Marius Daniel Popescu - Die Wolfssymphonie

Здесь есть возможность читать онлайн «Marius Daniel Popescu - Die Wolfssymphonie» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Die Wolfssymphonie: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Die Wolfssymphonie»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Popescus Roman ist voller eindringlicher Geschich­ten. In einer ausserordentlich dichten und intensiven Sprache lässt er einen Grossvater dem Enkel von dessen Kindheit und Aufwachsen in Rumänien während und nach der Diktatur Ceausescus erzählen – vom Vater, der starb, als er noch ein Kind war, und von der Grossmutter, die die Mutter ersetzte, weil die­se ihr Leben in der Stadt lebte, von den Hühnern im Hof, dem Fussballspielen unter den Kirschbäumen, dem Fischen im Fluss, von den Zigeunern, den Bauern und den arbeitslosen Fabrikarbeitern. Es sind die kleinen Dinge, aber auch die grossen Leidenschaften und Tode, die rasende Fahrt auf dem Trittbrett eines Zuges und das Verenden eines Pferdes, dessen Hufe auf einer Metallplatte angeschweisst wurden. Popescu kann zuhören, er kann zusehen und mitfühlen, er kann verzaubern und verwandeln, fluchen und lachen. Popescus Stimme hat eine urtümliche Kraft. Sie spricht, als würde hier zum ersten Mal gesprochen. Mit seiner Sprachmacht, die die Macht der Sprache anzweifelt und sie bekämpft, höhlt er das alltägliche Gerede aus.

Die Wolfssymphonie — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Die Wolfssymphonie», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

* * *

Sie schafft es, von einigen Kugelschreibern den Deckel abzumachen. Sie kann sie sogar wieder aufsetzen. Wenn sie die beiden Hälften auseinandernimmt, ist es, wie wenn man im Zimmer das Licht anmacht, beim Nachhausekommen, abends. Du öffnest eine deiner mit Papier vollgestopften Schubladen und nimmst mehrere weiße Blätter heraus. Du legst sie auf den Boden, vor das Kind, nimmst seine Hand, die den Kugelschreiber hält, in deine Hand und lässt sie über das Papier fahren, und du siehst es die Tintenspur anschauen und hörst es seine eigenen Wörter sprechen. Du nimmst ein Blatt, und als erstes faltest du es zusammen. Du legst das gefaltete Blatt mit dem Falz gegen dich auf den Tisch, du nimmst die beiden Ecken des Papiers, die gegen dich gerichtet sind, und führst sie zur Mittelachse des Blattes, dann faltest du sie und machst ein Dreieck. Danach faltest du ein Rechteck nach dem anderen gegen das Dreieck, nimmst das Blatt hoch, steckst die rechte Hand in diese Papiertasche hinein und öffnest sie, indem du die Seiten des Dreiecks nach innen klappst. Du öffnest die Tasche, du hältst die beiden gefalteten Enden gut fest und ziehst sie, mit deinen Fingern, langsam, auseinander. Du kannst dieses Papierschiff machen. Es wird zwei Schiffe im Haus geben.

* * *

Der Name der Firma, bei der du arbeitetest, stand darauf gedruckt. Du weißt nicht, aus welchem Grund einer deiner Vorgesetzten dir hätte schreiben sollen, und du hast diesen Brief genommen, um ihn zu öffnen, und du hast das Schlimmste befürchtet: Du hast erwartet, dass du entlassen würdest, weil ihr damals wenig Arbeit hattet. Du hast ihn aus dem Stoß genommen und beiseitegelegt: «Ich werde ihn als letzten lesen!», und deine Hände haben unmerklich vibriert, wie Kartoffeln, die, eine gegen die andere geklemmt, in einem Kochtopf ohne Deckel vor sich hin kochen.

Du hast den Rest der Post geöffnet und immer an den beiseitegelegten Brief gedacht. Er hat in einem grauen Umschlag gesteckt, und du hast eine schlechte Nachricht befürchtet, weil für Feierlichkeiten üblicherweise glänzende und für Gehaltskürzungen oder Entlassungen dunkle Umschläge verwendet werden. Er war der kleinste von allen, und trotz seiner Farbe machte er den «korrektesten» Eindruck, die «Prioritaire»-Briefmarke war fein säuberlich oben in die rechte Ecke geklebt, die Adresse in großen, gedruckten Buchstaben geschrieben, der Ortsname unterstrichen.

Du hast ihn in beide Hände genommen, wie man einen vollen Teller hält, wenn man hungrig ist. Du hast ihn einige Sekunden lang angeschaut, hast ihn zwischen den Fingern gedreht und hast ihn mit Hilfe des Brieföffners deiner Frau aufgemacht:

«Monsieur

Zur Geburt Ihrer Tochter möchten wir Ihnen ganz herzlich gratulieren. Wir wünschen der Mutter und dem Kind alles Gute. Freundliche Grüße

ALLGEMEINE PLAKATGESELLSCHAFT»

Du hattest ihn rasch gelesen, und mit einem Lächeln hattest du ihn in eine Mappe aus hellblauem Karton gelegt.

* * *

Das Auto deines Onkels steht hinter dem weißen Kastenwagen, und ihr steigt aus und nähert euch dem Sarg, und du berührst ihn mit deinen Fingern, und du siehst auf einer Seite des Sarges den Namen und den Vornamen deines Vaters in silbernen Buchstaben auf das Holz geschrieben. Dein Onkel hat dich an der Schulter genommen und gemeint, du sollst in den Hof gehen. Du bist ihm gefolgt und hast dich unter die Schar der Menschen gemischt, die zum Begräbnis deines Vaters gekommen waren. Sie haben dich angeschaut wie man einen vierzehnjährigen Jungen anschaut. Sie wollten dich trösten, und du hast auf ihren Gesichtern die zarte Spitze des Mitleids gesehen. Du hattest kein Mitleid mit ihnen, du hast zu mir geschaut, und ich bin zu dir hinübergekommen mit einer Schachtel Kerzen in der Hand, und ich habe dir diese Kerzen gegeben, damit du sie anzündest und in den improvisierten Kerzenständer im Eingang des Hauses stellst. Es gab da diesen Kerzenständer, einen mit Sand gefüllten Behälter aus Weißblech, und die Leute zündeten Kerzen an und steckten sie in den Sand, es waren Hunderte von Kerzen, die für das Licht deines Vaters und für seine Vergebung brannten. Die Leute hielten dich einfach für ein Kind. Nur deine Mutter, du und ich wussten, dass du ein Kind Gottes warst. Aber das kümmert dich nicht. Du verschlingst alle Definitionen. Bei dir hört es weder bei den Worten noch bei ihrer Bedeutung auf. Bei dir hört es weder bei der Wahrnehmung der fünf Sinne noch bei den gängigen Analysemethoden auf. Du suchst die Wahrheit auf deine Weise, und du bist insofern einzigartig, als all das, was die anderen in den Begriff «Wahrheit» packen, für dich nur eine Geringfügigkeit ist. Du hast die Kerzen genommen und hast sie in den Sand gesteckt, in eine Ecke des Behälters, dann bist du in die Küche eine Schachtel Streichhölzer holen gegangen, bist wieder zurückgekommen und hast alle Kerzen angezündet. Während du die Kerzen angezündet hast, haben sie deinen Vater in das Haus gebracht, und du hast sie den Sarg tragen sehen, und sie sind ganz nahe an dir vorbeigekommen, da du gleich neben der Tür standest, und du hast den Sarg von unten gesehen, hast die Holzleiste am Boden des Sarges gesehen und hast sie sagen hören: «Achtung Schwelle, Achtung Schwelle!» Die Frau deines Vaters ist auf dich zugekommen und hat dich bei der Hand genommen, und ihr seid zusammen in einen Raum neben dem Totenzimmer gegangen. Es war niemand sonst in diesem Zimmer, und die Frau deines Vaters hat auf der Bettkante Platz genommen, und du hast dich auf ein Kissen gesetzt, und sie hat angefangen, dir die Geschichte des Unfalls zu erzählen. Dein Vater hatte seit langem vorgehabt, vor Gericht das Sorgerecht für dich zu erlangen. Er wünschte sich von ganzem Herzen, dich in seiner Nähe zu haben, in seinem neuen Haus. Er wollte dich auf seine Weise erziehen. Er wollte dir vorschlagen, auf ein Sportinstitut zu gehen. Er hatte vor, aus dir einen Leistungssportler zu machen. Er glaubte, alle seine Absichten seien gut. Während er darauf wartete, dich in seiner Nähe zu haben, wollte er zwei Räume bauen, ganz für dich allein, in diesem Hof, angebaut an die alte Mauer. Er wollte schnell machen, da du schon vierzehn warst und dich für eine Fachoberschule entschieden hattest und diese Wahl nicht in seinem Sinne war. Er konnte zu einem günstigen Preis Backsteine beschaffen, die für den Bau deiner zwei Zimmer notwendig waren, und er ist, am Tag seines Todes, auf den Laster gestiegen, der beladen war mit diesen Tausenden von Backsteinen, und er hat dem Fahrer gesagt, dass der Laster aussehe wie ein rollender Sarg, und sie haben gelacht, der Fahrer, ein Arbeiter deines Vater, sie haben gelacht, und so sind sie losgefahren, mit fünf anderen Arbeitern auf der Wagenladung, ganz hinten im Laster, in einer Nische aus Backsteinen, die sie abzuladen hatten. Es waren etwas mehr als hundert Kilometer zu fahren, sie dachten schon an das Feiern nach der Arbeit. An einem Abhang, der als gefährlich galt, hat der Fahrer in den Leerlauf geschaltet und hat den Lastwagen einfach rollen lassen, und der Lastwagen hat immer mehr an Geschwindigkeit gewonnen, und der Fahrer hat mehrmals gebremst, aber die Bremsen des Lastwagens haben versagt, und dem Fahrer ist es nicht gelungen, wieder einen Gang einzulegen, und in einer Kurve konnte er der Straße nicht mehr folgen, und der Lastwagen ist umgekippt und von der Straße abgekommen und hat sich mehrmals überschlagen, bis er unten zum Stillstand gekommen ist, hundert Meter weiter unten. Die fünf Bauarbeiter, die sich auf der Ladebrücke befanden, und derjenige in der Kabine, waren auf der Stelle tot. Dein Vater ist zwei Tage später im Spital gestorben. Der Fahrer blieb unverletzt, da er klein war und sich unter die Armatur des Lastwagens hat retten können. Er hat nicht einen Kratzer davongetragen. Falls du ihn sehen willst, um mit ihm zu sprechen, er ist hier, im Hof, er ist hier und weint die ganze Zeit. Dein Vater ist tot und liegt in seinem Sarg, der auf einem Tisch in einem der Zimmer des Hauses seiner Frau steht. Sie haben den Deckel des Sarges abgenommen. Er ist in einen schwarzen Anzug gekleidet und trägt eine schwarze Krawatte um den Hals, seine Arme sind auf dem Bauch gekreuzt und die Finger seiner Hände sind gefaltet, sein Hemd ist weiß, und er hat neue Schuhe an, die er nie getragen hat. Der Kopf deines Vaters ruht auf einem bestickten Kissen. Der Körper deines Vaters liegt auf einem weißen Laken. Dein Vater hat einen weißen Schnauzbart. Du hast deinen Vater noch nie mit einem Schnauzbart gesehen. Dein Vater hat nie einen Schnauzbart getragen. Dein Vater hat sich jeden Tag rasiert und hat nie einen Bart oder einen Schnauzbart getragen. Seit ein paar Tagen trägt dein Vater einen Schnauzbart. Dein Onkel hat denen, die in der Leichenhalle arbeiten, die die Leichname waschen, sie einkleiden und rasieren, kein großzügiges Trinkgeld gegeben. Dein Onkel kannte die Gepflogenheiten der Leute, die in der Leichenhalle arbeiten, nicht. Er hat sie nicht bezahlt, und sie haben sich gerächt, sie haben deinem Vater einen Schnauzbart stehen lassen, und dieser Schnauzbart ist weiß. Du stehst am Kopf des Sarges und schaust deinen Vater an, der ausgestreckt in der Holzkiste liegt, du hebst deinen Blick und schaust zu den anderen Anwesenden im Totenzimmer und siehst sie ratlos oder unwissend. Sie wissen nicht, wer du bist, dass du sie so musterst, ihre Kleider anschaust und ihre Hände. Du hast den Ausdruck eines Burschen, der mit seinem Körper da ist und mit seiner Seele bei seinem Vater, der tot ist.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Die Wolfssymphonie»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Die Wolfssymphonie» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt
Daniel Kehlmann
Daniel Sigmanek - Die Trollhöhle
Daniel Sigmanek
Daniel Sigmanek - Die Eisenfestung
Daniel Sigmanek
Daniel Sigmanek - Die Zitadelle
Daniel Sigmanek
Daniel Defoe - Die Pest zu London
Daniel Defoe
Daniel Niedermayer - Die andere Seite der Couch
Daniel Niedermayer
Daniel Rechtschaffen - Die achtsame Schule
Daniel Rechtschaffen
Daniel Rechtschaffen - Die achtsame Schule - Praxisbuch
Daniel Rechtschaffen
Отзывы о книге «Die Wolfssymphonie»

Обсуждение, отзывы о книге «Die Wolfssymphonie» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x