Karl-Heinz Jakobs - In Sibirien

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Dieser Zug war vollgestopft mit Frauen, unter ihnen die Lehrerin Lena, die in letzter Sekunde dem Terror der deutschen Faschisten entronnen war und nun hoffte, als treugläubige Kommunistin in Moskau ein neues zu Hause finden. Sie geriet aber in die unheimlichen geschichtlichen Ereignisse des Jahres 1937, wurde zu Lagerhaft auf der Halbinsel Tschuktschen verurteilt. Dort am Rande des Nördlichen Eismeeres, wo nur noch eine schmale Wasserstraße Asien von Amerikas trennt, hat sie 19einhalb Jahre Gold geschürft. – Karl-Heinz Jakobs erzählt in diesem Jahrhundert-Epos vom Schicksal der Lena in Sibirien, von Glaube, Liebe und Hoffnung, von Freundschaft, Kameradschaft und Einsamkeit in den Eiswüsten am Rande der Welt.

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Einmal, auf dem Weg zum Lehrinstitut für Zivilingenieure am eleganten Pokrowskij Bulwar, verirrte sich Lena tatsächlich im unüberschaubaren Gewirr der Müllhalden, der Gäßchen und Hinterhöfe des Chitrowski Marktes. Aus der düsteren Woronzowofeld-Straße kommend hatte sie, statt in den Boulevard abzubiegen, den sie als solchen nicht erkannte, den Weg in die Podkolokolnij-Gasse eingeschlagen, und plötzlich war sie vom Rauch und Dampf des Chitrowski Marktes umgeben, von Bettlern, die schamlos eiternde Wunden vorzeigten, von Huren, die Lumpen lüfteten, von Kindern, die mit krallenartigen Fingern nach ihr griffen, von Kerlen, die in zerrissenen Kitteln und steifen Hüten die fremde Verirrte musterten, als überlegten sie, wozu diese einfach und sauber gekleidete hübsche Dame wohl zu gebrauchen sei.

Benannt war der Chitrowski Markt nach Chitrow, Nikolai Petrowitsch, Generalmajor, dem in den Achtzehnhundertfünfzigern die öden Felder des Stadtbezirks Mjasnizkaja im Flußwinkel von Moskwa und Jausa westlich des Pokrowskij Bulwars gehörten. Grundstück für Grundstück hatte er an Spekulanten verkaufen müssen, an Stepanow, Bardadym und Bunin, an Rumjanzew, Jaroschenko und Kulakow, die im Auftrag der Stadt und auf deren Kosten Nachtasyle, Waisenhäuser und Suppenküchen einrichteten und gewaltige Gewinne einstrichen, wenn sie für eine Schlafstelle im Gemeinschaftssaal zwei Kopeken nahmen, für ein Einzelbett im „Dreistöcker“ fünf Kopeken und für ein Zimmer zu dritt pro Person acht Kopeken.

Hier auf dem Chitrowski Markt hatten sich schon immer die Verratenen und Verunstalteten versammelt, die Gedemütigten, Gemaßregelten und dem Galgen Entsprungenen, während hundert Meter weiter auf dem Pokrowskij Bulwar die reichsten Familien Moskaus in Prunkvillen residierten: Sawwa Morosow, der Volksfreund, ebenso wie die Kriegsgewinnler Bachruschin, Chlebnikow und Rasturgujew.

Nach der Oktoberrevolution waren die Spekulanten auf dem Chitrowski Markt enteignet und vertrieben worden, ihre Häuser hatten andere Namen erhalten. Die ehemalige Verbrecherkneipe Sibirien hieß: Partisan, das ehemalige Bordell Zwangsarbeit hieß Roter Stern und über dem niedrigen Eingang des ehemaligen Nachtasyls Schweinehaus im Hinterhaus des Gebäudekomplexes, das früher dem Waffenschieber Kulakow gehört hatte, prangte nun in roten verschnörkelten Buchstaben: Hotel Erster Mai. An Stelle der halbnackten und kahlgeschorenen riesenhaften Gestalten, die zu Zeiten des Zaren in den Häusern die Aufsicht führten und aussahen, als wären sie einem Gemälde Repins entstiegen, wurden zu Lenas Zeiten die Häuser auf dem Chitrowski Markt von riesenhaften Krüppeln in quergestreiften Matrosenhemden regiert, die einst als Blaujacken in Odessaer und Kronstädter Flotten blutige Meutereien gegen das zaristische Regime angeführt hatten.

Die Regierung hatte die Verstümmelten des Weltkrieges, die Krüppel der Revolution und des Bürgerkrieges, die Geistesgestörten und aus ihrer Lebensbahn Geworfenen in den Hohen Norden und den Fernen Osten deportiert. Dort sollten sie in weltfernen Klöstern und auf einsamen Inseln ihren Lebensabend beschließen. Den Namen Solowezki flüsterte man sich hinter vorgehaltener Hand zu, und Schauer des Grauens überlief die Tuschelnden beim Weitergeben des Wortes. Aber viele der Deportierten waren nicht in der Wildnis geblieben, sondern hatten sich auf die Beine gemacht, um in der Stadt ihrer Hoffnung zu leben, in Odessa, Brjansk und Petrograd, in Minsk, Tula und Charkow. Wer in Moskau illegal leben wollte, versteckte sich in den Kellern, Ruinen und Hinterhöfen des Chitrowski Marktes.

Lena war nicht die einzige gutgekleidete Fremde auf dem Chitrowski Markt. Zu zweit, zu dritt flanierten in Pelze oder in dicke Tuchmäntel gehüllte neugierige Damen und Herren durch die zerfallenden Gassen, fotografierten und notierten. Hier schnappte Lena ein Wort in Englisch auf, dort eins in Französisch. Die Ausländer schienen begierig zu sein, einen sozialistischen Slum zu erleben. Es gab viel zu entdecken und spöttisch zu kommentieren.

Lena war erschrocken angesichts des Gewimmels eitriger und schorfiger Jammergestalten, inmitten von Krüppeln und Gehetzten. Müllhaufen säumten die Straße. Während sich Lena mühsam der Kinder erwehrte, die sie umjohlten und versuchten, sich an ihrem Mantel festzukrallen, rief sie umstehende Männer zu Hilfe:

„Hallo, Sie da, bitte helfen Sie mir“, und als der Angesprochene sich nicht rührte, sondern sie nur ruhig betrachtete, als spreche sie nicht seine Sprache, wandte sie sich an den nächsten: „Lieber Herr, ich habe mich verirrt, wie komme ich zurück zum Pokrowskij Bulwar?“

Keine Antwort.

Vor dem ehemals Kulakowschen Haus, das früher Das Bügeleisen genannt wurde, spie ein Feuerschlucker unter dem Gejohle der Umstehenden meterlange Flammen in die Horde abgerissener Kinder, die lärmend davonstoben und wiederkamen, wenn der Artist Atem schöpfte. Über offener Flamme kochte eine dicke Kasachin Kascha in einem großen eisernen Kessel. Vor einer Tonne, die liegend auf Rädern montiert und mit der Inschrift: Kwas! versehen war, standen frierende Zerlumpte, die mit alten Konservendosen oder zerbeulten Blechbechern in der Hand warteten, vom tatarischen Verteiler bedient zu werden. Mitten auf dem Platz hatte ein Schausteller sein Pferdekarussel aufgebaut.

Daneben trieb mit schwarz angemaltem Gesicht ein Schlangenbändiger seine Possen, indem er den Kopf des Reptils küßte, während sich der kinderarmdicke Leib um seinen Körper ringelte. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Durcheinander irrte Lena an einer Fischbratküche vorbei, wo Heringe in spritzendem Öl brieten und an einer Kochstelle, deren Besitzerin mit gellender Stimme ihr Produkt ausrief:

„Frische Kaldaunen! Frische Kaldaunen! Frische Kaldaunen!“

„Löcher stopfen! Löcher stopfen!“ rief aus der Tür des ehemals Rumjanzewschen Hauses ein Mann mit Holzbein und zwei Reihen Stahlzähnen, die blitzten, sobald er den Mund auftat. „Brandlöcher stopfen, Schußlöcher, Dreiangeln ... Alles stopfen wir ohne Ansehen der Person ... Ich sehe“, rief er Lena zu und musterte sie von oben bis unten, alles an ihr sah frisch und sauber aus, „Sie haben nichts zu stopfen, aber Ihr Mantel gefällt mir und auch die Stiefelchen sind sehr schön, was wollen Sie dafür haben?“

Mit schroffer Bewegung wandte sie sich von dem Schausteller ab.

„Das ist der Chef der Krebse“, erläuterte leise eine wohlklingende Männerstimme neben ihr.

Ein Mann in zerknautschtem Schlafanzug und dickem Schal um den Hals hatte sich ihr genähert:

„Krebse, das sind die Schneider“, sagte leise mit einschmeichelnder Stimme der Mann im Schlafanzug, unter dem es bei jeder Bewegung leise knisterte, „Krebse sind die bedeutendsten Künstler auf dem Chitrowski Markt. Was nachts hinten in ihren Werkstätten eingeliefert wird, verläßt Stunden später in veränderter Form vorn den Laden: Kein Mensch, der hier seinen nachts gestohlenen Pelz sucht, wird ihn eine Stunde später wiedererkennen ... Sie sind fremd hier? Darf ich Sie einführen in die Moskauer Unterwelt?“

„Nein.“

„Sie haben keine Wahl“, er wies mit der Hand in die Runde: „Wie wollen Sie hier je wieder herausfinden?“

Lena war von dem Knistern bei jeder Bewegung des Mannes im Schlafanzug irritiert.

„Wer sind Sie denn?“

„Ich bin der Dichter Satinajew“ sagte mit geschmeidiger Stimme der Mann.

„Und warum treiben Sie sich hier herum, anstatt im Haus der Literatur Lesungen zu geben?“ fragte Lena streng.

„Die Zeit ist nicht geeignet, im Haus der Literatur futuristische Lesungen zu geben“, sagte Satinajew vorsichtig.

„Ach, ein Futurist sind Sie!“ rief Lena in beleidigendem Ton, angesichts des Dichters in seinem lächerlichen Aufzug verlor sie ihre Zurückhaltung: „A-e-i-o-uuu, Otko! - U-i-a-o-eee, Okto!“ äffte sie: „ja, denken Sie wirklich, wenn Malewitsch mit Holzlöffeln in den Knopflöchern durch Moskau spaziert“, rief sie, „oder wenn Krutschenik sich mit einem Bindfaden ein Kopfkissen um den Hals hängt, könnten Sie heute mehr als faule Eier ernten? In Zürich hatten wir Hugo Ball mit ähnlichem Unfug, in Paris Tristan Tzara, in Berlin ...“

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