Stephan Thome - Grenzgang

Здесь есть возможность читать онлайн «Stephan Thome - Grenzgang» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Год выпуска: 2009, Издательство: Suhrkamp, Жанр: Современная проза, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Grenzgang: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Grenzgang»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Alle sieben Jahre steht Bergenstadt Kopf: Beim traditionellen» Grenzgang «werden die Grenzen der Gemeinde bekräftigt — und alle anderen in Frage gestellt. Auch für Kerstin und Thomas, die in der kleinstädtischen Provinz hängen geblieben sind, nachdem sich ihre Lebensträume zerschlagen haben: Sie reibt sich auf zwischen pubertierendem Sohn und demenzkranker Mutter, er ist nur deshalb Lehrer, weil die Unikarriere eine Sackgasse war. Aber beide geben sie ihre Suche nach dem Glück nicht auf.

Grenzgang — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Grenzgang», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

«Das will ich meinen. Da haben sich zehn Jahre des Wartens mal wirklich gelohnt.«

«Und apropos: Finden Sie, dass ich meinen Mann zu häufig erwähne?«

«Apropos was?«

«Im Allgemeinen: Würde mein Mann sagen, hat mein Mann gesagt, wie ich meinen Mann kenne und so weiter. Mir scheint, ich sage das dauernd. Als ich bei Ihnen war neulich: Der Wein muss atmen, würde mein Mann sagen . Ist mir sofort aufgefallen, aber ich sage es immer weiter. «Eine seltsame Intensität liegt in Frau Preiss’ Blick, so als würde sie jedes Wort vor sich sehen, das sie ausspricht.»Warum sag ich nicht einfach: Der Wein muss atmen. Der Wein hat Charakter. Warum zitiere ich meinen Mann?«

«Ich will ja nicht unverschämt sein, aber da Sie es eben selbst erwähnt haben: Nähern wir uns schon dem Wasser?«Kerstin versucht ihren Unwillen hinter einem Lächeln zu verbergen. Gespräche über Eheprobleme sind das Letzte, wonach es sie verlangt.

«Nein, entschuldigen Sie. In letzter Zeit hab ich plötzlich diese Anfälle von Selbstüberwachung. «Karin Preiss lacht, stellt das Glas ab und kneift sich mit Daumen und Zeigefinger in die Stirn.

«Wenn Sie weiter drauf achten, sind Sie die Angewohnheit bald wieder los. Mir ist es sowieso nicht aufgefallen. Aber wenn Sie möchten, sage ich ab jetzt jedes Mal Piep, wenn Sie Ihren Mann erwähnen.«

«Aber bitte nur, wenn wir alleine sind.«

«Natürlich. Und kann es sein, dass es sehr warm ist hier drin?«

«Ja.«

Einen Moment lang sehen sie einander an, als wüssten sie bereits, was kommen wird.

« …würde mein Mann sagen. «Sie sagen es genau gleichzeitig, halten kurz inne, dann entgleisen mit der Synchronität von Spiegelbildern ihrer beider Gesichtszüge.

Zwischen den Schläfen, wo sie Minuten zuvor noch das Gefühl der Trunkenheit vermisst hat, spürt Kerstin jetzt das Echo leichter Trommelschläge. Ein beständiges Ha-ha-ha. Es hat einen Zug ins Hysterische, aber sie lacht einfach darüber hinweg. Lacht die Befangenheit des Abends aus sich heraus. Mit Anita war es manchmal so, Anita stößt spitze Schreie aus, wenn sie lacht, das ist in der Öffentlichkeit oft peinlich gewesen, aber jetzt wünscht Kerstin, sie selbst würde noch viel lauter und heftiger lachen. Wie damals. Für einen Augenblick fühlt es sich tatsächlich an wie das Weiterlachen nach einer Pause, die ebenso arm an Bedeutung scheint, wie sie reich an Jahren ist. Sie kann nicht aufhören. Sie will nicht. Hinter einem Tränenschleier sieht sie Frau Preiss die Beine anziehen, sich eine Hand auf den Bauch halten und mit der anderen durch die Luft wirbeln, als hätte sie sich die Finger verbrannt. Sie hört ein Japsen und das quietschende Entweichen von Luft aus gepressten Lungen. Daniel hat als Baby so ein Lachen gehabt, und sie hat an sich halten müssen, ihm auf dem Wickeltisch nicht in einem fort den Bauch zu kitzeln, weil sie nicht genug kriegen konnte von diesem Geräusch und der rudernden Bewegung seiner Arme. Wann hat sie ihren Sohn zuletzt lachen gesehen? Ihre Mutter? Sie dreht sich auf die Seite, und dann muss sie sich anstrengen, ihre Bauchmuskeln stillzuhalten, durch die ein stechender Schmerz fährt, während vor ihr aufsteigt, was Karin Preiss ›das Wasser‹ genannt hat. Das Wasser, das ihr schon in den Augen steht und über die Wangen rinnt und das sie hastig wegwischt, als ihr Atem sich endlich beruhigt.

Ihre Kehle fühlt sich an, als hätte sie Sand getrunken.

«Luft. «Mehr bringt Frau Preiss eine Minute lang nicht heraus. Dann und wann ein Schnauben und zwischendurch ein aufflackerndes Lachen.

Eine seltsame Intimität der Erschöpfung hängt über der Polstergarnitur des Preiss’schen Wohnzimmers. Etwas Zerwühltes, schwitzig auf der Stirn und unter den Armen. Kerstin holt Luft.

«Huh. So habe ich lange nicht gelacht. «Sie liegt mehr auf dem Sessel, als dass sie sitzt, aber solange Karin Preiss sich nicht aufrichtet, fühlt sie sich auch nicht verpflichtet, Haltung anzunehmen.

Könnte Thomas Weidmann sie so sehen, was würde er denken? In Gedanken nennt sie ihn Thomas, nicht Herr Weidmann, aber vor allem denkt sie, dass er sich an der hysterischen Note ihres Lachens gestört und innere Unsicherheit als Ursache angenommen hätte. Sie legt sich eine Hand auf die Brust und schließt die Augen. Es ist beinahe witzig, wie sie immer wieder auf ihre eigenen Hintergedanken stößt. Wie bei Hase und Igel, bloß dass sie nicht nur der Hase ist, sondern auch beide Igel. Und sie geht in jeder ihrer Rollen so sehr auf, dass sie immer nach jemand anderem sucht, den sie für dieses Gefühl des Betrugs verantwortlich machen kann, das die einzige Konstante in dem ständigen Rollenwechsel bildet. Für einen kurzen erschöpften Augenblick, während sie auf dem animalisch nach Hirschleder riechenden Sofa der Preissens liegt, durchschaut sie das Dilemma, dann richtet sie sich auf und sagt:

«Ich muss rasch ins Bad. «Ihre Bluse klebt unangenehm auf der Haut.

«Vorne links«, ruft Frau Preiss ihr hinterher. Vor dem riesenhaften Spiegel stehen noch ihre abgelegten Schuhe.

Kerstin findet die Tür und schließt sie hinter sich.

Ein Dimmer auch hier, der den grün gekachelten Raum in ein Licht hüllt, wie es in dunklen Zimmern aus Aquarien dringt. Aus einer flachen Tonschale mit Duftkräutern strömt das Aroma von Vanille und Salbei, mischt sich mit Rückständen von Seife, einem blumigen Frauenparfüm und dem moschusartigen Duft von Rasierwasser. Kerstins Vorsatz, das Bad nicht in Augenschein zu nehmen, scheitert an der Phalanx von Fläschchen, Flakons, Tuben und Döschen, die sich über dem Doppelwaschbecken auf einem Glasbord reihen, an der weiß blitzenden Badewanne und dem schwarzen Bademantel über der Lehne eines Korbstuhls. Der Bademantel trägt auf beiden Ärmelenden die Initialen KP. Linda scheint ein eigenes Bad zu besitzen, jedenfalls deutet nichts in diesem Raum auf die Benutzung durch einen Teenager. Alles wirkt gediegen und sauber, kein Altersschatten auf den Armaturen, kein Vergleich mit dem Bad, das sie notgedrungen zum Vergleich heranzieht. Ein eheliches Badezimmer, denkt sie, während sie kühles Wasser in beide Hände laufen lässt und ihr Gesicht benetzt. Der Spiegel ist so groß, dass der ganze Raum sich in ihm verdoppelt. Noch immer spürt sie im Bauch ein Pulsen, als ob ihre Muskeln weiter zitterten im Rhythmus des Lachens. Den grandios kitschigen Proporz von löwenköpfigen Wasserhähnen und zehnstufigen Massageduschen in Anitas Bad hat sie stets amüsant gefunden, aber dieser Raum, in dem sie sich für einen Moment auf den Rand der Wanne hockt, ist zu viel. Sie will auch so ein Bad, nicht der glänzenden Armaturen und der großen Wanne wegen, sondern weil es einen so warmlichtig und sauber empfängt, mit all den kleinen Accessoires jahrelanger Zweisamkeit, frei von den klobigen Stütz-BHs einer alten Frau und dem süßlichen Hauch im Erdreich verrottender Leitungen. Ein Bad, in dem man sich Zeit lässt mit allen Verrichtungen und mit Gelassenheit feststellt, dass die Falten im Gesicht sich vertiefen. Ihre eigene Badezimmertür dagegen öffnet sie immer häufiger mit dem Gefühl, sie betrete den schäbigen Wartebereich der Wechseljahre.

Neid — die große dunkle Wolke, aus der ununterbrochen saurer Regen fällt.

Ahnt Frau Preiss das nicht, diese Missgunst in ihren Gedanken? Oder ist ihre Nachbarin in all ihrer ungestümen Wohlgelauntheit selbst ein wenig einsam und genießt es daher, mit jemandem einen Abend zu verbringen, der noch einsamer ist? Der Bademantel über dem Korbstuhl ist aus echter Seide, das sieht sie, ohne ihn anzufassen. Sicherlich ein Geburtstagsgeschenk des geschmackssicheren Gatten. Wo lässt man eigentlich Initialen auf seidene Gewänder sticken? Und wozu rätseln, was andere bewegt. Was sucht sie selbst hier? Was hat sie verloren in der Gesellschaft von Frau Preiss, wenn sie nicht einmal deren Bad benutzen kann, ohne dass das Strahlen der Armaturen wie ein Schatten auf ihr eigenes Leben fällt? Selbst die Toilette strahlt, und erst als sie darauf Platz genommen hat, fällt ihr ein, dass es in einem Haus wie diesem eine Gästetoilette geben muss und dass sie beim Hereinkommen — neben der Haustür links — die Tür wahrgenommen hat, hinter der sich nichts anderes als ein kleines, aber ebenso sauber blitzendes Gästeklo befinden wird, zu dem Frau Preiss’ Richtungsangabe sie also hat geleiten wollen. Und sie sitzt im ehelichen Bad der Preissens und kontempliert missmutig ihr Leben. Mit angehaltenem Atem horcht sie nach Schritten in der Diele, greift hastig nach dem Papier. Die tiefen Teppiche im Flur werden kein Signal geben, ehe jemand von außen den Türgriff fasst …

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Grenzgang»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Grenzgang» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Stephan Thome - Fliehkräfte
Stephan Thome
Stephan Collishaw - Amber
Stephan Collishaw
Stephan Kesper - Hochfrequent
Stephan Kesper
Kaspar F. Thome - Der entzogene Auftrag
Kaspar F. Thome
Stephan Lake - Palmer :Black Notice
Stephan Lake
Stephan Heinrich Nolte - Heilen oder Behandeln?
Stephan Heinrich Nolte
Stephan - Jakob
Stephan
Отзывы о книге «Grenzgang»

Обсуждение, отзывы о книге «Grenzgang» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.