Marius Daniel Popescu - Die Wolfssymphonie

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Popescus Roman ist voller eindringlicher Geschich­ten. In einer ausserordentlich dichten und intensiven Sprache lässt er einen Grossvater dem Enkel von dessen Kindheit und Aufwachsen in Rumänien während und nach der Diktatur Ceausescus erzählen – vom Vater, der starb, als er noch ein Kind war, und von der Grossmutter, die die Mutter ersetzte, weil die­se ihr Leben in der Stadt lebte, von den Hühnern im Hof, dem Fussballspielen unter den Kirschbäumen, dem Fischen im Fluss, von den Zigeunern, den Bauern und den arbeitslosen Fabrikarbeitern. Es sind die kleinen Dinge, aber auch die grossen Leidenschaften und Tode, die rasende Fahrt auf dem Trittbrett eines Zuges und das Verenden eines Pferdes, dessen Hufe auf einer Metallplatte angeschweisst wurden. Popescu kann zuhören, er kann zusehen und mitfühlen, er kann verzaubern und verwandeln, fluchen und lachen. Popescus Stimme hat eine urtümliche Kraft. Sie spricht, als würde hier zum ersten Mal gesprochen. Mit seiner Sprachmacht, die die Macht der Sprache anzweifelt und sie bekämpft, höhlt er das alltägliche Gerede aus.

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Sie hat dich in die Arme genommen. Du warst damals gleich groß wie sie. Sie hat dich an sich gedrückt, sie hat dir einen Kuss gegeben und hat von irgendwo drei Geldscheine hervorgeholt, sie hat diese Geldscheine in deine Hand gelegt und hat gesagt: «Ab zur Beerdigung!»

Wenn er dich besuchen kam, kam er oft mit dem Taxi. Er mietete das Taxi für den ganzen Tag. Das Taxi hielt vor dem Haus, er stieg aus, er sagte zum Fahrer, er solle ein paar Minuten warten. Er betrat den Hof, er rief nach dir, und wenn du aus dem Haus kamst, sagte er, du sollst dich anziehen und mit ihm mitkommen. Er hatte immer ein Geschenk für die Großmutter dabei. Er wechselte draußen im Hof ein paar Worte mit ihr, dann sagte er, «bist du bereit?», und du kamst heraus, gabst deiner Großmutter einen Kuss und gingst mit ihm mit, hinein ins Taxi. Sobald ihr drin wart, beide auf der Rückbank, gab er dem Fahrer die Richtung bekannt: «In die Hauptstadt!», und der Wagen ist losgefahren.

Du hast an diese Reisen mit deinem Vater gedacht, und du wolltest Autostopp machen bis zur Stadt, in der seine Frau sein Begräbnis vorbereitete. Du bist zu Fuß die Straße entlanggegangen, und deine Kameraden aus der Schule und aus dem Viertel haben wie immer, wenn man sich auf der Straße begegnete, gefragt, «wohin gehst du?», und du hast geantwortet, «ich gehe an die Beerdigung meines Vaters!» Sie haben dich angeschaut, ohne etwas zu sagen, sie haben diese Worte gehört und haben sich verabschiedet, und du hast dich verabschiedet und bist weiter die Straße entlanggegangen, du hast den Leuten guten Tag gesagt, und sie haben dir guten Tag gesagt, und von Zeit zu Zeit, wenn du auf ihre Fragen geantwortet hast, hast du gesagt, «ich gehe an die Beerdigung meines Vaters!», «ich gehe an die Beerdigung meines Vaters!» Es gab eine bestimmte Stelle, an der die Leute Autostopp machten, um in die Stadt zu kommen, in der dein Vater lebte. Du bist dorthin gegangen und hast dich hingestellt, wie alle anderen, am Straßenrand. Du hast nicht lange warten müssen. Du bist in ein Auto gestiegen, du und noch zwei andere Personen, zwei Frauen, die wie du Autostopp gemacht haben. Ihr habt im Auto miteinander zu reden begonnen. Du hast ihnen gesagt, dass du an die Beerdigung deines Vaters gehst. Du hast dich an eine der Reisen erinnert, in die Hauptstadt, mit deinem Vater. Er hatte ein Zimmer in einem Grand Hotel reserviert. Ihr seid eine Woche lang in diesem Luxushotel geblieben. Jeden Morgen habt ihr das Frühstück aufs Zimmer bestellt. Nach dem Frühstück seid ihr in die Stadt aufgebrochen, und er hat dir Geschenke gekauft. Er hat dir einen Tennisschläger und einen Fotoapparat und mehrere Filme gekauft. Schwarzweißfilme, um Fotos zu machen. Er hat dir zwei Anzüge und mehrere Hemden gekauft, und ihr habt immer in verschiedenen Restaurants gegessen. Er wollte dir einige Orte auf dieser Welt zeigen. Er brachte dich an sehr unterschiedliche Orte. Du bist in diesem Auto gesessen, das dich in die Stadt brachte, in der dein Vater beerdigt werden würde, und du hast dich an eine der Reisen erinnert, die du mit ihm gemacht hattest. Wenn er dich abholte, hatte er viel Geld. Er gab mit dir alles Geld aus, das er dabei hatte. Wenn ihr wieder nach Hause kamt, hatte er kein Geld mehr. Wenn er dich mit dem Taxi abholte, gab er dem Taxifahrer Geld, er bezahlte dem Taxifahrer das Hotel und das Essen. Er sagte dem Fahrer, «das ist für Sie, aber Sie kommen nicht mit uns mit!» Er machte mit dem Taxifahrer Treffpunkte aus, und er zeigte dir die Stadt durch die Fensterscheibe des Taxis. Er hat dir Tennisbälle gekauft. Er hat dich in den Zirkus geführt und in einen großen Park der Hauptstadt, und in diesem Park hatte es einen großen See, auf dem er mit dir Boot gefahren ist und dir das Rudern beigebracht hat. Von deinem Vater hast du gelernt, wie man die Ruder hält und wie man rudert. Dein Vater mochte die Polizisten nicht. Er hatte dir mehr als einmal erklärt, dass die Polizisten keine echten Polizisten seien, weil sie die Einheitspartei verteidigten. Da die Einheitspartei nicht von Bedeutung war, waren die Polizisten, welche die Einheitspartei verteidigten, ebenfalls ohne jede Bedeutung. Jedes Mal, wenn er einen Polizisten sah, sagte dein Vater, «schau ihn an, den da, er hat keine Ahnung, dass er nur eine Marionette ist!» Du hast den Polizisten in Blau angeschaut, und du hast gesehen, du hast verstanden, dass dieses Polizistenblau eine Marionette war. Du hast Fragen gestellt, dir selbst, in deinem Kopf, über die Marionetten. Dir ist bewusst geworden, dass es menschliche Marionetten gibt. Du hast deinen Vater angeschaut, wie er andere angeschaut hat. Dir ist bewusst geworden, dass dein Vater, auch er, zu einer menschlichen Marionette wurde. Du bist an das Begräbnis deines Vaters gefahren, und du hast dich daran erinnert, dass du mit ihm warst, als du dir zum ersten Mal die Frage gestellt hast: «Werde auch ich eine Art menschliche Marionette sein?!»

Wenn ihr in den Restaurants der Hauptstadt zusammen aßt, lud dein Vater Frauen an euren Tisch ein, und er fragte dich, «willst du sie, diese Dame, als neue Mama haben?!» Er tat dies vor der neben dir sitzenden Frau, du hast die Frau angeschaut, du hast deinen Vater angeschaut, und du hast gesagt, «nein, ich brauche keine neue Mutter! Die Frau kann bei uns bleiben, sie stört mich nicht!» Bei jeder Frau, die dich und deinen Vater begleitete, hast du aufs Neue die Seite der menschlichen Marionette gesehen. Auch mir hat dein Vater etliche Frauen vorgestellt. Er wollte meine Meinung über ihre Schönheit wissen, und ich habe ihm gesagt, dass mein Haus das Haus meiner Söhne sei und dass die Welt schön sei und dass die Schönheit der Welt auch von diesen Frauen herrühre und von ihm selbst. Auch dir hat er Fragen über seine Frauen gestellt. Er hat deine Ansicht über die Frauen, mit denen er zusammenlebte, berücksichtigt. Du fuhrst zu seiner Beerdigung, und du wusstest, dass du an seiner Beerdigung seiner Frau begegnen würdest. Dir waren alle Begegnungen mit der neuen Frau deines Vaters im Gedächtnis geblieben. Nach der Scheidung von deiner Mutter blieb er dreizehn Jahre lang unverheiratet. Er hat nach dreizehn Jahren Ehelosigkeit wieder geheiratet. Während dieser dreizehn Jahre hat dein Vater viele Frauen geliebt. Er hat alle Frauen, denen er begegnet ist, geliebt. Auch ich habe alle Frauen, denen ich begegnet bin, geliebt. Auch du, ich weiß es, liebst alle Frauen, denen du begegnest. Du bist uns ähnlich, deinem Vater und mir, was das angeht. Aber du hast uns etwas voraus, deinem Vater und mir: Du nimmst sie alle mit dir mit, und du machst aus ihnen Wolken, von denen du Regen verlangst, wann immer du willst. Nach dem Tod deines Vaters bist du in diese Stadt im Flachland gekommen, wo du an sein Begräbnis gehen musstest. Du bist aus dem Wagen gestiegen, in dem du per Anhalter mitgefahren warst, und bist zu Fuß zum Haus gegangen, in dem dein Vater mit seiner neuen Frau, deiner Stiefschwester, der Mutter seiner Frau und der Großmutter seiner Frau gelebt hatte. Du hast die Leute angeschaut, die den Gehsteig entlanggegangen sind, und die Autos auf den Straßen. Du hast die Taxis angeschaut. Du hast in jedem Taxi deinen Vater gesehen. Alle Taxis fuhren in die Hauptstadt zum Begräbnis deines Vaters. Alle Taxifahrer von allen Taxis aßen in großen Gaststätten, und sie sprachen von der Beerdigung deines Vaters. Als du in der Straße, in der dein Vater wohnte, angekommen bist, hast du von weitem mehrere Taxis gesehen, die in der Nähe des Hauses deines Vaters geparkt waren. Ich hatte diese Taxis gemietet, damit sie während der Vorbereitungen zum Begräbnis zur Verfügung standen. Die Leute, die an das Begräbnis kamen, konnten diese Taxis benutzen, um sich in der Stadt zu bewegen. Wie alt war ich, als dein Vater starb? Dein Vater ist im Jahr des Erdbebens gestorben. Dein Vater ist ein paar Monate nach dem Erdbeben gestorben. Das Erdbeben hinterließ mehrere Tausend Tote. Dein Vater ist nicht bei diesem Erdbeben gestorben. Er ist danach gestorben. Als er starb, war ich siebenundsiebzig Jahre alt. Du hast an deine Mutter gedacht und an deinen Stiefvater, der seit langem mit ihr in einer anderen Stadt lebte. Deine Mutter und dein Stiefvater wussten, dass dein Vater dich ein paar Mal im Jahr im Taxi abholte. Du hast an deinen Onkel gedacht, den Bruder deiner Mutter. Auch er wusste, dass dein Vater es liebte, dich im Taxi abzuholen. Du hast an deine Tante gedacht, die Frau des Bruders deines Vaters. Du hast an deine Tante gedacht, die Schwester deiner Mutter. Du hast an den Mann der Schwester deiner Mutter gedacht. Du hast an mich gedacht, deinen siebenundsiebzigjährigen Großvater. Du hast an mich gedacht und an meine erste Frau, deine Großmutter, die starb, bevor du zur Welt kamst. Du kanntest sie nur von Fotos. Du hast an meine Frau gedacht, deine Stiefgroßmutter. Du hast an deine Großmutter mütterlicherseits gedacht, die mit einem Eimer aus Keramik Wasser über dich geschüttet hat, damit du sauber sein würdest für das Begräbnis deines Vaters. Du hast an deinen Großvater mütterlicherseits gedacht, du hast an deine Cousins und Cousinen gedacht. Du hast an deine Schulfreunde gedacht und an alle anderen Kameraden und Kameradinnen. Du hast an alle Nachbarn aller Häuser, die du kanntest, gedacht. Du hast an alle Passanten gedacht, die du je gesehen hast. Du hast an alle menschlichen Wesen gedacht, und du bist in den Hof des Hauses der Frau deines Vaters, der gerade in einem Unfall ums Leben gekommen war, getreten. Es waren viele Menschen im Hof, die du kanntest und die dich nicht kannten. Nicht alle wussten, dass du der Sohn des Verstorbenen warst. Du warst das einzige Kind des Verstorbenen. Du bist der einzige Sohn. Deine Mutter hat dir gesagt, du seist das Kind Gottes. Du bist als Gotteskind in diesen Hof getreten und hast die Leute angeschaut und nach bekannten Gesichtern gesucht. Du hast Leute gesehen, an denen du den Widerschein der Einheitspartei gesehen hast, und du hast Leute gesehen, an denen du den Widerschein der menschlichen Marionette gesehen hast. Dir ist bewusst geworden, dass am Begräbnis deines Vaters Leute jeder Art waren. Du hast mich gesehen, du bist auf mich zugekommen, und wir haben uns umarmt. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich dich zum Begräbnis deines Vaters habe kommen sehen, aber du hast nicht geweint. Du hast gefragt: «Wo ist Papa?», und ich habe geantwortet, dass er noch in der Leichenhalle sei. Wir beide sind mehrere Minuten einander gegenüber gestanden, ohne etwas zu sagen. Wir haben uns in die Augen gesehen oder den Himmel angeschaut oder die Leute, die an das Begräbnis deines Vater gekommen waren. Wir sind so stehen geblieben, bis zu dem Moment, in dem dein Onkel, mein anderer Sohn, gekommen ist, um dich zu begrüßen, und ich habe dich in seinen Armen weinen sehen, und ich wusste, dass du zum zweiten Mal in deinem Leben weintest und dass du beim Weinen an die Mutter deines Vaters und an die Beerdigung deines Vaters dachtest. Als du zu weinen aufgehört hast, hast du dich zu mir umgedreht und gesagt, «der Tod ist eine Marionette, Großvater!»

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