Rainer Müller-Hahn - Xespasmata - Ausbrüche

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Xespasmata - Ausbrüche: краткое содержание, описание и аннотация

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Xespasmata ist das griechische Wort für Ausbrüche. Es werden Ausbrüche aus Partnerschaft, Familie, Geschlechtsrolle und Konvention der Mitglieder einer zufällig zusammengetroffenen Gruppe von Touristen im malerischen Urlaubsort einer griechischen Insel geschildert. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Begegnung zweier Personen. Sie besitzt eine ungewöhnliche Intensität und wird begleitet von Ängsten und Widerständen. Deren Ursachen liegen in Begebenheiten während der Zeit des geteilten Deutschlands und führen zurück in die düstere Welt der Staatssicherheit. Ein sonderbarer Unfall und ein späterer Todesfall stellen die entstandene Beziehung auf eine Bewährungsprobe.

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Ich schaue mir das durch die Augen eines Außenstehenden an und denke: „Traurig, wie lange der alte Knabe da so herumsitzt, hat sich bemüht, aber alle haben ihn versetzt, er will’s nur noch nicht glauben.“

Mich selbst so zu sehen, macht mich ärgerlich. Habe ich das eigentlich nötig? Ohne diese dämliche Verabredung, die ich unbedacht mit den Worten vorgeschlagen habe, „Na, dann lasst uns doch morgen Abend zusammen etwas essen, bringt die anderen mit, wenn sie Lust haben“, hätte ich längst mein Essen bestellt. Haben sie die Verabredung für zwanzig Uhr vergessen? Ich beschließe trotzig und hungrig, nur mit einer Portion Ärger im Magen, jetzt mein Essen zu bestellen.

Man kann nach der Karte auswählen. Seit einigen Jahren gibt es eine umfangreiche, mehrseitige Speisenkarte in griechischer, englischer und deutscher Sprache. Das Deutsch ist etwas fehlerhaft. Ich hatte mich mal erboten, es zu korrigieren. Mein Angebot wurde zwar dankend angenommen, geriet aber in Vergessenheit.

Statt der Bestellung à la carte bevorzuge ich es - wie in Griechenland üblich - meine Mahlzeiten mit allen Zutaten in der Küche selbst zusammenzustellen. Genau das habe ich jetzt vor.

* * *

Auf meinem Weg zur Küche muss ich am Tisch der Krähenfamilie vorbei. Das Mädchen beobachtet mich, und unsere Blicke treffen sich. Es beginnt ein kurzer, wortloser Dialog. Ich schaue sie mitleidig an und verziehe den Mund bedauernd, um ihr zu bedeuten, dass sie mir in ihrer misslichen Situation leidtut.

Sie versteht meine Mitteilung spontan und antwortet, indem sie die Augen nach oben rollt, den Mund verzieht, als hätte sie in eine Zitrone gebissen und hilflos mit den Schultern zuckt. Ich übersetze das als: „Ja, es ist grauenhaft, aber was soll’s, ich kann nichts ausrichten.“

Ich widerspreche mit einem ermunternden Lächeln, einer dicht am Körper gehalten, energisch geballten Faust und sage ihr damit: „Ach was, das bekommst du schon geregelt.“

Offenbar freut sie sich über meine Zuversicht und Ermutigung, schüttelt aber zweifelnd den Kopf. Mit einer wegwerfenden Handbewegung weise ich ihre Bedenken zurück, schaue sie halb herausfordernd, halb ungläubig an und beende unsere Zwiesprache mit der Botschaft: „Unsinn, natürlich packst du das.“ Dann bin ich an ihr vorbei.

In der Küche herrscht rege Betriebsamkeit. Der Koch - ein weitläufiger Verwandter von Georgios aus Athen - hantiert mit Töpfen und Pfannen. Er arbeitet hier in der Saison und hat in den letzten Jahren die Vielfalt und Qualität der Angebote professionell erhöht und damit auch die Preise. Früher kochte Mutter Georgina solide griechische Küche ohne Schnörkel. Heute am Sonnabend erwartet man mehr Gäste als sonst. Deshalb helfen Georgina und die Großmutter. Spyros ist an der Friteuse beschäftigt. Alle wirken gelassen, sprechen und lachen miteinander. Man begrüßt mich mit dem obligatorischen:

„Guten Abend, wie geht es dir?“ Und ich antworte darauf mit der Standardformel, dass es mir sehr gut geht. Man darf nicht sagen, es würde einem nicht oder nur halbwegs gut gehen, damit bringt man alles durcheinander. Es muss dann zwangsläufig gefragt werden, wieso und warum. Das dauert lange und ist kompliziert, besonders dann, wenn das Griechisch so mager ist, wie das meine.

Spyros unterbricht sein Tun und fragt, was ich essen möchte. Ich antworte wahrheitsgemäß, dass ich das noch nicht weiß. Daraufhin wischt er mit einem Lappen die von innen beschlagene Frontscheibe der Vitrine ab. Es werden verschiedene Gemüsegerichte, Fleischbällchen, Pastizio und Mussaka auf Küchenblechen sichtbar. Ich kann mich für keines dieser Angebote so recht erwärmen. Mir fällt das Abendessen des Vaters der Krähenfamilie ein, und ich frage, ob er einen schönen Fisch für mich hat. Daraufhin zieht Spyros eine Schublade des Gefrierschrankes auf, in der Fische verschiedener Art und Größe auf Eis lagern. Einen davon nimmt er heraus und zeigt ihn mir. Es ist eine mittelgroße Brasse, mehr als ausreichend für eine Einmannportion. Ich nicke, und Spyros legt den Fisch auf die Waage. Aus der Vitrine wähle ich noch verschiedene Beilagen. Es fehlt nur noch etwas zu trinken. Dazu gehe ich in den kleinen Gastraum nebenan.

Fast an jedem Wochenende treffe ich dort Milia hinter einem alten, dunkelbraunen Schreibtisch, auf dem eine Registrierkasse und ein Telefon stehen.

Sie ist die um ein Jahr jüngere Schwester von Spyros. Wenn sie aus der Stadt mit ihrer Tochter Maria die Familie besuchen kommt, hilft sie am Abend im Restaurant bei der Abrechnung. Sie nimmt dann wieder den Platz ein, den sie vor ihrer Heirat im Familienbetrieb innehatte.

Milia ist eine herbe Schönheit, durchaus fraulich, mit den aus-

drucksvollen, dunklen Augen des Vaters, einer tiefen Stimme und langem dunklem Haar, das sie meist straff nach hinten zu einem Pferdeschwanz gebunden trägt. Damit betont sie den Zug zur Strenge. Sie empfängt mich mit einem herzlichen Lächeln, als ich den kleinen Gastraum betrete. Seit ich angekommen bin, haben wir uns noch nicht gesehen. Sie steht auf, kommt auf mich zu, wir umarmen uns, und unsere Wangen berühren sich links und rechts zu einer freundschaftlichen Begrüßung. Ich merke, dass sie sich etwas versteift und sich schnell von mir löst.

Meine Frage, wie es ihr und Maria geht, kommt der ihren zuvor, und so erhalte ich prompt die Standardantwort: „Danke, sehr gut“. Ich beeile mich, ihr zu versichern, dass es mir ebenfalls sehr gut geht, aber ganz besonders, wenn ich sie sehe. Trotz der plumpen Schlichtheit meines Kompliments erkenne ich so etwas wie Verlegenheit in ihrem Gesicht.

Milia spricht verständliches Englisch, und wir unterhalten uns eine Zeitlang über ihr Kind, ihren Mann und das Geschäft in der Stadt. Dann berichte ich, dass Tochter Janina heiraten wird, Sohn Stephan eine interessante Arbeit gefunden hat, dass Freund Evangelos mit seiner Familie im Herbst hierher kommen wird, dass Katze Pauline nun auch die restlichen Tapeten zerkratzt hat, dass meine Anwaltskanzlei in Berlin jetzt ganz gut läuft, und ich einen jungen Rechtsanwalt eingestellt habe. Das Klingeln des Telefons unterbricht unser Gespräch, eine gute Gelegenheit, zurück an meinem Tisch zu gehen. Vorher entnehme ich dem Kühlschrank eine Flasche Mythos und ein Bierglas aus dem Regal darüber. Mythos schmeckt mir gut. Es ist das einzige griechische Bier, das hier zu haben ist, und stellt eine angenehme Abwechslung gegenüber den sonst üblichen holländischen Marken dar. Ich zeige Milia beim Herausgehen die Flasche. Sie spricht mit dem Anrufer in einem schnellen, lauten griechischen Stakkato. Ich kann nach den vielen Jahren immer noch nicht einschätzen, ob sie mit dem anderen schimpft, streitet, oder ob es sich um das normale Sprechtempo beim Telefonieren handelt. Sie nickt mir zu und notiert etwas auf einem Zettel vor ihr.

* * *

Als ich die Restaurantterrasse wieder betrete, sind das erste Paar, Anna und Klaus mit ihrem achtzehnjährigen Sohn Michael, eingetroffen. Anna ist eine attraktive Frau, vermutlich knapp über die Vierzig, mit aschblondem Haar, einem aparten, klugen Gesicht, ausdrucksvollen Augen und einem schönen Mund. Ihre schlanke Gestalt ist harmonisch proportioniert. Sie hat sich sehr herausgeputzt, was ihre Attraktivität in meinen Augen eher mindert. Ich empfinde ihre Kleidung für die hiesige Umgebung zu mondän, Sprechweise und Bewegungen wollen wohl den Eindruck von Exklusivität und Unnahbarkeit vermitteln.

Ich stelle mir vor, dass sie in einem Mehrsterne-Hotel mit Swimmingpool, Cocktailbar, ein vom Gewicht der Speisen durchgebogenem Büfett, modisch gekleideten, vornehmen Gästen, feiner Restaurantetikette und diskret dahinrauschenden Kellnern besser aufgehoben wäre, als in dieser rustikalen Taverne.

Dieser Habitus einer Grande Dame wirkt aufgesetzt und löst Abwehr und Abstand in mir aus. Es war ihr Bild, das vorhin am Strand vor meinem geistigen Auge auftauchte, und das ich erschreckt wieder verscheucht habe.

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