Karl-Heinz Jakobs - In Sibirien

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Dieser Zug war vollgestopft mit Frauen, unter ihnen die Lehrerin Lena, die in letzter Sekunde dem Terror der deutschen Faschisten entronnen war und nun hoffte, als treugläubige Kommunistin in Moskau ein neues zu Hause finden. Sie geriet aber in die unheimlichen geschichtlichen Ereignisse des Jahres 1937, wurde zu Lagerhaft auf der Halbinsel Tschuktschen verurteilt. Dort am Rande des Nördlichen Eismeeres, wo nur noch eine schmale Wasserstraße Asien von Amerikas trennt, hat sie 19einhalb Jahre Gold geschürft. – Karl-Heinz Jakobs erzählt in diesem Jahrhundert-Epos vom Schicksal der Lena in Sibirien, von Glaube, Liebe und Hoffnung, von Freundschaft, Kameradschaft und Einsamkeit in den Eiswüsten am Rande der Welt.

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„Wozu beschreibst du sie mir, ich kenne sie doch.“

„Und?“

„Was und?“

„Habe ich recht?“

„Nein, natürlich nicht, aber eine Frau in deiner Situation kann nicht anders reden.“

„ ...der die klobigen Schuhe, die sie trug, von den klapperdürren, schwarz behaarten Beinen wie Abfalleimer abstanden.“

„Jaja“, sagte Ervin, „jaja.“

Von Zeit zu Zeit trafen Lena und Karcsi sich heimlich, wenn sie nicht weiterwußte und Rat brauchte, politischen Rat, versteht sich, auf dem Gebiet war er besonders beschlagen.

„Auf dem Gebiet ist er besonders verschlagen“, sagte Ervin, wenn wieder einmal, zu seinem Unmut, Karcsi ihr Thema war.

Lenas Freundschaft mit Ervin war 1923 in Baracke 23 des ehemaligen Grinzinger Seuchenhospitals durch Karcsi zustande gekommen, Károly, wie in ordentlichem Ungarisch sein Vorname lautete, Károly Rubin. Immer wieder verblüffte sie der Gegensatz zwischen den Freunden. Längst waren sie zu politischen Gegnern geworden. Aber waren sie in ihrem Innersten nicht immer noch Freunde? Befreundet als Jugendgespielen und als Offiziere der Ungarischen Räterepublik?

Die Freunde sprachen selten von ihren Erlebnissen in den Revolutionsmonaten vom 21. März bis 1. August 1919. Aus Andeutungen und Erzählungen anderer, manchmal aus Zeitungsberichten hatte sich Lena mit der Zeit ein Bild machen können von dem, was damals geschehen war, als Ervin, der Skeptiker, einundzwanzig Jahre alt, Militärkommandant von Kecskemét war und Karcsi, ebenso alt, Divisionskommissar beim Sieg der Roten Armee über die königlich rumänische Armee bei Szolnok.

Es gab ein Foto aus jener Zeit, das zwei schmächtige Jünglinge in Badehosen zeigte, die sich übermütig wie Kinder gegenseitig mit Wasser spritzten. „Das Duo Infernal am Balaton“, stand handschriftlich darunter. Wenn sie das Foto ansah, konnte sie ein Lächeln nicht verkneifen. Was muß das für eine Armee gewesen sein, die solche Kinder zu Kommandanten und Kommissaren gemacht hatte?

Nun lebten die Freunde in derselben Stadt, und hatten keinen Kontakt zueinander. Karcsi, der sich in mehreren Sprachen auszudrücken verstand, war ins Sekretariat der Kommunistischen Internationale aufgestiegen, und Ervin, ein erfolgloser Schriftsteller, bereitete sich darauf vor, Moskau zu verlassen. Fünf Jahre hatte er vergeblich versucht, seinen Roman über die Ungarische Räterepublik herauszubringen, Romain Rolland hatte ihn Stalin persönlich empfohlen, doch stets hatte es geheißen, nein! es sei ein zum Roman aufgeblasenes defaitistisches Pamphlet, das dem Leser die Unmöglichkeit einer proletarischen Revolution plastisch vor Augen führe ...

In der Sucharewskaja hatte Lena einmal bei einem Einkaufsbummel, ohne Uniform natürlich, ein hübsches Kleid aus Musselin ergattern können. Als sie Karcsi davon erzählte, sagte er abweisend:

„Das ist Diebesgut. Man kauft nicht auf der Sucharewskaja.“

Als Ervin davon hörte, schnaubte er:

„Der hat gut reden. Er kauft in Regierungsläden. Wieso erzählst du ihm solche Dinge, die er nicht versteht und nie verstehen wird.“

Auf der Smolenskaja hatte sie preiswert eine hübsche Vase erworben, deren Herkunft ebenso ungewiß war.

„Gospodin, Gospodin“, rief sie in komischer Verzweiflung: „Wenn Karcsi das wüßte!“

„Ich kann diesen Namen nicht mehr hören“, sagte Ervin, „das nächste Mal wirst du die Klappe halten, wenn Typen wie Karcsi fragen, woher du deine kleinen Nettigkeiten beziehst.“

Das Leben in Rußland war ungewiß geworden in jenem Jahr.

Vor vier Monaten war Gorki gestorben. Lena hatte die Nachricht in der Straßenbahn aufgeschnappt. Eine schluchzende Frau war eingestiegen und hatte die Fahrgäste mit ihrem Kummer irritiert.

„Weshalb weinen Sie denn?“ fragte Lena.

„Gorki ist tot.“

Der Satz ging im Wagen von Mund zu Mund.

„Woher wollen Sie das wissen?“

„Es kam vorhin im Radio durch.“

Und als sich die Fahrgäste klar darüber wurden, daß an der Wahrheit der Nachricht nicht zu zweifeln war, hielt der Straßenbahnfahrer an und legte eine Gedenkminute ein. Gorki war tot. Ein nicht zu ersetzender Verlust war eingetreten.

„Und wer kriegt nun die Stelle?“, jammerte das armselige Weib, das bei der Vollkollektivierung vor vier, fünf Jahren heimatlos geworden am Rand der Smolenskaja stand und auf reinlichem weißem Tuch mit geklöppelter Umrandung Zwiebeln und Mohrrüben aus dem Hausgarten feilbot.

„Die Stelle“, sagte Lena, „wird wohl für immer offen bleiben.“

„Gorki war der einzige, dem Stalin vertraute“, antwortete das Weib, „nun sagt niemand mehr Stalin die Wahrheit.“

„Gorki“, sagte Ervin verächtlich, „dieser Schwadroneur“, und wandte sich ab.

Die eisernen Ringe, die sich Lena ums Herz legten, wurden immer enger.

Eine Weile später hieß es: Freiheitskämpfer! Meldet euch an die spanische Front, der Schakal marschiert auf Madrid. Mit Schakal war General Franco gemeint. Auch Lena hatte sich gemeldet. Sie wollte als Krankenschwester ins Feld ziehen, aber General Malischkin, der Chef der Militärakademie, verkündete:

„Die Rote Armee beteiligt sich nicht am Freiheitskampf der Spanier. Aber wer die Armee verläßt, kann sich freiwillig melden.“

Zwölf Offiziere der Militärakademie quittierten den Dienst und gingen nach Spanien an die Front. Es hatten sich noch mehr gemeldet, angenommen wurden aber nur zwölf. Lenas Gesuch, die Armee zu verlassen, wurde abgelehnt mit der Begründung: „Und wer bringt uns dann Deutsch bei?“

Lena war unabkömmlich 1936, denn mit dem Fach, für das sie zuständig war, verfolgte die Leitung des militärischen Abschirmdienstes einen ganz besonderen Plan. Die Deutschstämmigen unter den Kommandeuren mit Oberst Kuchelbeker an der Spitze waren die fleißigsten gewesen beim Erlernen des Deutschen, und da sie es in der schlesischen Sprachfärbung lernten, sprachen manche von ihnen es, als wären sie in Schlesien geboren. Sie hatten die Theorie entwickelt, sich nach Deutschland einschleusen zu lassen, um das Dritte Reich von innen zu zerstören. Wie es zu machen sei, darüber wurde heftig gestritten. Die einen sagten, sie, die nun ein Deutsch im einheimelnd schlesischen Klang sprachen, könnten ohne sprachlich aufzufallen, von Frankreich oder England aus nach Deutschland einwandern und Sabotage-Aufgaben übernehmen. Die anderen waren der Meinung, und zu ihnen gehörte Oberst Kuchelbeker, daß ihnen eine Schlüsselrolle zufiele, wenn sie mit dem verführten deutschen Arbeiter in ihrer Sprache und ihrem Jargon sprächen.

Als sie Ervin davon erzählte, schaute er Lena kopfschüttelnd an:

„Das sind keine Kommandeure, das sind Traumtänzer. Nach zwei Sätzen wird der deutsche Arbeiter sie der Gestapo ausliefern. Die können doch nicht im Ernst meinen, der deutsche Arbeiter sei von Hitler verführt worden. Hitler hat ihm Arbeit und Brot gegeben und dafür dankt der deutsche Arbeiter ihm. Dafür zieht der deutsche Arbeiter das Braunhemd der SA an. Die SA, das ist der deutsche Arbeiter.“

Dann fand der Prozeß gegen Sinowjew, Kamenjew und einem Dutzend anderer hoher Parteifunktionäre statt, der mit Todesurteilen gegen alle endete ... Nun war niemand mehr seines Lebens sicher ... Doch Stalin ließ in aller Öffentlichkeit die neue Verfassung des Landes diskutieren, die Redefreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit garantierte:

„Der arbeitenden Bevölkerung und ihren Organisationen“, verkündete Stalin und das ganze Land hing mit dem Ohr an den Radioapparaten, „der arbeitenden Bevölkerung und ihren Organisationen werden Druckerpressen, Papiervorräte, öffentliche Gebäude, Straßen, Verkehrsmittel und alle anderen wesentlichen Voraussetzungen zur Ausübung ihrer bürgerlichen Rechte zur Verfügung gestellt. Das Gesetz garantiere den Bürgern der UdSSR die Unverletzlichkeit der Person. Niemand dürfe in Haft gesetzt werden, außer durch Beschluß eines ordentlichen Gerichts. Die Unverletzlichkeit der Wohnstätte jedes Bürgers sowie das Briefgeheimnis seien durch Gesetz geschützt.“

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