Rainer Müller-Hahn - Xespasmata - Ausbrüche

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Xespasmata - Ausbrüche: краткое содержание, описание и аннотация

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Xespasmata ist das griechische Wort für Ausbrüche. Es werden Ausbrüche aus Partnerschaft, Familie, Geschlechtsrolle und Konvention der Mitglieder einer zufällig zusammengetroffenen Gruppe von Touristen im malerischen Urlaubsort einer griechischen Insel geschildert. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Begegnung zweier Personen. Sie besitzt eine ungewöhnliche Intensität und wird begleitet von Ängsten und Widerständen. Deren Ursachen liegen in Begebenheiten während der Zeit des geteilten Deutschlands und führen zurück in die düstere Welt der Staatssicherheit. Ein sonderbarer Unfall und ein späterer Todesfall stellen die entstandene Beziehung auf eine Bewährungsprobe.

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Lautes Lachen an unserem Tisch reißt mich aus meinen Betrachtungen. Nach einer Schrecksekunde ist mir klar, dass ich die Pointe von Wolfgangs Geschichte nicht mitbekommen habe. Das macht mich verlegen. Um nicht allzu unhöflich zu erscheinen, reihe ich mich mit einem mühsamen Lächeln in die Gruppe der Lachenden ein.

Mein junger Tischnachbar ist der Erzählung offenbar genauso wenig gefolgt. Seine Aufmerksamkeit galt die ganze Zeit über dem Mädchen. Mir fällt jetzt das Gerangel zwischen ihm und seiner Mutter um den Platz neben mir ein, und ich beginne zu verstehen, was der Grund dafür war. Ich war schon verwundert, wie nachdrücklich er darauf bestanden hat, neben mir zu sitzen und konnte mir nicht gut vorstellen, dass er besonders an meiner Nähe interessiert war. Er hat von Anfang an in diesem Platz eine für die Kontaktaufnahme mit der jungen Dame vorteilhafte Position erkannt. Dafür bekommt er von mir ein stilles Kompliment. Wer so etwas derart schnell erfassen kann, muss ein heller Kopf sein.

Nun erahne ich plötzlich das Interesse der Mutter an diesem Platz. Möglicherweise hat auch sie darin eine günstige taktische Ausgangsbasis für einen ähnlichen, allerdings viel ‚näher sitzenden’ Zweck gesehen.

Diese Vermutung löst in mir Spannung und Unruhe aus, von denen ich nicht einmal sagen kann, ob sie mir angenehm oder unangenehm sind. Jedenfalls werde ich auf der Hut sein.

Mein Versuch, mich wieder der Gesellschaft am Tisch zu widmen, scheitert an meiner Lustlosigkeit und der nur bruchstückhaften Kenntnis der soeben berichteten Geschichte. Diese wird von den anderen kommentiert und mit weiteren ähnlichen Anekdoten angereichert. Es gärt in mir. Ich beginne, mich in dieser Gesellschaft immer unbehaglicher zu fühlen und will mich nicht in die Gespräche einfädeln. So nippe ich an meinem Glas, kratze gedankenverloren das vom Bier bekleckerte und aufgeweichte Papier aus dem Tischtuch und rolle es zwischen den Fingern zu unterschiedlich großen Kugeln. Meine Stimme macht mir nun Vorhaltungen:

Reiß dich zusammen! Schließlich, warst du es, der die Leute hier zusammengebracht hat. Entscheide dich! Du kannst unter einem Vorwand verschwinden, oder du bleibst und machst mit. Was du jetzt aber tust, ist unhöfliches Herumhängen.“

Ist ja schon gut, ich spiele ja mit“, lenke ich ein.

So unterbreche ich die Papierkugelfabrikation, zeige ein interessiertes Gesicht und wende mich der Tischgemeinschaft zu. Offenbar angeregt durch Wolfgangs gelungenen Beitrag, kommt eine weitere Geschichte zum Vortrag.

Ich nehme mir vor, dieser nun etwas aufmerksamer zu folgen. Das erweist sich jedoch als unglaublich qualvoll. Ursache dafür ist, dass zwei Erzähler gleichzeitig berichten wollen, die unglücklicherweise auch noch in Konkurrenz zueinander stehen. Günter, der Initiator, beginnt umständlich, stockend und lückenhaft über ein undurchsichtiges Geschehen zu berichten. Dabei wird er ständig von seiner geltungsbedürftigen Ehefrau Gabi unterbrochen. Hochmütig korrigiert und ergänzt sie seinen Bericht. Und in jedem ihrer Beiträge schwingt die unausgesprochene Botschaft mit, dass ihr Mann ein großer Trottel ist.

Da sie ihre Erklärungen gänzlich unabhängig davon einbringt, ob diese für das Gesamtverständnis der Geschichte erforderlich sind oder nicht, verstärkt sie die ohnehin bestehende Verwirrung und wachsende Ungeduld der Zuhörer.

Günter fühlt sich gekränkt, öffentlich gemaßregelt und streitet mit ihr über Einzelheiten. Dabei steht er auf verlorenem Posten.

Gabi ist ihm überlegen. Sie ist lauter, schneller, schlagfertiger und hält sich nicht immer an die Regeln der Logik.

Am Tisch hat sich mittlerweile eine verhalten aggressive und unleidliche Stimmung aufgebaut.

Anfänglich habe ich mich noch bemüht, aufmerksam zu sein und versucht, wenigstens den Kerngehalt der Geschichte zu erfassen. Das ist mir jedoch nicht gelungen, und so habe ich aufgegeben. Jetzt beschäftigt mich nur noch eine Frage, unterbricht ihn Gabi ständig, weil er so stockend und diffus berichtet, oder berichtet er so stockend und diffus, weil Gabi ihn ständig unterbricht? Darauf werde ich wohl keine Antwort finden.

Ich werde schläfrig. Unter solchen Umständen ein untrügliches Zeichen dafür, dass ich mich in einer Falle fühle.

Ich habe weder den Mut, die beiden aufzufordern, mit diesem Schwachsinn aufzuhören, noch getraue ich mich, aufzustehen und Platz an einem anderen Tisch zu nehmen, um dort in Ruhe auf mein Abendessen zu warten.

Genau genommen bin ich sauer auf mich. Ich kann nicht begreifen, warum ich mir diese Gesellschaft angetan habe. Meine Stimme ist sofort zur Stelle: „Warum verlässt du nicht diese wenig amüsante Gesellschaft, sondern lässt dir diese Narreteien bieten?

Warum findest du keinen eleganten Abgang? Ist es wirklich nur Höflichkeit, die dich hier hält? Warum erkennst du nicht dein Problem und findest eine Lösung? Wo unterscheidest du dich von Karin? Nur dir - so meinst du - sehen die anderen den Konflikt nicht an, aber ist er darum kleiner oder anders? Sag doch‚gute Nacht und verschwinde!“ Ich fasse einen Beschluss und antworte:

Ja, ist schon in Ordnung, aber warum gleich so radikal sein? Ich werde eine Gelegenheit und die passenden Worte finden, meine ‚Kündigung’ mitzuteilen. Den heutigen Abend werde ich aber noch durchstehen.“

Warum meine Stimme jetzt lacht, verstehe ich nicht.

* * *

Rettung naht in Person des großen Spyros. Er bringt meinen Fisch. Die Erzählung bricht ab, und ich spüre eine allgemeine Erleichterung, sich auf etwas anderes konzentrieren zu können, als auf den Streit über diese verstotterte und verstolperte Geschichte.

Spyros entkrampft die Situation ungewollt dadurch, indem er alle freundlich begrüßt, mit spöttischen Witzchen bedenkt und diejenigen, die in seiner Reichweite sitzen, mit kleinen freundschaftlichen Gesten und Berührungen neckt.

Von nun an sind alle Augen auf den appetitlich zubereiteten Fisch gerichtet, könnten sie zubeißen, wäre er in Sekundenschnelle verputzt. Man wünscht mir guten Appetit. Dabei entgehen mir nicht die säuerlichen Untertöne, in denen mein ungeselliger Alleingang gerügt wird und der Ärger zum Ausdruck kommt, selbst noch auf das Essen warten zu müssen. Ehe ich den ersten Bissen in den Mund schieben kann, habe ich noch einige Fragen nach der Art des Fisches, den Beilagen und zum Preis zu beantworten.

Dann ist es so weit: Der erste Happen, ein wirklicher Genuss! Angenehm ist auch die nun eingetretene Ruhe. Mir scheint, man bemüht sich übertrieben darum, mich beim Essen nicht zu stören. Es plätschert nur noch ein seichtes, gedämpftes Geplauder dahin. Zum Glück wird die unfertig erzählte Geschichte nicht wieder aufgegriffen.

Ich komme mir vor wie ein Fürst, der in Gegenwart seines hungrigen Gesindes ein üppiges Festessen zu sich nimmt und der sich, um Übergriffe abwehren zu können, hinter einem Festungswall aus Bierflasche, Wasserkaraffe, Gläsern, Tellern und Brotkorb verschanzt hat.

Allerdings unternimmt eine Magd aus dem Gesinde einen Vorstoß. Es ist die mondäne Anna, die ein wenig verschämt fragt, ob sie den Fisch kosten dürfe.

Ich bin erstaunt. Von ihr hätte ich am wenigsten erwartet, dass sie sich in die Niederungen des Schnorrens begibt. Ich finde das gut und willige gern ein.

Anna nimmt aus dem Besteckkorb eine Gabel und beugt sich hinüber und gewährt mir einen tiefen Einblick in das attraktive Dekolletee. Das finde ich auch gut. Geschickt trennt sie ein Stück vom Fisch ab, hält inne, als sie bemerkt, dass es etwas zu groß geraten ist, schaut mich schuldbewusst fragend an. Mein Kopfnicken ermuntert sie, das Stück zu nehmen. Daraufhin schiebt sie es auf ihre Gabel, beugt sich wieder zurück und balanciert Gabel und Fisch von der rechten zur linken Hand. Das ist der gefährlichste Abschnitt der Aktion. Alle Augen sind nun auf sie gerichtet.

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