Die Operation Group besteht aus zwei Komlei Bussen die im Norden und im Süden Europas stationiert sind. Beide Busse sind jeder mit sieben Personen, Techniker, Kommunikations-, und Computerfachleuten, besetzt. Zu jedem Bus gehören noch acht, Zwei-Mann bzw. Frauen Teams, die wir bis auf zehn Teams, aufstocken können, Personal aus unserem Personen- und Objektschutz-Unternehmen. Zu einem Komlei-Bus gehört auch ein Technik-Truck, der die nötigen Fahrzeuge transportiert und technisch wartet. Ein Komlei Team setzt sich zusammen aus einem Bus, einem Track bestückt mit vier Motorräder, zwei Wagen und acht Teams mit jeweils einem Fahrzeug. Diese befinden sich aber nicht immer im Umkreis des Busses. Vier dieser Teams sind in einem Umkreis von zwei- bis dreihundert Kilometern um den Bus verteilt. Nur vier Teams befinden sich direkt beim Bus. Alle Fahrzeuge und Personen kommunizieren über ein gemeinsames Kommunikationsnetz.
Eva kommt mit Espresso und Grappa wieder auf die Brücke. Sie setzt sich zu mir und wir nehmen beide den Grappa in die Hand.
»Auf das Wohl der Kundin und unserer beiden Männer«, sagt sie und prostet mir mit besorgter Miene zu.
»Ja, auf ihr Wohl«, pflichte ich ihr bei und denke im Stillen:
> Hoffentlich ist nichts Schlimmes passiert. <
In diesem Moment meldet sich mein Handy wieder.
»Pronto«, melde ich mich sofort.
»Ah, Carlo. Hier ist Mario. Ich möchte euch Beide, Eva und dich, für morgen einladen. Ich gebe eine kleine Party und hätte euch gern dabei gehabt, wo treibt ihr euch denn zurzeit herum?«, höre ich unseren alten Freund Mario Galvanese am anderen Ende der Leitung.
Er hat ein riesiges Anwesen an der Costa Smeralda und gibt jeden Monat ein rauschendes Fest. Alles was Rang und Namen in Italien hat, war dann immer bei seinen Partys anwesend.
»Salve Mario. Du weißt doch, dass wir nicht gern auf diese großen Partys gehen. Diesen ganzen Schnickschnack mögen wir doch nicht so gern. Das hat aber nichts mit euch zu tun, das weißt du. Wir liegen vor der Südküste und gehen tauchen«, sagte ich mit einem bedauernden Unterton.
»Ah Carlo, das weiß ich ja. Aber es kommen wirklich nicht viele. Nur meine Familie und hoffentlich auch ihr. Ihr seid doch schnell hier oben, komm gib Gas und wir sehen uns heute Abend noch auf ein Glas Wein auf der Terrasse. Ich lass in Porto Cervo gleich einen Liegeplatz für dich reservieren und dann wartet Sir John mit dem Wagen auf euch«, versucht er mich zu überreden.
Sir John ist sein Chauffeur und da er aus England kommt, nennt Mario ihn immer Sir John. Ich sehe zu Eva rüber und frage sie:
»Schatz, Mario und Petra haben uns für morgen auf eine Familienfeier eingeladen. Wir sollen heute noch hoch kommen. Was meinst du dazu?«
»Na ja, wir waren ja schon lange nicht mehr auf einer seiner Feiern. Lass uns fahren, lenkt uns auch etwas ab und du bleibst ja erreichbar«, gibt sie zur Antwort.
Ich nicke und zu Mario sage ich:
»Ja gut Mario, wir lichten gleich den Anker und kommen hoch. So vier Stunden werden wir wohl brauchen.«
»Na prima, da wird sich Petra aber freuen. Eva und Petra haben sich ja schon lange nicht mehr gesehen und wie man so hört, ist ja in der Zwischenzeit allerhand passiert. Diese Geschichte mit der Entführung von Eva musst du mir auch unbedingt erzählen. Also, bis heute Abend und eine gute Fahrt«, sagt er und unterbricht die Verbindung. Petra war seine Frau und stammt aus Regensburg. Ich lege das Handy beiseite, geh zu Eva und lege mich wieder auf die Liege.
»Na gut, dann lass uns mal zu den Beiden hochfahren. Petra freut sich schon auf deine Geschichte vom letzten Jahr.«
»Das glaube ich, es gibt ja auch nur Gerüchte auf der Insel über meine Entführung. Da werde ich wohl mal so allerhand klarstellen müssen. Komm, auf geht’s, brauchst dich nicht mehr faul hinzulegen. Schmeiß die Maschinen an und ab durch die Mitte, Seemann. Wir werden erwartet«, sagt sie etwas zu salopp zu mir und steht auf.
Ich rappele mich auch wieder hoch, gehe in den Steuerstand, hole den Anker mit der elektrischen Winde ein und starte die Maschinen. Ein sattes Brummen erfüllte die Luft, mein Herz fängt voller Vorfreude auf die Geschwindigkeit an, schneller zu schlagen. In der Zwischenzeit hat Eva alles abgeräumt und in die Kombüse gebracht. Jetzt setzt sie sich neben mich auf die Bank im Steuerstand.
Als der Anker eingefahren und gesichert ist, drücke ich die beiden Fahrhebel langsam nach vorne und die Yacht nimmt, immer schneller werdend, Fahrt auf. Sie hebt ihren schmalen, Messerscharfen Bug aus dem Wasser, durchschneidet mit ihm die Wellen und hinterlässt eine schäumende Heckwelle. Es machte einfach Spaß, so ein Boot zu fahren und es über das Wasser gleiten zu sehen.
Man spürt die Kraft der beiden Maschinen, die die Yacht nach vorne treiben. Man hat das Gefühl, dass man durch niemand gestoppt werden kann.
Eva streichelt meinen Nacken und sagt zu mir:
»Sag mal Seemann, du wolltest mir doch immer schon mal die Story aus Finnland erzählen, als du damals zur See gefahren bist. Mach das doch jetzt, wir haben ja etwas Zeit bis wir ankommen.«
Sie spielte damit auf meine Seefahrtzeit an, ich hatte am Anfang unserer Beziehung so Andeutungen gemacht, was ich alles so erlebt hatte. Ab und zu kommt die Neugierde von ihr durch und ich muss die alten Geschichten und Erlebnisse von damals erzählen.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.