Akhawan-Garten gegangen. Das war ein Garten ohne Tür und Tor, den ein paar Jahre später der Staat vereinnahmte; sie pflanzten neue Bäume, fällten die alten Kiefern und Platanen, legten einen Rasen an, stellten ein paar Rutschbahnen, Schaukeln und Wippen für die Kinder auf, zogen elektrische Leitungen und nannten das ganze „Volkspark“. Damals aber war der Akhawan-Garten noch der Akhawan-Garten gewesen, mit eingestürzten Mauern, deren Ziegelsteine geklaut wurden. Mit Bergen von Abfall und Myriaden von Mücken und Fliegen.

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