Adrian Ambrer - Ende einer Ehe

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An einem der schönsten Frühlingstage, die er im Bergischen Land jemals erlebt hatte, wurde Ralf Sani aus Overath von seiner Frau Sabrina verlassen. Plötzlich und ohne Vorwarnung floh Sabrina Sani aus dem ehelichen Haus, um bei einem anderen Mann einzuziehen. Vor aller Augen brachen eine ganze Existenz, ein Freundeskreis, ein Nachbarschaftsumfeld auseinander, bis die eheliche Krise in einer Katastrophe endete.
Zwei Jahre nach den Ereignissen macht sich ein Freund auf, der Geschichte von Ralf und Sabrina Sani nachzuspüren. In einer mitreißenden Mischung aus Rückblenden und Handlungszuspitzungen erzählt Adrian Ambrer von Vertrauen und Treulosigkeit, Selbstlosigkeit und Egoismus mit einem überraschenden Ende…

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Da er seit dem Ausbruch der Krise kaum noch aß, hatte er so radikal abgenommen, dass seine Freunde erschraken, wenn sie ihn sahen. Die körperlichen Strapazen der endlosen Waldläufe, der Energieaufwand seiner immerwährenden Gedankenkontrolle und das Schlafdefizit hatten zu einer physischen Erschöpfung geführt, die sich in Zittern, Halluzinationen und Tagträume manifestierte. Auf den langen Autofahrten zwischen der Schule und dem Bergischen Land überfielen ihn Anfälle überwältigender Müdigkeit, verbunden mit dem grotesken Wunsch, einfach am Rande der Autobahn anzuhalten und einzuschlafen.

Mitunter wurde diese Müdigkeit durch einen Mitteilungsdrang ersetzt, der Ralf selbst befremdete. Ohne dass er selbst in der Lage gewesen wäre, diese Anwandlungen zu kontrollieren, überkamen ihn Anfälle einer suadahaften Geschwätzigkeit, die Ralfs Freunde, so gut es ging ertrugen. Manch einer, wie Karl Schneider, der als Broker bei einer Direktbank arbeitete, empfahl ihm eine Psychotherapie, und sein Kollege Rille, ein knochentrockener Germanist, der sich weigerte, in seiner Freizeit etwas anderes als die deutschen Klassiker zu lesen, zitierte gar Goethe: „Einst hat ich eine Liebe – schweig still, und ertrag den Verlust.“ Carla und Tobias boten ihm an, ihn jeden Sonntag zu bekochen, damit er die langen Wochenenden besser ertrüge, und Martin aus Pulheim wollte sich als Schachpartner zur Verfügung stellen, ohne zu bedenken, dass es für den Liebeskranken kaum etwas Fremderes gibt als Damen-Gambit und Sizilianische Eröffnung. Wolfgang Schnute, ein ehemals erfolgreicher Malerfürst der „Neuen Wilden“ wollte ihn zum Zeugen seiner tragischen Kunst erheben, doch Ralf zog es vor, lieber in der Sommerhitze Wolfgangs Hof und seinen Carport auszumisten.

Eine Partnerschaftsanzeige in einer Zeitung oder einem Internetportal aufzugeben – das war der Rat, den ihm Norbert Kürter gab, ein mit allen Wassern gewaschener Womanizer, der auf diese Weise schon seit Jahren seine Partnerinnen rekrutierte. Bei einem gemeinsamen Frühstück im Stadtgarten gab er sich alle Mühe, Ralf die Vorzüge dieser Methode der Kontaktanbahnung nahe zu bringen. „Es ist so einfach“, sagte er, während er herzhaft in sein Salamibrötchen biss, „du rufst einfach nur den Kölner Stadtanzeiger oder die Rheinische Post an, trittst bei Parship oder Elite-Partner ein, gestaltest deine Präsentation, und alles geht seinen Gang.“

„Was soll das heißen: alles geht seinen Gang?“

„Na, dann erhältst du Dutzende Anfragen über dein Partnerschaftsportal, oder dein Briefkasten quillt über vor lauter Chiffre-Briefen. Und dann hast du die Qual der Wahl“, erwiderte Norbert Kürter und rollte mit den Augen, als überlege er, ob auch stimmte, was er sagte. „Es wird sicher nicht gleich der Hit dabei sein, aber du bist abgelenkt, und darauf kommt es doch im Moment vor allem an. Oder?“ Norbert Kürter lehnte sich zurück und zuckte mit den Schultern. „Das ist mein Rat“ schloss er. „Mach´ was draus.“

Als Ralf in seine Wohnung zurückkehrte. wählte er die Nummer der Anzeigenaufnahme des Kölner Stadtanzeigers.

„Welche Art Anzeige darf es denn sein?“ fragt die Dame am anderen Ende der Leitung.

„Ich würde gerne eine Partnerschaftsanzeige aufgeben.“

„Haben Sie sich denn schon einen Text überlegt?“

Ralf hatte keinen Text vorbereitet. Was konnte er schon schreiben, wenn er nicht lügen wollte?

„Haben Sie nun einen Text?“

„Ja. Miserabel aussehender vollkommen erledigter Liebeskranker ohne jede Hoffnung und Perspektive sucht Heilung bei einer Frau, die nicht sofort in Ohnmacht fällt, wenn sie ihn sieht.“

„Wie bitte?“

„Bitte verzeihen sie“, bat Ralf. „Es war ein Versehen.“ Er legte auf.

Schließlich war er mürbe und bereit, zu kapitulieren Es war Donnerstag, das Wetter war zum Knochenerweichen grandios, alle Farben des Bergischen Landes fluoreszierten im prallen Sonnenlicht, als Ralf einen gigantischen Strauß roter Rosen erwarb. Mit diesem Strauß fuhr nach Wipperfürth, um Sabrina in ihrem Geschäft zu besuchen, nicht ohne vorher einen Liebesbrief zu verfassen, in den er so gut er es vermochte, die Quintessenz seiner Sehnsucht hineinlegte. Einen ganzen Tag lang hatte er an diesem Elaborat gefeilt, den Text immer aufs Neue geändert, als wäre sein Lebensglück eine Funktion von Satzlänge, Wortwahl und Interpunktion. Er hatte den Brief damit begonnen, dass er sie für alle seine Fehler um Verzeihung bat und die ersten Jahre ihrer Ehe beschwor, hatte jeden Absatz des Briefes mit Einsicht und Selbstkritik durchtränkt und die kühne These entwickelt, dass er ihren Ehebruch, den er natürlich nicht als solchen bezeichnete, nicht nur als Desaster sondern auch die einzige Chance betrachte, die ihnen geblieben war, um mit Aussicht auf Erfolg einen ehelichen Neuanfang zu wagen. So weit, ihr für ihren Ehebruch zu danken, ging er zwar nicht, doch wollte er ihn im Zusammenhang mit einer Totalerneuerung ihrer Ehe sehen. „In wenigen Tagen jährt sich unser Hochzeitstag zum vierten Male“, schrieb er in der letzten Zeile. „Komm zurück und lass uns eine zweite Hochzeit feiern.“

Als er mit Strauß und Brief in der „Oase“ aufkreuzte, war sie nicht da. Ihre Aushilfe Frau Krein stand hinter der Theke, eine kleine freundliche Frau, die auf ihrer Hochzeit den Service organisiert hatte und die Sabrina schon seit Jahrzehnten kannte. Früher war sie einmal Kundin der „Oase“ gewesen, ehe ihr Mann gestorben war und sie ihre Rente dadurch aufbesserte, dass sie stundenweise in der „Oase“ arbeitete. Sie war zuverlässig und vertrauenswürdig und gehörte zu den wenigen Menschen, an denen Sabrina etwas lag, was durchaus auf Gegenseitigkeit zu beruhen schien. Es war also durchaus möglich, dass die grundgute Frau Krein viel mehr über die Details seines Verhängnisses wusste, als er selbst, und einen Augenblick dachte er daran, sie zu befragen. Aber was hätte er fragen können, was nicht indiskret und peinlich geklungen hätte?

Nach einem kurzen Zögern überreichte Ralf die Blumen und den Brief Frau Krein und bat sie, seine Frau zu grüßen. Frau Krein nickte, sagte aber nichts.

Ralf bedankte sich und ging zu seinem Wagen zurück. Vielleicht war Sabrina mit ihrem Geliebten schon wieder im Oldtimer unterwegs, und sie ließen es sich am Meer oder in den Bergen gut gehen, während er daheim schwachsinnige Briefe verfasste. Dafür sprach, dass er auch in den nächsten Tagen keinerlei Reaktion auf Blumenstrauß und Brief erhielt. Es war aus. Je eher er sich das eingestand, umso besser.

Nachdem er eine weitere Woche lang kaum geschlafen hatte, bemerkte er an einem Freitagmorgen zum ersten Mal, dass auch die Kammern des Kummers nicht unendlich waren. An diesem Morgen waren sie einfach leer, und er erlebte Stunden einer relativen Ruhe. Auch der Schmerz unterlag offenbar Rhythmen und Gezeiten, die Ralfs Verbündete werden konnten, wenn es nur gelang, ihre Gesetzmäßigkeiten zu ergründen. Die Gegenwart von Menschen tat meistens gut, wenngleich nicht immer. Erinnerten ihn Frauen an Sabrina, dann erreichte die Agonie neue Höhen. Wenn Passanten ihn nervten, fehlte ihm die Kraft zur Gelassenheit. Wahrscheinlich hatte auch die Nahrung Einfluss auf seine Befindlichkeit, doch er aß viel zu wenig, um darüber Genaueres herausfinden zu können. Konzentriertes Arbeiten war noch immer nicht möglich, und der bloße Gedanke, sich wie früher entspannt und heiter seinen Gedanken am Schreibtisch hingeben zu können, glich einer Utopie, doch es gelang ihm nun immer öfter, sich wenigstens für ein oder zwei Stunden an seinem Schreibtisch aufzuhalten, um die dringendsten Arbeiten durchzuführen.

Am Ende der vierten Woche nach der Trennung hatte er es zum ersten Mal gewagt, den ganzen Sonntag daheim zu bleiben. Es war schon Nachmittag, als das Telefon schellte.

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