Rainer Müller-Hahn - Xespasmata - Ausbrüche

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Xespasmata ist das griechische Wort für Ausbrüche. Es werden Ausbrüche aus Partnerschaft, Familie, Geschlechtsrolle und Konvention der Mitglieder einer zufällig zusammengetroffenen Gruppe von Touristen im malerischen Urlaubsort einer griechischen Insel geschildert. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Begegnung zweier Personen. Sie besitzt eine ungewöhnliche Intensität und wird begleitet von Ängsten und Widerständen. Deren Ursachen liegen in Begebenheiten während der Zeit des geteilten Deutschlands und führen zurück in die düstere Welt der Staatssicherheit. Ein sonderbarer Unfall und ein späterer Todesfall stellen die entstandene Beziehung auf eine Bewährungsprobe.

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Im Vergleich zu ihrem Mann Klaus wirkt sie aktiver, zielstrebiger und entschlossener. Er ist etwa fünfzig Jahre alt, etwa so groß wie Anna, kräftig gebaut, runder Kopf, sehr helle, etwas starr wirkende Augen. Das noch verbliebene Haupthaar ist sorgfältig von der rechten zur linken Seite des Haarkranzes gekämmt, kann aber den breiten Mittelscheitel nicht mehr verbergen. Klaus wirkt sympathisch, ruhig, ausgeglichen, ein wenig versonnen. Wenn er spricht, klingt sächsischer Dialekt an. Die Familie stammt aus der ehemaligen DDR und lebt jetzt in Berlin.

Ihr Sohn Michael ist ein hübscher, groß gewachsener Bursche, mit den breiten Schultern eines amerikanischen Footballspielers, kurzem blonden Haar, die Augen vom Vater, sonst aber der Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Er ist aufgeschlossen und selbstbewusst, was ihn älter und reifer wirken lässt. Die drei Ankömmlinge stehen ein wenig unschlüssig vor den Tischen, die ich zusammengestellt habe. Sie sind sich nicht sicher, ob diese Plätze für sie reserviert sind. Ich bemerke bei ihnen eine gewisse Erleichterung, als sie mich aus dem kleinen Gastraum kommen sehen. Anna murmelt eine Entschuldigung, so spät dran zu sein. Die gerade begonnene Begrüßung findet eine geräuschvolle Fortsetzung, denn jetzt trifft das Düsseldorfer Paar ein – Gabi und Günter. Auch sie entschuldigen sich, dass irgendetwas länger gedauert habe, ohne zu erklären, was es genau war.

Gabi tritt wie ein Filmstar auf, der seine üppigen körperlichen Reize bewusst und betont zur Geltung bringt. Das hübsche, kindlich-puppenhafte Gesicht ist sorgfältig geschminkt und wirkt dadurch maskenhaft. Ihr kurz geschnittenes, platinblond gefärbtes Haar ist wild und frech in alle Richtungen frisiert. Insgesamt macht sie auf mich den Eindruck eines verwöhnten Mädchens, das mit allem unzufrieden ist und ständig schmollt. Verstärkt wird dieser Effekt durch den gequetschten und nörglerischen Tonfall ihrer Stimme.

Günter repräsentiert das Klischee des Intellektuellen. Knapp zwei Meter groß, schlank, etwas gebeugte Gestalt, schmaler Kopf, schütteres, graumeliertes Haar, randlose Brille mit starken Gläsern. Er sieht sehr viel älter aus, ist sehr zurückhaltend, vielleicht sogar gehemmt. Vermutlich benötigt er eine längere Auftauphase, um Kontakt zu anderen zu finden. Beide erinnern mich an Arthur Miller und Marilyn Monroe, nur um ein paar Nummern kleiner.

Die Plätze werden eingenommen. Dabei gibt es eine kurze Rangelei zwischen Anna und ihrem Sohn um den Platz neben

mir. Michael ist erfolgreich und wird so mein Sitznachbar. Seine Mutter setzt sich neben ihn. Ich bin erleichtert, denn sie hat ein schweres, süßliches Parfüm aufgelegt, das bei mir einen kurzen Anflug von Übelkeit ausgelöst hat.

Alle, auch das noch fehlende Paar, Karin und Wolfgang, sind das erste Mal auf der Insel. Sie wohnen im Hotel. Man hat sich in den bisherigen Urlaubstagen miteinander bekannt gemacht. Als erfahrener Inselbesucher scheine ich in diesem Kreis willkommen zu sein.

Es naht der kleine Spyros mit den Speisenkarten. Er ist ein hübscher und freundlicher, sechzehnjähriger Junge aus dem Dorf, besucht das Gymnasium und bedient in seinen Schulferien hier die Gäste.

Er begrüßt uns unbefangen mit einem strahlenden Lächeln, verteilt die Karten und fragt nach den Getränkewünschen. Er schreibt nicht auf, was man ihm sagt. Wenn alle ihre Wünsche geäußert haben, wiederholt er die einzelnen Bestellungen und lässt sich deren Richtigkeit bestätigen. Mir und anderen ist aufgefallen, dass er bei der Wiederholung der Wünsche noch nie etwas vergessen oder verwechselt hat. Wenn er wenig später die Getränke an den Tisch bringt, ist nichts zu beanstanden. So korrekt wie sein Service ist auch seine Abrechnung. Es ist aber nicht nur diese Gedächtnis- oder Konzentrationsleistung, die mich beeindruckt, vielmehr ist es die Art, wie dieser junge Mann mit uns älteren Gästen umgeht. Da ist nicht die Spur von Hemmung, Unsicherheit oder gar servilem Kellnerverhalten. Er begegnet uns unkompliziert, selbstsicher, authentisch und keinesfalls respektlos. Diese Souveränität und Unbefangenheit hat er gemeinsam mit vielen anderen jungen Griechen.

Ich vergleiche, wie ich mich in diesem Alter verhalten habe. Dazwischen liegen Welten. Aber auch bei jungen Leuten in meinem Umfeld treffe ich diese Form von Selbstsicherheit eher selten an. Ich bin davon überzeugt, dass wir in unseren Breiten im Umgang miteinander irgendetwas falsch machen und würde gern wissen, woher diese ‚Leichtigkeit des Seins’ stammt. Ist es die Erziehung, betrifft es nur männliche Personen? Gehören diese zu einer privilegierten Personengruppe? Oder entsteht dieser Eindruck lediglich, weil ich die Sprache nicht beherrsche und deshalb entscheidende Nuancen in Wortbedeutung und Betonung nicht mitbekomme?

Während die Getränkewünsche abgefragt werden, betritt das dritte Paar - Karin und Wolfgang - die Restaurantterrasse. Karin ist etwa Anfang vierzig, besitzt dunkles, sehr fein gelocktes Haar, das sie unvorteilhaft und altmodisch frisiert hat, ähnlich der Haartracht eines Königspudels. Sie erscheint mit dieser Frisur ein wenig dümmlich und altbacken und kommt mir ziemlich still und gehemmt vor. Ihrem Mann Wolfgang

begegnet sie ängstlich, fast unterwürfig. Wolfgang ist um einen halben Kopf kleiner als Karin, ein gut aussehender Endvierziger südländischen Typs, drahtig, durchtrainiert und sehr gepflegt. Er macht einen schneidigen Eindruck. Sein markantes, scharf geschnittenes Gesicht und sein schmallippiger Mund verleihen ihm einem harten, entschlossenen Zug. Frisur und Haltung erinnern an einen Torero. Am Strand habe ich beobachtet, dass er, ähnlich wie Gabi, fast zwanghaft auf sein Äußeres bedacht ist. Es ist hauptsächlich die Frisur, die er ständig kontrolliert. Bewegung und Sprache sind wichtigtuerisch und manchmal affektiert. Karin und Wolfgang leben in Frankfurt/Main. Wolfgang entschuldigt sich für die Verspätung mit einer für mich unverständlichen Erklärung.

Der kleine Spyros bezieht die beiden wie selbstverständlich in die Getränkeabfrage mit ein, wiederholt alle Wünsche und macht sich auf den Weg zur Küche.

* * *

Nun beginnt das, was man als geselliges Beisammensein bezeichnet. Es wird eingeleitet durch ein stilles, konzentriertes Studium der Speisenkarten - ein eher ungeselliger Vorgang. Man verschafft sich einen Überblick über die vorhandenen Angebote. Gelegentlich wird gefragt, ob man weiß, was man bestellen will. Erste Eingrenzungen und Grundentscheidungen werden getroffen, beispielsweise es heute mal mit Fleisch zu probieren, da gestern bereits Fisch an der Reihe war.

Die Auswahl des eigentlichen Gerichts nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Es bedarf der Bewertungen nach Portionsgröße, Bekömmlichkeit, Gewürz u. ä.

Es ist die Stunde des Orts- und Küchenkundigen, und so befragt man mich ausgiebig. Ich beantworte die Fragen so gut ich kann, wiederhole gebetsmühlenartig mit wachsender Ungeduld, dass man das jeweilige Gericht doch einfach probieren möge.

Da ich nicht in die Karte schaue, ist die Frage unausweichlich, ob ich schon gewählt habe oder gar nichts essen wollte. Ich erkläre, mein Essen bereits bestellt zu haben. Unverständnis auf einigen Gesichtern, sodass ich es mir nicht verkneifen kann, an das allgemein verspätete Erscheinen zu erinnern. Auf diese Bemerkung geht man nicht ein, will aber alles über mein Gericht wissen.

Sohn Michaels Wahl ist klar, ohne dass er einen Blick auf die Karte geworfen hat. Auf die Frage seines Vaters antwortet er, dass er sich für Spagetti Bolognese entschieden habe. Kopfschütteln. Ob er nicht einmal etwas Anderes aussuchen möchte? Nein, ihm schmecke das eben gut. Die Mutter hält sich aus diesem Disput heraus.

Auch Karin beteiligt sich nicht an der Auswahldiskussion. Sie blickt unverwandt und wortlos in die Karte, liest darin wie in einem Roman. Mit einer Hand nestelt sie unablässig an einem Taschentuch herum.

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