Stephan Thome - Grenzgang

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Alle sieben Jahre steht Bergenstadt Kopf: Beim traditionellen» Grenzgang «werden die Grenzen der Gemeinde bekräftigt — und alle anderen in Frage gestellt. Auch für Kerstin und Thomas, die in der kleinstädtischen Provinz hängen geblieben sind, nachdem sich ihre Lebensträume zerschlagen haben: Sie reibt sich auf zwischen pubertierendem Sohn und demenzkranker Mutter, er ist nur deshalb Lehrer, weil die Unikarriere eine Sackgasse war. Aber beide geben sie ihre Suche nach dem Glück nicht auf.

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«Tierisch eng hier«, sagte er.

Sie gingen durch Schatten und Sonne, und einmal guckte er hinter sich, ob Linda noch da war. Dann kamen sie bei den Rheinstraßen-Burschen an, wo immer das meiste Gedränge herrschte, weil alle den Walfisch wollten. Hier war nur Schatten, aber er wusste, wo sie sich anstellen mussten.

«Hast du Geld?«

Sie schüttelte ihren Brustbeutel und nickte. Seine Ohren waren warm, und er wollte gar nicht, dass sie drankamen. Nur so stehen und warten. Vor ihnen flog eine Frau in die Luft und kreischte, und überall wurde gelacht. Um sie herum waren alle viel größer. Er hätte gerne denselben Schulweg gehabt wie sie. Davon hatte er manchmal geträumt vor dem Schlafen, dann führte der Schulweg aber nicht den Kornacker runter wie ihrer oder die Rheinstraße entlang wie seiner, sondern irgendwo hinten die Lahn entlang. Wo die Sonne schien. Nicht dass er drauf geachtet hätte, aber in ihren Haaren sah er’s, so wie oben auf der Böschung. Sonne. Ein bisschen tat es weh in den Augen, aber man konnte ja blinzeln.

Dann war niemand mehr vor ihnen, und er fasste Linda an den Schultern, schob sie nach vorne und sagte:

«Bis gleich.«

«Wehe, du rennst einfach weg.«

Die Burschen vom Stemmkommando waren alle riesengroß und schwitzten, und einer sagte:»Endlich ma was Handliches. «Er sah sie nur bis zu den Gürteln, bis wohin Linda ihnen reichte, als sie nach vorne ging. Sie stellte sich in die Mitte und sah den Führer an, der sich auf seinem Fass nach unten beugte. Es war weder laut noch leise rings umher, und Linda sagte langsam und deutlich:»Linda Preiss.«

Sie stand schon so, wie man stehen musste, ganz steif und mit den Armen vor dem Körper, denn wenn man sie nach oben nahm, waren sie in der Luft plötzlich hinten, und dann bestand Salto-Gefahr. Nur ihren Brustbeutel steckte sie sich vorher noch unters T-Shirt.

«Dem dritten Führer Preiss seine Linda is bei uns unner der Fahne«, rief der auf dem Fass so laut, als müsste der ganze Frühstücksplatz jetzt hergucken.

Und Linda sagte:

«So hoch wie’s geht, bitte. «Dann blies sie die Backen auf und lies sich einfach nach hinten fallen und lag auf den Armen wie bei den Feuerübungen in der Schule, wenn einer den Schwerverletzten auf der Trage spielen darf. Zwei vom Stemmkommando fassten gar nicht mit an, weil nicht viel zu fassen war.

«Die Linda Preiss, sie lebe …!«

Dann flog sie —»hoch!«Höher als er vorher jemanden hatte fliegen sehen. Ihr Fuß berührte den Stoff der Fahne. Ihre Haare flogen, und die Abzeichen um ihren Hals flogen, und der Brustbeutel unter ihrem T-Shirt flog auch. Und als sie ganz oben war, hörte er sie lachen.

Er wusste jetzt, dass er verknallt war. Vielleicht hatte er’s schon vorher gewusst, aber es fühlte sich anders an als erwartet. In der Schule war immer jemand verknallt, und er hatte geglaubt, das ist wie einen Pickel auf der Nase oder den Hosenstall offen zu haben: Alle zeigen drauf und lachen. Aber jetzt sah niemand ihn an, und die, die lachten, lachten nicht über ihn. Verknallt sein war wie fliegen. Es war eigentlich das Beste überhaupt.

Linda war so lange in der Luft, dass einer vom Stemmkommando sich am Kopf kratzen konnte zwischendurch. Er beschloss, eine Cola für sich und eine für sie zu kaufen von dem Geld, das er noch hatte. Vielleicht konnte er ihr helfen, den Walfisch irgendwo festzumachen, so wie Männer Frauen mit der Halskette helfen. Es war gerade erst Mittag, sie würden stundenlang zurücklaufen nach Bergenstadt und am Abend auf den Rummelplatz gehen. Und morgen noch einmal!

Dann kam sie zum dritten Mal runter und klopfte sich auf die Brust, als hätte sie Husten, und sagte:

«Ich hab dir die Zunge rausgestreckt, und du hast nicht geguckt.«

Er ging ihr entgegen, und jetzt war es doch ein bisschen so, als hätte er einen Pickel auf der Nase. Er hielt den Walfisch fest in seiner Hosentasche. Sie standen zwischen den Großen, und Linda lachte, als hätte sie oben in der Luft einen guten Witz gehört. Dann sagte jemand:

«Dich hatt’n wir doch heute schomma hier.«

Er sah sich um, und alle sahen ihn an. Linda machte an ihrem Zopf rum. Der Führer auf seinem Fass hatte einen Bart und nickte von oben auf ihn herab, ohne sich runterzubeugen, und plötzlich war alles stiller als vorher, und die Leute schienen zu überlegen, ob da wohl einer so verknallt war, dass man mit dem Finger drauf zeigen und lachen konnte.

«Mich?«, fragte er.

Irgendwo sagte jemand was von wegen Bambergers Junge. Man durfte wahrscheinlich nicht zwei Mal unter dieselbe Fahne. Vermutlich gab’s so viele Walfische auch wieder nicht. Aber jetzt stand er neben Linda, und sie konnten ihn hier nicht einfach wegjagen.

«Ich heiß nicht Bamberger«, sagte er. Er sagte es so klar und deutlich, wie er es bei Lügen-Mäxchen versuchte, wenn er die falsche Zahl hatte. Es fühlte sich komisch an im Hals und an den Ohren, aber er hatte es gesagt, ohne sich zu verraten. Er hieß nicht Bamberger, klar?

Linda war fertig mit ihrem Zopf und sagte:

«Das ist mein Cousin aus Hamburg. Der heißt Jan.«

Ohne hinzugucken, sah er, wie sie sich über ihm anguckten und der Führer die Schultern zuckte und mit der rechten Hand nach dem Säbel griff. Linda verzog keine Miene. Seine Ohren waren rot, aber er verzog auch keine Miene. Das hieß, dass sie auch verknallt war. Sie hätte ja einfach gehen können und sich ihren Walfisch holen, aber sie wollte unten stehen, während er in die Luft geworfen wurde, so wie er vorher gestanden und gewartet hatte.

«Du musst dich da hinstellen, Jan«, sagte sie und zeigte auf den Punkt, wo das Gras plattgetreten war und die Erde schon durchguckte.

Er stellte sich da hin zwischen die Burschen vom Stemmkommando, in den Schweiß- und Biergeruch und machte sich steif wie ein Brett.

«Der Jan aus Hamburg ist bei uns unter der Fahne«, rief der Führer, aber leiser als vorher. Die vom Stemmkommando fassten ihn an den Oberschenkeln und am Rücken, und dann war er der Schwerverletzte bei der Feuerübung, und die Sanitäter guckten ihn an, als wüssten sie auch nicht, was mit ihm nicht stimmte.

«Der Jan, er lebe …«Dann flog er ins» Hoch!«hinein. Über die Köpfe bis zur Fahne. Er konnte nur nach oben gucken, aber trotzdem sah er den Frühstücksplatz um sich herum, die Kapellen und Fahnen, die Stände der Metzgereien und die Leute, die dort standen und saßen. Musik war unter ihm und Hochrufe. Bestimmt sah seine Mutter ihn fliegen, ohne zu wissen, dass es Jan aus Hamburg war, der da durch die Luft segelte. Luft, die noch nach Kaugummi roch oben am höchsten Punkt. Nur ein paar Baumspitzen waren noch höher. Und was er fühlte, war größer als er, lag mit ihm in der Sonne, lebte hoch und schwebte.

* * *

«Hier draußen«, ruft Karin Preiss durch die geöffnete Balkontür. Eine lauwarme Brise weht durch die Wohnräume und hüllt Kerstin in Nacht- und Gartenduft, als sie den Balkon betritt, der zwei Seiten des Hauses wie eine Terrasse einfasst und wie ein Schanzentisch über den Ort zu ragen scheint. Verkehrsgeräusche treiben aus dem Tal herauf.

«Huh. «Sie atmet ein, so tief sie kann, und ist froh, nicht in die Stickigkeit des Wohnzimmers zurückkehren zu müssen. Auf dem Balkongeländer liegt schon nächtliche Feuchtigkeit.

«Ich hoffe, da war noch genug Papier, Frau Rheinberger vergisst das manchmal. Wir haben nicht oft Besuch.«

«Doch, doch.«

«Ihr Glas hab ich Ihnen da auf das Tischchen gestellt.«

«Danke.«

Einen Moment lang stehen sie schweigend nebeneinander, und Kerstin ist dankbar für die Dunkelheit und das nächtliche Tal, das ihren Blicken ein unverfängliches Ziel bietet. Einzelne Scheinwerferlichter malen den Verlauf der Umgehungsstraße in die Finsternis. Hinter dem Schlossberg schaut die Turmspitze der Stadtkirche hervor.

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