Stephan Thome - Grenzgang

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Alle sieben Jahre steht Bergenstadt Kopf: Beim traditionellen» Grenzgang «werden die Grenzen der Gemeinde bekräftigt — und alle anderen in Frage gestellt. Auch für Kerstin und Thomas, die in der kleinstädtischen Provinz hängen geblieben sind, nachdem sich ihre Lebensträume zerschlagen haben: Sie reibt sich auf zwischen pubertierendem Sohn und demenzkranker Mutter, er ist nur deshalb Lehrer, weil die Unikarriere eine Sackgasse war. Aber beide geben sie ihre Suche nach dem Glück nicht auf.

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Halt den Mund, denkt sie, nimmt die Kanne aus der Maschine und gießt den Kaffee um in die Thermoskanne. Dann geht sie zurück auf die Terrasse und wirft im Vorbeigehen den Veilchen auf der Kommode einen Blick zu, aber die lassen die Köpfe hängen, von denen ist keine Aufmunterung mehr zu erwarten.

«Sie müssen mir verzeihen«, sagt Weidmann.»Ich hatte nicht bemerkt, wie spät es ist. Und wir hatten ja besprochen, was besprochen werden muss. Ich sollte langsam aufbrechen.«

«Geben Sie mir Ihre Tasse«, sagt sie nur.

Kurz treffen sich ihre Blicke beim Einschenken. Sein Rasierwasser besitzt eine herbe Note, aber er hat es aufgetragen, ohne sich vorher zu rasieren, und der Verhandlungsführer in ihrem Kopf begehrt zu wissen, was er gedacht hat vor dem Spiegel.

«In den Garten haben Sie viel Arbeit gesteckt«, sagt er.

Sie nickt und folgt seinem Blick. Seit der Rasen von Daniel nicht mehr zum Bolzen und Toben gebraucht wird, hat sie auch darin kleine Blumeninseln gepflanzt, Stiefmütterchen und Margeriten, die wild und von alleine wachsen, wenn auch nicht in solchen kreisrunden, Blütenform annehmenden Konstellationen. Wahrscheinlich kann ein Mann die Befriedigung nicht nachvollziehen, die von einem unter den eigenen Händen aufblühenden Garten ausgeht, und deshalb macht es ihr auch kein Vergnügen, den Garten mit ihm und durch seine Augen zu betrachten. Da liegt es, das Betätigungsfeld einer Frau mit zu viel Zeit. Denkt er dergleichen? Sie registriert ein Zucken seines Augenlides, das er zu unterbinden versucht durch weites Öffnen der Augen, als würde er sich Kontaktlinsen einsetzen. Jedenfalls vermeidet er es, sie anzusehen.

«Sie arbeiten nicht? Ich meine …«

«Zurzeit nicht. «Sie nimmt ihre Tasse in beide Hände und schlägt die Beine übereinander, entschlossen, sich genau diese Schmach jetzt nicht anzutun und stattdessen eine andere ins Visier zu nehmen.»Sie hätten es ihm auch nicht zugetraut, oder? Meinem Sohn.«

«Nein. Wahrscheinlich sollte ich nach annähernd sieben Dienstjahren wissen, dass Schüler in dem Alter Dinge tun, die man sich nicht erklären kann, aber in Daniels Fall … nein. Ich gebe zu, dass ich es zuerst überhaupt nicht geglaubt habe. Ist das ein Trost für Sie?«

«Wie könnte es? Mein Sohn wächst seit seinem zehnten Lebensjahr in Umständen auf, von denen man nicht annehmen kann, dass sie ihm guttun. Wofür er nichts kann. Und wenn diese Umstände dazu beigetragen haben, dass er das getan hat, was er getan hat, dann liegt es nahe zu sagen, dass er für diese Taten auch nichts kann. Aber das stimmt eben nicht.«

«Darf ich kurz einwerfen, dass Sie mir keine Erklärung schulden.«

«Meine Erklärung läuft darauf hinaus, die Schuld bei meinem Exmann und mir zu suchen, wo sie wahrscheinlich ganz gut aufgehoben ist, aber: Daniel hat das getan. Und sobald ich es mir vorzustellen versuche, kann ich überhaupt nichts mehr erklären. Ich kenne Tommy Endler. Wir waren Nachbarn am Hainköppel.«

Natürlich hat sie überlegt, bei Endlers anzurufen. Jahrelang haben Evi Endler und sie einander über den Zaun gegrüßt und sich Tipps bei der Gartenarbeit gegeben. Haben selbst angebautes Obst und Gemüse getauscht und manchmal einen Plausch gehalten auf der Terrasse, Gespräche über Kinder und Haushalt. Gegenseitiges Blumengießen während der Urlaubszeit, und wenn Herr Endler im Winter Schnee geschaufelt hat, dann immer über die Grundstücksgrenzen hinaus. Nach der Scheidung ist Frau Endler ein Mal am Rehsteig gewesen für einen Nachmittag mit Kaffee, Kuchen und einem Mangel an Gesprächsthemen. (Hübsch haben Sie’s hier, den Satz hat sie sich behalten.) Danach noch ein, zwei Weihnachtsgrüße, dann nichts mehr. Mittlerweile erscheint es fast natürlich, auf die andere Straßenseite zu sehen, wenn sie einander in der Stadt begegnen.

Weidmann nickt und legt einen Finger auf das zuckende Augenlid, aber als er ihn wieder wegnimmt, sieht sie es immer noch. Dann trinkt er einen Schluck Kaffee und macht mit dem Kopf eine Bewegung, die einen Themenwechsel signalisiert.

«Tanz, richtig?«

«Bitte?«

«Ihr Studium in Köln: Sport, aber mit dem Schwerpunkt Tanz. Ich wusste nicht mehr, ob ich es richtig in Erinnerung habe.«

«Ich weiß jedenfalls noch, dass Sie auch in Köln studiert haben«, nickt sie.

Ohne ersichtlichen Grund beginnt er zu erzählen, und es scheint ihm zwischendurch selbst unangenehm zu sein, wie genau er sich an alles erinnert. Sogar zwei ihrer früheren Kölner Adressen weiß er noch, und dass sie sich damals nicht genau darauf hatten verständigen können, ob sie einander nun bei der Feier zu Anitas fünfundzwanzigstem Geburtstag begegnet waren oder nicht. Manchmal tut er so, als ließe sein Gedächtnis ihn im Stich, aber sie sieht ihm an, dass er nur den Eindruck vermeiden will, er habe seitdem täglich an ihr Gespräch gedacht.

Sie hört ihm zu und versucht ihre Anspannung unter einem Lächeln zu verbergen. Hinter Bemerkungen wie:

«Wissen Sie, wie lange ich gebraucht habe, das Wort ›Sackpfeife‹ ohne kindisches Grinsen auszusprechen?«Dabei findet sie sich selbst kindisch. Warum beobachtet sie jede seiner Regungen, als gebe es etwas jenseits seiner Worte, das sie herausfinden und analysieren muss? Er versucht doch überhaupt nicht, ihr zwischen den Zeilen eine geheime Botschaft zu übermitteln, sondern ist einfach nett und hält das Gespräch in Gang, so lange wie er braucht, um seine Tasse zu leeren, die sie ihm gerade wieder bis zum Rand gefüllt hat.

«Tatsächlich?«

«Ich hab einen Hang zur Albernheit. Ist Ihnen damals vielleicht nicht aufgefallen.«

«Ist es nicht. Aber wie lange haben Sie gebraucht bei Ihrer Adresse am Sülzgürtel?«

«Wahrscheinlich bin ich deshalb so schnell umgezogen. «Sie hört sich lachen und hätte ihm am liebsten die Hand auf den Arm gelegt und gesagt: Wissen Sie, ich bin nicht immer so gewesen. Ich muss mich nur erst wieder umgewöhnen. Mit Frau Preiss hat sie sich vor einigen Tagen angenehm unterhalten, aber von Mutter zu Mutter, über Eltern und Kinder. Am kommenden Samstag ist sie eingeladen bei ihr. Herr Preiss wird bei der Versammlung der Rheinstraße sein, und sie beide haben beschlossen, einen Frauenabend zu verbringen. Soweit es sie selbst betrifft: Den ersten seit Jahren.

«Sie haben ein sehr gutes Gedächtnis«, sagt sie.»Muss man als Historiker wahrscheinlich auch haben.«

Er schüttelt den Kopf, und da ist etwas in seiner Geste, das sie aufmerksam werden lässt.

«Man würde ja auch nicht jeden Kunstlehrer als Maler bezeichnen, oder? Übrigens war Gedächtnis damals das Thema meiner Arbeit. An der Uni. Historisches Gedächtnis als Medium kollektiver Selbsttäuschung, also sozusagen als institutionalisierte falsche Erinnerung. «Er hält inne und blickt sie mit einem gespielten Stirnrunzeln an.»Man sagt Historikern ja nach, sie seien eher langweilig, und ich fürchte, ich beweise Ihnen gerade, dass das auch für Möchtegernhistoriker gilt.«

«Inwiefern falsche Erinnerung?«

«Jeder kennt das von sich selbst: Das Gedächtnis kann einen im Stich lassen, Erinnerung kann trügen. Und wenn es für einzelne Personen gilt, warum nicht auch für Kollektive? Kollektive Erinnerung könnte ja die Summe individueller trügerischer Erinnerungen sein. Die man sich dann gegenseitig beglaubigt. Nehmen wir an, ich hätte mich getäuscht, und wir sind gar nicht zusammen vor sieben Jahren den Kleiberg hochgewandert. Es war eine andere Person, mit der ich gesprochen habe. Und Sie ebenfalls mit einer anderen. Aber jetzt sage ich Ihnen, dass ich es gewesen sei, und Sie erinnern sich undeutlich, und je mehr ich erzähle, desto überzeugter sind Sie, dass meine Erinnerungen und Ihre zueinanderpassen. Sie nehmen meine als die Bestätigung der Ihren, und ich tue das Gleiche. Aber wir könnten uns beide täuschen.«

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