Stephan Thome - Grenzgang

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Alle sieben Jahre steht Bergenstadt Kopf: Beim traditionellen» Grenzgang «werden die Grenzen der Gemeinde bekräftigt — und alle anderen in Frage gestellt. Auch für Kerstin und Thomas, die in der kleinstädtischen Provinz hängen geblieben sind, nachdem sich ihre Lebensträume zerschlagen haben: Sie reibt sich auf zwischen pubertierendem Sohn und demenzkranker Mutter, er ist nur deshalb Lehrer, weil die Unikarriere eine Sackgasse war. Aber beide geben sie ihre Suche nach dem Glück nicht auf.

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Sie lösen die Umarmung und schütteln die Köpfe, als wollten sie sagen: Was soll man sagen? Und prosten einander zu.

Mit den Knöcheln der Zeigefinger tupft Karin Preiss sich die Augenwinkel.

«Ich habe nämlich beschlossen, nicht zu leiden. Und: Ich habe eingesehen, dass ich meinem Mann in dieser Sache nicht helfen kann.«

«Nicht helfen kann

«Kann. «Der letzte Rest des Weines geht im Wechsel in beide Gläser, füllt sie noch einmal zur Hälfte und scheint Kerstin ein Schicksal zu besiegeln, das sie erst zu ahnen beginnt. Karin macht eine Pause, trinkt und stellt sich wie zuvor an das Geländer des Balkons. Die Hornberger Straße verschwindet hinter den dichten Hagebuttensträuchern, nur der Standort einer Laterne vor der Garage ist gerade so auszumachen.

«Wir sind ungefähr gleich alt, oder?«

«Du hast mir kürzlich zum Vierundvierzigsten gratuliert.«

«Ich bin zweiundvierzig. Unsere Kinder sind dabei, erwachsen zu werden. Mein Mann arbeitet immer. Du bist geschieden. «Abrupt wendet sie den Kopf, beinahe erschrocken.»Verzeihung, darf ich fragen, ob du …?«

«Nein, niemanden. «Da ist etwas in der Art, wie ihre Blicke sich sofort wieder trennen, was Kerstin nicht gefällt und die vorübergehend aufkeimende Hoffnung auf Nähe in der Gewissheit erstickt, in der Falle zu sitzen. Sie sitzt in irgendeiner beschissenen Falle.

«Das Gefühl, auf den Punkt gebracht, lautet so: Wir sind nicht mehr zwanzig, und das Leben liegt vor uns. Wir sind aber auch noch nicht siebzig, und das Leben liegt hinter uns. Wir sind Mitte vierzig, und das Leben läuft an uns vorbei. «Sie trinkt.

Kerstin sagt nichts mehr. Es ist zu spät.

«Verstehst du?«

«Nicht ganz. «Bergenstadt verschwimmt vor ihren Augen. Die wenigen Lichter im Tal werden breit, zerfließen in einer ziellosen Bewegung. Sie hat auf Freundschaft gehofft und bekommt Komplizenschaft angeboten.

«Ich will nicht Abend für Abend zu Hause sitzen und darauf warten, dass ich zu müde werde, um noch weiter zu warten. Ich bin müde.«

«Ich auch. Sollte mich bald auf den Weg machen.«

«Kurz und gut, ich werde mir so einen Pärchenclub mal ansehen. «Karin hält ihr Glas, ohne zu trinken, schwenkt nur den Wein hin und her und nickt.

«Wie bitte?«

«Ja. Sogar im Boten gibt’s Inserate. Nicht hier aus der Gegend, aber bei Gießen zum Beispiel. Sind mir früher nie aufgefallen, aber seit dieser Unterhaltung mit meiner Tochter hab ich drauf geachtet.«

«Das ist jetzt nicht dein Ernst. «Dabei ist sie etwas weniger erschrocken, als sie glaubt sein zu sollen. Was hat sie schließlich erwartet?» Sag, dass das nicht dein Ernst ist.«

«Ansehen, hab ich gesagt. Man geht keine Verpflichtung ein, wenn man so einen Club betritt. Alles kann, nichts muss, wurde mir von einer freundlichen Frau am Telefon gesagt. Ist das Motto da. Und es klang überhaupt nicht schmierig.«

«Du hast …?«

« Bohème , klingt doch nach was. Die Fotos im Internet sehen sehr stilvoll aus.«

«Ohne mich.«

«Überleg’s dir.«

«Ohne mich. «Kerstin leert ihr Glas und ist einen betrunken klarsichtigen Moment lang in Versuchung, es zwischen ihnen beiden auf den Kacheln des Balkons zu zerschmettern. Wut steigt in ihr auf.»Ich muss los. «Mit dem Glas in der Hand, wendet sie sich zur Tür.

«Ja. Drei Flaschen, oh, oh. War ein bisschen viel. «Karin lacht und legt ihr eine Hand auf den Arm.»Aber wir sehen uns bald wieder, ja?«

Als sie das Wohnzimmer betreten, glaubt Kerstin auf der Straße ein Auto halten zu hören. Alles ist zu spät. Sie wird auf der Treppe Hans-Peter Preiss begegnen und sich mit einem verlegenen Lächeln an ihm vorbeidrücken wie ein Liebhaber auf der Flucht. Wird ihr Haus betreten und hoffen, dass ihre Mutter sie nicht am Esstisch begrüßt und auf das Frühstück wartet. Und wo ist Daniel gerade?

In der Diele tauscht sie das Weinglas gegen ihre Jacke und vermeidet den Blick in den Spiegel. Sie hätte nicht herkommen dürfen. Sie fährt schließlich schon lange genug durchs Leben, um eine Sackgasse erkennen zu können, noch bevor sie deren Ende erreicht hat.

Karin Preiss lächelt immer noch, als wäre alles nur ein Witz gewesen. Draußen springt das Licht an.

«Vielen Dank für deinen Besuch.«

«Hör zu«, sagt Kerstin und sieht in Karins Gesicht wie in eine Kristallkugel. Um sie herum gerät der Raum aus den Fugen und beginnt sich zu drehen.»Hast du das auch manchmal, solche Vorahnungen? Dieses plötzliche Wissen, dass irgendwas passieren wird.«

«Und wenn schon. Für meinen Geschmack ist schon viel zu lange nichts passiert.«

«Aber du weißt nicht was. Ob es gut oder …«Schritte nähern sich auf den Steinplatten.

«Ich weiß genug. Ich weiß zum Beispiel, dass ich seit Jahren nicht im Kino war. Dass ich auf der Hochzeit meiner Nichte zuletzt getanzt habe und dass der Sommerball des Rotary-Clubs in diesem Jahr so öde wird, wie er in den letzten zwanzig Jahren war. Du hast die Vorahnung, dass was passieren wird? Gut. Sag mir rechtzeitig Bescheid.«

«Ja«, antwortet sie und weiß einen Moment lang kaum, wo sie sich befindet. Die Schritte verharren vor der Haustür, ein Schlüssel kratzt über das Schloss. Das ist der Alkohol, sagt sie sich, was sonst. Von Scham und Angst alleine wird kein Mensch betrunken.

8

Mit verschränkten Armen blickte sie über den Rummel, und erst nach einer Weile fiel ihr auf, dass sie genau dort stand, wo am Vorabend Thomas Weidmann sie angesprochen hatte. Auch die Tageszeit war dieselbe und das Wetter genau wie vierundzwanzig Stunden zuvor: kalter Himmel und warme Wolken, eine blaue Wölbung und sonnenglühendes Rosa, der unsichtbare Zug des Lichts nach Westen. Tagesabbruch. Auf dem Rummelplatz herrschte größerer Andrang an diesem zweiten Grenzgangsabend, einem Freitag, den die Bewohner der umliegenden Ortschaften zum Besuch auf der Festwiese nutzten. Lärm quoll aus den blitzenden und blinkenden Amüsiermaschinen, zischender Trockeneisnebel, wummernde Bässe, die verzerrten Stimmen der Ansager und Anlocker, das gesamte Arsenal von billiger Illusion oder mit einem in Bergenstadt gebräuchlicheren Wort: Spaß. Der füllte das Festzelt wie Blut eine verstopfte Arterie. In kondensierter Form tropfte er von den Metallstangen und der Dekoration über den Tischen, und irgendwann hatte sie da drin nicht mehr atmen können, hatte ihrem Mann zugenickt, sich von den Umstehenden verabschiedet und war nach draußen gegangen. Hier stand sie jetzt, draußen.

Um sie herum wallte der Lärm auf und verwehte wieder, gleichzeitig grell und stumpf, so wie die Wut, die sie seit zwei Tagen über die Bergenstädter Grenze schleppte. Im Zelt hatte Jürgen sie sogar einmal in den Arm genommen, als wollte er sagen: Guckt her, gehört immer noch mir. Hätte sie beinahe geküsst, so als wäre nichts dabei oder als wäre doch was dabei, aber nichts, was ihn besonders bekümmerte. Und sie spielte mit. Warum? Nicht um den Schein zu wahren, sondern aus Hoffnung. Seit sie am Vorabend einen anderen Mann geküsst hatte, wusste sie mit Sicherheit, dass es nur einen gab, den sie küssen wollte. Nicht weil er besser küsste, sondern weil er ihr Mann war, also aus einer endlosen Reihe von Gründen, die Gewohnheit, Vertrautheit, Treue oder Prinzip hießen, sich aber alle auf denselben Nenner bringen ließen: Im Grunde ihres Herzens wollte sie nur den, und wenn der sie im Zelt in den Arm nahm, dann machte sie mit, so als wollte sie sagen: Guckt her, gehört immer noch mir.

Von Thomas Weidmann war den ganzen Tag über nichts zu sehen gewesen. Sie hatte sich gewünscht, ihn nie wiederzusehen, und ihr Wunsch war erhört worden. Mit einem Frösteln zog sie sich ihre Strickjacke von der Hüfte und hängte sie über die Schultern. Nach Hause wollte sie, nur schnell nach Hause.

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