Maike Albath - Trauer und Licht

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Sizilien, die magische Insel, ihre Literatur, ihre ­brodelnde politische Gegenwart – all das wird zum Thema in diesem dritten großen Italienbuch von Maike Albath, die mit Land, Literatur und Bewohnern vertraut ist wie nur wenige. Der Horizont reicht von Lampedusas Leopard, mit dem die Insel die Bühne der Weltliteratur betritt, über Leonardo Sciascia bis zu Andrea Camilleri und seinen international erfolgreichen Montalbano-Krimis. Ein verführerischer Streifzug durch die Geschichte, durch Landschaften und die Straßen von Palermo und Catania, wo sich bis heute eine kulturelle und literarische Vielfalt erhalten hat, die einmalig ist in Europa.

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»Aus Licys Briefen kann man deutlich ersehen, wie die Verhältnisse lagen. Sie verstünde sich großartig mit ihrer Schwiegermutter, schreibt sie dort, denn unter Frauen wisse man sofort, woran man sei. Aber sie wolle ein unabhängiges Leben«, erzählt Gioacchino, während wir immer noch in der Bibliothek an den Bücherregalen entlangstreifen. Er lernte Tomasi erst kennen, als dieser längst verheiratet war. »Giuseppe sagte einmal etwas eigentlich Schlimmes über seine Ehefrau, aber es war etwas dran: Um Licy zu begreifen, müsse man Ignatius von Loyola und Lenin gelesen haben, die ja ohnehin fast dasselbe seien. Ob mit calvinistischer oder mit kommunistischer Rigorosität, für beide gilt: Das, was gelehrt wird, ist die Wahrheit und nicht verhandelbar. Das traf auch auf Licy zu. Hier in Palermo steckt man seine Nase nicht in die Angelegenheiten der anderen, aber sie gab jedem, den sie kennenlernte, nach zehn Minuten Ratschläge: Du musst dies tun und das ändern und es so machen. Die Leute verzogen keine Miene, luden sie aber nicht mehr ein. Sie war einzigartig.«

FAMILIENROMAN

Der Neffe der Fürstin

Wie spricht man einen lang gedienten Botschafter an, der Italien in Japan, England und Washington vertreten hat, Generalsekretär beim Außenministerium und Unterhändler bei den Vorbereitungen für die Maastricht-Verträge war? Eccellenza kann nicht falsch sein. Boris Biancheri ist ein Diplomat alter Schule und zerstreut meine Bedenken schon, als er den Salon in der Via Sicilia in Rom betritt, wo wir in der Niederlassung des Verlegerverbandes verabredet sind. Nadelstreifen und formvollendete Manieren, aber ohne jede Steifheit, sondern sprezzatura , so wie es Baldassare Castiglione vom Hofmann forderte. Er ist ein großer Leser, schreibt selbst Bücher. Es ist ein dunkler Novembernachmittag im Jahr 2010, schon damals suche ich nach den Spuren Tomasi di Lampedusas. Der weißhaarige Botschafter a. D., 1930 in Rom geboren, gehört zur angeheirateten Familie und ist Licys Neffe, der Sohn ihrer Schwester Lolette. »Onkel Giuseppe war für damalige Verhältnisse ein weit gereister Mann. Ich bin übrigens doppelt mit ihm verwandt, denn meine Großmutter Alice hatte ja seinen Onkel Pietro, den Bruder seines Vaters Giulio, geheiratet, und meine Tante Licy heiratete ihn, also den Neffen ihres Stiefvaters. Großvater Pietro hatte eine brillante Karriere gemacht, er war italienischer Außenminister gewesen, später dann Senator und Gesandter in London. 1927 reichte es ihm mit Mussolini, er trat von seinem Amt zurück. Meine Großmutter brachte ihre Töchter mit in die Ehe. Meine Mutter und meine Tante waren eng miteinander verbunden und liebten sich sehr. Tante Licy war ziemlich bemerkenswert, überspannt, aber intellektuell absolut verblüffend. Sie und Giuseppe sind sich in London begegnet.«

Licy ist schön ein Engel an Sanftheit und Güte sagte Giuseppe Tomasi 1932 - фото 5

»Licy ist schön, ein Engel an Sanftheit und Güte«, sagte Giuseppe Tomasi 1932. Cockerspaniel Crab war Teil des Beziehungsnetzes.

In diesen Familien überkreuzen und vermischen sich die Stränge mehrfach. Während Lolette, Licys Schwester, 1920 mit ihrer Mutter Alice zum Stiefvater übergesiedelt war und kurze Zeit später den italienischen Diplomaten Augusto Biancheri heiratete, Boris Biancheris Vater, kehrte Licy mit ihrem Mann André Pilar bald darauf nach Stomersee in Lettland zurück. Die kleine, zarte, sanfte Lolette ähnelte ihrer italienischen Mutter, aber Licy kam nach dem deutsch-baltischen Vater: groß, laut, entschieden. Sie hing an dem verstorbenen Baron Wolff, fühlte sich ihm in Stomersee näher, außerdem wollte sie die Besitzansprüche der Familie unterstreichen. Und sie mochte den riesigen alten Kasten, der nach einem Brand 1905 in neogotischer Manier wiederaufgebaut worden war. Im Winter waren allerdings nur wenige Räume bewohnbar, weshalb sie sich zum Teil auch in Riga aufhielt. Biancheri erläutert die historischen Zusammenhänge »Nach 1918 gehörte Lettland zeitweilig zum Deutschen Reich, die politischen Verhältnisse waren kompliziert, die Machtverhältnisse unübersichtlich. Die Baltendeutschen kämpften gegen das kommunistische Regime, sie waren später dann aber an einem Staatsstreich beteiligt, bei dem sie alles Vertrauen verspielten, schließlich erhielten sie im selbständigen Lettland einen Minderheitenstatus. Lettland war mehr oder weniger sozialistisch.« Seine Schlösser durfte der deutsch-baltische Adel behalten, der Grundbesitz wurde bis auf einige Hektar eingezogen.

Durch Felix Böhm, dessen Bruder Max Licy von der bahnbrechenden Methode der Psychoanalyse berichtet hatte, kam die lettische Baronesse zum Berliner Psychoanalytischen Institut. Böhm stammte ebenfalls aus Riga, außerdem hatte er sich mit einem Thema befasst, das Licy gerade sehr umtrieb: Homosexualität. »Meine Tante hat Anfang der zwanziger Jahre am Berliner Institut Seminare besucht und eine Lehranalyse bei Max Eitingon gemacht, Freud traf sie nur einmal kurz in Wien. Sie begann schon damals, als Psychoanalytikerin zu arbeiten. Nach dem Krieg war sie Mitbegründerin der italienischen Psychoanalytischen Gesellschaft, der SPI, und sogar deren Vizepräsidentin. In Palermo war sie die erste Psychoanalytikerin überhaupt! Zwischen den beiden Weltkriegen lebte Licy in Stomersee, auch nachdem sie Giuseppe geheiratet hatte. Sie liebte Stomersee, es war der Ort, der ihr am meisten bedeutete. Mein Onkel Giuseppe war gutmütig und willfährig und besuchte sie dort, es gibt Fotos von diesen Aufenthalten. Ob er dieses kalte Schloss zwischen zwei Seen inmitten von Wäldern wirklich mochte, vermag ich nicht zu sagen. Einen größeren Kontrast zu Sizilien mit seiner Sonne und dem Meer kann man sich nicht vorstellen. Aber er tat auf jeden Fall so, als gefiele es ihm dort.« Bevor die beiden 1932 heiraten konnten, hatte allerdings erst einmal Licys erste Ehe annulliert werden müssen. Obwohl André Pilar mehr als einverstanden war und seine Neigungen offenkundig, war das keine einfache Angelegenheit. Im Unterschied zu ihrem sizilianischen Verehrer, dessen Leben unter den Augen seiner Mutter in ruhigen Bahnen verlaufen war, hatte Licy schon mit Mitte zwanzig mehrere Brüche verkraften müssen: die Russische Revolution und die Flucht aus Stomersee, den Wechsel der Nationalität, den Verlust von großen Teilen ihrer Besitztümer, den Tod ihres Vaters und die Entdeckung, dass André Pilar keineswegs ein gewöhnlicher Ehemann sein würde. Als ihr das Ausmaß ihrer Verstrickungen bewusst wurde, erlitt sie mit Mitte zwanzig in Berlin einen Nervenzusammenbruch und bekam starke Medikamente. Das Resultat war eine enorme Gewichtszunahme: Licy wandelte sich zur Matrone. Ausladende Hüte und wallende Gewänder unterstrichen ihre imposante Erscheinung. »Un donnone«, lautet die italienische Bezeichnung für Frauen dieser Art, was aber durchaus auch respektvoll gemeint ist. Hinzu kam ihr dominanter Charakter.

Die Beziehung zwischen Giuseppe und Licy war ungewöhnlich, überraschend und zugleich symptomatisch. Vielleicht brauchte er ein nordisch-adliges Geschöpf dieser Art, um sich gegen seine Mutter zu behaupten. Was aber nicht hieß, dass Beatrice klein beigegeben hätte, im Gegenteil. Immerhin besaß Licy die Instrumente, um das Beziehungsknäuel zu durchschauen. Ihre Hinwendung zur Psychoanalyse ging sicher auf die Krise zurück, die sie als junge Frau erlitten hatte. Die Ausbildung war, wie es damals häufiger vorkam, unkonventionell verlaufen: eine vierjährige Lehranalyse mit Unterbrechungen, keine systematischen Seminare, eher punktuelle Interventionen, ein paar Stunden auf der Couch, ab und zu eine Supervision. In Stomersee und Riga führte Licy erste Behandlungen durch, allerdings häufig mit Bekannten, zu denen zum Beispiel das Hausmädchen der Familie und der Verwalter von Stomersee zählten, was eigentlich gegen das Berufsethos verstieß. Licys Eltern lebten mittlerweile in Rom an der Piazza dell’Indipendenza, und ihre Verbindung zu Italien wurde enger. 1929 wandte sie sich an den Triestiner Edoardo Weiss, den großen Pionier der neuartigen Behandlungsmethode in Italien, und bekundete ihr Interesse an der italienischen Gesellschaft für Psychoanalyse. Weiss war Mediziner, hatte in Wien studiert und bei Freud auf der Couch gelegen. Er sollte später zum Förderer und Unterstützer Licys werden. Es muss in derselben Zeit gewesen sein, als die Freundschaft zu Giuseppe einen anderen Charakter gewann und sich in eine Liebesbeziehung wandelte, was die beiden aber sorgfältig verbargen. Sie trafen sich in Rom, 1931 hielt sich Giuseppe erneut für mehrere Wochen in Riga und Stomersee auf. Briefe wurden postlagernd geschickt, weitere Reisen Giuseppes nach Rom mit getürkten Einladungen eines eingeweihten Freundes generalstabsmäßig vorbereitet. Tête-à-tête im Kino, am Cafétisch, im Park.

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