Rainer Müller-Hahn - Xespasmata - Ausbrüche

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Xespasmata - Ausbrüche: краткое содержание, описание и аннотация

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Xespasmata ist das griechische Wort für Ausbrüche. Es werden Ausbrüche aus Partnerschaft, Familie, Geschlechtsrolle und Konvention der Mitglieder einer zufällig zusammengetroffenen Gruppe von Touristen im malerischen Urlaubsort einer griechischen Insel geschildert. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Begegnung zweier Personen. Sie besitzt eine ungewöhnliche Intensität und wird begleitet von Ängsten und Widerständen. Deren Ursachen liegen in Begebenheiten während der Zeit des geteilten Deutschlands und führen zurück in die düstere Welt der Staatssicherheit. Ein sonderbarer Unfall und ein späterer Todesfall stellen die entstandene Beziehung auf eine Bewährungsprobe.

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Hin und wieder reagiert der Vater mit ein paar flüchtigen Worten oder einem sparsamen Kopfnicken auf seine Ehefrau. Es wirkt automatisch und sehr routiniert. Er hat vieles um sich herum ausgeblendet. Seine Aufmerksamkeit gilt vor allem seinem Fischgericht, das er in einem nahezu feierlichen Akt zelebriert. Mit der Präzision und Sorgfalt eines Chirurgen schneidet er den Fisch auf, entfernt geschickt die Hauptgräte und legt diese auf einen dafür vorgesehenen Teller. Einige der noch vorhandenen Gräten zupft er mit den Fingern sorgsam aus dem Fleisch und platziert sie ordentlich auf den Rand des Grätentellers. Nun trennt er mit der Gabel ein Stück Fisch ab und führt es langsam zum Mund. Ehe er zu kauen beginnt, scheint er den Bissen zunächst abzulutschen. Diese Mundbewegungen erinnern mich an Weinkenner bei der Verkostung. Sein Gesicht nimmt einen zufriedenen Ausdruck an, gleichzeitig ruft es lautlos den anderen zu: „Lasst mich ja in Ruhe, ich genieße.“

Nach dem er einen Bissen bedächtig gekaut und heruntergeschluckt hat, angelt er sich mit der Gabel ein Stück Kartoffel und ein paar Bohnen, die er bedächtig verzehrt. Schließlich nimmt er ein Stück Brot, und nach einigen langsamen Kaubewegungen spült er dieses mit einem Schluck Rotwein herunter.

Ich bewundere ihn. Es ist mir ein Rätsel, wie jemand sein Essen genießen kann, umgeben vom ständigen Wortschwall der Ehefrau, dem lauten Schnattern der älteren Frauen und dem Quieken des Sohnes.

Mein Blick fällt nun auf das junge Paar, in der Nähe des Eingangs. Es sind Franzosen. Ihr Motorrad hat ein französisches Nummernschild, außerdem sind ein paar Gesprächsfragmente zu mir herübergeweht. Auf ihrer Tour über die Insel werden sie hier übernachten, denn Helme und Satteltaschen liegen bereits am Fuß der Treppe zu den Gästezimmern.

Sie ist sehr schlank, keine Schönheit im üblichen Sinn, rötlicher Teint mit unzähligen Sommersprossen. Ein Rotschopf mit langem, vollem Haar, das vom Motorradhelm teilweise zu Strähnen verklebt, teilweise vom Wind aufgeplustert und so zu einer witzigen Clownsfrisur wurde. Auf den ersten Blick wirkt sie ernst und nachdenklich - in sich gekehrt, vielleicht sogar ein wenig spröde. Wenn sie jedoch mit ihrem Partner oder einer anderen Person spricht, strahlt ihr Gesicht unbändige Vitalität aus. Die großen hellen Augen lassen Klugheit und Witz erkennen.

Er ist mittelgroß, schlank, durchtrainiert und dunkelhaarig. Wahrscheinlich stammt er aus dem Süden Frankreichs. Er hat ein markantes Gesicht mit einer großen schmalen Nase. Auffallend sind seine feingliedrigen Hände. Die randlose Brille gibt ihm das Aussehen eines jungen Pfarrers oder Hochschullehrers. Von ihm gehen Ruhe und Ernsthaftigkeit aus.

Beide sprechen gedämpft miteinander und sehen sich dabei in die Augen. Sie warten auf ihr Essen. Vor sich haben sie halbgefüllte Biergläser. Auf ihrem Tisch liegen diverse Landkarten. Für Studenten sind sie mit ihren dreißig bis fünfunddreißig Jahren zu alt. Ich vermute, sie könnten Musiker oder Lehrer sein. Sollten sie länger bleiben, werde ich das herausfinden.

* * *

Ein großer Nachtfalter hat sich verirrt und fliegt pausenlos gegen die Fensterscheibe neben mir. Sein Ziel könnte der Lichtkegel der Laterne draußen am Ende der Straße sein. Als ich das Fenster aufschiebe, um das Tier zu befreien, faucht der Wind in den Raum, fährt in die Haare und Kleidung, wirbelt Papierservietten durch die Luft und zerrt an den Papiertischdecken.

Alle im Raum schrecken auf. Sogar die Mutter der Krähenfamilie verstummt für einen Moment. Die schwarzen Frauen und das französische Paar richten fragende und vorwurfsvolle Blicke auf mich. Mir ist, als würden Kanonenrohre auf mich zielen. Nur die Tochter lächelt mir freundlich zu. Sie hat den Kampf des Insekts beobachtet.

Ich hatte weder diesen heftigen Windstoß noch so viel Aufmerksamkeit erwartet. Ein wenig verlegen gebe ich mimisch zu verstehen, dass ich das Fenster gleich wieder schließen werde. Meine Rettungsaktion gestaltet sich jedoch etwas schwierig: Das erschöpfte Tier, festgekrallt zwischen Rahmen und Scheibe, macht keine Anstalten, durch den offenen Spalt zu entkommen. Erst ein kleiner Schubs ermöglicht ihm die Flucht. Ich schließe das Fenster, und es kehrt Ruhe ein. Wieder schenkt mir die Tochter ein Lächeln. Diesmal liegen darin Zufriedenheit und Anerkennung. Ist sie ein wenig neidisch auf das Entkommen des Falters?

Nach meiner Befreiungsaktion weiß ich nicht so genau, was ich tun soll. Meine ‚Gäste’ sind längst überfällig. Bierflasche und Glas sind leer. Hab’ wohl zu schnell getrunken, um die Wartezeit zu überbrücken.

Ich hasse das Warten, leide darunter. Ich kann nichts Vernünftiges tun, weil es unsinnig ist, etwas anzufangen, um es dann gleich wieder abbrechen zu müssen.

Als ich noch geraucht habe, wurde ich beim Warten zum Kettenraucher. In der ersten Phase meiner Tabakentwöhnung war es genau diese Übergangssituation, deren Verlockungen zu widerstehen und deren Peinigung zu ertragen, den größten Willenseinsatz von mir forderte.

Jetzt, nach vier Jahren, bin ich stolz, keine einzige Zigarette geraucht zu haben. Ich glaube, ich habe es endgültig geschafft. Geholfen hat mir dabei übrigens ein Prinzip der Anonymen Alkoholiker, an das ich mich angelehnt habe: „Heute werde ich nicht rauchen. Morgen entscheide ich neu.“ Trippelschritte der Abstinenz von Tag zu Tag lassen die Sehnsucht nach einer Zigarette erträglicher erscheinen. Damals gab es eine Reihe von Gründen, mich der Herausforderung des Nicht-Rauchens zu stellen: Da war einmal meine Luftknappheit. Mein Atem ging einher mit Pfeiftönen unterschiedlicher Tonhöhe und einer Lautstärke, die mich beinahe am Einschlafen hinderte. Zum anderen fühlte ich mich immer mehr geächtet. Als Angehöriger des schrumpfenden Häufchens der Abhängigen musste ich immer öfter Nichtraucher demütig um deren Entgegenkommen bitten, eine Zigarette rauchen zu dürfen oder eine Raucherpause zu akzeptieren. Ich wurde auf bestimmte Räume - meist auf kalte und zugige Raucherecken oder Balkone verwiesen - oder auf bestimmte Zeiten verpflichtet. Das kränkte.

Das Rauchen degenerierte dadurch zu einer eiligen, körperlichen Verrichtung, von Genuss, Entspannung oder Gemeinschaftsgefühl keine Spur.

Hinzu kamen die elementaren Erfahrungen von Abhängigkeit, der Zwang, ständig zu prüfen, ob noch genug Zigaretten zur Verfügung stehen. Wahrscheinlich können nur Suchtgenossen die Panik nachvollziehen, die mich packte, wenn ich spät abends feststellen musste, dass die morgendliche Frühstückszigarette ausfallen würde. Ich hatte die letzte Notreserve gedankenlos aufgeraucht, kein Münzgeld für den Automaten und keine Wechselmöglichkeit, die einzige Gaststätte mit Zigarettenautomat und die Tankstelle weit weg, möglicherweise geschlossen.

Aber neben diesen oder ähnlichen Diskriminierungs- und Abhängigkeitserlebnissen galten für mich auch die hinlänglich bekannten Vernunftgründe gegen das Rauchen sowie ein unverschämter Preisanstieg für Tabakwaren.

Schließlich kam noch eine weitere ermutigende Überlegung hinzu: Als Heranwachsender habe ich mit dem Rauchen deshalb begonnen, weil ich zeigen wollte, dass ich schon ein ganzer Kerl bin. Warum sollte ich als Erwachsener nicht aus demselben Grund damit aufhören?

Meine Gedanken kehren wieder in die Gegenwart zurück, und ich betrachte mich in meiner momentanen Situation. Da sitze ich nun eine geraume Zeit allein an einer von mir arrangierten Tischformation, langweile mich, trinke lustlos Bier und komme mir allmählich für dumm verkauft vor. Habe unter lautem Scharren von Tischbeinplastik auf Steinfußboden die Tische zu einer längeren Tafel zusammen geschoben, damit ein größeres gastliches Ereignis angekündigt und gleichzeitig die Anzahl der beliebtesten Plätze direkt an der Fensterfront vermindert. Und was passiert nun? Nichts!

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