Stephan Thome - Grenzgang

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Alle sieben Jahre steht Bergenstadt Kopf: Beim traditionellen» Grenzgang «werden die Grenzen der Gemeinde bekräftigt — und alle anderen in Frage gestellt. Auch für Kerstin und Thomas, die in der kleinstädtischen Provinz hängen geblieben sind, nachdem sich ihre Lebensträume zerschlagen haben: Sie reibt sich auf zwischen pubertierendem Sohn und demenzkranker Mutter, er ist nur deshalb Lehrer, weil die Unikarriere eine Sackgasse war. Aber beide geben sie ihre Suche nach dem Glück nicht auf.

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Sie sah Nobs vom Autoskooter kommen, aber als sie ihn fragte, wo Daniel stecke, schüttelte er nur den Kopf und ging weiter ins Zelt. Mit einer Miene, die sagte: Feierabend. Da schien sich zum ersten Mal im Leben der beiden Freunde zu ereignen, was ihnen noch häufiger begegnen würde: Jede Zweisamkeit macht einen Dritten einsam. Und so ein großäugig sommersprossiges Lächeln wie das der kleinen Linda Preiss stellte auch bewährte Männerfreundschaften auf die Probe. Auf dem Frühstücksplatz hatte sie die beiden beobachtet, weltvergessen in dieser Blase aus Gemeinsamkeit, unschuldiger als Babys und dabei ernst wie Staatsmänner. Zum Heulen schön.

Reiß dich zusammen, Kerstin. Ihr Motto für die drei Grenzgangstage.

Sie ließ den Blick schweifen und entdeckte ihren Sohn am Rand der Festwiese, beim Ausgang Richtung Sport- und Tennisplatz, neben Linda. Die beiden aßen etwas aus einer Papiertüte, Mandeln oder Bonbons oder Gummibärchen. Irgendwas, das die Süße des Tages in sich trug. Sie konnte da jetzt nicht stören. Jede Minute, die Daniel mit Linda verbrachte, war eine, in der er nicht an das dachte, was er am Kommersabend gesehen hatte, eine Minute im Windschatten der Wirklichkeit, und deshalb musste sie jetzt die Arme verschränken und aus der Ferne teilhaben am Glück ihres Sohnes. Sowieso wartete zu Hause nichts auf sie, was ihr Herz mehr erwärmen würde.

Daniel warf eine Mandel oder Nuss in die Luft und fing sie mit dem Mund auf. Linda klatschte. Hinter Kerstin stoppten Schritte.

So sei es denn, dachte sie.

«Tach. Oder besser: ’n Abend. «Ein junger Kerl, den sie sich nicht erinnern konnte schon einmal gesehen zu haben, trat neben sie, nickte und sah ihr so direkt ins Gesicht, wie Männer das nach dem fünften oder sechsten Bier eben tun. Auf Anfang oder Mitte zwanzig schätzte sie ihn.

«Guten Abend.«

«Sie sinn Frau Bamberjer, richdich?«Er hatte ein nichtssagendes Gesicht, halb Milchbube und halb Triefnase, mit hellblonden kurzen Haaren und einer dieser Brillen, die man von den gesetzlichen Krankenkassen ohne Zuzahlung bekommt. Die Trübe seines Blicks hatte auch mit den Rückständen auf den Gläsern zu tun, die an die Luft im Festzelt erinnerten und an das Kondenswasser am Gestänge. Spaßrückstände, aber fröhlich sah er nicht aus.

Kerstin beschränkte ihre Antwort auf ein Nicken.

«Ich will ganz ehrlich sein un direkt. Un ich hab auch schon was getrunken, geb ich zu.«

«Sieht man«, sagte sie.

«Große Gaudi, was?«Er sah sich um, und Kerstin überlegte, einfach loszugehen, ihren Sohn aus dem Bannkreis der kleinen Linda Preiss zu ziehen — die warf gerade eine Süßigkeit in die Luft, bekam sie auf die Backe und lachte — und nach Hause zu gehen. Sie hatte an diesem Tag vier- bis fünftausend angetrunkene Männer gesehen. Es reichte. Sie dachte das Wort ›Kopfschmerzen‹, noch bevor sie spürte, dass sie welche hatte.

«Ja, aber was ich sa’ng wollte: Können Sie Ihren Mann denn gar nich von meiner Freundin weghalt’n?«Immer noch nickend, nahm er die Brille ab und wischte mit dem Ende seines T-Shirts daran herum, aber so wie das T-Shirt aussah, würde das seine Sicht nicht wesentlich verbessern.

«Sie wollen mir nicht vielleicht Ihren Namen sagen. «Sie wusste ihn längst, sie wusste bloß sonst nichts zu sagen.

«Lars Benner. Sie könn’ ruhich Du sagen.«

Und da stand sie: Einem betrunkenen Teenager gegenüber, das groteske Negativ-Pärchen zu der peinlichen Romanze, in die ihr Mann sich verstrickt hatte. Der Gehörnte und die Betrogene, schön, dass wir uns auch mal kennenlernen , so als wären die letzten beiden Tage noch nicht demütigend genug gewesen. Wahrscheinlich war das noch nicht einmal das Ende. Morgen schon konnte sie dieser Andrea gegenüberstehen, auf dem Frühstücksplatz, und sich Tipps geben lassen, was sich gegen einen erschlaffenden Busen tun ließ.

Lars Benner hatte seine trübe Brille wieder aufgesetzt und sagte:

«Sonst werd ich ihm am Ende eine reinhauen müssen.«

«Dann machen Sie das doch.«

«… Ja«, sagte er, als hätte sie ihn gebeten, auf der Stelle die Hose runterzulassen.

«Sie wissen, wo die Rheinstraße ist, gleich vorne links, direkt neben der Bühne. Gehen Sie hin, und hauen Sie ihm eine rein.«

«Hattas verdient oder nich?«

«Ganz sicher.«

«Die Andrea weiß manchma nich, wasse tut. Aber Ihr Mann …«

«Der immer. Und Sie wissen, wo Sie ihn finden.«

«Verdient hättas.«

Kerstin konnte sich nicht wehren gegen den Gedanken, dass es vom Standpunkt dieser Andrea aus ein nachvollziehbares Bedürfnis war, das trotzige Kind mit der eingetrübten Brille irgendwo abzustellen und zu erkunden, wie es sich anfühlt, von einem Mann begehrt zu werden. Nicht trotz, sondern wegen des Altersunterschiedes. Sie hatte sie hier und da gesehen während der letzten beiden Tage und sich nicht dazu durchringen können, so etwas wie Hass zu empfinden. Ein junges Ding, hübsch und sexy und sich dessen auf eine Weise bewusst, in der Kerstin mehr Neugier als Zufriedenheit vermutete. Ihr Freund stand ihrer Attraktivität wahrscheinlich wie etwas Heiligem gegenüber, das er beständig seiner Verehrung versichern musste, auch wenn er nicht umhinkonnte es zu entweihen. Unterwürfig und dankbar, mit gelegentlichen Kompensationsversuchen in herrischer Männlichkeit. Sie glaubte ihm das vom Gesicht ablesen zu können, während er sie mit stummen Blicken anzuflehen schien, diese Aufforderung zur Gewaltanwendung zurückzunehmen und ihm stattdessen eine Zuckerwatte zu kaufen. Verlegen trat er von einem Fuß auf den anderen. Wahrscheinlich war er Andreas Freund seit der siebten Klasse. Wie sollte die Zuneigung einer solchen Flasche eine junge Frau mit etwas anderem erfüllen als naiver Freude über das eigene Aussehen und der Ahnung, dass sich damit mehr anstellen ließ als einen wie Lars Benner vor Geilheit zum Schielen zu bringen?

Deine Freundin weiß genau, was sie tut, dachte sie, und sie wird sich eher eine Glatze rasieren, als zu dir zurückzukommen.

«Noch was?«, fragte sie.

«Sie woll’n also nich mal mit ihm reden?«

«Ich denke, das überlassen Sie mir.«

«Der muss das doch einseh’n.«

«Auf Wiedersehen. «Sie ließ Lars Benner stehen und kam sich vor wie angeschossen. Am liebsten hätte sie ihre Wut aus sich heraus- und über den ganzen Rummelplatz gebrüllt: Dann nimm ihn dir eben, du kleine Schlampe! Lass es dir ordentlich von ihm besorgen! Stattdessen ging sie lächelnd in Richtung ihres Sohnes. Linda hob die Hand und winkte, und als sie bei den beiden ankam, sagte Daniel fröhlich frech:

«Auf meiner Uhr ist es ja gerade erst sieben.«

Seine kleine Freundin biss sich auf die Unterlippe und nickte.

«Ab nach Hause«, sagte Kerstin.»Morgen ist auch noch ein Tag. «Was für ein lausiger Job, dachte sie. Generalsekretärin des Realitätsprinzips, die den Zauber eines Tages beendet, so wie man mit dem Finger in eine Seifenblase sticht.

«Ich muss bestimmt auch. «Linda hüpfte von der Leitplanke und verschwand Richtung Zelt, aber an Daniels Blick erkannte Kerstin, dass sie sich hinter ihrem Rücken noch einmal umgedreht hatte und ein Signal verschickte, das nickend verstanden wurde. Daniel sah in diesem Moment ein paar Jahre älter aus, als er war.

«Gehen wir?«, fragte sie.

«Gleich. Erst stagnieren wir noch ein bisschen.«

«Natürlich. Hattest du einen schönen Tag?«

«Durchaus.«

Durchaus. Aha. Das Frösteln hatte sie wieder verlassen, sie nahm sich die Strickjacke von den Schultern, hielt sie in der Hand und sah ihren Sohn an. Dessen Blick richtete sich auf einen unbestimmten Punkt in der Ferne.

«Wir könnten doch schon mal Richtung Brücke schlendern. «Mit dem Daumen zeigte sie hinter sich. Wie eine Erscheinung hatte er ihr dort gestern plötzlich gegenübergestanden, aber sein Verhalten deutete nicht darauf, dass er Zeuge des kurzen Rencontre auf der Brücke geworden sein könnte. Oder hatte er sich bereits daran gewöhnt, dass seine Eltern sich an Grenzgang eben außerehelich orientierten, und verfolgte nun seine eigenen amourösen Projekte? Da war etwas Undurchschaubares und Unkindliches an ihrem Sohn, sie wusste bloß nicht seit wann. Offenbar war sie schon geraume Zeit vor allem mit ihrer eigenen Befindlichkeit beschäftigt.

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