Maike Albath - Trauer und Licht
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Es gab aber auch eine andere Seite. Der Turiner Schriftsteller Edmondo De Amicis besuchte Palermo 1906 und hielt fest: »Palermo ist die Stadt von Sizilien, die nach 1860 [der nationalen Einigung, M. A.] eine wunderbare Entwicklung genommen hat. Die Sizilianer haben recht, stolz auf sie zu sein. Es handelt sich um eine große Stadt […] mit ausgedehnten, eleganten neuen Vierteln, weitläufigen, baumbestandenen Plätzen, herrlichen neuen öffentlichen Spazierwegen, tatsächlichen Orten des Vergnügens, Paris und London ebenbürtig. Aber es gibt ein Schauspiel gewaltiger Gegensätze in dieser Stadt der Sizilianischen Vesper und der Heiligen Rosalia. […] Von der Prachtstraße am Meer Foro Italico, einer fürstlichen Flaniermeile, auf der hunderte von aristokratischen Kutschen entlangfahren, kommt man in wenigen Schritten an den Uferweg der Kala, wo ein Heer von Barken, Segelschiffen, armseligen Barkassen jedweder Form aus Sizilien, Apulien, Neapel und Griechenland vor Anker liegt und einen Eindruck von der Armut und den Kalamitäten des abenteuerlichen und harten Fischerlebens der vergangenen Jahrhunderte vermittelt. Wenn man das riesige Labyrinth dunkler und heruntergekommener Gassen des Viertels Albergheria durchquert hat, wo eine bitterarme Einwohnerschaft in tausenden von stinkenden Behausungen ausharrt, die immer noch dieselben sind, in denen sich vor neunhundert Jahren, oder wie viele es auch sein mögen, die Araber herumdrängelten, dann steht man vor dem Teatro Massimo, dem größten und schönsten Theater von ganz Italien. […] Als man den Bauauftrag vergab, besaß die Stadt noch kein Krankenhaus für die dringendste Grundversorgung.«
Die verwahrlosten Straßen hinter dem Theater dürfte der damals zehnjährige Giuseppe Tomasi nie durchquert haben; es gab keine Berührungspunkte mit dieser Sphäre der Stadt. Seine Mutter Beatrice war eng mit Ignazio Florio Junior befreundet und nicht nur in Palermo, sondern auch in Rom, Paris und anderswo in den Häusern und Wohnungen der Florios zu Gast. Die Familie schickte ihr jede Saison ihren Hausschneider vorbei, sie solle sich anfertigen lassen, wonach ihr der Sinn stehe. Ignazio Florio, der seine Hemden angeblich in London bügeln ließ und als Intendant des Teatro Massimo 12 Millionen Lire in den Sand setzte, war mit der schönsten Frau Palermos verheiratet: Franca Notarbartolo, deren Eltern die Eheschließung mit einem bürgerlichen Unternehmer zunächst als Abstieg betrachteten. Der sagenhafte Reichtum hatte sie bald vom Gegenteil überzeugt. Donna Franca wurde zu einer Institution. »Groß, langgliedrig mit einem Lächeln, das an die Jungfrauen von Guidi erinnert, die Augen voller Güte und Poesie, bahnt sich die neue Beatrice [Anspielung auf Dantes Beatrice, M. A.] einen Weg durch die Leute und ruft überall Bewunderung und Respekt hervor. Sie liebt es, die prächtigen Säle ihres Hauses zu verlassen und in die feuchten, schimmligen Hütten zu gehen, wo Hunger herrscht, um dorthin Brot und warme Kleider für den Winter zu bringen«, vermerkte das Gesellschaftsblatt Torneo am 20. Februar 1896 respektvoll. Die halbe Stadt machte Franca den Hof, aber sie blieb standhaft, im Unterschied zu ihrem Ehemann, der für seine Eskapaden berühmt war. Am 17. März 1906 schrieb die spitzzüngige Tina Whitaker, Tochter des englischen Unternehmers, in ihr Tagebuch: »Effie hatte einen schlimmen Sturz vom Pferd. Ich habe sie heute besucht und mit ihrem Papagei im Arm im Bett vorgefunden. Es ist unfassbar, wie sehr Effie diesen Vogel vergöttert. Bice war auch dort, sie beklagte sich über Effies Dienstboten, die aus den Fenstern Unflätiges hinausschrien. Mir fiel auf, dass Bice das Armband trug, das ihr Ignazio Florio geschenkt hat. Die arme Franca!«
Wer allerdings keinen unternehmerischen Geist wie die Florios besaß und von mondänen Zerstreuungen nichts hielt, führte in Palermo ein eintöniges Leben. Von Giuseppes Großvater väterlicherseits existiert ein zehnbändiges Tagebuch: Außer Ausritten und Kirchgängen ist dort nichts verzeichnet. Die Haushaltsführung und der Palazzo Lampedusa ließen es nicht vermuten, aber die finanzielle Lage der Familie war schon um die Jahrhundertwende kompliziert: Der Urgroßvater Don Giulio, Jahrgang 1815, ein Freizeitastronom, das Vorbild für die Hauptfigur Tomasis, den Fürsten Don Fabrizio von Salina im Leoparden , war 1885 ohne Testament gestorben. Seine neun Kinder gerieten in Erbstreitigkeiten, die sich sechzig Jahre lang hinziehen sollten – die Familien durften die verschiedenen Häuser bewohnen, die Ländereien aber nicht bebauen, was deren Wert verminderte. Unterdessen multiplizierten sich die Erben und wuchsen bis 1938 auf 33 Personen an. In Giuseppes Jugend wurde bereits ein Flügel des Palazzo Lampedusa an die Gasgesellschaft von Palermo vermietet, aber sein Vater war in Geschäftsdingen wenig geschickt. Zum Glück stammte Beatrice aus einer vermögenden Familie, das half ein paar Jahrzehnte.
Die Erziehung Giuseppes verlief in vorgezeichneten Bahnen: Privatunterricht, an drei Tagen Bibellektüre, an drei Tagen Klassiker. »Giuseppe hat sich dann quer durch die Bibliothek geschmökert«, erklärt Gioacchino. »Zola, La Fontaine, Stendhal, Cervantes, später Chesterton, Swift, Sterne, was es eben so gab. Aber es war eine einsame Kindheit.« Im Palazzo Lampedusa hatte er nur seinen Hund als Spielkameraden, was seinen zurückgezogenen, schüchternen Charakter noch verstärkte. Abwechslung boten Besuche in Capo d’Orlando bei Beatrices Schwester Teresa, deren drei Kinder zu den wenigen Gleichaltrigen zählten, mit denen Giuseppe Umgang hatte. Die beiden Brüder Casimiro und Lucio wurden seine engsten Freunde. Der Jahresrhythmus war skandiert von der Sommerfrische in Santa Margherita, einem Anwesen siebzig Kilometer südwestlich von Palermo im Belice-Tal, das aus Beatrices Besitz stammte und auch von ihren Schwestern genutzt wurde. 1680 gebaut, war es 1810 von Beatrices Großvater geschickt restauriert worden und der zweite prägende Ort für Giuseppe. Das Haus wurde später zum Vorbild für den Palazzo von Donnafugata, dem Schauplatz des Leoparden , auch die langwierige Reise mit dem Zug und der Kutsche, inklusive Begrüßung durch die Blaskapelle, fand genauso, wie es dort erzählt wird, alljährlich statt. Gemeinsam mit seiner Cousine Clementina, einem Wildfang, erkundete Giuseppe die abgelegenen Räume des weitläufigen Hauses. 1968 wurde Santa Margherita von einem Erdbeben zerstört. Don Gioacchino führt mich in einen Salon, in dem die wenigen Möbelstücke versammelt sind, die von dort gerettet wurden: eine Standuhr, einige Sessel und kleine Tische.
Das Leben im Palazzo Lampedusa, in Santa Margherita und bei den Verwandten in Capo d’Orlando hatte den Anschein eines Jane-Austen-Romans, der aber im Dezember 1908 abrupt endete: In Messina gab es ein schweres Erdbeben mit 77.000 Toten, darunter Bices Schwester Lina und deren Mann, nur ihr Sohn Filippo überlebte. Ein Jahr später kam es zu einer weiteren Familientragödie. Es ging um Giulia Trigona, Bices mittlere Schwester, Hofdame und enge Vertraute von Königin Elena, von zierlicher Statur und mit dunklen Locken. Sie war schon mit achtzehn standesgemäß verheiratet worden, so dachte man jedenfalls. Ein spitzzüngiger Zeitgenosse schilderte die junge Adlige mit folgenden Worten: »Eine armselige, graziöse Kreatur, raffiniert und geistreich, eine von jenen frivolen und sprunghaften Frauen, die dazu neigen, Männer zur Verzweiflung zu treiben und in den Ruin zu stürzen, außer man führt sie mit harter Hand.« Dreizehn Jahre lang gab es selbst für den sauertöpfischen Beobachter nichts zu beanstanden, dann erkrankte Giulia. Der ungeduldige Gatte Graf Romualdo Trigona di Sant’Elia, gerade Bürgermeister von Palermo, zog sich kurzerhand eine Schauspielerin heran, wovon Giulia durch einen anonymen Brief in Kenntnis gesetzt wurde. Bei einem Empfang in der Villa Igiea der Florios lernte sie im Juni 1909 am Spieltisch einen schmucken Kavallerieoffizier kennen. Baron Vincenzo Paternò del Cugno, charmant, umschwärmt, zwei Jahre jünger als Giulia, machte ihr den Hof. Es entbrannte eine turbulente Liebesgeschichte, das Paar ging auf Reisen. Dann allerdings entpuppte sich der Baron als notorisch eifersüchtiger Spieler mit hohen Schulden und einer Neigung zu Gewalt. Er schwor Besserung, zeigte Reue, um im nächsten Moment wieder um zwanzigtausend Lire zu bitten. Bice warnte ihre Schwester, ohne Erfolg. Der Liebhaber legte sich sogar mit dem Fürsten von Lampedusa an, der seiner Frau beisprang. Die Affäre war Stadtgespräch in Palermo. Giulia verkaufte ihren Familienschmuck und dachte an Scheidung. Man fühlt sich an ein Theaterstück von August Strindberg in mediterranem Milieu erinnert, und es endete in einer vergleichbaren Katastrophe. Gemeinsam mit ihrem Mann reiste Giulia im Februar 1911 nach Rom, um sich von ihrer Aufgabe als Hofdame entbinden zu lassen. Königin Elena lehnte ab. Das Verhältnis des Ehepaares war zerrüttet, am 1. März unterschrieb Giulia eine Erklärung zur einvernehmlichen Trennung und regelte ihre Vermögensverhältnisse. Unterdessen war auch der spielsüchtige Offizier eingetroffen. Entschlossen, sich auch von ihrem unwürdigen Liebhaber endgültig zu lösen, willigte sie in ein Rendezvous ein und brachte seine mehr als hundert Briefe mit. Das Paar traf sich im Hotel Rebecchino, einem schmuddeligen Etablissement, nicht weit von der Stazione Termini, bezog Zimmer 8 und landete ein letztes Mal im Bett. Dann aber zückte der Baron ein Messer, stach auf Giulia ein und schoss sich in die Schläfe. Als die Polizei die Tür aufbrach, lag Giulia tot auf dem Bett, Paternò ächzte auf dem Fußboden, umgeben von seinen Briefen. Er wurde vor Gericht gestellt und verurteilt. 1942 begnadigte ihn Mussolini. Paternò kehrte nach Palermo zurück und heiratete seine Hausangestellte.
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